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Kamera Test GFX 50S II Fujifilm

Kamera Test Fuji GFX 50S II und GF35-70mm F4.5-5.6 WR
Kamera Test Fuji GFX 50S II und GF35-70mm F4.5-5.6 WR

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Der große *fotowissen Kamera Test GFX 50S II von Fujifilm offenbart die Vorteile und Nachteile der neuen 50 Megapixel-Mittelformat-Kamera. Video Testbericht, Testfotos, Erfahrungen, Tipps und Tricks, Vergleich mit anderen Kameras:

Der GFX 50S II Preis ist genauso sensationell wie das Gewicht und der IBIS der Mittelformatkamera.

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Kamera Test GFX 50S II

Die innovative GFX 50S II bietet ein kleines, leichtes Gehäuse mit einem IBIS. Mit einem Kitpreis von EUR 4.499,- (UVP) ist sie außerdem eine Sensation im Mittelformat. Untersuchen wir Fotografen die Kamera samt dem neuen GF35-70mm F4.5-5.6 WR Zoomobjektivs, so stellen wir fest, dass die 5oS II dank des ausgeprägten Griffs und der rückwärtigen Daumenstütze hervorragend in der Hand liegt. Nicht nur das, sie ist auch mit dem Kit-Zoomobjektiv nur etwa 1.300 Gramm leicht. Beim ersten Auslösen stellen wir erstaunt fest, dass der mechanische Verschluss butterweich arbeitet und sich damit stark von der Vorgängerin GFX 50S (02.2017 erschienen) unterscheidet.

Kamera Test Fuji GFX 50S II

Foto: Meine Frau Geraldine hielt die Kamera mühelos stundenlang in den Händen und empfand die Bedienung der Kamera als intuitiv. Sie hat mit vielen Kameras der verschiedensten Marken fotografiert. Die GFX 50S II liegt gleichermaßen gut in kleinen, mittleren und großen Händen.

Für die Programmierung des Menüs habe ich als erfahrener Fujifilm-Anwender beim Kamera Test GFX 50S II etwa 45 Minuten benötigt, bis ich die Kamera exakt auf meine Bedürfnisse abgestimmt hatte. Die benutzerfreundlichen Programme C1-C6 auf dem linken Schulter-Moduswahlrad sollte man erst programmieren, wenn im Menü alles stimmt. Das PSAM-Moduswahlrad ist einer der wesentlichen Unterschiede zur Vorgängerin. Die Einstellung ist manch ein Fotograf von CaNiSony gewöhnt, belegt aber die übrigen Drehräder vor und hinter dem Auslöser doppelt. Damit wird die Kamera nicht bedienungsfreundlicher, sondern im Vergleich zur 50S I komplizierter.

Rückwärtig ist die Wippe* (4 Richtungen, Fujifilm Auswahltasten) eingespart, der Joystick wurde mit 8 Richtungen sensibler. Der Joystick benötigt ein bisschen Gewöhnung, lässt sich dann aber nutzen. Dennoch war die Wippe der 50S einfacher zu bedienen und bot außerdem vier programmierbare Knöpfe. Es sind zwar einige Knöpfe und vier Wischgesten des Touchdisplays zur Programmierung an der Kamera vorhanden, letztlich ließ sich die Mittelformatkamera der ersten Generation aber versatiler programmieren und bedienen.

* Wippe fehlt bei der 100, 100S und 50S II.

GFX 50S versus GFX 50S II Rückansicht
GFX 50S versus GFX 50S II Rückansicht. Bei der neuen fehlt die Wippe (4 Richtungen Auswahltasten).

PSAM Wahlrad der GFX 50S II

Für das PSAM Wahlrad büßt die GFX 50S II sowohl das ISO-Wahlrad, wie auch das Verschlusszeiten-Wahlrad (SS-Wahlrad) links und rechts neben dem elektronischen Sucher ein. Dafür sind die Benutzerprogramme C1-C6 praktisch, wenn wir schnell von einer Fotosituation zu einer anderen umschalten wollen. Die Customprogramme sind von CaNiSony bekannt, allerdings habe ich sie beim Kamera Test GFX 50S II von Fujifilm nie benutzt, da die Kamera keine Actionkamera ist. Das Umschalten empfiehlt sich bei völlig verschiedenen Lichtbedingungen oder Foto-Genren. Fujifilm erlaubt uns Fotografen zwar die persönliche Benennung der 6 individuellen Programme im Menü. Leider werden die vergebenen Namen aber beim Umschalten weder im Sucher noch auf dem Display angezeigt wird. Auf diese Art kann sich keiner erinnern, was der Zweck der Programme zum Zeitpunkt der Programmierung war. Dieser Fehler wurde vom Hersteller von der GFX 100S übernommen.

Die hervorragende Bedienung der GFX 50S ist dem PSAM-Wahlrad zum Opfer gefallen.

GFX 50S versus GFX 50S II Draufsicht
GFX 50S versus GFX 50S II Draufsicht. Die Bedienung der ersten Generation 50S war anders. Rechts das PSAM Wahlrad auf der linken Schulter der GFX 50S II.

Nützliches Schulterdisplay

Das aufgeräumte Schulterdisplay der GFX 50S II hilft uns Fotografen mit drei umschaltbaren Ansichten. Eine Übersicht der wichtigsten Funktionen kann zu einer Simulation von zwei Wahlrädern (ISO und Verschlusszeit) plus Blende und Belichtungskorrektur umgeschaltet werden. Die dritte Ansicht zeigt ein großes Histogramm. Den meisten Sinn macht das OLED-Display auf dem Stativ oder bei der Aufzeichnung von Video, denn sonst können wir während des Fotografierens nicht darauf schauen. Das Schulterdisplay ist auch im ausgeschalteten Zustand der Kamera sichtbar und kann von heller Schrift auf dunklem Untergrund auf dunkle Schrift bei hellem Untergrund umgeschaltet werden.

GFX 50S II Schulterdisplay
Das Schulterdisplay der GFX 50S II kann in drei Arten umgeschaltet werden. Außerdem zeigt es weiße Schrift auf dunklem Untergrund oder umgekehrt.

Elektronischer Sucher (EVF)

Der elektronische Sucher ist nicht so hochfrequent wie bei der GFX 100S, lässt sich aber gut nutzen. Sehr gut ist der Überstand nach hinten, um sich die Nase nicht am Display platt zu drücken. Gleichzeit ist der Sucher der GFX 50S II aber die größte Enttäuschung, denn es ist nicht möglich einen Winkeladapter zu installieren und den Sucher zu drehen oder zu kippen.

Der Winkelsucher fehlt der GFX 50S II.

GFX 50S versus GFX 50S II Draufsicht
GFX 50S versus GFX 50S II Draufsicht

Klappdisplay

Immerhin lässt sich das Klappdisplay vom Gehäuse abziehen, so wird auch der obere Bereich unter dem hervorstehenden Sucher sichtbar, wenn wir die Kamera am Boden nutzen und von oben auf das Display schauen. Das Klappdisplay ist gleichzeitig ein Touchdisplay und setzt die Fingerbewegungen gut um. Es lässt sich gut ablesen. Für mich ist vollkommen unverständlich, warum es nicht zur Seite ausklappbar und drehbar konstruiert wurde (Canon EOS R5, Fuji X-T4, X-S10 …).

Serienbildgeschwindigkeit

Eine Mittelformatkamera ist nicht für Wildlife, Action und Sport prädestiniert. Dennoch sind 3 Bilder pro Sekunde im Vergleich mit 5 Bildern pro Sekunde der GFX 100(S) nicht mehr zeitgemäß. Noch weniger zeitgemäß ist der kleine Puffer, der maximal 8 RAW-Fotos in Folge zulässt, bevor die Kamera wirklich langsam wird. Ein Puffer von 16 GB sollte doch noch drin gewesen sein, um einige Fotos mehr zwischenzuspeichern?

Akku GFX 50S II

Der kleine Akku der GFX 50S II im Vergleich zur GFX 50S ist leistungsstark und von der Fuji X-T4 bekannt. Er passt von unten in den Griff der Kamera und lässt das Gehäuse klein, leicht und handlich daher kommen. Mit etwa der gleichen Betriebslaufzeit wie eine X-T4, hat er ausreichende Kapazität. Ich selbst gehe nicht ohne zwei oder drei Ersatzakkus auf ein Fotoshooting.

Tipp: Nehmen Sie drei Ersatzakkus in Ihrer Kameratasche mit.

Objektiv GF35-70mm F4.5-5.6 WR

Das Spritzwasser geschützte und Staub geschützte neue Kitobjektiv ist leicht, preiswert und ausgezeichnet scharf. Es zeigt keine Schwächen, lässt aber den Blendenring vermissen und beginnt bei F4.5 (35mm) bis F5.6 (70mm). Das Bokeh ist in Ordnung, kann aber keine großen unscharfen Kreise zeichnen, da die Anfangsblende nicht sehr offen ist. Das Zoomobjektiv hat eine wunderbare Naheinstellgrenze, die auch Makrofotos bis zum Maßstab von etwa 1:3.5 möglich. Mir waren die 35 mm Anfangsbrennweite ein bisschen zu viel für die Landschaftsfotografie. Hier hatte das GF32-64mm F/4 Objektiv einen Vorteil, weil es ein kleinbildäquivalentes Weitwinkel von 25mm statt 28mm liefert. Das GF35-70mm hingegen ist etwas universeller im Bereich Portrait einsetzbar. Das Zoom lässt sich komplett einfahren und wird dann klein und handlich.

Tipp: Für Makrofotos nutzen Sie einen Makrozwischenring (Link zu Amazon).

Bokeh GF35-70mm F4.5-5.6

Der Bokehvergleich zwischen dem GF35-70mm F4.5-5.6 und dem GF120mm F4 Makro offenbart die eingeschränkten Möglichkeiten des neuen Kitobjektivs bei allen positiven Eigenschaften:

Testfotos GFX 50S II mit GF35-70mm und GF120mm

Hinweis: Einige Aufnahmen (Landschaft / Medienhafen Düsseldorf) wurden vom Stativ fotografiert, da ich das Pixel-Shifting mit 16 Aufnahmen ausprobierte. Die entsprechenden Testfotos sind mit dem Hinweis versehen. Alle anderen Aufnahmen wurden aus der Hand belichtet. Hier hilft oft der IBIS der GFX 50S II.

Pixel Shifting GFX 50S II

Das Pixel Shifting mit den GFX-Kameras ist nur bei Stilleben oder Produktfotos eine Möglichkeit. Die folgende Aufnahmen wurde vom Stativ mit dem Pixel-Shifting erstellt und es zeigt sich deutlich, dass die Software Topaz Gigapixel AI aus einem der Bilder (x2) mehr herausholt, als das Pixel-Shifting mit der Fujifilm-Software. Mehr noch: Das DNG-Foto ist nach der Berechnung mit der Software nicht mehr auf andere Filmsimulationen umstellbar und wir erhalten mit der Topaz Gigapixel AI Software (große Empfehlung) keine Artefakte, können also auch bewegliche Motive vergrößern:

Test Fuji GFX 50S II Fokus-Stacking
Test GFX 50S II Fujifilm Fokus-Stacking: Das bessere Ergebnis erhalten Sie mit Topaz Gigapixel AI. Links Gigapixel, rechts Fokus-Stacking mit Fujifilm-Software.

Topaz-Software: Ich rate Ihnen ausdrücklich zu dem Erwerb von Gigapixel AI, oder des Bundles aus Gigapixel AI (Vergrößerung der Bilder), Sharpen AI (nur Schärfen) und Denoise AI (Rauschentfernung), da alle drei Programme weltklasse sind. Die Künstliche Intelligenz ist eine wirkliche Bereicherung für die drei Programme. Ich nutze alle drei und werde in Kürze einen Testbericht erstellen.

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Fazit Kamera Test GFX 50S II

Positive Kritik

Beginnen wir mit dem Positiven, was der Test GFX 50S II nach den Erfahrungen zeigt. Wir bekommen für wirklich kleines “Mittelformat-Geld” ein kompaktes, leichtes Gehäuse, mit einem ebenso überraschend leichten Zoomobjektiv. Auch das GF35-70mm ist ein leichtes, preiswertes Objektiv, dem leider der Blendenring fehlt. Dafür zeigt es einen guten Nahbereich. Außerdem ist es mit dem “WR”-Zusatz auch wetterbeständig.

Der IBIS der GFX 50S II ist kein Allheilmittel, macht aber bei vielen “stillen” Gelegenheiten bessere Fotos mit niedrigerer ISO. Immer wenn wir bewegte Motive vor der Kamera fotografieren, ist aber der IBIS kein Kaufargument. Als wir in der Zeche Zollverein fotografierten, zeigte der IBIS seinen Vorteil, denn das stabile Stativ für die GFX 50S konnten wir sparen.

Die programmierbaren Modi C1-C6 sind praktisch, das Schulterdisplay ist wirklich hübsch und praktisch für die Arbeit vom Stativ. Letztlich ist die Kamera mit dem Preis ein sensationell preiswerter Einstieg ins Mittelformat.

Überaus preiswerter Einstieg ins Mittelformat.

Kamera Test Fuji GFX 50S II und GF35-70mm F4.5-5.6 WR
Kamera Test GFX 50S II und Objektiv Test GF35-70mm F4.5-5.6 WR.

Negative Kritik

Der alte Sensor (kein BSI) hat kein Phasen-Autofokus und ist bei Dunkelheit nicht so zuverlässig oder schnell wie der Autofokus der GFX 100 oder GFX 100S. Mit dem Autofokus einer Canon EOS R5 ist er überhaupt nicht mehr zu vergleichen. Die Mittelformat-Kamera schießt nur 3 Bilder pro Sekunde. Der Zwischenpuffer der 50S II ist zu klein. Die Kamera lässt ein ausklappbares, drehbares Display vermissen.

Vielleicht der größte Fehler der Kamera ist der nicht klappbare oder schwenkbare Sucher (GFX 50S I) mangels Winkeladapter. Die Bedienung des PSAM-Wahlrades ist für eine entschleunigende Kamera keine so gute Lösung, wie das ISO-Wahlrad und Verschlusszeiten-Wahlrad der ersten Generation. Das PSAM-Wahlrad führt zu einer Doppelbelegung der Drehräder. Wenn eine solche Lösung präferiert wird, dann kann das Canon besser, weil es auf der Rückseite der Kamera ein drittes Drehrad für die Belichtungskorrektur bietet. Eine Kamera mit nur zwei Wahlrädern ist schlicht schlechter zu bedienen, das möchte ich Fujifilm unbedingt mitteilen!

Die Alleinstellungsmerkmale der GFX (Winkelsucher, ISO-/SS-Wahlräder wurden von Fujifilm völlig vergessen. Es gibt kaum einen Grund nicht die EOS R5 zu kaufen.

Die fehlende Wippe macht es nicht einfacher die 50S II zu bedienen und verringert die Anzahl der programmierbaren Tasten. Das Menü der Kamera benötigt dringend eine neue Gliederung, die auch korrekt ins Deutsche übersetzt wird. Das Pixel-Shifting ist kein Verkaufsargument, weil es ausschließlich bei Stilleben und Produktfotos fehlerfrei funktioniert. Produktfotos werden aber mit einer GFX 100(s) fotografiert. Uns selbst für die 100 MP Kamera gibt es eine wertvolle Alternative zum Pixel-Shifting.

Immer noch fehlt der Tier-Autofokus.

Bei allen negativen Punkten und meiner Kritik am Unternehmen, möchte ich nicht verbergen, dass die Kamera umwerfende Fotos schießt. Aber die Alleinstellungsmerkmale wegfallen zu lassen ist keine gute Idee. Mir kommt es so vor, als würde Fuji die Kamera über den Preis in den Markt drängen wollen. Dabei sind diejenigen, die Mittelformat kaufen, auch gerne bereit, mehr auszugeben, wenn es wirklich gut geworden ist. Das zeigte doch die Vorgängerkamera 50S! In meinen persönlichen Augen ist weder die 100, 100S noch die 50S II ideal. Ideal wäre eine 50S II und 100S mit Winkelsucher, gewohnten Wahlrädern auf den Schultern und ausklappbarem Display. Es fehlt der Tierautofokus und ein größerer RAM zum Zwischenspeichern.

GFX 50S II Vorteile und Nachteile

In dieser Tabellenübersicht finden Sie alle GFX 50S II Vorteile und Nachteile in einer Übersicht:

GFX 50S II Vorteile GFX 50S II Nachteile
+ Innovationen und Revolutionen für neue Mittelformat-Fotogenre (Reportage, Hochzeit, …) - Keine Kamera für Action, Sport und Wildlife
+ Freie Programmierbarkeit, viele belegbare Tasten und Touchdisplay mit Wischgesten - Fehlende Fujifilm-Einstellräder auf der Schulter der Kamera
- Fehlendes drittes Einstellrad (Daumenrad wie Canon)
+ Customfunktionen C1-C6 - Customfunktionen werden nicht mit Namen angezeigt
+ Hohe Auflösung, Farbtreue, Dynamik und subjektive Plastizität des Bildes - Fehlende Wippe mit Funktionstasten
+ IBIS erlaubt extrem lange Verschlusszeiten aus der Hand - Blitzsynchronzeit 1/125s (langsam)
+ Funktionen und Design der Anzeige des Schulterdisplays - Kein rotierendes und seitlich ausklappendes Display
+ Autofokus zuverlässig auch für Portrait (Gesicht / Auge) - Kein Phasen-Autofokus
- Kein Tierautofokus
+ Extrem niedriger Preis für eine MF-Kamera dieser Auflösung - Serienbildfunktion langsam, schlechter Bildpuffer
+ Exzellente Bildqualität - Kein moderner BSI-Sensor
+ Sucher steht nach hinten heraus - Fehlender Winkelsucher-Adapter
- Nicht mehr zeitgemäße Sucher-Wiederholfrequenz
+ Befestigung Kameragurt (besser gelöst als bei GFX 50S) - Pixel-Shifting erzeugt bei allen Bewegungen Artefakte
+ Kamera liegt hervorragend in kleinen, mittleren und großen Händen
+ Hervorragende Objektive verfügbar, die zur Bildqualität beitragen
+ Leichtes und preiswertes Kitobjektiv - Kein Blendenring am Kitobjektiv

GFX 50S II kaufen?

Würde ich die GFX 50S II kaufen? Jein, denn ich habe bereits die GFX 50S. Diplomatische Antwort: Ich würde die GFX 50S der ersten Generation jederzeit wieder kaufen. Als Einsteiger mit meinem Wissen um das GFX-Mittelformat, würde ich persönlich zum heutigen Zeitpunkt die Anschaffung einer gebrauchten GFX 50S oder EOS R5 mit entsprechend guten Objektiven überlegen. Leider hat die R5 auch keinen Winkelsucher; es existiert auch kein Winkelsucher für die Canon. Und genau deshalb kritisiere ich FF so heftig, denn sie haben dieses Alleinstellungsmerkmal aufgegeben. Das ist in meinen Augen ein Fehler bei der 50S II und 100S zu Gunsten der Handlichkeit und des Preises.

Bleiben als Unterschiede zu anderen CaNiSony-Kameras ein großer Sensor im 4:3 Format, welches dem 3:2 Vollformat auch im Aufnahmeformat überlegen ist. Die Fuji Filmsimulationen, das Fokus-Bracketing, die Anzeige der Schärfentiefe und die Plastizität der Aufnahmen sprechen für die GFX. Deshalb kann ich den Kauf der GFX 50SII für Einsteiger ins Mittelformat empfehlen.

Ich hoffe Sie schätzen meine ehrliche Meinung zur Kamera. Ich bin kein Hochglanzmagazin, was für den Test die Hand für Anzeigen aufhält. Meine Arbeit (80 Stunden inkl. Video) ist unabhängig. Bitte gehen Sie beim Kauf über die Links, sonst kann ich solch eine unabhängige Arbeit in Zukunft nicht für Sie erledigen.

Die GFX 50S II ist eine hervorragende Kamera. Es fehlt der Winkelsucher. Punkt.

Vorschläge an Fujifilm

  • Drei Wahlräder an der Kamera plus Blendenring am Objektiv.
  • Überarbeitung des Menüs. Deutsche Begriffe korrigieren.
  • Blenden-Bracketing.
  • Pixel-Shift-Software mit Geistervermeidung (keine Artefakte).
  • C1-C6 Namen beim Umschalten anzeigen.
  • Tierautofokus.
  • Größerer Fotopuffer bei Serienaufnahmen.

Kamera Vergleich

EOS R5 versus GFX 50S II

Ich persönlich wüsste nicht, ob ich die GFX 50S II einer Canon EOS R5 vorziehen würde. Die R5 ist universeller nutzbar, kann auch für Sport, Action, Wildlife genutzt werden. Außerdem ist der Autofokus nicht vergleichbar und bei Canon weit vorne. Insgesamt scheint die 50S II im Vergleich mit der R5 eine neue Antiquität zu sein. Der riesige Vorteil der Mittelformatkamera sind die unschlagbar guten Fujifilm GFX-Objektive und die Plastizität der Aufnahmen (großer Sensor), die Schärfentiefenvorschau (sowohl im Sucher beim Drücken des Auslösers, als auch per Balken). Das Gewicht beider Kameras ist vergleichbar, der Preis von Canon ist zumindest mit dem 24-105mm Zoomobjektiv fast tausend Euro höher. Das wiederum ist eine Sensation, die für Fujifilm spricht.

Die EOS R5 hat drei Wahlräder (Daumenrad auf der Rückseite) und ist damit besser bedienbar als die 50S II. Mit der Auflösung von 45 Megapixeln, der enormen Serienbildgeschwindigkeit, Versatilität für fast alle Foto-Genre, ist sie klar die bessere Kamera für viele Zwecke. Die GFX 50S II kommt hingegen für Fotografen in Frage, die die Plastizität des größeren Sensors, Filmsimulationen und Objektive von Fuji schätzen. Auch für Landschaftsfotografen ist die GFX 50S II wegen der Hyperfokalanzeige die bessere Wahl. Die Bildqualität der GFX 50S (II) liegt noch einen Hauch for der R5, wie der Vergleich zeigt:

GFX 50S II versus GFX 100S

Die GFX 100S ist “nur” zweitausend Euro teurer und bietet neben der doppelten Auflösung auch eine höhere Leistung in Sachen Sucher, Autofokus und Serienbildgeschwindigkeit. Der Kauf der GFX 50S II wird damit nicht einfacher. Allerdings sind mir persönlich die großen Datenmengen der 100S oft zu viel Ballast.

Tipp: Sie können auf die Idee kommen, die eingesparten 2K im Vergleich zur 100S in Objektive zu investieren.

GFX 50S versus GFX 50S II

Für Besitzer der GFX 50S (erste Generation) werden kaum Anreize zum Kauf der zweiten Generation geboten. Selbstverständlich ist der Preis der GFX 50S MK II eine Sensation, auch im Vergleich zum ursprünglichen Preis der älteren Kamera.

Das Bedienkonzept der 50S ist allerdings überzeugender. Ist der IBIS und der weiche mechanische Verschluss also ein Upgrade wert? Nur wenn wir auf große Tour gehen und ein Stativ einsparen möchten, für das es aber noch andere Gründe gibt, als die niedrigere ISO bei Stillleben (bewussteres Gestalten). Ich behaupte für 50S (MK I) Besitzer wird KEIN wirksamer Anreiz zum Upgrade geboten.

Vergleich GFX 50S versus GFX 50S II
Vergleich GFX 50S versus GFX 50S II.

Die ideale GFX-Kamera

Derzeit erscheint mir Fuji auf dem falschen Weg zu sein. Die Bedienung mit Hilfe von PSAM ist schön und gut, aber es fehlt das dritte Wahlrad (Daumenrad) für die Belichtungskorrektur. Das Umschalten am vorderen oder hinteren Wahlrad macht das fehlende dritte Wahlrad nicht wett. Ein fehlender Blendenring ist keine Lösung. Damit geht Fuji einen Weg, der deutlich vom erfolgreichen bisherigen Weg abweicht.

Die GFX 100 hat zwar einen optionalen Winkelsucher, ist aber klobig. Die GFX 100S und 50S II bieten weder den optionalen Winkelsucher, noch eine gewohnte Bedienung, die mich bei der 50S überzeugte. Der IBIS und der Preis der 50S Mk II kann alle diese Mängel nicht aufwiegen. Für mich sind viele Fragen an den japanischen Hersteller offen:

  • Wird es eine GFX 50R II mit IBIS geben?
  • Wann kommt wieder eine GFX mit den ISO-/SS-Wahlrädern auf den Schultern?
    Anders gefragt: Kommt jetzt Mittelformat ausschließlich mit PSAM?
  • Warum weicht das Unternehmen vom erfolgreichen Winkelsucher ab?
  • Wann kommt endlich der Tiefautofokus?

Fuji wird diese Fragen für sich und – viel wichtiger – für uns Fotografen beantworten müssen. Ich persönlich befürchte, dass auch die X-H2 mit 40 Megapixeln wieder mit der PSAM-Bedienung daher kommen wird und wir uns daran in Zukunft gewöhnen müssen.

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Kamera Test GFX 50S II Fujifilm


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Peter Roskothen

Peter Roskothen
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