Bild der Woche

Jules et Jim

Jules et Jim

Da Bild habe ich im Sommer 1988 bei Freunden in Südfrankreich aufgenommen.

Zenza Bronica ETRsi, Zenzanon 75mm f:2.8 auf Ilford HP5 belichtet. Blende und Belichtungszeit weiss ich leider nicht mehr.

Ich habe das Bild auf ORWO Barytpapier belichtet. Scan und mit Photoshop bearbeitet.

Foto: Poet Laval

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Bild der Woche (Wahl der Redaktion)

Die *fotowissen Redaktion veröffentlicht das Bild der Woche, welches Leser zur Publikation eingesandt haben. Nicht alle eingesandten Fotos werden veröffentlicht. Wir publizieren grundsätzlich besondere Fotos, die herausstechen. Die einsendenden Fotografen werden gebeten, die Kommentare unter ihren Fotos zu lesen und zu kommentieren, da sich viele Leser große Mühe mit einer konstruktiven Rezension machen.

11 Kommentare

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    • Danke Volker, das ist ein schönes Kompliment. Mir ist leider das Negativ abhanden gekommen, ein Hochwasser in Südfrankreich hat einen Teil meiner früheren Arbeiten vernichtet. Zum Glück hatte ich noch einen Abzug der sich zum Scannen eignet. Es ist eine meiner Lieblingsaufnahmen.
      Gruß Michael

  • Es ist überwältigend schön!
    Diesem ersten Eindruck folgend habe ich mich aufgemacht, die Gründe dieses Eindrucks zu enträtseln. Klassische Bildaufteilungen lassen sich mir keine finden, vielleicht ist es auch gerade das. Eigentlich hat das Foto auch keinen in die Tiefe reichenden Hintergrund.
    Der große, dominante Laubbaum, der sich mit den fast schon winzig erscheinenden Kindern die vordere Bildmitte teilt, der alte Handkarren, links der Holzstapel, und das alles spielt sich ab vor der diffusen, mächtigen Kulisse von Bäumen, Sträuchern, und einem Fetzen Himmel. Dann ist da auch noch eine 3. Person. Dass sie im Titel unbenannt bleibt, macht´ s für mich doppelt spannend!

    Freundliche Grüße, Dirk

    • Moin Dirk,
      zuerst einmal Danke für Deine differenzierte Kritik. Was auf dem Bild nicht zu erkennen ist,es war ein Schnappschuss. Ich hatte keine Zeit für lange Überlegungen. Ich war auf eine Geburtstagsfeier in der Provence eingeladen, gut 100 Gäste, rund 30 Kinder. Ich kam gerade an und sah diese Scene. Da hab ich schnell scharf gestellt und abgedrückt. Es war für mich ein Bild, wie zur Jahrhundertwende, das macht eigentlich die Stimmung aus. Wäre noch ein Kind mehr in die Scene getreten, wäre wahrscheinlich die Stimmung nicht mehr so intensiv. Bei Truffeauts Film handelt es sich ja um eine Dreiecksgeschichte. Der Junge links, etwas abgewandt erhöht die Spannung, die Das Mädchen und der Junge an der Schaukel erzeugen. Bei dem Handkarren handelt es sich um eine Charette bleue, diese Pferdekarren wurden früher in der Landwirtschaft häufig genutzt und sind heute sehr selten geworden. Sie sind in einer für die Provence typischen blauen Farbe gestrichen.
      Herzliche Grüße, Michael

      • Hallo Michael,
        nur kurz noch zur Verdeutlichung: Ich bin voll des Lobes, “Kritik” meint eher Begeisterung ;-)
        Die Umstände (Schnappschuss, etc…) sind keine Kriterien, die über Qualität entscheiden. Es ist vielmehr das geschulte Auge, die Erfahrung, und wohl immer auch ein bisschen Glück…
        Und ich muss gestehen, den Film nicht zu kennen, daher fehlt mir wohl ein bedeutender Teil Kenntnis zur sicherlich gelungenen Namensgebung.

  • Was war das für eine tolle Zeit, die 70er, 80er Jahre! Und was für eine schöne Sommer-Erinnerung in typischem HP5-Korn, ich höre förmlich die Zikaden… Ich glaube ja dass so etwas authentisches eigentlich nur analog funktioniert. Auch wenn das Negativ untergegangen ist (schade): Es “deckte” eben den “Scheck” dieses Momentes der Kinder im Garten. Ein wunderbares Bild!
    Und obwohl ich Bildtitel sonst nicht mag: Truffauts “Jules et Jim” passt hier wirklich gut!
    Danke fürs zeigen!
    Gruß, Burkhard

    • Ja Burkhard, Du trifft es auf den Punkt. Die Provence der Gefühle liess sich eigentlich nur analog transportieren. Ich habe 16 Jahre dort gelebt und wenn ich meine frühen analogen Bilder mit den später digital erzeugten vergleiche, fehlt mir oft die Seele im Bild. Selbst meine Fujis mit den verschiedenen analogen Filmsimulationen können einen solchen Zauber nicht erzeugen, Auch der analoge Barytabzug ist mit heutiger digitaler Technik nur unzureichend realisierbar.
      Danke und herzliche Grüße Michael

  • Die Dreiecksgeschichte hast Du gut gesehen, Poet Laval. Die Zahl Drei ist eine besondere in der Fotografie. Sehr wichtig.

    Wie schön, dass die dunklen Bereiche einfach mal schwarz sind. Das geht doch auch, wie wir hier eindrucksvoll sehen. Heute überlegt sich jeder Bildbearbeiter, ob er die Tiefen anhebt, noch Zeichnung rein bekommen möchte. Früher war das so wie in dem tollen Foto und fertig. Einfach klasse! Ich stimme zu: Nur analog ist das so möglich. Zurück zu Analog?! Aber wenn, dann im Mittelformat, das ist für mich klar. Ein guter Scanner oder wir fotografieren das Negativ ab? Oder alles wieder analog ausbelichten. Hier hat sich der ganze Prozess sehr gelohnt. Mein Kompliment Poet!

    Wir können übrigens noch viel mehr lernen aus der Geschichte dieses Negativs. Dass wir unsere schönsten Fotos drucken müssen. Deshalb hatte ich den Bericht über den Canon PRO-300 geschrieben. Der Drucker steht nur stellvertretend für alle möglichen Tintenstrahler dieser Welt, die gute Qualität ausgeben…

    Danke für das Foto und danke für Eure konstruktive Betrachtung des Fotos.

    • Ich danke Dir Peter,
      zum ersten für Dein Engagement, das Herzblut. Ohne solch Engagement würden solche Internetperlen nicht existieren. Zum zweiten danke ich für die Möglichkeit mich hier zu präsentieren. Die Kommentare hier sind differenziert, konstruktiv und heben sich wohltuend von den vielen Nichts sagenden Kommentaren der meisten Communities ab.
      Zurück zu analog?! Das ist inzwischen für mich eine Kosten- und Platzfrage geworden. Ich bin 72 und muss mich mit einer bescheidenen Rente durchs Leben schlagen. Ein eigenes Labor, und ich gebe dir Recht, nur im Mittelformat, und die Kosten für Filme, Chemie und Papier kann ich heute nicht mehr stemmen. Für Ausstellungen und Verkäufe lasse ich meine Bilder auf Hahnemühle vom Profi drucken. Der Canon PRO-300, ein Traum, den ich leider nicht realisieren kann. Meine Fujis vsersüssen mir das Rentnerdasein und ein paar Pläne hebe ich mir für das nächste Leben auf.
      Weiterhin gut Licht und herzliche Grüße
      Michael

  • Lieber Poet Laval, ich möchte mich ganz herzlich für dieses wundervolle Stimmungsbild bedanken. Es zog mich beim ersten Anblick sofort hinein in die besondere Magie des Bildes. Für mich sehr stimmig, harmonisch und bereichernd. Ich werde es mir immer wieder ansehen. Liebe Grüße Ingrid

    • Liebe Ingrid, was kann es für ein schöneres Kompliment geben? Wenn Bilder Herzen berühren, dann war Alles richtig.
      Vielen Dank und herzliche Grüße
      Michael