Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Mit der Festbrennweite im LaPaDu

Mit der Festbrennweite im LaPaDu … zwei Worte die auf den ersten Blick nicht so ganz zusammenpassen. Lohnt sich das überhaupt? Das LaPaDu ist für seine Industriearchitektur bekannt. Mit dem Weitwinkel kann man die hohen Schornsteine hervorragend in Szene setzen, mit dem Makro auf Erkundungstour gehen und so ganz neue Einblicke gewinnen oder einfach mal so durch den Landschaftspark streifen – natürlich mit einer Kamera in der Hand 🙂 Doch nach meinem x-ten Besuch habe ich diesmal ein Experiment gewagt und bin mit einer Festbrennweite unterwegs gewesen. Ein Experiment? Ja, für mich schon! Ich habe sonst die immer größt mögliche Anzahl an Brennweiten im Rucksack, ob ich sie nun wirklich brauche oder nur für das gute Gefühl (man könnte sie ja brauchen oder was verpassen) mitschleppe. Mein Experiment mit der Festbrennweite im LaPaDu zu fotografieren hatte einen ganz einfachen Hintergrund. Wir haben die Photo + Adventure besucht und es war einfach viel zu warm für den großen und schweren Fotorucksack. Also bin ich mit meiner Kamera und dem Canon EF 50mm f1,4 USM losgezogen. Für jemanden, der bisher noch nie mit einer Festbrennweite (das Marko mal ausgenommen) gearbeitet hat, eine sehr interessante Erfahrung. Wie häufig habe ich ins blind ans Objektiv gegriffen, nur um mich wieder daran zu erinnern, dass ich die Brennweite nicht verstellen kann. Die Festbrennweite hat mich dazu gezwungen, mich ganz anderes mit dem Bildausschnitt auseinander zu setzen. Ich habe mich viel mehr bewegt, als ich es sonst getan hätte. Ich habe viel mehr Zeit für eine einzelne Aufnahme benötigt, als ich es mit einem Zoomobjektiv benötigt hätte. Die Reglementierung der Brennweite sorgt tatsächlich für ein ganz neues „Foto-Gefühl“… wenn ich es mal so lapidar nennen darf.

Neben dieser interessanten Erfahrung weiß ich zudem nicht, ob ich mit meinen Bilder so zufrieden bin. Daher würde ich mich über eine Rückmeldung zu meinem experimentellen Fotoerlebnis sehr freuen.

Mit der Festbrennweite im LaPaDu – Die Rückeroberung durch die Natur

Der Kontrast der verfallenen Industrie zur Natur – die in meinen Augen eindeutig immer stärker ist – ist schon immer eines meiner Lieblingsmtive im LaPaDu gewesen und bei jedem meiner Besuche im LaPaDu ein zentrales Thema gewesen.

Doch auch die Schornsteine, Maueröffnungen und die vielen Nieten im rostigen Metall sind einen zweiten Blick und auch ein Foto wert.

Mit der Festbrennweite im LaPaDu – Die Industrie

Eine – für mich – riesige Umstellung war auch die Naheinstellgrenze des Objektivs. Wenn man schon kein Weitwinkel zur Hand hat – habe ich wohl instinktiv gedacht – geht man halt einfach was näher ran. Pustekuchen! Bei einer Naheinstellgrenze von sage und schreibe 45cm ist die Nähe zum abzulichtenden Objekt sehr relativ. Daher hieß es für mich immer wieder … und noch ein Stückchen zurück.

Mit der Festbrennweite im LaPaDu – Am Wasser

Es mag sich komisch anhören, aber ausgerechnet mit meiner Wasserserie bin ich sehr zufrieden. Die Spiegelungen, ob nun in der Pfütze oder in den Wasserbecken, hat es mir besonders angetan. Hier hatte ich auch erstmalig keine Probleme den – in meinem Augen – richtigen Bildausschnitt zu wählen. Ganz plötzlich ist die Festbrennweite eher von Vorteil und kein Hemmschuh mehr.

Eines kann ich auf jeden Fall sagen: Nur mit einer Festbrennweite auf Fotojagd zu gehen ist eine besondere Herausforderung. Ein Experiment, von dem ich nur in Teilen zufrieden bin, aber das ich sicherlich wiederholen werden. Denn mal ganz ehrlich, einen großen Vorteil hat die Festbrennweite, sie sorgt dafür, das man sich mit seiner Art der Fotografie nochmals ganz anders auseinandersetzt und viel mehr überlegt.

Wer übrigens wissen möchte, wie meine Bilder aus dem LaPaDu sonst aussehen, der mag vielleicht mal einen Blick in meine alten Beiträge werfen:

Makrofotografie im LaPaDu

Ein fotografischer Nachmittag im LaPaDu

Ein fotografischer Nachmittag im LaPaDu – Alternativ in s/w

Luftpiratin und Gentleman (Steampunk-Fotoshooting im LaPaDu)

 

 

Wie immer würde ich mich über Kommentare, Anregungen und/oder Kritik sehr freuen. Danke!

© Britta Dicken schreibt zum Thema: Mit der Festbrennweite im LaPaDu

Britta Dicken

Autor: Britta Dicken

Als leidenschaftliche Amateurfotografin ist seit Sommer 2013 kaum etwas vor meiner DSLR sicher. Ob im Urlaub, auf Veranstaltungen und natürlich auch gerne im heimischen Garten, fast immer ist meine Kamera dabei. Gerne experimentiere ich auch mit speziellen Objektiven und Aufnahmetechniken.
Ich möchte weiterhin meinen Horizont erweitern und freue mich daher über jede Anregung!

Eine Auswahl meiner Bilder ist auch hier zu finden:
www.d-photography.de/

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9 Kommentare

  1. SusanneB

    Hey Britta,

    ich bin da ganz bei dir, was du von der Festbrennweite schreibst.

    Du hast es super umgesetzt und da sind echt tolle Fotos dabei, finde ich!

    Ich war ja nun mal etwas mehr bestückt und bin trotzdem nicht so zufrieden, wie so oft 😉

    Meine Favoriten sind die
    003, 004, 011, 006, 023

    Sehr schöne Fotos

    LG

    Susanne

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    • Britta Dicken

      Hallo Susanne,

      nachdem ich Peters Fotos gesehen habe, finde ich meine auch gar nicht mehr so toll 🙂 Als passionierter Zoom-Nutzer ist mir der Einstieg wirklich schwer gefallen. Vielleicht wäre auch eine etwas weitwinkligere Festbrennweite für den Anfang und speziell für das LaPaDu eine bessere Idee gewesen. Je später der Nachmittag, desto besser finde ich die Bilder. Aber das ist sicherlich Geschmackssache.
      Zeige uns Deine doch auch bitte!

      LG
      Britta

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  2. André

    Hi Britta,

    Festbrennweite im LaPaDu… Eigentlich doch ein Paradies für jedes Weitwinkel. Eine durchaus ambitionierte Aufgabe die du dir da gestellt hast. Und wie ich finde, wurdest du durchaus mit dem einen oder anderen guten Foto belohnt.
    Und wie du selbst schreibst, am zeitlichen Verlauf der Bilder kann man sehen dass du dich im Laufe des Tages immer besser in die Materie gefunden hast.
    Wenn man denn gerne etwas sportlicher unterwegs sein möchte scheint das aber eine tolle Alternative zu sein um sich mehr zu bewegen. 😉
    Mal abgesehen von dem geringeren Gewicht welches man umher schleppen muss wenn man für alle eventualitäten ausgerüstet sein möchte. Meist fehlt ja leider das Objektiv was man gerade heute zuhause gelassen hat.
    Bin gespannt was du als nächstes anstellen wirst.

    Gruß
    André

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    • Britta Dicken

      Hallo André,

      wäre ich nicht so faul gewesen, hätte ich sicherlich ein Weitwinkel und ein Tele, vielleicht sogar das Makro, mit im Gepäck gehabt. Aber das war mir für die Messe einfach zu viel. Glaub mir, ich habe an dem Nachmittag mehr als einmal innerlich geflucht, weil das Bild, das ich gerade gesehen habe, mit der Festbrennweite schlicht unmöglich war. Es war wirklich schwierig und am Anfang habe ich nur Motive gesehen, die ich einfach nicht ablichten konnte, egal wie viel oder wenig ich mich bewegt hätte. Mit 50mm bekommt man nun einmal den ganzen Schornstein einfach nicht auf den Sensor gebannt.
      Aber es war auf jeden Fall eine sehr interessante Erfahrung 🙂

      LG
      Britta

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  3. Maike Lehmann

    Hallo Britta!
    Ist es nicht erstaunlich, wie einen der Wechsel eines Objektives, oder besser die Beschränkung auf eine Festbrennweite, aus dem „Konzept“ bringen kann? Toll, dass du dich darauf einlassen konntest und einen „neuen Weg“ gewagt hast. Ich finde die Ergebnisse sprechen für sich! Du solltest dich öfter trauen (gilt natürlich auch für mich;-) ). Auch mir gefallen die Spiegelungen am Besten, insbesondere die 006.
    Liebe Grüße,
    Maike

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    • Britta Dicken

      Hi Maike,

      oh ja, aus dem „Konzept bringen“ beschreibt es sehr schön und absolut treffend 🙂 Tatsächlich habe ich hinterher sogar Spaß daran gefunden. Beim nächsten Mal habe ich aber wieder mehr Equipment mit dabei – ganz bestimmt!
      Ja, die 006 ist auch mein Liebling. Überhaupt mag ich diese Ecke im LaPaDu sehr gerne. Ich hoffe, ich werde nie da sein, wenn mal keine Pfütze dort ist!

      LG
      Britta

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  4. Mit einem 50mm Prime ist man halt auf 50mm begrenzt. Da fehlt ein Weitwinkel und ein moderates Tele. Ansonsten ist das kein Prime Test sondern ein 50mm Test. Wenn ich ein 24-70mm drauf habe beschränke ich mich trotzdem auf 24, 35, 50/55 und 70mm. Und ich kann mit 70mm einfach nicht viel anfangen, mir liegen die 85mm mehr deswegen nutze ich auch die Standard Zooms nicht. Schlussendlich ist das reine Gewohnheit. Auf jedenfall zwingt das Prime dazu anders zu schiessen wenn man nicht alle 60 Sekunden Brennweite wechseln möchte, man schärft meiner Meinung nach deutlich die Sinne, betrachtet die Motive anders und weiss schon „von weitem“ wo man wie was am besten einsetzt und nicht erst während man durch den Sucher schaut und am Zoom Reif dreht. Ich kann das Projekt nur empfehlen.

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    • Britta Dicken

      Hallo Heinrich,

      für jemanden, der bisher ausschließlich im Makro-Bereich mit einer Festbrennweite gearbeitet hat, ist eine Festbrennweite in einer solchen Umgebung eine echte Herausforderung. Nicht nur, dass man mit dem „eingeschränkten“ Brennweitenbereich klar kommen muss, auch sind f1,4 doch noch etwas ganz anderes als f2,8. Ich habe an meiner APS-C immer sehr gerne mit einem Standard-Zoom 17-55mm gearbeitet. Es war mein Immer-drauf-Objektiv, einfach weil es im „normalen“ Fotografie-Leben die wichtigsten Brennweiten abgedeckt hat. Dazu kommt dann noch ein Tele und man hat alles was man so brauchen könnte.
      Eine Festbrennweite bietet nicht so viel Auswahl – im ersten Moment. Tatsächlich habe ich erst im Laufe des Nachmittages die Vorteile kennen gelernt. Ja, die Sicht auf die Motive ändert sich sehr schnell und man fotografiert deutlich bewusster, eben weil man nicht mal eben die Brennweite wechseln kann. Was aber nicht heißen soll, das man nicht auch mit einem Zoom bewusste Bilder macht. Die Arbeitsweise ist einfach eine ganz andere und in meinen Augen auch nicht wirklich vergleichbar. Beim Zoom verstellt man mal eben die Brennweite bis es passt, bei der Brennweite bewegt man sich halt so lange bis der Bildausschnitt passt. Beim Fotografieren empfinde ich das sehr großen Unterschied, auch wenn es sich vielleicht nicht so anhört. Jeder der dies nicht nachvollziehen kann, möchte es einfach mal selber versuchen. Ich für meinen Part, werde die Festbrennweite tatsächlich nur zu speziellen Gelegenheiten wieder zur Hand nehmen und mich dann wahrscheinlich auch wieder mit ihr anfreunden müssen 🙂

      LG
      Britta

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      • Hallo Britta,

        ich bin häufig mit dem selben Zoom Guy unterwegs. Da er einerseits notorisch lauffaul ist und andererseits wohl so ziemlich jeden mm seiner Zooms einsetzt, ziehe ich ihn gerne damit auf er solle sich doch on location zentral einfach einen Hochsitz mit Drehteller installieren und dann mit dem Zoom da platz nehmen 😉

        Die Beispielbilder hier im Artikel sind zum Teil gewollte Makros ohne Makro (9, 12, 25, 27) oder typische Bokehshots (3, 4, 12, 22). Erste Gehversuche mit dem 50/1.4. Es gibt übrigens auch Zwischenringe.

        Die 20 z.B ist ein tolles Foto. Nasses Spinnennetz ist immer ein Highlight, sehr ansprechendes, dezentes Bokeh im Hintergrund, mit schönen OOF Spitzlichtern (Bubbles). Dazu der Kontrast, sowohl farblich mit dem angerosteten Metall und dem satten Grün + s/w Effekt mit den tiefen Schatten und dem hellen Netz, als auch charakterlich mit der Symbiose aus Leben und Tod. Jetzt noch 10cm zurück, etwas mit dem Drehwinkel spielen und der Shot wird noch besser (oben fehlt z.B ein kleines Stück).

        Die 2 ist auch okay, falls möglich einen Ticknäher dran damit der Hintergrund noch ein kleines bisschen mehr Blur bekommt, dass Bokeh bleibt dennoch ansprechend. Der Shot ist aber etwas gekippt. 5, 8, 11, 14, 15 gehen auch. 6 und 18 gehören mit der 20 zu meinen Favoriten aus der Auswahl. Die Bilder sind allgemein zu klein und es fehlt etwas Biss, Webshots halt.

        Bei der 24 glaube ich leichte Anzeichen von swirly Bokeh ausmachen zu können, kenne aber die Linse nicht, wirkt jedenfalls unruhig. 10, 22, 23 hat die Linse Probleme mit dem Blattwerk, das Bokeh wirkt sehr unruhig, die Shots sollte man auf die Distanz mit solchem Hintergrund meiden. Hat aber nichts mit der Brennweite zu tun, liegt einfach am optischen Design des Objektives.

        Primes beschränken nicht den Brennweiten Bereich, den beschränkt man sich selber wenn man mit nur einem Prime unterwegs ist. Geht man street ist ein 25mm, 35 oder 50/55mm alleine kein Problem. Wenn man aber wie hier von Makro bis leichtem Tele alles ein bisschen will, dann braucht man halt 3 Primes. Das ist auch schon das ganze Geheimnis. Und das müssen ja keine Sigma Arts oder Zeiss Otusse sein, die gibt es auch in handlicher.

        17-55mm am APS-C entspricht 24-70mm am Kleinbild und ist Standard Zoom. Für mich ist es zu kurz, bzw ab 55 uninteressant. Portrait mache ich gerne klassisch mit 85/135mm, dazu habe ich ein 25mm mit annähernd Makro was sehr kreativ ist. 35mm und 55mm nutze ich eher selten, für street oder wenn das 25 zu weit und das 85 zu nah ist. Landschaft und Architektur sind die 85/135mm auch toll, und dann darf es natürlich auch mal noch etwas weiter sein 25mm. Den normalen Fotografen gibt es eigentlich nicht, es werden nur viel zu viele Standard Zooms verkauft was es dann so wirken lässt.

        Mein Ausschuss hat sich mit den Primes deutlich verringert weil ich gewisse Ziele gar nicht mehr erst schiesse und früher habe ich sie stattdessen oft erst während der post processing Phase aussortiert. Im Prinzip schärft das Prime die Foto Skills mehr als das jedes Zoom kann. Und wenn man die Disziplin gemeistert hat und Speed braucht, dann ist das Zoom die richtige Linse. Ansonsten ist ein 50/1.4 eine insgeamt wunderschöne Linse, da sie z.B Portraits mit f1.4 – f2 besser freistellen kann als das f2.8er Zoom. Für jeden Shot gibt es eine perfekte Linse. Das Zoom versucht all in one und macht das gut, aber physikalisch sind da Grenzen gesetzt mit der Offenblende, das rettet auch der Zoom Ring nicht.

        Just my humble opinion 🙂

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