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Ist das Mittelformat besser?

Ist das Mittelformat besser? Das Mittelformat der Fotografie Analog und Digital

Ist das Mittelformat besser? Kurze Antwort: Jein. Ich habe das Thema untersucht und dabei erstaunliches festgestellt. Die Mittelformat Fotografie analog oder digital ist sicher nicht der reguläre Einstieg für FotografInnen. Viele von uns steigen ein mit einer APS-C-Kamera, Mikro-Four-Thirds / MFT-Kamera oder Kleinbildkamera, die sich heute Vollformatkamera nennt. Wie auch immer, denken wir mit zunehmendem Enthusiasmus im Leben auch über das Mittelformat (kurz: MF) nach. Das gibt es nach wie vor analog, aber auch digital. Alles Lesenswerte über die mittleren Formate:

Das Mittelformat der Fotografie Analog und Digital

Was macht eigentlich das Mittelformat der Fotografie interessant? Wir wissen, dass schon Vollformatkameras bis zu 60 Megapixel liefern, was also soll eine Mittelformatkamera besser können? Was ist überhaupt MF? Dazu schauen wir in der Historie erst einmal das analoge Mittel-Format an:

120er Rollfilm und Mittelformate

Der 120er Rollfilm ist die Grundlage für verschiedenste Kameras der Mittelformat Fotografie. Den meisten FotografInnen wird sofort das quadratische 6×6 Format in den Sinn kommen, welches in der Rolleicord / Rolleiflex ab 1929 Geschichte schrieb. Dasselbe Format wurde auch in der legendären Hasselblad 500er-Serie ab dem Jahr 1948 verwendet. Das Negativ war in Wahrheit etwa 56 x 56 mm groß und hatte eine 3,7-fach größere Fläche als ein Kleinbildnegativ (24 x 36 mm).

Analoge Mittelformate 4.5x6, 6x6, 6x7, 6x8, 6x9 im Vergleich zum Kleinbild und Großbild. Vergleich analoges und digitales Mittelformat.

Grafik oben: Analoge Mittelformate 4.5 x 6, 6 x 6, 6 x 7, 6 x 8, 6 x 9 im Vergleich zum Kleinbild und Großbild. Vergleich analoges und digitales Mittelformat.

In der Geschichte der Mittelformat Fotografie folgten das analoge MF mit 4.5 x 6 (42 x 56 mm), 6 x 7 (56 x 70 mm), 6 x 8 (56 x 80 mm) und 6 x 9 (56 x 90 mm), sowie Panoramakameras mit 6 x 17 (56 x 170 mm). Im Vergleich zum Kleinbild (24 x 36 mm) ist das Mittelformat eine Größe, die gut auch für Ausstellungen oder Printmedien wie Magazinen herhalten kann. Dabei gibt es einige Auffälligkeiten der unterschiedlichen Formate:

  • 6 x 7 hat eine 25 Prozent größere Fläche als 6 x 6.
  • 6 x 7 hat ein rechteckiges 4:5-Format.
  • 6 x 9 hat die doppelte Größe wie 4.5 x 6.

Mehr Informationen zum 120er Rollfilm (Mittelformat Film) finden Sie in diesem Artikel:

Mittelformat Analog und Digital

Foto oben: Mittelformat Analog und Digital – Links Mamiya 67 (6 x 7), Rechts GFX 50S (6 x 7 eingestellt).

Mittelformatkameras

In der analogen Mittelformat Fotografie haben wir auch heute noch die Auswahl aus berühmten Kameramarken wie:

  • Bronica
  • Fujifilm
  • Hasselblad
  • Mamiya
  • Pentax
  • Rolleiflex / Rolleicord
  • Widelux

Dabei entstanden mit der Zeit die unterschiedlichsten Fotoapparate. Es wurden Sucherkameras, zweiäugige- und einäugige-Spiegelreflexkameras, Panoramakameras sowie Fachkameras für das MF hergestellt.

In der digitalen Mittelformat Fotografie sind vor allem fünf Kameramarken bekannt:

  • Fujifilm
  • Hasselblad
  • Leica
  • PhaseOne
  • Pentax

Die digitalen Mittelformat-Kameras haben in der Regel keinen so großen Sensor wie die Filmformate der analogen Mittelformate. Eine Fujifilm GFX-Kamera hat ein Sensorformat von 33 x 44 mm (Aufnahmeformat 3:4). Der größte Sensor wird in der PhaseOne verbaut und misst 40 x 54 mm (Aufnahmeformat 3:4) und kommt dem kleinsten analogen Mittelformatnegativ nahe (4.5 x 6, 42 x 56 mm).

Auflösung MF Analog versus Digital

Dennoch ist das digitale Mittelformat dem analogen Mittelformat im Hinblick auf Auflösung und Korn oder Rauschen voraus. Ein Mittelformatfilm kann mit einem hervorragenden Trommelscanner bis zu etwa 50 Megapixeln Auflösung* bringen. Das digitale MF ist mit 50 bis 150 Megapixeln-Auflösung dem analogen Film überlegen. Auch der Vorteil der änderbaren ISO-Empfindlichkeit pro Fotografie steht dem Rollfilm gegenüber. Da wären noch andere Unterscheidungsmerkamale, wie die sofortige digitale Verfügbarkeit, Kontrolle und Korrektur, fehlende Film-, Entwicklungs- und Scan-Kosten, Autofokus, Histogramm und viele mehr.

*Quelle: Photoscala

Vergleich Mittelformat, Vollformat und APS-C Sensoren

Foto oben: Optischer Vergleich Mittelformat-Sensor, Vollformat-Sensor und APS-C-Sensor.

Mittelformatkameras GFX 100S und Rolleiflex

Foto oben: Mittelformat Digitalkamera GFX 100S (digitale Mittelformatkamera) und Rolleiflex (analoge Mittelformat Kamera).

Darum ist Mittelformat interessant

Das MF ist wegen der hohen Auflösung und Schärfe zur Verwendung für große Abzüge interessant für uns FotografInnen. Reden wir über die analogen Filme, dann muss ein analoges Kleinbild-Negativ für einen DIN-A4-Abzug etwa 10-fach vergrößert werden, während ein 6×6 MF-Negativ eine 5-fache Vergrößerung benötigt.

Ab einer bestimmten Vergrößerung werden Abzüge sichtbar unschärfer. Größere Negative sind damit ein Garant das Hängen von Postern. Ähnlich verhält es sich mit dem digitalen MF, in dem größere Poster möglich sind, als bei Kameras mit kleineren Auflösungen. Allerdings ist Auflösung und Schärfe nicht alles, was das MF ausmacht:

Mit der größeren digitalen Sensorfläche werden auch andere Pixelgrößen auf den Sensoren möglich. Farben werden besser wiedergegeben, die Dynamik der Kamera erhöht sich. Ich persönlich sehe auch eine größere Plastizität in einer MF-Aufnahme (nicht immer, aber häufig).

*fotowissen-Hinweis: Voraussetzung für eine gute Bildqualität sind auch die Objektive, die wir beim Mittelformat erwerben. Ein Kamerasystem ist immer nur so gut, wie die Optiken es hergeben.

Tipp: Dies ist einer der besten Monitore für die Bildbearbeitung. Ich nutze den Bildschirm für meine Fotokurse und alle Teilnehmer sind begeistert von der Größe, von den Funktionen, der Farbechtheit und der Kalibrierung ab Werk (Testbericht):

Nicht jeder sieht die größere Plastizität der Mittelformat Fotografie analog oder digital, aber wenn Sie Ihr Leben lang Fotos aus MF-Kameras betrachten, dann erkennen Sie die besondere Anmutung der größeren Negative oder digitaler Aufnahmen leichter. Leider kann ich Ihnen diese Plastizität nicht auf der Webseite zeigen, aber wenn ich Ihnen einen großen Abzug live zeigen dürfte, dann würden Sie den Unterschied sehen.

Fotografiert mit einer analogen Pentax 6x7 bei F4.

Foto oben: Unglaubliches Bokeh bei F4 – Foto einer analogen Pentax 67 mit 130 mm F4 Makroobjektiv. Die Tiefe der Aufnahme zeigt sich am besten in einem Poster. 

Die digitalen MF-Aufnahmen zeigen eine hohe Auflösung. Eine GFX 50S (II) hat 50 Megapixel, eine GFX 100 (S) bietet 100 Megapixel. PhaseOne Kameras bieten eine extreme Auflösung bis zu 150 Megapixeln. Ehrlicherweise ist eine hohe Auflösung nicht per se ein Vorteil, hilft aber bei größeren Postern oder Ausschnitten. Die hohe Auflösung kann auch eine Bürde sein, denn wir benötigen große Speichermedien und schnelle Rechner, die teuer sind.

Analoge und digitale Mittelformatkameras 230223-5025-1200p
Analoge und digitale Mittelformatkameras

Foto-Formate Mittelformat Fotografie digital und analog

Fujifilm GFX Menü Aufnahmeformate
Fujifilm GFX Menü Aufnahmeformate.

Anders ist im digitalen MF nicht nur der größere Sensor, sondern auch das 3:4-Fotoformat der Kameras. Fujifilm etwa erlaubt verschiedenste Foto-Formate in den Kameraeinstellungen: 1:1, 4:5, 6:7, 65:24 und mehr. Damit sind auch Panoramafotos in einer einzigen Aufnahme möglich. Nicht zu vergessen ist die hohe Dynamik der Sensoren, die zwischen 14 und 15 Ev bieten und die HDR-Fotografie nahezu obsolet erscheinen lassen.

Auch das analoge MF in 1 x 1 / 6 x 6 (Rollei, Hasselblad, Bronica), 6 x 7 (Pentax, Mamiya), 6 x 8, 6 x 9, 6 x 17 ist attraktiv. Manche Fotografen mögen schließlich nach Jahren der analogen Fotografie nicht mehr das 2:3 Format digitaler Kameras. Oder sie wurden vom 2:3 Format nie überzeugt. Das berühmte Korn von Filmen hoher ASA ist in der analogen Mittelformat Fotografie wesentlich unauffälliger als im Kleinbild. Die Anmutung von Schwarzweiß-Filmen und Farbfilmen ist eine andere, als die Fotografien digitaler Kameras. Die Fotos erscheinen nicht so clean und perfekt wie im Digitalen. Das alles können Vorteile zugunsten des analogen MF sein.

Analog fotografieren mit Hasselblad 503 CX

Foto oben: Erntemaschine für Kohl. Analog fotografiert mit Hasselblad 503 CX (6×6) und Portra 800 (800 ASA). Die Farben und das Korn des analogen Films sind höchstens mit einer Software wie DxO Filmpack digital simulierbar.

Denkfehler Mittelformat Fotografie

Das MF macht per se keine besseren Fotos als die kleineren Sensorkameras oder das analoge Kleinbild. Es ist eine andere Art der Fotografie, die mit einer höheren Auflösung, Dynamikumfang und einer Plastizität im Foto belohnt wird, wenn der Mensch hinter der Kamera fotografieren kann. Die Fotografin, der Fotograf müssen immer noch das Foto gestalten und sogar dem mittleren Fotoformat gerecht werden. Ich selbst stelle einen Unterschied fest im Gewicht und in der Beweglichkeit, denn mit der Fujifilm GFX 50S fotografiere ich meist gerne vom Stativ. Das schränkt erheblich den Bewegungsapparat ein und ist selten so flexibel wie eine kleine APS-C-Kamera, etwa eine X-T4.

Schauen wir uns aber die MF-Dateien am Monitor an und zoomen herein, so werden wir schnell der Leistung dieser größeren Sensoren gewahr. Mit diesen Kameras zu arbeiten macht Freude und ist bei Postern ab 90 cm auch hochauflösender.

Unterschied MF Brennweite

Im Unterschied zu APS-C, MFT und Vollformat arbeiten wir in der Mittelformat Fotografie mit längeren Brennweiten. Ein 85 mm Portraitobjektiv im Vollformat ist an einer analogen Pentax-6×7-Kamera ein 165 mm Objektiv, an einer Fuji-GFX sind es etwa 110 mm Brennweite. Das bedeutet generell weniger Schärfentiefe und ein höheres Potenzial zum Freistellen. Schauen wir uns die analogen Gartenfotos vom berühmten britischen Fotografen Clive Nichols an, so stellen wir fest, dass er schon zu analogen Mittelformatzeiten mit Blenden bis F32* arbeitete, um eine höchstmögliche Schärfentiefe zu bekommen. 

*Bevor nun wieder einige (nicht alle) Leica-Spezialisten auf die Idee kommen, solche Blendenöffnungen als unscharf zu kritisieren, darf ich festhalten, dass Clive Nichols fotografieren kann. Clive Nichols hat sein neueres Werk “Brilliant English Gardens” übrigens nicht im Mittelformat, sondern mit einer Canon EOS 5Ds R fotografiert :-).

Makrofotos Mittelformat Fotografie

Relevant ist die kleinere Schärfentiefe nicht nur in der Landschaftsfotografie oder in der Architekturfotografie, sondern insbesondere in der Makrofotografie, wo wir unter einer F16 oft gar nicht fotografieren müssen. Auswege bieten eine hohe ISO, Tilt-Objektive wie ein Canon TS-E, oder das Fokus-Bracketing mit Fokus-Stacking bei unbewegten Motiven. Wer Makrofotos mag, der ist mit MFT oder APS-C und den kürzeren Brennweiten besser bedient.

Makrofoto Mittelformat mit Fokus-Bracketing und Fokus-Stacking

Foto oben: Makrofoto Mittelformat mit Fokus-Bracketing und Fokus-Stacking aus 15 Einzelfotografien zusammengesetzt mit Helicon Focus Pro.

Rolling Shutter Effekt

Durch den großen Sensor sind bisherige MF-Kameras nicht in der Lage rasche Bewegungen ohne Rolling-Shutter-Effekt aufzunehmen, wenn wir nicht den mechanischen Verschluss nutzen. Nur dann werden Bälle, Tiere und andere Motive in Bewegung nicht länglich. Nutzen wir den elektronischen Verschluss (ES), ist die Auslesegeschwindigkeit der heutigen MF-Kameras zu langsam, um den Rollig-Shutter Effekt zu verhindern.

Rolling Shutter Effekt bei Fuji GFX MF-Kamera und ES

Foto oben: Rolling Shutter Effekt bei Fuji GFX MF-Kamera und ES. Der Rotor oben im Bild gehört nicht dorthin und natürlich ist der Rotor gerade und nicht gebogen. Der Effekt ist nicht ausschließlich bei MF-Kameras zu finden, sondern bei allen Kameratypen, die keinen schnellen Ausleseprozess des Sensors gewärhleisten. 

Vorurteile Mittelformat

Es gibt gegenüber dem MF so viele falsche Vorurteile. Ich zähle mal ein paar davon auf:

  • Das Mittelformat ist ausschließlich für Profi-Fotografen.
    Falsch: Die meisten Mittelformatkameras werden von Amateurfotografen genutzt.
  • Das MF ist schwieriger in der Bedienung als andere Kameraformate.
    Auch das stimmt nicht, eine Mittelformatkamera wird genauso eingestellt wie eine APS-C-Kamera oder Vollformatkamera.
  •  Mittelformatkameras sind schwer und unhandlich.
    Falsch: Heutige MF-Kameras wie eine Fujifilm GFX oder Hasselblad X sind unglaublich kompakt und leicht. Es gibt schwerere Kleinbildkameras als diese. Schon für analoge Kameras wie eine Rolleicord / Rolleiflex stimmte dieses Vorurteil nicht. Im Vergleich zum APS-C oder MFT stimmt es aber.
  • MF ist teuer.
    Falsch oder nur bedingt richtig: Gegenwärtig ist eine GFX 50S II mit GF 35-70 mm dank Cashback für € 3.699,- zu bekommen. Auch sind die Objektive nicht teurer als die L-Linsen von Canon oder hochwertige andere Objektive von Nikon oder Sony. Reden wir aber besser nicht über Leica oder PhaseOne.
    Eine analoge Filmkamera wie die Rolleicord bekommen Sie bereits ab EUR 300,- gebraucht.  

  • MF ist nichts für Sport, Action und Wildlife.
    Das ist kein Vorurteil, sondern stimmt. Wer Sport, Action und Wildlife fotografieren möchte, der ist mit MFT, ASP-C und Vollformat besser bedient.

Schlitzverschluss versus Zentralverschluss

Der Schlitzverschluss analoger Kameras kann meist eine tausendstel Sekunde (Ausnahme Hasselblad 205 TCC eine zweitausendstel Sekunde). Damit ist leider keine schnelle Blitzbelichtung möglich. Beim Blitzen werden gerade mal 1/30 s angeboten. Schlitzverschlüsse haben bedauerlicherweise auch Probleme mit dem Rolling-Shutter-Effekt. Das bedeutet, dass der riesige Verschluss Verzerrungen von schnelleren Motiven zeigen kann.

Der Zentralverschluss analoger MF-Kameras hingegen kann bis zu einer 1/250 s auch im Studio beim Blitzen und 1/500 s mit Kompaktblitzen. Daher war der Zentralverschluss bei Journalisten, die häufig blitzen, sehr beliebt. Der Zentralverschluss löst butterweich aus und ist auch mit längeren Belichtungen noch aus der Hand möglich, wenn im Gehäuse der Mittelformatkamera kein Spiegel klappt. Die Rolleicord oder Rolleiflex etwa können noch mit einer 1/15 s ohne Verwacklung aus der Hand auslösen. Die Objektive mit Zentralverschlüssen sind aufgrund ihrer Bauart nicht besonders lichtstark. So ist bei 80 mm Brennweite eine Blende F2.8 schon die beste Öffnung.

Mittelformat Analog UND Digital

Das MF ist nicht ausschließlich analog ODER digital vorstellbar. Nicht die analoge MF-Kamera ist besser als die digitale Mittelformat Systemkamera, sondern beide können sich ergänzen.

Der Film und die digitale Datei haben beide auch heute noch ihre Berechtigung. Viele FotografInnen arbeiten heute wieder analog, weil es sie erdet. Die Form von Aufmerksamkeit, Meditation, Belichtungsmessung, Haptik einer analogen MF-Kamera ist unvorstellbar beruhigend. Auch mit einer digitalen MF-Kamera ist dieses Runterschalten möglich, da auch diese hochauflösenden Gehäuse nicht für Sport, Wildlife oder Action geeignet sind.

Allerdings merke ich selbst beim Fotografieren mit einer digitalen GFX 50S im Vergleich zu einer analogen Hasselblad 503 CX, Rolleicord oder Pentax 67 einen großen Unterschied in meiner Reduktion. Digital drücke ich sofort öfter auf den Auslöser, ohne so viele Überlegungen und Aufmerksamkeit wie mit einem analogen Rollfilm. Mit einer Pentax 6×7 oder Pentax 67 sind nur 10 Fotos auf dem Film vorhanden. In der Hasselblad werden 12 Aufnahmen belichtet. Das führt unweigerlich zu einem überlegteren Verhalten, auch wegen der Kosten.

Das analoge Mittelformat erdet.

Fazit: Ist das Mittelformat besser?

Ist das Mittelformat besser? Jein. Keine bessere Lösung ist das MF für Makro, Sport, Action und Wildlife, da wir es mit behäbigen Kameras und längeren Brennweiten zu tun haben. Die MF-Kameras bieten uns FotografInnen ein hohes Potenzial was Auflösung, Dynamik und Plastizität angeht. Und sie machen enorm viel Freude, wenn wir uns die Fotos am Monitor oder besser als Poster ansehen. Der Faszination des großen Bildes kann sich bei einer Ausstellung oder in einem riesigen Fotobuch kein Betrachter widersetzen. Allerdings muss auch ausreichend Wandfläche zu Hause zur Verfügung stehen, um die Anschaffung zu begründen. Oder wir nutzen das MF einfach aus Spaß an der Freude; alles ist erlaubt.

Ich liebe das Mittelformat und möchte es analog wie digital nie mehr hergeben.

Analoges MF UND Digitales MF

Letztlich schließt das digitale MF nicht das analoge MF aus. Ich fotografiere je nach Anwendung mit beiden Arten von MF. Es muss also nicht ODER, sondern darf ruhig analoges MF UND digitales MF heißen. Beide Kameraarten haben ihre Berechtigung, sei es wegen der Beruhigung der analogen Handhabung oder wegen der Auflösung und Plastizität der digitalen Kameras.

Drei Fotos aus dem Artikel APS-C versus Vollformat versus Mittelformat Sensoren Vergleichstest >>

Warum heute analog fotografieren?

Ob sich Fotografen für das analoge Mittelformat oder das digitale Mittelformat entscheiden, kann andere Gründe als die reine Auflösung haben. Vorteile und Nachteile der analogen Fotografie in einer Übersicht:

Nachteile Analoge Fotografie Vorteile Analoge Fotografie
Wartezeit auf die Fotos Wartezeit auf die Fotos (Entschleunigung)
- Achtsamkeit, anderes Fotografieren
Ohne Scan kein digitales Foto Chemischer Abzug
Keine Kontrollmöglichkeit - Korrektur Anspruchsvolleres Fotografieren
Unvorhersehbarkeit
Meist Externer Belichtungsmesser Besseres Wissen um Belichtungsmessung, Lichtmessung, Spotmessung
Keine einfache ISO Änderung pro Foto -
Stativnutzung bei niedriger ISO
oder bei schweren Kameras (Mittelformat / Großformat)
Aufmerksameres Fotografieren und Gestalten vom Stativ
- Film Aussehen (film Look) und Korn
- Einzigartige Negative / Originale
- Negative überdauern oft flüchtige digitale Daten
Imperfekte Ergebnisse, Lichteinschlüsse Imperfekte Ergebnisse, Lichteinschlüsse
Keine AEB Möglichkeit Je nach Film hohe Dynamik / Tonwertumfang
Dunkle Schärfentiefenkontrolle -
Keine schnellen Serienbilder -
Kosten des Films, Entwicklung, Scan -
Staubprobleme -
Chemie & Gelatine -

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Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

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