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Hochauflösende Fotos mit dem Smartphone: Ist das möglich?

Artikel ursprünglich verfasst am 15. November 2019

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Hochauflösende Fotos mit dem Smartphone: Ist das möglich?

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Die Frage, inwiefern die modernen Smartphone-Kameras mit professionellen Spiegelreflex-Modellen mithalten können, wird in der Szene derzeit viel diskutiert. Fakt ist, dass kein Smartphone eine professionelle Ausrüstung ersetzen oder mit einer solchen mithalten kann. Fakt ist aber auch, dass dies bei privaten Einsatzzwecken anders aussieht. Denn für den Schnappschuss im Familienurlaub oder das Andenken an den lustigen Tag am See mit Freunden ist das Smartphone längst ausreichend und daher zum ständigen sowie oftmals einzigen Begleiter geworden. Doch wer solche Bilder später ausdrucken, aufhängen, bearbeiten oder anderweitig nutzen möchte, braucht eine entsprechend hohe Auflösung. Dieser Beitrag soll daher die Frage klären, welche Auflösungen mittlerweile per Smartphone möglich sind und wie viele Pixel überhaupt Sinn machen.

Auflösung aktueller Modelle in Megapixel

Wer sich ein neues Smartphone kaufen möchte, achtet dabei meist auf mehrere Faktoren. Neben der Kamera sind also zum Beispiel auch die Akkulaufzeit, Bildschirmgröße, das Betriebssystem & Co wichtig. Das bedeutet aber auch eventuelle Abstriche bei der Kamera und der Auflösung der geschossenen Fotos. Jedoch spielt die Kameraausstattung des Handys für viele Käufer mittlerweile die wichtigste Rolle bei ihrer Entscheidung. Angenommen also, diese wählen das Smartphone mit der besten Kamera – was erhalten sie dann für ihr Geld?

Viele Smartphones haben mittlerweile nicht mehr nur eine Kamera, sondern es wurden gleich zwei, drei oder mehr Kameras integriert. Dadurch sind die Möglichkeiten im Bereich der Fotografie mit dem Smartphone in den vergangenen Monaten deutlich gewachsen. Beispielsweise wirbt das neue iPhone aus dem Hause Apple mit einem neuartigen Drei-Kamera-System. Neben dem Hauptobjektiv wurde hier eine Ultra-Weitwinkelkamera mit einer Brennweite von 13 mm und einer Blende von f/2.4 verbaut. Die Auflösung liegt bei 12 Megapixeln. Hinzu kommen eine Weitwinkelkamera sowie Frontkamera mit ebenfalls 12 Megapixeln. Andere Hersteller warten sogar mit bis zu 48 Megapixeln auf, zum Beispiel OnePlus oder Samsung. Dadurch können einige dieser Smartphones mit mittelpreisigen Spiegelreflexkameras mithalten – zumindest, wenn rein die Auflösung betrachtet wird.

Eine hohe Auflösung ist nicht immer besser

Wie bei anderen Digitalkameras auch, ist eine größere Auflösung aber nicht immer besser. Schließlich bringt sie auch den einen oder anderen Nachteil wie längere Ladezeiten oder einen größeren Speicherplatzbedarf mit sich. Weiterhin kann das Bildrauschen zum Problem werden und somit den gegenteiligen als den gewünschten Effekt erzielen – nämlich unscharf wirkende Fotos mit (zu) wenig Textur. Das gilt vor allem, wenn bei der Aufnahme schlechte Lichtverhältnisse herrschen und das Bild später in großem Format genutzt werden soll. Wer also seine privaten Fotos später ausdrucken möchte, sei es als Poster, großformatiger Fotoblock oder in anderer Form, der braucht zwar hochauflösende Aufnahmen, jedoch ohne ein solches Bildrauschen. Der goldene Weg liegt daher – wie so oft im Leben – irgendwo in der Mitte. Ist es also überhaupt notwendig und sinnvoll, in ein Smartphone mit höchstmöglich auflösender Kamera zu investieren?

Smartphone als Gesamtpaket betrachten

Die Anzahl der Bildpunkte alleine entscheidet beim Smartphone nicht über die Qualität der geschossenen Fotos. Stattdessen sollten neben den Megapixeln noch weitere Angaben berücksichtigt werden. Bildstabilisator, Autofokus, Auslösezeit, ISO-Werte, Blende sowie die Art des Objektivs sind mindestens ebenso entscheidend. Jedoch kennen sich viele Smartphone-Nutzer nicht mit der Fotografie aus, sodass die Hersteller mit möglichst hohen MP-Werten werben und diese klingen in den Ohren der potenziellen Käufer überzeugend. Wichtiger als die Anzahl der Pixel ist demnach das Gesamtpaket, welches mit dem Kauf des Smartphones erworben wird. Das gilt sowohl für die integrierte(n) Kamera(s) als auch für das Handy im Gesamten.

Dennoch ist ein Minimum von mindestens 12 Megapixeln anzuraten, um Fotos in einer ausreichend guten Auflösung zu erhalten, um diese später auch in größeren Formaten weiterzuverarbeiten. Als Faustregel gilt: 8 Megapixel entsprechen im Normalfall einem qualitativ hochwertigen Foto in Din-A4-Größe. Wer die Bilder eher digital ansehen oder per E-Mail versenden möchte, ist mit einer geringeren Auflösung und damit auch einem geringeren Speicherbedarf besser beraten. Soll das Bild hingegen aufwändig bearbeitet oder noch größer ausgedruckt werden, können höhere Auflösungen durchaus sinnvoll sein.

Auf den Einsatzzweck kommt es an

Diese Beispiele machen zugleich deutlich, dass die Frage, ob hochauflösende Fotos mit dem Smartphone möglich sind, nicht pauschal beantwortet werden kann. Natürlich gibt es eine Obergrenze, wo die in ein Smartphone integrierte Kamera nicht mehr mit der teuren Profi-DSLR mithalten kann. Zudem bietet Letztere natürlich viele weitere Optionen, um die Bildqualität zu verbessern, wo das Smartphone ebenfalls passen muss. Dennoch können die Kameras in modernen Handys rein hinsichtlich ihrer Auflösung durchaus mit vielen digitalen (Spiegelreflex-) Kameras mithalten. Gerade im privaten Einsatz sind sie damit vollkommen ausreichend. Prinzipiell lautet die Antwort daher: Ja, hochauflösende Fotos sind mit einigen modernen Smartphones durchaus möglich. Der Hersteller HTC macht zudem deutlich, dass auch neue Technologien die Bildqualität trotz kleinerer Auflösung verbessern können. Seine neue UltraPixel-Kamera fängt durch eine innovative Technologie mehr Licht ein, wodurch die 4 Megapixel für Fotos in überzeugender Qualität ausreichen – sofern sie eben nicht in Lebensgröße an der Wand hängen sollen. Schlussendlich kommt die Definition einer „hohen Auflösung“ also auf den Einsatzzweck an.

Wann braucht es welche Auflösung?

Hochauflösende Fotos mit dem Smartphone: Ist das möglich?

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Bei der Entscheidung, wann es welche Auflösung sein muss und ob dementsprechend ein Smartphone ausreicht oder eben nicht, kann also folgende Liste helfen:

  • Wer rein im privaten Bereich einige Schnappschüsse machen, diese digital beziehungsweise auf dem Fernseher betrachten oder als normalen Abzug ausdrucken möchte, für den reicht eine Auflösung von 4 bis 8 MP vollkommen aus. Denn der Fernsehstandard HDTV im Format 1080i entspricht selbst nur etwa 2 Megapixeln.
  • Sollen die Fotos jedoch in größerem Format verwendet und zum Beispiel professionell ausgeduckt werden, ist eine Auslösung von 8 bis 10 Megapixeln als Minimum anzusehen. Dies erleichtert zugleich die Bildbearbeitung, indem einzelne Bildbereiche herangezoomt und detailliert bearbeitet werden können.
  • Für Druckerzeugnisse muss der Betrachtungsabstand berücksichtigt werden. Wer also seine Schnappschüsse in einem Flyer verarbeiten, als Poster ausdrucken oder zum Großflächenplakat werden lassen möchte, muss den Betrachtungsabstand in seine Berechnungen einbeziehen. Dabei gilt: Je näher das Foto später vor den Augen des Betrachters ist, desto eher wird eine (zu) geringe Auflösung sichtbar. Als Faustregel gilt dabei: Die Pixelzahl geteilt durch 100 ergibt in etwa das Ausgabeformat in Zentimetern, in welchem das Foto noch eine ordentliche Qualität hat. Weist das Smartphone also eine Auflösung von 1.600 x 1.200 Pixeln auf, bietet es bis zum Format 16 x 12 Zentimeter eine hervorragende Qualität.
  • Sollen die Fotos hingegen im Internet veröffentlicht werden, kommt es ebenfalls auf die Art und Weise der Nutzung an. Im Regelfall werden sie dafür nämlich ohnehin stark komprimiert – denn, wie bereits erwähnt, ist der Speicherbedarf höher, je größer die Pixelzahl ist. Dennoch kann es sinnvoll sein, Bilder in einer hohen Auflösung zu erstellen, um diese vor der Komprimierung besser bearbeiten zu können, zum Beispiel mit Lightroom oder einer speziellen App.

Fazit Hochauflösende Fotos mit dem Smartphone: Ist das möglich?

Ja, hochauflösende Fotos sind heutzutage mit modernen Smartphones durchaus möglich. Häufig ist es sogar sinnvoll, die Bildgröße in den Einstellungen zu reduzieren oder die Fotos anschließend zu komprimieren, da sie ansonsten unnötigen Speicherplatz fressen. Lediglich bei einer detaillierten Bearbeitung oder einem Ausdruck in großen Formaten braucht es ein Smartphone mit Kameras, die mehr als 12 MP offerieren. Alles in allem, sind aber noch viele weitere Faktoren dafür ausschlaggebend, ob sich die im Handy verbaute Kamera für den angedachten Einsatzzweck eignet oder dafür eben doch nicht ausreicht. Bei dieser Entscheidung sollte daher mehr recherchiert werden als die reine Anzahl an Pixeln…

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Autor: Andreas S.

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