Straßenfotografie Monochrom Fotoblog / Fotogalerie Fujifilm s/w - Schwarzweiß Fotografie

Methode Jäger und Fischer Street Fotografie

Dirk Trampedach: Methode Jäger und Fischer Street Fotografie

Methode Jäger und Fischer Street Fotografie: Der Street Fotografie, verehrte Fotobegeisterte, werde ich mich weiterhin intensiv widmen. Trotz dessen, nun mehr als ein komplettes Jahr für die Street Fotografie auf den Straßen zu sein, gilt es noch vieles zu entdecken, auszuprobieren, und vor allem auch, zu lernen. Die letzte Geschichte zur Street Fotografie ist längst nicht erzählt.

Tricks, Kniffe und Tipps Street Fotografie.

Street Fotografie

Vorgenommen habe ich mir, Sie auch in diesem Jahr regelmäßig mit Veröffentlichungen an dem teilhaben zu lassen, was mir gedanklich und fotografisch dazu widerfährt. Neben der eigentlichen Street Fotografie, wie sie Ihnen von meinen Beiträgen aus 2022 bekannt ist, liegt mein Fokus in diesem Jahr 2023 auch auf Street Portraits. Auf die zu erwartende Menge bezogen, wird das sicherlich weniger umfangreich ausfallen, und ich bin gespannt, was sich ergibt und machen lässt. Zu eigenen Vorgehensweisen und konkreten Umsetzungen, vor allem bei den Portraits, werde ich berichten. Es wird aber auch um Tricks, Kniffe und Tipps gehen, die mir nach über einem Jahr Street Fotografie als hilfreich, nützlich, und erwähnenswert erscheinen.

In diesem Artikel möchte ich daher von meinen Erfahrungen und Einschätzungen zu den Methoden „Jäger“ oder „Fischer“ berichten. Diese Bezeichnung Jäger / Fischer ist nicht neu, und sie stammt auch nicht von mir. Meist in englischsprachigen Videos zu finden, ist in deutschen Kanälen die Verschriftlichung dazu recht dünn. Das ist schade, denn wer sich die Charakteristika dieser Vorgehensweisen mal bewusst gemacht hat, bekommt einen Zugang zur Street Fotografie, der gerade hier in Deutschland hilfreich sein kann.  Konkret geht es dabei um den zugespitzten Moment des Auslösens, in dem sich die Umgebung samt Personen zu unserem Wunsch-Motiv vereinen soll.

Mit der Stimmung, mit der wir uns aus einer Situation entlassen, gehen wir in die kommende Situation hinein.

Je nachdem, ob Sie eher Jäger oder Fischer sind, ändert sich einiges bezüglich ihres Wohlfühlens, und vor allem auch dem ihrer Protagonisten. Kurzum, ich für meinen Teil werde die Jägermentalität möglichst ablegen, und überwiegend fischen gehen. Vorweggenommen ist zu sagen, dass es pauschal kein entweder / oder gibt. In manchen Situationen ist das Konzept Jäger durchaus ok, und vielleicht ist es dann sogar die einzige Option. Deutlich charmanter, und allemal stressfreier, ist allerdings die Variante Fischer. Wie Ergebnisse beider Varianten aussehen, und wie sie entstehen, beschreibe ich anhand der begleitenden Fotos im Beitrag. Belichtet habe ich diese mit: FUJIFILM X-T2 und X-T3, XF 35 mm F1.4 sowie XF 56 mm F1.2, unter Verwendung meines FUJI-JPEG-Rezepts/ Filmsimulation Black&White Street.

Jäger der Street Fotografie

Als Jäger unterwegs, sind Street Fotografen eher auf der Suche nach interessanten, spannenden Personen, denen teils gefolgt wird, bis der Augenblick günstig ist, und alles drumherum passt. Die Person, das Licht, die Umgebung – alles stimmt. Viel Zeit bleibt dann auch meistens nicht. Um solche Situationen vor die Linse zu bekommen, ist auch oftmals Bewegung nötig, die wahrscheinlich selten unbemerkt bleibt. Hinzu kommt eine hohe Motivation, beim Auslösen nicht hinter, sondern bestenfalls irgendwo im Bereich vor der Person zu sein.

Diese Vorgehensweise kann zu wirklich sehenswerten Fotos führen. Sie birgt aber auch die Gefahr, Unmut zu verursachen, und das nicht unbegründet. Die Menschen, gerade auch in Deutschland, sind hinsichtlich Fotografen*innen negativ belastet und entsprechend übersensibilisiert. Das Vorgehen des Jägers verstärkt die Sensibilisierung unter Umständen noch. Die Personen bemerken, beobachtet worden zu sein. Ihnen ist sofort klar, dass genau sie im Fokus standen, und dass das Fotografieren von ihnen kein Zufall ist. Obwohl klar ist, dass niemand ein Recht darauf hat, nicht fotografiert zu werden, ist das in einer Situation, wie sie nun entsteht, kaum noch vermittelbar.

Jäger und Gejagte haben immer Puls.

Der Stress, den Sie als Jäger auslösen, wird diese Situation belasten, und wird obendrein auf Sie zurückfallen. Mindestens fragende, durchaus auch böse Blicke, werden das Resultat sein. Vielleicht werden Sie aber auch beschimpft, bedroht, oder anderswie aggressiv angegangen. Die Wahrscheinlichkeit, auf tolerante Menschen zu treffen, die von Ihnen „abgeschossen“, und gerne ungefragt ins Rampenlicht befördert werden, tendiert zumindest in Deutschland gen Null. Im Endeffekt landen wir in genau so einer Situation, die man hinsichtlich der Street Fotografie als Worst Case vor Augen hat. Das Schlimmste daran ist aus meiner Sicht allerdings nicht, dass uns der Puls bis in den Hals schlägt, und wir die Aufnahme hundertprozentig löschen müssen. Schlimm ist, dass es wieder mindestens einen Menschen mehr gibt, der über die lausige Straßenfotografie eine weitere, lausige Begebenheit zu berichten weiß. Hinzu kommt dieser Teufelskreis aus eigener Unzufriedenheit, gepaart mit der inneren Hemmnis, der Street Fotografie überhaupt nachzugehen.

Street Fotografie Beispiele samt Erläuterung

Foto1: Eine klassische Jäger-Situation. Ich sah die beiden Damen zum Denkmal gehen, die eine von Ihnen schon mit gezücktem Handy. Es war klar, was passieren würde, es musste meinerseits schnell gehen. Keine Deckung, keine Tarnung, keine Zweifel. So Momente können zu unseren Lasten in die Hose gehen; ich hatte Glück. Nutzbar ist so etwas kaum, die Gesichter habe ich unkenntlich gemacht.

Foto 2: Ähnliche Ausgangslage. Ich sah den Herrn in die optisch ansprechende Unterführung gehen. Im Nachgehen Kamera klargemacht, und den besten Moment genommen. Wenn es denn der beste Moment war. Eine 2. Chance gab es ohnehin keine.

Foto 3: Die Rolltreppe führt vom Bürgersteig hinab in ein Parkhaus. Wer sie betritt, kommt ohnehin nicht mehr von ihr runter. Eine “gemeine” Position für mich als Jäger. Falls man bemerkt wird, kann man wirklich in Ruhe verduften. Solche Jagdinstinkte unterdrückt man besser, denn auch hier bleiben die Fotos ohne Chance zur Verwendung.

 

Fischer der Street Fotografie

Der Fischer geht völlig anders vor. Sein Ansatz zur Motivsuche ist nie die eine, bestimmte Person, sondern immer die ultimative Ecke in den Straßen, die alles bietet, was gewünscht ist. Hier wird vorweggenommen und in aller Ruhe die Bildkomposition kreiert. Was nun noch fehlt, sind Menschen, die diese Situation beleben, bereichern, vervollständigen. Genau das ist die Absicht, es geht natürlich um die Menschen im Foto. Und die Fotos, die entstehen, mögen sich im Ergebnis unter Umständen gar nicht immer eindeutig von denen unterscheiden lassen, die der Jäger belichtet. Den großen Unterschied macht die Art, in der wir als Fotograf*in von den Passanten in dem Moment (ggf. auch gar nicht) wahrgenommen werden.

Denn was geschieht dort? Wir als Fischer befinden uns schon längst vor Ort, haben die Netze ausgeworfen und warten. Genau das ist der wichtige Unterschied – Wir sind längst vorher da! Die Passanten betreten indessen diese Situation. Schauen Sie ihnen nie direkt ins Gesicht. Optimalerweise liegt deren Gesicht sogar im Schatten, oder ist nur unzulänglich erkennbar. Perfekt! Betätigen Sie den Auslöser. Und dann? Die Wahrscheinlichkeit, als Fotografierende/r gar nicht wahrgenommen worden zu sein, ist ziemlich hoch. Falls doch: Ich kann Ihnen versichern, dass Sie zu 95 % eine Reaktion erleben, in der die Personen davon ausgehen, Ihnen „ins Bild gelaufen“ zu sein. Oftmals erkenne ich dabei so etwas wie ein schlechtes Gewissen. Verhalten Sie sich nun auch genau danach. Seien Sie freundlich und kulant, nehmen Sie den Menschen das Peinliche, was sich für sie vermeintlich eingestellt hat. Dann ist alles richtig gemacht, und die Lage lässt sich jetzt sinnvoll nutzen.

Das Lächeln der Street Fotografen

Nehmen Sie leicht verlegen lächelnd die Kamera vom Auge, zucken mit den Schultern, und sollten Sie angesprochen werden, sagen Sie einfach – Sorry! Warten Sie nicht ab, was geschieht, sondern ergreifen Sie selbst Initiative. Erzählen Sie, dass es Ihnen um die Situation an sich ging, und nicht um die Personen, die Sie soeben im Foto festhielten. Entscheiden Sie aus dem Bauch heraus, ob die Situation es hergibt, das Foto mit den Personen gemeinsam anzuschauen (wenn Sie nicht analog fotografieren). Finden Sie heraus, mit wem Sie es zu tun haben. Vielleicht freuen sich die Leute ja auch über das Ergebnis. Es ist in jedem Fall ein neuer Kontakt, und der könnte spannend sein. Stellen Sie sich mit Namen vor, überreichen Sie ihre Visitenkarte/Kontaktdaten, bieten Sie ihren „Models“ das Foto an, verbunden mit der Bitte um Genehmigung zur Veröffentlichung. Ja, es kann so einfach sein …

Der große Vorteil für uns “Fischer” ist aber auch der, kontaktlos und ohne Stress zu Fotos zu gelangen, die ohne Gespräche, Kontaktaufnahmen gut auskommen. Das ist für Leute, die ggf. schüchterner sind, oder kein Interesse an Kontakt haben, ein großes Plus. Wie Fotos aussehen, die in die Kategorie “Fischer ohne Kontakt” passen, sehen sie in den folgenden Beispielen. Und schauen Sie auch bitte danach, wie sich das von den Jäger-Fotos unterscheidet. Wesentlich hebe ich noch einmal die Herangehensweisen und Vorteile hervor:

Fazit Jäger und Fischer Street Fotografie

Diese Fischer-Fotos sind unverfänglich geblieben, und benötigen keine Ansprache, keinen unmittelbaren Kontakt, keine Genehmigung. Und es war mega lässig.

Foto 1: Gegenüber dieser Drogerie in einer Fußgängerzone habe ich länger gesessen, und mir in aller Ruhe den Bildausschnitt gewählt. Ständig gehen Passanten vor der hell erleuchteten Fassade vorbei. Eine tolle Gelegenheit für Scherenschnitt-Motive. Sicherlich 30 Varianten von dort gibt es, angesprochen hat mich niemand. Ich saß ja längst vorher da. Ein in Gedanken versunkener Typ, der an seiner Kamera hantiert. Wenn es überhaupt wahrgenommen wurde.

Foto 2: Auch hier habe ich lange auf einer Bank gesessen, mit Kaffee und Gebäck. Den Stand angepeilt, wollte ich gerne etwas einfangen, was eine “Mikrogeschichte” erzählt. Auch hier ist trotz recht kleiner Entfernung nie etwas Unangenehmes geschehen. Das Positive dieses Street Fotos, ist das nicht erkennbare Gesicht des Betreibers. Das war denkbar häufig zu sehen. Auch hier brauchte ich keinen Kontakt aufzunehmen – ich war stiller Genießer.

Foto 3: Ein verglaster Treppenaufgang am Bahnhof. Auch hier habe ich mich länger aufgehalten, lässig am Geländer lehnend. Meine Protagonisten sind zur Treppe an mir vorbeigegangen. Da die Treppe “im Kreis” ansteigt, mussten sie mir zwangsläufig eine Etage höher im Gegenlicht ins Bild laufen. Herrlich entspannend.

 

Motivieren möchte ich Sie dahin gehend, darauf zu achten, ob die Situation, in der Sie gerade fotografieren möchten, Potenzial dafür hat, sie samt Protagonisten positiv oder negativ daraus zu entlassen.  Jäger und Gejagte haben immer Puls. Mit der Stimmung, mit der wir uns aus einer Situation entlassen, gehen wir in die kommende Situation hinein. Es ist eine allgemeingültige Regel. Die Regel gilt für eine Begegnung mit Personen, sie gilt für eine Stunde Sport, gilt für eine Teamsitzung im Kollegium und gilt ganz bestimmt auch für die (Street-) Fotografie.

Als Fischer der Street Fotografie sind Sie jedenfalls dafür gewappnet, größtenteils positiv aus allen Situationen herauszugehen, und ebenso wohl gestimmt, ihren nächsten Spaziergang zur Street Fotografie zu starten. Ihnen allesamt wünsche ich gutes Gelingen, und vor allem, gute Resultate!

Mit Dank für Ihre Aufmerksamkeit, herzlich, Ihr
Dirk Trampedach

FAQ Street Fotografie Fragen und Antworten

Frage: Welche Street Fotografie Tipps können sie mir noch geben?

Antwort: In den vielen Beiträgen zur Street Photography stehen viele Tipps rund um das Verhalten, die DSGVO und wie wir in Deutschland und anderen Ländern tolle Fotos auf der Straße schießen. Bitte schauen Sie die Links unten, dort sind die Beiträge aufgelistet oder gehen Sie in diese Übersicht:

Artikelserie Street Photography bei *fotowissen >>


Frage: Welche Brennweite für Street Fotografie?

Antwort: Ich selbst nutze häufig auf der X-T2 eine 35 mm F1.4 oder 56 mm F1.2 Brennweite. Das sind im Kleinbild umgerechnet etwa 50 mm oder 85 mm Brennweite. Aber andere Fotografinnen und Fotografen nutzen auch gerne mal 35 mm im Kleinbild (23 mm bei Fujifilm APS-C).


Frage: Gibt es berühmte Street Fotografinnen?

Antwort: Einige der bekanntesten Street Fotografinnen sind Jill Freedman, Dorothea Lange, Diane Arbus, Vivian Maier. Von diesen Fotografinnen können wir alle viel über die Street-Fotografie lernen. Die Links führen zu den Webseiten mit den Fotos der Damen. Weitere Bücher und eine Rezension zum Street Fotografie Buch “Vivian Maier – Street Photographer” finden Sie ebenfalls bei *fotowissen:


Frage: Welche Street Fotografie Kamera kann ich nutzen?

Antwort: Vivian Maier nutzte unter anderem eine 6×6 Rolleiflex Kamera. Sie sehen, auch mit analogen Kameras könnten wir heute noch hervorragend auf der Straße fotografieren. Aber im Grunde ist jede Kamera dafür geeignet. Wichtig ist nicht die Technik, sondern unsere Aktion: Herausgehen und Erfahrungen sammeln. Viel Spaß dabei.

Fotografie damals und heute, Fokussierung und Besinnung


Frage: Wie steht es mit dem Street Fotografie Recht?

Antwort: Ein Buch, welches sich ausschließlich mit dem Recht der Fotografen beschäftigt, haben wir bei *fotowissen bereits rezensiert:
DSGVO – Recht für Fotografen – Buchrezension >>

 

Methode Jäger und Fischer Street Fotografie - *fotowissen

© Dirk Trampedach ist Journalist für Fotografie – Methode Jäger und Fischer Street Fotografie


Sie fotografieren gerne?

*fotowissen Newsletter

*fotowissen Newsletter mit Editorial jeden SonntagBleiben Sie auf dem Laufenden mit dem *fotowissen Newsletter, der sonntagmorgens bei Ihnen zum Frühstück bereitsteht. Der *fotowissen Newsletter zeigt die neuesten Beiträge inklusive des Fotos der Woche, Testberichte, Tipps und Ideen für Ihre Fotografie und vieles mehr. Einfach anmelden, Sie können sich jederzeit wieder abmelden und bekommen den Newsletter einmal pro Woche am Sonntag:

Newsletter abonnieren >>

Geschrieben von:

Avatar von Dirk Trampedach

Dirk Trampedach

Eine Geschichte, ein Bild, eine Stimmung. Erlebnisse, Schreiben und Fotografieren, das hängt für mich unmittelbar zusammen. Foto-Themen, denen ich mich gerne widme, sind Berichte von Touren im VW T3 WESTFALIA, Street Photography, sowie Stories um klassische Automobile und deren Besitzer. Wenn Sei mehr über mich erfahren möchten: www.dt-classics.de.

4 Kommentare

Bitte schreiben Sie einen konstruktiven Kommentar. Links sind nicht gestattet. (Tipp: Kopieren Sie Ihren Text vor dem Absenden zur Sicherheit).

  • Guten morgen Herr Trampedach,

    vielen Dank für die Anregung zur Streetfotografie. Jäger und Fischer – das liest sich erst einmal recht spannend… ;-).
    Ich persönlich halte es da eher mit dem Zufall. Im Cafe sitzen und die Leute beobachten und manchmal ergeben sich da Situationen die man einfach nicht planen kann. Dabei muss natürlich die Kamera griffbereit sein.
    Manchmal ergeben sich auch einfach schöne Gelegenheiten. Spontan erinnere ich mich da an die Situation in Santiago de Compostela als der Stadtführer uns auf der Placa da Universidad an einer Statue einen Vortrag hielt. Zufällig (gibt es das bei Fotografen?) drehe ich mich um und sehe zwei ältere Nonnen in Tracht die mit blauer Corona-Maske und Einkaufstüte in unsere Richtung gingen. Diese Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen – will damit sagen: Trotz aller Planung sind es doch oft die zufälligen Gelegenheiten die uns Fotografen Freude machen. Das o. g. Bild wäre mit Planung eventuell nie entstanden.
    In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag.
    Gruß Herbert

    • Guten Morgen, Herr Neidhardt,

      es freut mich sehr, dass Sie sich die Zeit genommen haben, dem Artikel ein paar Gedanken und Erfahrungen beizusteuern.
      Wenn ich Ihre Zeilen richtig interpretiere, liegen wir kaum auseinander-wenn überhaupt. Ich plane auch nahezu nichts. Ob im Café sitzend, wie Sie, oder irgendwo anders stehend, die Ausgangslage ist schon sehr ähnlich, und wenn ich meine Tagesergebnisse so anschaue, sind das zu 95% die herrlichen, ungeplanten Mischungen aus Intuition, Zufall, Glück. Das mag ich sehr, und ist auch eine der großen Attribute der Street Photography, wie ich finde.
      Es gibt aber schon auch ein paar Motive in der Stadt, die mich ziemlich ansprechen, für die ich mir etwas mehr Zeit nehme, mehr komponiere, und tatsächlich dann “nur noch” auf Personen warte, die das beleben. Viele Aufnahmen haben leider dann oft alles, was DSGVO nicht so mag.

      Ihnen einen schönen Sonntag, herzlich,

      Dirk Trampedach

  • Lieber Herr Trampedach,

    Sie haben wieder ein interessantes Stück verfasst.

    Lässt sich die Straßenfotografie wirklich auf “Jäger” und “Fischer” zuspitzen? Ich glaube, dass sie eher hybrid ist. Wenn ich Ihre Aufnahmen als Beispiel nehme, stufe ich ich einzig das (übrigens gelungene) Foto des Mannes in der Unterführung als “Jagdaufnahme” ein. Ich vermute, Sie ihm gefolgt. In den anderen Bildern sehe ich eher das Moment des Zufalls. Im Übrigen meine ich, dass Sie die “Jagdseite” zu negativ darstellen. Ist auf beiden Seiten immer Stress da? Es ist doch vermutlich in der Praxis so, dass der Fotograf nicht immer bemerkt wird. Jedenfalls ist das meine Erfahrung. Puls kenne ich hier aus Tokio eigentlich nur, wenn ich in den Zügen Leute aufnehme. Manchmal sitze ich ja direkt neben ihnen. Wenn die das dann doch mitbekommen, winke ich freundlich mit der Hand oder murmele irgendwas von interessanter Situation. Das alles mag bei Ihnen in Deutschland sehr viel anders aussehen.

    Herzliche Grüße,

    Detlef Rehn

    • Guten Morgen, Herr Rehn,

      danke sehr für den Austausch!

      Also negativ ist an der Jäger-Variante erstmal nichts. Nur, wie Sie selbst schon schreiben, spitzt sich das hier in Deutschland deutlicher zu, wie das ggf anderswo geschieht. Ein relevanter Unterschied mag auch sein, dass ich nicht in einer Millionenstadt unterwegs bin, sondern in meiner 100.000 Einwohner-Heimatstadt, wo es kaum möglich ist, mit Kamera unauffällig zu bleiben. Die Argwohn ist hier auch erheblich greifbarer, als u.U. in den Metropolen der Welt. Unter diesen Gegebenheiten und Bedingungen bekommt die Vorgehensweise tatsächlich einen völlig anderen Stellenwert, und es bleibt nicht aus, das eigene Vorgehen daruf abzustimmen.
      Die Frage, ob sich die Street Photography ausschließlich auf Jäger und Fischer zuspitzen lässt, stellt sich meiner Auffassung nach gar nicht. Der Artikel versteht sich zum Aufzeigen zweier Möglichkeiten, Szenen und Personen in den Fokus zu nehmen.

      Herzliche Grüße,

      Dirk Trampedach

Journalist, Fotograf, Fototrainer Peter Roskothen

Willkommen bei *fotowissen sagt Peter Roskothen im Namen aller Autoren.

Beiträge letzte 30 Tage

SD-Speicherkarte

Schnelle 64GB Speicherkarte
Erklärungen hierzu >>
(Link zu Amazon)

SanDisk Extreme PRO 64 GB SDXC-Speicherkarte bis zu 300 MB/Sek, UHS-II, Class 10, U3
SanDisk Extreme PRO 64 GB SDXC-Speicherkarte bis zu 300 MB/Sek, UHS-II

Tipp: Diese SD-Karte ist für schnelle Kameras oder schnelles Auslesen am Rechner super.

Der perfekte Monitor für Fotografen

*fotowissen Podcast Fotografie

*fotowissen Foto Podcast - Zeit für Fotografie Podcast

Der neue Fotografie Podcast führt Gespräche mit FotografInnen, die Tipps und Einsichten in die Fotografie geben. Der Foto Podcast – Zeit für Fotografie.

Professionelle Bildbearbeitung ohne Mietkosten

DxO Bundle

Kameragurt und Handschlaufe zum Wechseln

Tipp: Zu oft war der Kameragurt im Weg und ich konnte ihn nicht mal schnell mit einer Handschlaufe ersetzen. Mit Peak Design kann ich prompt an allen meinen Kameras entweder eine Handschlaufe, oder einen zweiseitigen Kameragurt anbringen.

*fotowissen Autorinnen und Autoren

Die *fotowissen Autoren

Weltweiter deutscher Online Fotokurs

Individueller Online-Fotokurs für jeden, der gerne fotografiert:

Weltweiter deutscher Online Fotokurs Fotoschule Roskothen

Einfach informieren >>

Affiliate-Links, Werbung, Testberichte, Empfehlungen

Hinweis:
Diese Seite enthält externe Affiliate-Links und Werbung. Falls Sie sich entscheiden, ein Produkt über unsere Seite zu kaufen, erhalten wir eine kleine Provision, welche hilft, diese Webseite zu finanzieren. Aber: Wir nehmen niemals Geld für positive Bewertungen und äussern immer unsere eigene, kritische Meinung.
Erfahren Sie mehr...

Amtliches Stativ

Dieses Fotostativ ist groß, verhältnismäßig leicht und vor allem sehr preiswert:

*fotowissen Test K&F Stativ SA254T1

Stativ Testbericht

Auf dem Laufenden bleiben und wertvolle Fototipps erhalten:

Bleiben Sie auf dem Laufenden, indem Sie unseren wöchentlichen

Newsletter abonnieren >>