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Kuba – Bilder einer anderen Welt

Immer cool
Immer lässig, immer cool

Kuba – Bilder einer anderen Welt – Im März 2022 treten wir einen schon länger geplanten 14-tägigen Kuba-Urlaub an, den wir aus Gründen immer wieder verschieben mussten. Dabei gibt es zwischen meinem Mann und mir den Deal, dass ich – als enthusiastische Hobby-Fotografin –  die erste Hälfte der Reise in den Städten Havanna und Trinidad ausgiebig fotografieren darf. Im Anschluss daran wird die zweite Hälfte des Urlaubs einem erholsamen Strandaufenthalt vorbehalten sein. Natürlich haben wir uns auf den kulturellen Teil der Reise vorbereitet (Reiseführer, Google, YouTube-Videos) und sind zusätzlich durch unseren Reiseveranstalter mit einschlägigem Info-Material versorgt worden. Landläufig bekannt ist Kuba für seine Zuckerrohrplantagen, besten Rum, legendäre Zigarren, pastellfarbene Häuser und amerikanische Oldtimer aus den 50er-Jahren. Was wissen wir noch?

Kuba – Ein historischer Abriss

Die karibische Insel wird 1492 von Kolumbus entdeckt, 20 Jahre später von Velazquez erobert und spanische Kolonie. Daran ändert sich 400 Jahre lang nichts. Am Ende des 19. Jahrhunderts führen die Kubaner zwei Unabhängigkeitskriege; in den zweiten Krieg mischen sich die USA aufseiten Kubas ein, besiegen die Spanier und vertreiben sie von der Insel. Nach vierjähriger amerikanischer Militärverwaltung wird Kuba 1902 formal in die Unabhängigkeit entlassen. Die Amerikaner sichern sich allerdings politische als auch wirtschaftliche Eingriffsrechte, von denen sie in der Folgezeit reichlich Gebrauch machen. Unter Präsident Batista, der seit 1952 ein diktatorisches Regime auf Kuba anführt, formiert sich Widerstand innerhalb des kubanischen Volkes. Eine Revolutionsbewegung, die von Fidel Castro angeführt wird, hat den Sturz des Diktators zum Ziel. Batista flieht am 1. Januar 1959, woraufhin Fidel das Amt des Ministerpräsidenten übernimmt und gemeinsam mit seinem Bruder Raúl und dem argentinischen Berufsrevoluzzer Chez Guevara einen sozialistischen Staat installiert. Sie enteignen und verstaatlichen u.a. US-Besitz, woraufhin die USA Kuba mit einem Handelsembargo belegen, das bis zum heutigen Tag Gültigkeit hat und unter dem vorrangig die kubanische Bevölkerung leidet.

Die Geschichte Kubas, dessen Geschicke zunehmend mit der ehemaligen Sowjetunion verknüpft sind, steht seitdem immer wieder im Brennpunkt der Weltöffentlichkeit (Schweinebucht-Invasion, Kubakrise). Seit Auflösung der UdSSR zu Beginn der 90er-Jahre und dem damit verbundenen Ende der wirtschaftlichen Hilfe des großen sozialistischen Bruders, befindet sich Kuba in einer permanenten Wirtschaftskrise. Der Annäherung zwischen Kuba und den USA unter Obama und den damit verbundenen Lockerungen des Embargos erfolgt unter Donald Trump eine erneute Verschärfung der Beziehungen. Was das für die aktuelle Situation im Land und das alltägliche Leben tatsächlich bedeutet, davon können wir uns nun ein eigenes Bild machen.

Kontraste in Kuba - Bilder einer anderen Welt
Kontraste – Kuba – Bilder einer anderen Welt.

Es geht los – das Abenteuer beginnt in Havanna

Mitte März also landen wir in Varadero. Von Besuchen der DDR in den 80er-Jahren wissen wir, dass es bei der Einreise in einen sozialistischen Staat durchaus penibel zugehen kann und wundern uns nicht über mehrmalige Kontrollen an Leib und Gepäck. Nachdem das überstanden ist, haben wir einen mehrstündigen Transfer direkt nach Havanna und kommen dort, mitten in der Altstadt, in einer privaten Casa Particular (vergleichbar mit einem Bed & Breakfast) unter. Der Familie, die ihre privaten Räumlichkeiten an Touristen vermietet, können wir mit aus Deutschland mitgebrachten Toilettenartikeln und Süßigkeiten eine kleine Freude bereiten.
Bereits unser erster Spaziergang durch die Altstadt Havannas, der uns vorbei an baufälligen Häusern und über teilweise ungeteerte Straßen führt, offenbart den desolaten Zustand der Hauptstadt Kubas. Uns passieren natürlich auch die legendären Oldtimer, die mal mehr, mal weniger gut restauriert sind. Doch überwiegend sind die Einwohner auf klapprigen Fahrrädern oder zu Fuß unterwegs, in Klamotten, die ihre beste Zeit schon lange hinter sich haben und bepackt mit Einkäufen, die meist aus Wasserkanistern und Gemüsebergen bestehen. Es ist das, worauf sich das Kaufangebot zu beschränken scheint, denn auf der Calle Obispo, der Haupteinkaufsstraße, verlieren sich unsere Blicke in leeren Schaufensterauslagen von Bekleidungs-, Schuh- oder Elektronikgeschäften. Auch Apotheken, Bäckereien und andere Läden des täglichen Bedarfs offenbaren leere Regale. Gibt es dort etwas zu kaufen, bilden sich binnen weniger Minuten meterlange Schlangen. Ein Anblick, den wir in unserer westlichen Überflussgesellschaft nur aus Bildbänden der Kriegs- und Nachkriegszeit kennen. Es gibt so viel Außergewöhnliches zu entdecken – Havanna ist die pure Reizüberflutung und unter den ungewohnten klimatischen Bedingungen übrigens auch körperlich eine große Herausforderung.

Beeindruckende Gegensätze

Die kubanische Hauptstadt beeindruckt mit faszinierenden Gegensätzen: auf engstem Raum wechseln sich prachtvoll restaurierte Kolonialbauten und vollkommen verfallene Bausubstanz ab, fahren schicke Cadillacs, Pontiacs und Buicks neben verrosteten Fahrrädern und Handkarren, strahlen bunte Farben unter der karibischen Sonne besonders intensiv, viele andere Motive sind vom Straßenstaub verdreckt und bedeckt. Für uns offenbart sich allerdings der größte Gegensatz zwischen der maladen wirtschaftlichen Situation, in der sich die Menschen hier befinden und ihrer Offenheit und Fröhlichkeit, die sie trotzdem ausstrahlen. Am späten Nachmittag und Abend kann man sie beispielsweise an der berühmten Küstenpromenade, dem Malecon und über die Plaza Vieja flanieren sehen und die, die es sich leisten können, nehmen sogar einen Drink in den umliegenden Bars oder Restaurants und wenn die Sonne untergeht, wird gesungen und getanzt. Havanna’s Bewohner scheinen sich mit der Mangelwirtschaft arrangiert zu haben und versuchen das Beste aus Nichts zu machen.
Diesen Eindruck macht auf uns auch unser Taxifahrer Nelson, der uns ein paar Tage später für umgerechnet 40 EUR in das 300 km entfernte Trinidad bringt. Er spricht ein ordentliches Englisch und beantwortet bereitwillig unsere Fragen. Im wirklichen Leben ist er eigentlich Rechtsanwalt, hat diesen Beruf allerdings gegen den Job des Taxifahrers eingetauscht, um mehr Geld für sich und seine sechsköpfige Familie verdienen zu können. Und tatsächlich scheint das Taxi-Geschäft nicht schlecht zu laufen, denn er ist tadellos, fast elegant gekleidet und sein weißes Oberhemd hat sogar Bügelfalten. Während unseres vierstündigen Transfers offenbart er uns, dass sein “Plan” der Lotto-Gewinn in Form einer Green-Card für die USA sei, die ihm dort eine unbefristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis garantiert (die Chancen dafür, ich habe gegoogelt, stehen übrigens mit 1:25 bis 1:75 viel besser, als man bei dem Begriff Lotterie vermuten würde).
Am frühen Nachmittag erreichen wir Trinidad, die nächste Station unserer kleinen Rundreise. Wir verabschieden uns von Nelson und wünschen ihm alles Gute und viel Glück im Lotto – er wird es benötigen können.

Trinidad

Auch in Trinidad, das an der zentralen Südküste Kubas liegt, wohnen wir wieder in einer Casa Particular, werden auch hier sehr herzlich und zuvorkommend aufgenommen und beherbergt. Von unserer Unterkunft aus erreichen wir in nur wenigen Minuten das Zentrum und die Sehenswürdigkeiten rund um die Plaza Major, die noch heute von der Pracht der Kolonial-Perle Trinidad zeugen. Trotz vermeintlich kurzer Wege legen wir aber auch hier auf unseren täglichen Fotowalks weit über 10 km zurück; es gibt einfach zu viel zu sehen und zu entdecken.
Als ehemals drittgrößte Stadt Kuba’s verdankte Trinidad seinerzeit ihren Reichtum dem Zuckerrohranbau und Sklavenhandel und zählte bis Mitte des 19. Jahrhunderts sogar zu den bedeutendsten Zuckermetropolen der Insel. Inzwischen ist sie, wirtschaftlich gesehen, in der Bedeutungslosigkeit verschwunden, wirkt aber aufgrund ihrer gut erhaltenen Kolonialarchitektur als großer Touristenmagnet. Obwohl die Straßen belebt und vor allem das Zentrum gut besucht ist, wirkt Trinidad, im Gegensatz zum Moloch Havanna, beschaulich, aufgeräumt und gediegen.

Neben dem Treiben auf den Haupt- und Nebenstraßen finde ich diesmal hauptsächlich auf dem Wochenmarkt der Stadt unzählige Fotomotive. Wir besuchen außerdem eine kleine Kaffeeplantage sowie eine winzige Hazienda, auf der – für Touristen extra aufbereitet – die ehemals aufwendige und körperlich sehr anstrengende Zuckergewinnung demonstriert wird. Ich fotografiere, bis der Auslöser glüht und habe nach einer Woche Kuba bereits über 2500 Fotos geschossen – eine überwältigende Ausbeute!

Kuba - Bilder einer anderen Welt - Eine Plaza in Trinidad
Kuba: Eine Plaza in Trinidad

Die Belohnung – Cayo Santa Maria

Am achten Tag unserer Reise verlassen wir Trinidad und kehren zurück an die Nordküste Kubas. Die letzte Station unseres Roundtrips ist die kleine Insel Cayo Santa Maria, gelegen inmitten eines Naturschutzreservates, auf der nun Strand- statt Stadtspaziergänge auf der Tagesordnung stehen. Darauf freut sich besonders der beste Ehemann von allen, der bis dato mein Hobby, trotz schwül-warmer Temperaturen von permanent über 30 Grad, geduldig unterstützt und ertragen hat. Hier auf Cayo Santa Maria, einem kleinen Eiland, das den ausländischen Touristen vorbehalten ist, nimmt unser kubanisches Reise-Abenteuer sein Ende und entlässt uns in eine gewohnte Urlaubswelt: Hotels mit westlichem Standard, was Unterbringung, Verpflegung sowie Unterhaltung betrifft. Außergewöhnlich allerdings sind der weitläufige Naturstrand und die über einen normalen Service hinaus gehende Gastfreundschaft der einheimischen Hotelangestellten. Die Tage am Strand vergehen leider viel zu schnell und Ende März 2022 treten wir vom internationalen Flughafen in Varadero aus wieder unsere Heimreise an. Inzwischen laufen nicht nur meine optischen Speicherkarten über, sondern auch unsere emotionalen Eindrücke. Sie liegen außerhalb jeder Norm und sind so vielfältig und immer noch so intensiv, dass wir den Vorsatz fassen, dieser besonderen Insel baldmöglichst einen weiteren Besuch abzustatten.

Fotografien aus Kuba

© Bettina Arens-Kardell  – Kuba – Bilder einer anderen Welt


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Bettina Arens-Kardell

Hobbyfotografin aus Iserlohn/NRW bzw. Todi/Italien, Studium der Politologie, Geschichte und Publizistik. Mit Beginn des ersten Lockdowns im März 2020 habe ich die Fotografie für mich entdeckt und fotografiere seitdem überwiegend mit einer Fuji X 100 V - vornehmlich in schwarzweiß. Nach den ersten fotografischen Gehversuchen im eigenen Garten und etlichen YouTube-Tutorials habe ich die Street-Fotografie für mich entdeckt und bin gespannt, wohin sie mich entführt...

11 Kommentare

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  • Hallo Frau Arens-Kardell,

    einen ziemlich spannenden, informativen, und hoch interessanten Artikel haben sie gemacht, herzlichen Dank dafür!

    So ein bisschen klingt schon auch durch, dass es eines bestimmten Spagats bedarf, wenn man als Foto-Enthusiast*in mit jemandem unterwegs ist, der auch mal froh ist, wenn es nicht (vorrangig) nur um Fotografie geht. Zum Glück sind Fotos aus Havanna dabei heraus gekommen, und besonders freut mich, dass es eben auch richtig gut gemachte Street-Photography einschließt.
    Was mir dabei extrem gefällt, sind die Interaktionen auf vielen ihrer Fotografien. Ich tue mich nämlich ein bisschen schwer damit, Street-Photogtraphy zu reduzieren darauf, überwiegend Menschen zu fotografieren, die nichts anderes machen, als austauschbar und ohne Esprit auf der Straße zu gehen. Die tollen Stories ihrer Fotos (z.B. 11, 21, 26) zeigen, dass das auch anders geht. Auf weitere, oder schon vorhandene Ergebnisse ihrer Street-Photography würde ich wirklich gerne mal einen Blick werfen dürfen, das kann nur bereichernd sein!

    Freundliche Grüße, Dirk Trampedach

    • Guten Morgen Herr Trampedach,

      als Autor eines Blogs wissen Sie selbst, wie schön es ist, wenn Ihre Arbeit ein Feedback bekommt und wenn es dann auch noch positiv ausfällt, ist es um so schöner! Deshalb ein herzliches Dankeschön für Ihre Zeilen, sie haben mich sehr gefreut!

      Bei der Auswahl der Fotos für diesen Blog-Beitrag habe ich natürlich versucht, den Text zu bebildern und dessen Aussage zu unterstützen, weshalb es einige Bilder in die Galerie geschafft haben, die mir nicht sonderlich am Herzen lagen, die den Artikel aber abgerundet haben.
      Tatsächlich war meine Motivation während unseres Urlaubs Streetphotography zu machen und keine Reise-Reportage anzufertigen, weshalb die Inhalte meiner fotografischen Ausbeute auch nur zu maximal 3! % privater Natur sind. Sie können sich also vorstellen, aus welchem Fundus ich schöpfen konnte und wie schwierig es war, eine Auswahl zu treffen.

      Jetzt möchte ich noch auf Ihren Blog zur Streetphotography eingehen, der mir aufgrund seines sehr analytischen Ansatzes außerordentlich gut gefallen hat. Zwar ist meine eigene Herangehensweise dazu sehr unterschiedlich, aber dadurch ist Ihr Beitrag für mich besonders bereichernd. Übrigens habe ich in Ihren Fotos von Beitrag Nr. 1 bis 4 eine enorme Entwicklung festgestellt, weshalb ich Sie unbedingt motivieren möchte, dieses Genre weiter zu verfolgen.
      Wenn Sie einen Blick auf meine Arbeiten werfen mögen, besuchen Sie doch gerne meine Website, auf der auch mein Instagram-Feed zu sehen ist, der ausschließlich der Stereofotografie gewidmet ist.

      Herzliche Grüße nach Siegen,
      Bettina Arens-Kardell

      • Es ist in jedem Fall ein toller Artikel mit inspirierenden Fotos, der für mich eben auch durch diese Infos zur Entstehung/Umsetzung nochmal extra bereichernd ist. Es wird einfach deutlich, dass man nicht alleine ist mit den kleineren und größeren Hürden, die mit manchen Projekten einhergehen.
        Herzlichen Dank auch an dieser Stelle für ihre Einschätzung meiner Fotografie Teil 1-4. Dass es über das Jahres- & Projektende hinaus weitergehen wird mit meiner Street-Photography, steht jetzt schon fest. Ein paar Ideen dazu gibt es auch schon, von daher: Es bleibt spannend!

        Liebe Grüße, Dirk Trampedach

  • Liebe Frau Arens- Kardell,

    haben Sie vielen Dank für Ihrer Kubaeindrücke!
    Ich bin sehr froh, dass Sie die Straßenfotografien in bunt belichtet haben. Ich bin eine großer Fan von s/w- Fotografie, aber ich denke, dass die Gegensätze zwischen ehemaliger Eleganz und heutigem Verfall in s/w nicht so gut zum Ausdruck gekommen wären. Selbst die alte Dame auf den Stufen vor ihrer Haustüre wirkt auf mich blass. Haben Sie das Bild primär in s/w belichtet oder haben Sie es nachträglich umgewandelt? Es gibt ein gutes jpeg- Rezept für s/w- Aufnahmen in dem Buch von Thomas B. Jones. Wenn Sie wollen, kann ich es Ihnen mal zukommen lassen.
    Und was das Wenige betrifft: ich selbst bin ein Kind der DDR und weiß daher, was es bedeutet, in Schlangen zu stehen, um dann am Ende doch leer nach Hause zu gehen. Aber aus dem Wenigen kann man auch mehr machen: mit Einfallsreichtum und gegenseitiger Hilfe! Der eine hat das, ein anderer etwas anderes. Das hat funktioniert und könnte auch heute wieder funktionieren. Nur kann man sich Besitz eben so schwer abgewöhnen! Ganz nebenbei war damals auch die Nachhaltigkeit größer!
    Dank Ihrer Bilder bin ich wieder mehr motiviert, meine X 100V mit in den Urlaub zu nehmen.
    Haben Sie vielen Dank für Ihre Bilder, die eine sehr lebendige Sprache sprechen!
    Herzliche Grüße und Dank an den toleranten Ehemann! :-)
    Frank Seeber

    • Guten Morgen Herr Seeber,

      vielen Dank für Ihren netten Kommentar. Ähnlich wie Sie bin auch ich ein großer Fan der Schwarzweiß-Fotografie, in Kuba allerdings war mir sofort klar, dass man mit dem Verzicht auf Farbe den Fotos ihre Seele nehmen würde. Deshalb habe ich alles zunächst farbig aufgenommen. Einzig das Porträt der alten Dame in Trinidad habe ich nachträglich in schwarzweiß umgewandelt, weil ich ihrem Gesicht dadurch einen größeren Ausdruck verleihen konnte. Wenn Sie die Umwandlung als blass empfinden, liegt das vielleicht daran, dass die Haut der Dame sehr dunkel pigmentiert ist und ich daher die Kontraste nur sehr marginal bearbeitet habe. So eine Bearbeitung ist wie immer Geschmacksfrage – ich habe mich ganz bewusst für diese Variante entschieden.

      Es freut mich ganz besonders, wenn Sie sich durch meine Fotos motiviert fühlen, wieder selbst zu fotografieren. Die Fotografie ist doch ein so tolles und bereicherndes Hobby!

      Vielen Dank auch für die Grüße an meinen Mann, die ich sehr gerne bestellt habe. Ich habe ihm die entsprechenden Zeilen vorgelesen – es hat ihm ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert. Danke!

      Herzliche Grüße aus Iserlohn,
      Bettina Arens-Kardell

      • Liebe Frau Arens- Kardell,

        danke für Ihre Anrwort. Ich muss mich noch ejnmal bei Ihnen melden, weil Sie mich falsch verstanden: ich habe kein Motivationsproblem, gamz im Gegenteil. Ich habe aber ein Luxusproblem: welche Kamer soll ich in den Urlaub mitnehmen! Und da hätte mir Ihr Bericht eine gute Entscheidungshilfe sein können, die X 100V mitzunehmen. Habe es dann aber doch nicht getan, sondern die XS 10 und meine Infrarot – XT2 eingepackt.
        Herzliche Grüße
        Frank Seeber

  • Guten Morgen, Frau Arens-Kardell,

    Sie hatten ganz offensichtlich eine sehr schöne Reise nach Kuba. Danke für Ihren Bericht und die interessanten Fotos. Zur Frage s/w oder Farbe habe ich eine etwas andere Einstellung. Natürlich ist die Farbenpracht in tropischen Ländern überwältigend. Es liegt daher nahe, sie auch in Farbe festzuhalten, und bei manchen Fotos (so z.B. die Oldtimer) ist, glaube ich, eine Aufnahme in Farbe fast schon zwingend. Dass die Bilder jedoch durch eine Umwandlung in s/w ihre Seele verlieren, wie Sie schreiben, sehe ich nicht. Im Gegenteil: In Ihrer Auswahl gibt es m.E. eine ganze Reihe, die sich in sehr schöne s/w.Fotos konvertieren ließen. Das Foto Nr. 7 (“Morbide Schönheit”) z.B. würde in s/w sehr gut aussehen. Gleiches gilt für Nr. 32 (Fahrrad). Auch einige Ihrer Portraits würden durch eine s/w-Umwandlung nichts an Kraft verlieren. Das Straßenportrait aus Trinidad ist ein toller Schuss, allerdings ist mir das Foto zu “flach”. Schon mit mehr Kontrasten ließe sich seine Aussage deutlich verbessern.

    Ich bin vor ein paar Jahren einmal in Sri Lanka gewesen. Dabei habe auch überwiegend in Farbe fotografiert, dann aber später etliche Aufnahmen in s/w konvertiert und bearbeitet. Die Ergebnisse waren wirklich erstaunlich. Nicht dass die Farbversion schlechter war, die s/w-Version war vielmehr in ihrer Aussage ganz anders.

    Es gibt bei Fotowissen zahlreiche Artikel zu Bildbearbeitungsprogrammen, mit denen Sie tolle s/w-Ergebnisse erzielen können. Allerdings würde es wohl einige Zeit brauchen, sich einzuarbeiten. Andererseits ist ein gewisser Suchteffekt nicht auszuschließen.

    Mit herzlichen Grüßen aus Tokyo,

    Detlef Rehn

    • Guten Tag, Herr Rehn,

      recht herzlichen Dank für Ihre konstruktive Kritik und Ihre Ausführungen zum Thema Farb- versus S/W-Fotografie. Ich gebe Ihnen recht wenn Sie behaupten, dass man mit der SW-Konvertierung eine ganz unterschiedliche Bildaussage erzielen kann oder dass man Strukturen durch eine Darstellung in schwarzweiß mitunter sehr viel besser betonen kann. Bei Ihren Vorschlägen, das Treppenhaus oder das verrostete Fahrrad entsprechend zu bearbeiten, macht das durchaus Sinn.

      Irgendwo auf YouTube gibt es übrigens einen Beitrag über Markus Lanz, der auf Kuba ausschließlich in schwarzweiß fotografiert hat und dessen Fotos mir außerordentlich gut gefallen haben und ganz und gar nicht seelenlos waren.

      Ihre Kritik an meinem Straßenporträt in sw fand ich mehr als berechtigt (auch Herr Seeber (s.o.) hatte sich ja bereits ähnlich geäußert), so dass ich gestern Abend nochmal eine erneute Bearbeitung versucht habe. Jetzt ist das Porträt deutlich kontrastreicher, so ganz zufrieden bin ich damit allerdings noch nicht, das ist selbst mit Silver Effex eine Herausforderung.
      Vielleicht ist es möglich, das Foto noch nachträglich in die Galerie einzufügen – ich probiere das gleich einmal.

      Nochmals vielen lieben Dank für Ihre Zeilen und viele Grüße nach Tokyo,
      Bettina Arens-Kardell

      • Guten Tag, Frai Arens-Kardell,

        danke für Ihre Antwort. Für meinen vielleicht etwas arrogant klingenden Hinweis auf die bei Fotowissen besprochenen Bildbearbeitungsprogramme möchte ich mich nachträglich bei Ihnen entschuldigen. Ich hatte Ihre Antwort an Herrn Seeber nicht mehr im Kopf, und Ihr Hinweis auf die Verwendung von Silver Effex bestätigt meine inzwischen herangereifte Vermutung, dass Sie sich in der Bearbeitungssoftware offenbar recht gut auskennen.

        Viele Grüße,

        Detlef Rehn

  • Liebe Frau Arens-Kardell,
    was für ein schöner Reisebericht und wunderschöne Bilder.
    Da fühlt man sich gleich wie mit dabei – in Havanna bei einem schönen Glas Rum. Sehr toll geschrieben und wunderbar fotografisch festgehalten, gefällt mir sehr. So viel bunte Lebensfreude auf den Bildern.
    Ich war zwar schon in der Karibik, aber noch nicht auf Kuba und mit ihrem Bericht rutscht das Land wieder deutlich weiter nach oben auf meiner schier endlosen Liste der Wunschreiseziele. Sehr inspirierend!
    Vielen Dank und einen schönen Sonntag.
    Viele Grüße,
    Silke Hullmann

    • Liebe Frau Hullmann,

      vielen lieben Dank für Ihren wohlwollenden Kommentar. Wenn ich Sie dadurch inspiriert haben sollte, wäre ich mehr als zufrieden! Außerdem möchte ich die Gelegenheit nutzen, um Ihre Reiselust in Richtung Kuba zu befeuern: eine wunderbare Destination! Sie werden es nicht bereuen!!!

      Mit herzlichsten Grüßen aus Iserlohn,

      Bettina Arens-Kardell

Journalist, Fotograf, Fototrainer Peter Roskothen

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