Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Herbst im Harz

Eigentlich war ich gar nicht wegen der Herbststimmung unterwegs, denn es sollte der Dampfzug im Goldenen Oktober (oder auf englisch: Indian Summer) fotografiert werden. Doch der Weg zum Fotopunkt ist beschwerlich (sonst könnte es ja jeder). Also wurde die Kamera in den Fotorucksack befördert, dazu ein Einbeinstativ in die Hand genommen, und mit richtiger winddichter Kleidung ging es ins Drängetal im Harz, nein, nicht ins Tal, auf die Höhen des Drängetales.

Der Weg ist zwar nicht beschwerlich, aber in den Schattenpassagen oft sehr glatt durch gefrorenen Tau, der so ohne weiteres nicht zu sehen ist. Aber das Einbeinstativ diente als Wanderstock, und schon kam der erste Zug. Die Birken im Hintergrund könnten gelber sein, doch der trockene Sommer hat seine Spuren hinterlassen. Auch die Fichten rechts und links im Bild haben Hitzeschäden, sie konnten daher dem Borkenkäfer kein Paroli mehr bieten. Das obere Bild entstand als Panorama aus vier Bildern, eines davon als Ausschnitt unten, deutlich könnt Ihr die Hauptwindrichtung erkennen, die Bäume biegen sich nach rechts:

 

Das gesamte Gebiet wurde vor zwei Jahren abgeholzt und wird zur Zeit sich selbst überlassen, aber einige Reste von den Baumabfällarbeiten sind heute noch sichtbar und wirken im Gegenlicht mit dem Raureif interessant:

 

 

Dieselben Blätter anders gesehen:

und mal ganz nah:

Aber es gibt auch kleine Wunder, ein neuer Trieb am verblühenden Stengel:

Blick ins Drängetal

Ganz im Gegenlicht:

Im Hintergrund oben links liegen die in diesem Herbst gefällten mit Raureif überzogenen Baumstämme. Der Baum links, der seine Blätter verloren hat, wirkt wie mit Spinnenweben überzogen. Diese oberen Aufnahmen entstanden alle mit der Nikon D850 und dem Reisezoom 28-300 von Nikon, was in etwa einem 18-200 bei APS-C bzw. DX vergleichbar ist. Dieses Objektiv hat zwar kleine Schwächen, doch die fallen dem Betrachter nur dann auf, wenn er echte Testaufnahmen machen würde. Weil aber der Objektivwechsel auf dem Berg bei Wind und Wetter auch nicht unbedingt das Wahre ist, muss ich Kompromisse eingehen, und letztendlich zählt das Ergebnis.

Am nächsten Tag stand auf einer kleinen Wanderung im Bodetal eigentlich das Fotografieren nicht auf der Speisekarte, aber die Fuchsfarm hatte geschlossen, so dass auf dem Rückweg Zeit war, die Immer-Dabei-Kamera Sony RX100 Mark III auszupacken.

 

und weil die Kamera einen eingebauten kleinen Blitz hat, reichte es für die Pilze, die sich an einem gefällten Stamm gütlich taten.

Ich hoffe, Euch hat der kleine Ausflug gefallen. Manchmal liegen einem die Motive zu Füßen, sie müssen nur gesehen und umgesetzt werden.

 

PS: Als Bonus noch zwei Makrobilder mit der D850 und dem 28-300:

 

In dem Sinne
viel Spaß bei Euren Herbstfotos
wünscht
Klaus

 

 

Autor: Klaus D. Holzborn

Freiberuflicher Fotograf seit 1964, fotografiere gerne Landschaft und vor allem Eisenbahnen, aber genauso gerne anderes. Zur Zeit besteht die Hauptaufgabe darin, die "alten" Bilder zu digitalisieren, aber trotz allem nehme ich mir die Zeit für aktuelle Aufnahmen.

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