Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Italiener fotografieren nicht – uncool

Seit dem letzten Urlaub in Norditalien weiß ich es: Die Italiener fotografieren nicht. Warum und wie das fotografische Verhalten des Italieners ist, lesen Sie in diesem coolen Exklusivbericht.

Die Italiener fotografieren nicht – uncool

Der Italiener ist ein cooler Mann. Ist er lässig drauf, so flaniert er die Straße herunter und sieht dabei immer ernst nach vorne. Wenn er nicht so lässig ist, dann sieht er noch mehr aus wie ein Geschäftsmann, denn er stolziert die Straße herunter. Was es sicher nicht gibt, ist den Italiener, der hüpft, läuft oder gar torkelt. Das wäre uncool.

Meist hat er beim Flanieren oder Stolzieren eine extrem dunkle Sonnenbrille auf, um seine schönen Augen zu verbergen. Sonnenbrillen wurden für den Italiener erfunden. In Italien oder irgendwo anders, geht der Italiener nicht ohne Sonnenbrille. Noch weniger sieht man Italienerinnen ohne Sonnenbrille. Bei den italienischen Damen sind die Sonnenbrillen in der Regel riesig. Es ist auch für die Italienerin wichtig, sehr cool auszusehen.

Tipp 1: Bemühen Sie sich nicht, die Italiener anzulächeln. Sehr uncool!

Lächeln auf der Straße ist extrem verdächtig und uncool. Lächeln Sie einen Italiener an, so ist ihm sofort klar, dass Sie ein Ausländer sind. Das ist ungefähr das Schlimmste, was Ihnen in Italien passieren kann (weil uncool). Ganz schlecht ist es auch, nicht artgerecht gekleidet daher zu kommen. Jeans oder Cargohosen, Rucksack oder fehlende Sonnenbrille: sofort ist klar Sie sind ein Ausländer.

Bitte keine Kamera!

Noch schlimmer ist es, wenn Sie eine Kamera mit sich führen. Sofort ist klar: Sie sind kein Italiener. Eventuell werden Sie sogar als Deutscher erkannt, das ist besonders schlimm. Warum? Ganz einfach: Uncool!

Der gemeine Italiener ist cool. Der Mann ist ein Beau, ein Hübscher. Ausrutschen auf der Straße, Zahnpasta am Anzug, ohne Sonnenbrille aus dem Haus, die Haare sitzen nicht richtig? Dann ist der Tag gelaufen. Das bedeutet in Italien das sichere und endgültige Aus.

Bars und Espresso

Was der Italiener gerne mag sind Bars. Das ist nicht zu verwechseln mit deutschen Bars. Eine Bar ist hier eine Art Café, aber nicht so uncool wie in Deutschland. In einer italienischen Bar stehen jede Menge Italiener und eine Machina. Das ist eine italienische Siebträger-Espresso-Maschine, die mindestens vier Siebträger hat und wie eine Disco beleuchtet ist. Wenn die Machina nicht vier Siebträger hat: Uncool.

Dass die Machina immer an ist und im Grunde ganz Italien schon wegen der Bars immer drei Atomkraftwerke am Laufen hat, das ist nicht wichtig. Espresso ist wichtig.

Wichtig ist es dem Italiener an jeder Bar einen Boxenstop einzulegen, zu grüßen, und vor allem mindestens 10 Minuten zu reden. Parlare, parlare, parlare. Da kommt nicht viel an Inhalten bei raus, sondern es geht darum, den Sozialstatus zu halten und mit Würde in die Bar hineinzugehen und wieder herauszukommen. Nach der Bar ist vor der Bar. Der Italiener nimmt auf dem Weg nach Hause sicherlich drei Boxenstopps in Kauf. Immer mit Sozialkontakt und EUR 1,20 für den Espresso.

Frühstück in einer italienischen Bar - Italiener fotografieren nicht - uncool

Frühstück in einer italienischen Bar – Italiener fotografieren nicht – uncool

Wenn Sie in einer Bar als Ausländer (uncool) auffallen möchten, dann trinken Sie Ihren Espresso mal mit vielen kleinen Schlückchen. Ist ja schließlich caldo. Der Italiener merkt das sofort. Er trinkt den Espresso folgender Maßen: Ein Schlücken zum Probieren, dann in einem Abstand von etwa 10 Sekunden den Rest in einem Zug. Es gibt überhaupt keine Kompromisse dazu.

Tipp 2: bestellen Sie nie einen Latte Macchiato. Schon die italienischen Babys nehmen mit der Mutttermilch mehr Kaffee zu sich und Sie fallen auf als Ausländer!

Der Espressopreis (EUR 1,20) ist in Italia festgelegt, zumindest wenn Sie wie die Italiener den Espresso im Stehen zu sich nehmen. Dabei müssen Sie aber in jedem Falle sehr cool aussehen. Anzug und gute Haltung sind selbstverständlich.

Cool zu sein, ist in Italien auch einer der Gründe, warum Sie niemals, und ich meine niemals (!) einen Italiener sehen werden, der eine Kamera mit sich führt. Das geht gar nicht. Man könnte im Sozialstatus sofort sinken und für einen Ausländer gehalten werden: sehr uncool!

Wann die Italiener fotografieren ist nicht erforscht. In Italien scheint es keine Fotografen zu geben, wäre uncool. Die scheinen in ganz Italien Fotoapparate aus Glas zu haben, oder so.

Interessant ist, wenn Sie einen Italiener nach Fotos seiner Bambini fragen. Dann können Sie auch mal einen Italiener freundlich erleben. Sofort geht ein Lächeln durch sein Gesicht und er zückt das Handy. Dann zeigt er Ihnen mit lässigen Wischbewegungen (sehr wichtig!) die Fotos der Bambini. Immer mit viel Parlare. Wären noch mehr Hände frei, dann würde er auch noch beim Fotos durchsuchen elegant gestikulieren. Das gehört nämlich dazu und ist – Cool!

Mir ist nie klar geworden, wie der Italiener fotografiert. Wie er seine Kinder fotografiert. Man sieht nie einen Italiener fotografieren – ist total uncool. Man muss Prioritäten setzen. Wichtig sind in Italien, Parlare, Espresso, Essen, Wein und zuallerallererst das Handy. Ob es in Italien Smartphone heißt ist unbekannt. Aber es wurde mit Sicherheit in Italien erfunden.

Poste und Telefonia

Es gibt nämlich zwei Institutionen in Italien, die nie funktionierten. Das eine ist die Poste (die nie funktionierte – nie kam jemals eine Postkarte oder ein Brief in Italien an) und das andere sind die Festnetztelefone (war extrem teuer und hat nie funktioniert). Aufgeblüht ist der Italiener und die Italienerin erst im 20. Jahrhundert nach Christi, nach der Erfindung des Handys. Es gibt in dem Land so viele Telefonläden für Mobiltelefone wie Bars. Jeder hat in Italien mindestens zwei Telefonverträge und mehrere Handies. Damen haben natürlich besonders schicke Handies in verschiedenen coolen Farbtönen.

Wichtig ist beim Gehen zur nächsten Bar unbedingt der Sozialkontakt. Der wird gehalten durch das coole Tragen des Mobiltelefons in schicker Farbe flach und waagerecht vor dem Gesicht. Oder aber ganz lässig mit total schiefem Kopf zwischen Schulter und Ohr. Das aber nur, um sich mit der anderen Hand eine Zigarette anzuzünden. Rauchen ist nämlich – Sie ahnen es bereits – cool! Telefonieren ist: obercool. Wer nicht telefoniert hat mit Sicherheit keine Freunde und ist im Sozialstatus ganz weit unten.

In Italia wird immer telefoniert. Auf jedem Weg und auf jeder Strecke zur nächsten Bar. Auch im Auto natürlich. Es kann dabei schon mal sein, dass die Fahrerin mit der anderen Hand eine Wischbewegung durch die Haare macht, um wieder etwas durch die Sonnenbrille zu sehen. Dann ist das Lenkrad für einen kurzen Moment unbeaufsichtigt, aber das ist nicht schlimm, denn es ist – cool! Mit überhöhter Geschwindigkeit und Handy durch die Ortschaften zu fahren ist ein besonderer Sport der Italiener. Wichtig dabei: sich nicht erwischen lassen, denn das wäre total uncool.

Und immer ist der zu schnelle Italiener ein bisschen bremsbereit am Zebrastreifen, denn da könnte einer mit Rucksack oder Kamera rüber gehen: sehr uncool = ein Ausländer.

Es gibt allerdings in Italien noch eine Steigerung von cool, das sind Carabinieri. Es gibt überhaupt keine Carabinieri ohne Sonnenbrille, ohne Hut und ohne schwarze Stiefel. Vor allem nicht ohne Alfa Romeo. Wer von diesen Typen, die dank der Kleidung und einer sehr würdevollen Haltung alle gleich aussehen, angehalten wird, der wird sicher die coolste Begegnung seines Lebens haben und zahlen dürfen. Und bitte keine Diskussion, außer Sie sind Italiener, haben eine Sonnenbrille auf, das Handy am Ohr und sind sehr wichtig.

Sollte es mal vorkommen, was sehr unwahrscheinlich ist, dass es in Italien regnet, dann ziehen Sie um Gottes Willen nicht Ihren Parka an. Oder ziehen die Parka-Kaputze auf. Uncool! Sie müssen in Italien als Mann eine besonders schöne Umhängetasche mit sich führen und einen kleinen Klappschirm mit sich führen. Das Haar zu verdecken ist unschicklich. Das geht gar nicht. Wer etwas auf sich hält, der hat einen Schirm in der Hand, Sonnenbrille auf, Handy am Ohr und flaniert durch den Regen.

Wichtig dabei: der nächste Boxenstop zum Espresso muss eingehalten werden.

P.S.: Wer jetzt behauptet der Italiener fotografiere auch, der möge mir bitte ein Beweisfoto senden. Ich werde es veröffentlichen und es keinem Italiener verraten. Psssst, ist uncool.

In eigener Sache – Fotokurs nicht nur für Italiener

Fototrainer Peter Roskothen ist Fotograf und Fotojournalist

Wer gerne einen Fotokurs bei mir nehmen möchte, und dabei cool aussehen möchte, der ist herzlich eingeladen. Das besondere Angebot gilt nicht nur für Italiener, sondern auch für Tedeschi, die individuell und obercool lernen möchten:

Fotoschulung Fotografieren lernen

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Italiener fotografieren nicht – uncool

Peter Roskothen

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fotojournalist sowie Fototrainer und schreibe auf *fotowissen für andere Foto-Amateure und ambitionierte Fotografen. Die digitale Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design. Bei Google Plus finden Sie mich unter Google+

Teile diesen Artikel auf

Ihre Meinung interessiert uns

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.