Vorwort und Editorial *fotowissen-Newsletter - Wertvoll Aktuell FotoWissen

Ich liebe meine Kamera – Lieblingskameras

Ich liebe meine Kamera - Lieblingskameras

Darf man sich in eine Kamera verlieben? Ist das nicht merkwürdig, wenn man sagt: Ich liebe meine Kamera! Ich glaube, viele Menschen sind in Technik verliebt. Lassen Sie uns ein wenig darüber philosophieren:

  • Ich liebe meine Kamera.
  • Dynamikbereich der digitalen Kamera – Kameradynamik.
  • Test BenQ PD3420Q Ultrawide Monitor für Fotografen. Farbräume erklärt.
  • Der beste Monitor für Fotografen – Bildbearbeitung.
  • Fujifilm Firmware X-H2s und X-H2 und Fuji X-Summit Mai 2023
  • Test Canon Selphy 1500 Foto-Drucker.
  • Test Lightroom Rauschentfernung RR.

Ich liebe meine Kamera

Nein, ich liebe nicht ausschließlich eine Kamera. Wie Sie schon aus dem Artikel über das Smartphone als Einstiegsdroge wissen, hatte ich früh Kontakt mit einer analogen Exa. Meine Mutti hatte mich damit fotografiert. Später folgte eine eigene Plastikkamera, die Agfa Rapid, deren Objektiv so schlecht war, dass der Hersteller es vorzog, kein Hochformat oder Querformat anzubieten, sondern ausschließlich das quadratische 24 x 24 mm Format.

Die beste Kamera der Welt? - Meine Erste Agfa ISO RAPID I Parator

Als Jugendlicher traf ich auf eine dienliche Praktika aus der DDR mit dem schrägen Auslöseknopf, welche ich überwiegend mit schwarzweiß-Film fütterte. Und dann folgte die angesparte Pentax K2 DMD mit 50 mm F1.4 Normalbrennweite, die mein Vater mir aus Duisburg mitbrachte. Diese Kamera mochte ich und hatte ein erstes kindliches Liebesverhältnis mit ihr. Mein zweites, viel tieferes Liebesverhältnis hieß Rolleicord. Das lag nicht an den dunklen Augen, den beschränkten Reaktionszeiten oder dem eckigen Aussehen im hautengen Leder, sondern an der hervorragenden Qualität der Ergebnisse. Noch heute liebe ich sie.

Rolleicord Mittelformat Kamera
Rolleicord Mittelformat Kamera

Fremdverliebt

Doch darf man mehr als eine Kamera lieben? Viele glauben doch an die Monogamie, aber tatsächlich gibt es auch Menschen, die das nicht ganz so eng sehen. Schon damals verliebte ich mich fremd in die Hasselblad 500er, die mich aber verschmähte, weil sie um Lichtjahre von meinem Budget als Jugendlicher entfernt war. Mamiya oder Pentax 67 ließ ich damals links liegen, denn die Rolleicord machte tolle Aufnahmen und ich wusste nicht um die Möglichkeiten der beiden anderen Systeme. Sie dürfen nicht vergessen, dass alles etwas von den Menschen abhing, die man traf. Es gab noch kein Internet, in dem man sich verabredete. Kataloge dienten dem ersten Beschnüffeln.

Lange Jahre blieb ich treu. Die Kleinbild Pentax und die Mittelformat Rolleicord gingen mit mir auf Reisen. Damit schoss ich viele Fotos, bis mir die erste analoge Canon in die Hände fiel. Treue gab es damals keine, es waren wilde Jahre. Die Pentax war mit Sicherheit entsetzt über mein Verhalten, hielt mir aber die Treue und wird heute wieder wesentlich lieber von mir gestreichelt, als die Plastik-Canon EOS 50E. Ich blinzelte durch die 50E hindurch, aber es wurde keine Liebe, obwohl sie gut in der Hand lag. Mein Auge wurde nur gelegentlich von Eye-Control richtig beantwortet. Die Kamera und ich hatte nur eine kurze Beziehung. Ich habe sie einfach links in die Kommode gesteckt und dort liegen lassen.

Canon EOS 50e - Analoge Kamera
Canon EOS 50e – Analoge Kamera

Digitale Liebe

Es folgten schnelle technische Entwicklungen, die vor allem teuer waren. Die erste G1 von Canon produzierte bereits brauchbare digitale Aufnahmen, sogar das nackte Infrarot lieferte sie mit entsprechendem Verhüterlie. Dann kam die erste Digitale mit Spiegel von Canon, eine EOS D30, die ich wegen der minimalen 3 MP auf dem Sensor nicht anrührte. Die Zweite mit Spiegel, die EOS D60 wurde meine. Ich fotografierte Aufträge damit, bevor ich sie für eine 10D, 20D, 40D, 50D, 5D, 5D Mark II, 5D Mark IV und letztlich eine 5DsR abservierte.

Mussten meine Beziehungen so schnell wechseln? Immer wieder gab es eine Jüngere, die mir besser gefiel und die ich mehr mochte, als die vorherige. Und jedes Mal fiel ich auf mein eigenes Beuteschema herein. Alle meine Beziehungen hatten eine dunkle Haut und lagen mit guten Kurven in meinen Händen. Doch verliebt war ich in diese jungen Dinger nie wirklich. Ich mochte sie, respektiere sie, hatte häufigen Kontakt, aber es blieb bei den schnellen Wechseln. Einzig der 5DsR halte ich bis heute die Treue. Sie forderte mich. Keine andere Digitale konnte mir so schöne monochrome Ergebnisse liefern.

Schon vorher hatte ich aber mein Beuteschema infrage gestellt. Ich wechselte zu retro aussehenden, kleinen, handlichen Modellen. Eine silberne X-T2, X-T3 lösten die dunklen Geräte von Canon ab. Ich testete auch andere Modelle, wie die X-Pro, die X100-Serie und viele mehr. Ich empfand es als angenehm, nicht mehr so schwer zu schleppen und dennoch hervorragende Bildqualität zu bekommen. Ja, das war Liebe, die ich zu Fujifilm entwickelte. Keine Oberflächlichkeiten und Nutzbeziehungen, wie bei den vielen Canon-Modellen, sondern das Gefühl, die richtige Silberne fürs Leben gefunden zu haben.

Frisch verliebt

Eines Tages gab es dann doch noch eine Neue. Sie war nicht hübsch, viel zu schwer und hatte einen hohen Preis. Es war eine digitale Mittelformat, die Fuji GFX 50S. Ich lud sie auf einen Kaffee ein, weil ich sie für eine Stunde in Krefeld ausführen durfte und plötzlich hatte ich mich neu verliebt. Zu schön waren ihre inneren Werte, ihre Dynamik. Ich war in Nullkommanichts leidenschaftlich verliebt. Keine oberflächliche Liebe, sondern eine ungeheure Faszination. Tatsächlich hatte ich damit nicht gerechnet. Schlaflose Nächte wälzte ich mich, weil ich immer wieder Gefühl und Verstand gegenseitig befragte. Mal siegte mein Gefühl, dann mein Verstand. Die Entscheidung dauerte ein paar Tage, in denen ich sie nicht sehen durfte. Währenddessen ging sie mir nicht aus dem Kopf. Mein Gefühl siegte.

Ich liebe meien Kamera, die Fujifilm GFX 50S

Ich habe sie noch heute und liebe sie über alles. Da ist diese Plastizität, die ungeheure Reife, Dynamik, das tolle Handling. Die folgende EOS R5 ist keine Liebe, obwohl sie gut in der Hand liegt und hervorragende Fotos schießt. Eine tolle spiegellose Kamera, keine Frage, aber der Funke sprang nicht über. Die X-T5 ist schön, aber nicht perfekt. Musste ich sie unbedingt haben?

Alle diese Kameras sind klasse, aber verliebt bin ich in die X-T4 und GFX 50S.

Besinnung

Meine Rückkehr zum analogen Mittelformat hat viel mit meinen unerfüllten Träumen als junger Erwachsener zu tun. Da war immer diese Hasselblad, die ich nie binden konnte. Und endlich habe ich auch sie kennenlernen dürfen. Theo hat mir geholfen, sie zu treffen und an mich zu binden. Die letzte große Liebe, auf ganz anderer Basis als die Fujifilm, ist eine Pentax 67. Sie ist schwer, groß und altmodisch. Und dennoch macht sie wunderschöne Geräusche und hat auf mich etwas Beruhigendes.

Vergleich Kleinbildkamera Pentax K2 DMD mit Mittelformatkamera Pentax 67

Foto oben: Pentax K2 DMD Kleinbildkamera und Pentax 67 Mittelformatkamera. Ich liebe beide Kameras.

Stellt sich die Frage nach dem Ziel, nach dem Sinn solcher Wechsel, dem unstetigen Lebenswandel. Müssen es so viele sein? Warum musste ich mit so vielen ausgehen? Wo ist die Treue, die Verhältnismäßigkeit und was wird noch kommen? Warum wurde es keine Leica, keine Nikon? Warum hatten sie keine Wirkung auf mich? War es die Ausstrahlung, das Karma, der Geruch, der nicht stimmte? Ich weiß es nicht. Alle diese Beziehungen führten jedenfalls zu einem wunderschönen Leben und vielen Ergebnissen, die an der Wand hängen und sogar für Ausstellungen herhielten.

Was macht Ihre Kamerabeziehung aus? Was fasziniert Sie an einem dieser jungen oder älteren Dinger? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

 

Dynamikbereich der digitalen Kamera – Kameradynamik

Was macht eine Kamera attraktiv? Ist es der Dynamikbereich? Was bedeutet Dynamik überhaupt und hat auch ein Smartphone so etwas?

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Test BenQ PD3420Q Ultrawide Monitor für Fotografen – Farbräume

Dieser Testbericht hat mich die ganze Woche lang beschäftigt. Es dürfte Sie interessieren, weil auch mal die Farbräume eine exakte Erwähnung finden. Wenn Computer und Monitore in die Jahre kommen, müssen wir sie ersetzen. Doch ist ein extrabreiter Monitor für die Bildbearbeitung geeignet? Oder müssen wir stattdessen einen oder zwei Grafikmonitore kaufen?

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Fujifilm Firmware X-H2s und X-H2 und Fuji X-Summit Mai 2023

Es gibt neue Firmware und einen Termin für neue Produkte von Fujifilm:

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Test Canon Selphy 1500 Foto-Drucker

Und weil das alles nur Sinn macht, wenn wir die Fotos auch aus dem Computer herauslassen, habe ich einen sehr preiswerten und pfiffigen Drucker für Sie getestet, den Canon neu auf den Markt gebracht hat. Der kleine Selphy hat einiges drauf. Vor allem kann bei ihm keine Tinte eintrocknen und die Druckkosten sind überschaubar. Alle Fakten zu dem Drucker, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten:

*fotowissen Test Canon Selphy 1500

Foto oben: *fotowissen Test Canon Selphy 1500.

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Test Lightroom Rauschentfernung RR

DxO DeepPrime und Topaz DeNoise AI arbeiten gegen das Rauschen mit künstlicher Intelligenz. Es war nur eine Frage der Zeit und Ehre, bis Adobe die Bildbearbeitung Lightroom Classic auch mit einer eigenen Rauschentfernung auf Basis KI ausstatten würde. Ich habe die Rauschentfernung getestet und mit DxO DeepPrime und Topaz DeNoise AI verglichen:

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Jung gebliebene Artikel

Falls Sie eine Pause eingelegt haben, durchstöbern Sie hier die Artikel der letzten 30 Tage:

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Ich wünsche Ihnen viel Freude mit Ihrer Lieblingskamera.

Ihr Peter R.

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Ich liebe meine Kamera – Lieblingskameras


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Peter Roskothen

Peter Roskothen
Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter P. Roskothen Fotokunst & Design.

11 Kommentare

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  • Das mit der Liebe kann ich nachvollziehen. Die Kamera, der ich heute noch verbunden bin, ist die Minolta XE1. Sie nehme ich auch heute (zur Betrachtung) immer mal wieder in die Hand

  • Guten Morgen Peter Roskothen

    Herrlich und wunderbar dieser Artikel. Ja, genau so geht es mir auch. Ein Wechselbad der Gefühle. Mal treu und dann wieder unstet. Rückkehr zu alten Beziehungen und Wiederverheiratung. Aktuell ist meine Liebe bei der X-T5 gelandet. Sie bindet mich. Es ist noch eine ganz junge und frische Verliebtheit. Vielleicht auch eine, in der die Liebe der Anfangszeit noch etwas überdeckt, was noch nicht gesehen werden will. Jede Minute möchte ich mit ihr zusammen sein. Möglicherweise wird sie die Liebe des Lebens. Wenn da nicht immer die Verführung des Neuen wäre. Ich bin gespannt auf die Zukunft.

    Ich wünsche einen schönen Tag. Beste Grüsse Freddy Amend

  • Lieber Peter,

    im Wissen um deine immer sehr gehaltvollen, intensiven Artikel, hat mich dieser hier nochmal über Maß….”erregt”… ;-) Wunderbar, deine Abhandlung der Cam-Love-Stories.
    In Vielem finde ich mich sogar wieder, wenn auch die Umfänge meiner Kameras deutlich schmaler ausgefallen sind. Wirklich geliebt habe ich meine allererste Sucherkamera, jene 50er Jahre Werra meines Vaters, an der dieses Tessar 2,8/50mm*Carl Zeiss Jena steckte. Der Filmtransport wurde mittels Ring am Objektiv betätigt, super rare Variante. Und der Geruch steckt mir heute noch in der Nase. Technik-Aroma + Leder. Mehr geht nicht. Und die Ära CANON A-1/OLYMPUS OM-2 war prägend. Davon zehre ich heute noch.

    Auf deine Frage, was meine aktuelle “Kamerabeziehung” ausmacht, antworte ich gerne. Die bislang nie bereute, und selten in Frage gestellte Entscheidung für FUJIFILM-X hängt sehr stark mit meiner Affinität zum JPEG Format zusammen. Das, was mir FUJI dazu vorm Auslösen bietet, ist unique. Natürlich mag ich die Qualität, aber auch den Mix aus Retrocharme und der Möglichkeit, mittels Räder alles “am Auge” einstellen zu können, statt mich per Display und Menü durch die Funktionen zu wühlen.
    Und ich liebe es, mir die Kamera umzuhängen, und loszugehen. Sie ist nicht so groß, dass es störend wirkt, aber sie ist groß genug, dass ich sie am Rücken spüre. Seit Längerem schon verlasse ich das Haus kaum noch ohne. Die X-Kameras sind mein verlängertes Auge, mein Turbo für anderes Schauen, und ich verbinde mittlerweile so viel mit diesen Geräten, dass Fotografie ohne FUJI-X kaum mehr vorstellbar ist. Mir fehlt auch nichts. Einzig reizen würde mich eine 40MP FUJI-X in monochrom. Da würde ich wohl schwach… ;-)

    Beste Sonnengrüße aus Südwestfalen,

    Dirk

  • Lieber Peter,

    vielen Dank für Dein Bekenntnis, das ist doch spannend. Warum liebt man eine Kamera und ja, ich liebe auch eine Kamera. Die Kamera sieht anders als unser Auge, Sehen und Bemerken ist für mich essentiell und Kameras geben das unterschiedlich wieder. Auch deshalb erklärt sich wahrscheinlich, warum bilderfixierte Menschen auch immer mal wieder die Kamera wechseln. Und man macht dabei andere Erfahrungen auf das Bilderwahrnehmen und vor allem auf das Handling beim Bildermachen.
    Meine Lieben sind eher kurz und sicher weit entfernt von Deine Erfahrungen. Ich habe von den mittleren 60er Jahren mit einer Zeiss Icarex und einem Ultron 50 mm F 1,8 fotografiert mit einem aufgesetzten Belichtungsmesser – also im Kern manuell. Ich hätte gern eine Hasselblad gehabt, aber wie bei Dir: weit entfernt davon, dieses Geld zu haben. Mit Anfang der 90er gab die Zeiss Icarex den Geist auf, Reparaturversuche blieben erfolglos. Dann fotografierte ich mit dem I-Phone und es gefiel mir: schnell und auf dem Display oft gute Ergebnisse. Nach einer Reise ins Burgund und dem Versuch, Bilder drucken zu lassen, war klar, das ist keine Lösung. Keine hinreichenden Gestaltungsmöglichkeiten für das Bild, Bildrauschen u.s.w. Den neuen digitalen habe ich noch nicht vertraut, über Jahre habe ich gezögert, konnte mich nicht entscheiden – vielleicht zum Glück. Ich hatte auch Zweifel, ob ich mit der neuen digitalen Welt klarkomme. Ich bin dann aber doch mit einer Fuji X-E 2 in die spiegelosen Digitalen eingestiegen und die Bilder aus Neuseeland und China waren wirklich sehr gut. Bis ich merkte, dass mir doch ein Sucher fehlt und nach drei Jahren kam die Fuji X-T 2. Das war von Anfang an meine Kamera. Die große Anziehung und der Mythos vom Mittelformat blieb aber irgendwie für mich erhalten. Und nach großen Schmerzen habe ich mich dann auch für eine Fuji GF 50 S entschieden, unvergleichliche Bildqualität, der Unterschied zur T 2 war für mich drastisch. Aber diese Kamera war auch schwer zu bedienen, es gab zunächst nur ein OIS Objektiv und ständig waren besonders kurze Verschlusszeiten und oft das Stativ erforderlich. Bei vielen meiner Motive war ein Stativ aber auch nicht möglich. Von der GFX 100 war ich nach Ankündigung wie elektrisiert, weil sie den IBIS enthielt. Ich hoffte damit ganz andere Möglichkeiten im Mittelformat zu bekommen. Und so war und ist es auch. Nach weiteren großen Schmerzen habe ich tatsächlich diesen Schritt getan und danach nicht einen Moment bedauert. Diese Kamera ist etwas schwer, wegen der Größe manchmal auch auffällig – aber ich benutze sie heute zu 90 % meiner Aufnahmen und ich liebe sie und habe sie fast immer dabei. Wenn ich sehr schnell oder unauffällig sein muss, nehme ich auch mal die X-T 2, für das APS-C Format hat sie für mich einfach immer gute Bilder geliefert – Sport und Tiere fotografiere ich nicht. Die GFX 100 entschleunigt, für gute Qualität der Bilder fotografiere ich weitgehend manuell – auch den Fokus überprüfe ich immer mal wieder manuell. Der Autofokus ist nicht superschnell und wegen der geringeren Tiefenschärfe muss man sehr exakt fokussieren, um den Punkt zu treffen.Eine weitere Entschleunigung brauche ich nicht. Ich verwende auch alte Objektive, weil sie einfach einen etwas anderen Look machen, weniger “technische” Schärfe und sie sind damit für mich besonders – also noch mehr Entschleunigung, volle manuelle Fokussierung. Und sie sind auch noch wirklich günstig. Beste Erfahrung habe ich mit den Pentax 645 und alten Zeiss Objektiven. Die Bedienungsräder fehlen mir bei der GFX 100 nicht. Mit dem vorderen Einstellrad wähle ich ISO, mit dem hinteren die Belichtungszeit, die ich oft vorab fixiere, Blende am Objektiv. Alles sehr schnell und mit einem Finger einfach machbar.
    Mit neuen Kameras warte ich ab. Das Vollformat und die Canon R 5 hat mich schon gefordert, war verlockend, aber ich habe verzichtet. Für was brauche ich noch die Mitte zwischen APS-C und Mittelformat? Und dann noch einen Systemwechsel? Fuji bietet da ein Optimum an der Bandbreite (Schnelligkeit/Leichtigkeit/Unauffälligkeit einerseits und andererseits extreme Qualität, weitreichende Möglichkeiten und sehr bewusstes manuelles Handling), die ich für meine Art Bilder zu machen gerne habe. Die leichtere GFX 100 S war schon spannend, es gab sie nicht als ich auf die GFX 100 eingestiegen bin. Und nach der Ankündigung von heute bin ich gespannt auf die neue Version dieses leichten Bodys. Vielleicht gibt es den verbesserten Auto-Fokus auch für das Mittelformat? Ich bin gespannt. Und ich liebe es, gute Bilder zu haben und sie auch drucken zu lassen.

    Vielen herzlichen Dank für den offenen Artikel. Orientierung und Suche sind bei den schnellen Entwicklungen unserer Zeit sehr schwierig. Was braucht man für das, was man machen möchte? Deshalb sind ja auch Erfahrungen und eine Praxis mit den Dingen erst aufschlussreich.

  • Hallo Herr Roskothen,

    seit einiger Zeit lese ich Ihren Newsletter, er wurde mir empfohlen und ich bin dankbar für die Empfehlung. Wie auch so einige andere Begebenheiten, die mich wieder zu meiner alten Liebe geführt haben: es ist immer noch die Canon FTb, also analog Spiegelreflex und ich fotografiere damit derzeit ausschließlich schwarz-weiß. Als Jugendliche bekam ich diese Kamera, weil mein Vater die Canon AE-1 hatte und so konnten wir Objektive tauschen … ich bin weiterhin sehr verliebt in mein altes, schweres Schätzchen, lediglich eine Art “Ladehemmung” rund um Bild 30 macht mir aktuell Sorgen. Aber nach dreißig Jahren wieder voller Spannung unter Anleitung die erste eigene Entwicklung zu machen, war absolut traumhaft! Und ich bin ja schon sooo gespannt auf die Vergrößerungen! Neugierig bin ich natürlich auch auf andere Kameras, z. B. denke ich, dass die monochrome Leica eine Sünde wert sein könnte für mich (allerdings gilt da dieselbe Begrenzung, die Sie bei der Hasselblad beschrieben: außerhalb meiner preislichen Möglichkeiten). So lese und fotografiere ich weiter innerhalb der Möglichkeiten und bin dankbar für Artikel, die auch die monochrome Welt berühren … herrlich!

    Viele Grüße aus Westfalen

    Sabine Bühlmann

    • Liebe Frau Bühlmann,

      ich freue mich sehr über Ihren Kommentar, es sind wenige LeserInnen, die sich zu Wort melden und ich bin dankbar dafür. Arbeiten Sie auch hybrid und lassen entwickeln und scannen? Welchen Service nutzen Sie bitte?

      Herzlich
      Ihr Peter R.

      • Lieber Herr Roskothen,

        vielen Dank für die freundliche Antwort… ich war ein paar Tage unterwegs, daher habe ich die netten Antworten auf meinen Kommentar erst jetzt gelesen. Ja, ich habe auch einige Filme hybrid bearbeitet und sie klassisch entwickeln und digital scannen lassen. Dafür habe ich den Service des Schwarzweiß Fotolabors in Düsseldorf genutzt und war sehr zufrieden. Einen Vergleich mit der eigenen Entwicklung werde ich erst nach der Erstellung der Kontakte und Vergrößerungen haben, die Spannung bleibt also erhalten…
        Viele herzliche Grüße,
        Sabine Bühlmann

    • Hallo Frau Bühlmann,

      eine schöne Canon-Story erzählen Sie da, danke dafür!

      Spannend wäre, wie Sie bei der FTb die Belichtung messen. Haben Sie noch eine nutzbare Batterie dafür, oder messen Sie extern? Und wenn ja, wie bitte? Hintergrund ist, dass wir von der *Fotowissen-Redaktion aktuell mit der gleichen Kamera arbeiten, ggf könnte man sich da ein wenig mit Erfahrungen + Tipps aushelfen.

      Lieben Dank + herzliche Grüße,

      Dirk Trampedach

      • Hallo Herr Trampedach,

        vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort und es freut mich besonders, dass dieser Kameratyp ebenfalls in der *Fotowissen-Redaktion Verwendung findet. Ich nutze derzeit noch eine eingelegte Batterie und habe gute Erfahrungen mit einem Replacement für den Typ PX625 gemacht (in meinem Fall: WeinCell 1.35 V Zinc/Air). Lediglich die kurze Haltbarkeit hat mich überrascht, so dass ich einmal die Kamera mit auf Tour nahm und feststellen musste, dass die Batterie streikt … dieser Film wird also besonders spannend zu entwickeln, denn die Umgebung war herausfordernd und ganz ohne Belichtungsmesser eine spannende Sache. Ich fotografiere also lieber mit funktionierender Batterie … ;-)
        Und liebend gern tausche ich Erfahrungen und Tipps aus, wobei ich hier als Einsteigerin vielleicht eher von Ihrer umfangreichen Erfahrung profitieren kann, vermute ich.
        Herzliche Grüße
        Sabine Bühlmann

      • Liebe Frau Bühlmann,

        danke für Ihre Erfahrungen, die wir bei *fotowissen als sehr wertvoll empfinden! Ich möchte Ihnen empfehlen, zusätzlich einen externen Belichtungsmesser mitzunehmen. Das kann ein einferacher Beli sein, oder ein Spotbelichtungsmesser, wie der aus Kanada (preiswert). Die Spotmessung hatte ich jahrelang gemieden wie die Pest, aber inzwischen ist sie mir wertvoll geworden, weil ich damit umzugehen weiß. Im Artikel finden Sie eine genaue Anleitung zur Spotbelichtungsmessung:
        Belichtungsmesser – Belichtungsmessung – Objektmessung und Lichtmessung, Spotmessung >>

        Herzlich,
        Ihr Peter Roskothen

  • Jahrelang habe ich mit der Pentax-1 Mark II fotografieren dürfen. Noch heute hat sie Dinge verbaut (Astro Tracking,GPS, Beleuchtete Bedienelemente u.v.m.) wofür andere sich in neuen Kameras feiern oder erst gar nicht haben. Ja, diese Kamera liebe ich noch immer….

Journalist, Fotograf, Fototrainer Peter Roskothen

Willkommen bei *fotowissen sagt Peter Roskothen im Namen aller Autoren.

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