Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Manipulierte Digitalfotos

Ein Baum an der Nordsee

Unmittelbar am Nordseedeich bei Husum liegt der Porrenkoog. Ein relativ großes Gebiet mit Wiesen und Weiden. Ich nutzte auf meinen Fototouren oft einen wenig befahrenen Weg durch den Koog. Das Auge registriert hier besonders schön die nordfriesische Weite und der ganze Körper wird vom ständig wehenden Wind „durchgepustet“ – beides tut außerordentlich gut. Ich komme dort immer an einem Objekt vorbei, das man sowohl als Baum oder auch als großen Busch bezeichnen könnte.

Von welcher Seite man diesen Baum auch betrachtet, man fragt sich immer, wie ein Baum so wachsen kann.

Vielleicht stand er einmal aufrecht, wie es sich für einen Baum gehört. Doch dann kam er, der „Blanke Hans“ – ein Sturm, der die Nordsee gegen die Deiche wirft und auch schon mal durchbrochen hat. Sturmfluten sind schlimm für die Westküste Schleswig-Holsteins. Ein solcher Sturm kippte unseren Baum auf die angrenzende Wiese, weil seine Wurzeln zu schwach waren oder der Boden nicht genügend Halt bot. Der Baum gab aber nicht auf und trieb weitere Äste aus. So oder auch ganz anders könnte es gewesen sein. Wie aber könnte der Baum aussehen, wäre er ohne jede Einwirkung von Naturkräften gewachsen?
Ich nahm das Foto in die Bildbearbeitung und veränderte es so:

Nun lud ich das veränderte Foto in das Programm „CorelDraw X8“ (Link siehe unten) und duplizierte es. Das Duplikat wurde gespiegelt und schlussendlich die beiden Fotos zu einem vereint.
Was für ein Baum.

 

Das Moosgeweih

Tage später brauchte Renate von einem Bummel einen kleinen Mooszweig mit, der ihr so gefiel, dass ich den aufnehmen sollte. In meinem kleinen Fotostudio zwang ich ihn in eine Halterung, es entstand diese Aufnahme:

In der Bildbearbeitung habe ich es so verändert:

Im „CorelDraw X8“ entstand schließlich das „Moosgeweih“:


Manipulierte Digitalfotos – Betrug oder Raffinesse

Das Wort Manipulation steht für die Beeinflussung bzw. Bearbeitung eines Objekts, eines Sachverhalts. Dabei kann man so hinterhältig vorgehen, dass die Manipulation ein gemeiner Betrug wird. Das habe ich nicht beabsichtigt und deshalb auch nicht getan.
Würde ich nur die Endergebnisse meiner Manipulationen ohne weiteren Kommentar veröffentlichen, müsste ich mir eventuell den Vorwurf der Täuschung oder Mogelei gefallen lassen. Vielleicht meinen andere Leser, was ich da gemacht habe sei raffiniert bzw. ein toller Einfall, der zum Nachmachen anregt.
Wie dem auch sei, mir haben die Manipulationen Spaß gemacht, sie führten zu zwei neuen wunderschönen Fotos und wer sich die Bilder genau betrachtet, der kann leicht finden, einen solchen Baum wird es nicht geben und ein Moosgeweih existiert in der Realität auch nicht.

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Autor: Günter Hauschild

Günter Hauschild ist Hobbyfotograf. Seine Begeisterung für die Digitalfotografie verbindet er mit seinem Interesse für die Natur und seinen didaktisch - methodischen Fähigkeiten. Sein "Fotokurs für junge Fotografen" (http://www.vierfarben.de) wendet sich an den Fotografen-Nachwuchs, seine "Naturfotografie - Fotografisch durch die Jahreszeiten" (http://www.it-fachportal.de) an die biologische Interessierten Hobbyfotografen. Hier auf "Fotowissen" schreibt er vorrangig Beiträge zur Naturfotografie.

2 Kommentare

  1. Lieber Günter,

    mir gefallen Deine Manipulationen! Sie sind auf jeden Fall mit sehr viel Rafinesse durchgeführt und führen vielleicht auf den ersten Blick in die Irre, aber ein zweiter Blick enthüllt das Geheimnis.
    Meiner Meinung kann man weder von Betrug, eigentlich auch nicht von Manipulation sprechen, sondern von Kunst. Nicht jeder würde auf die kommen, aus einem „halben Baum“ einen ganzen Baum zu machen.

    ich persönlich würde mich freuen, mehr solcher Bilder zu sehen!

    LG
    Britta

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