Bild der Woche

Großkraftwerk Mannheim

Großkraftwerk Mannheim

Ich suchte ein Bild für einen Wettbewerb, der Rauch und Nebel hieß. Ich wusste, dass in meiner Nähe das Kraftwerk steht und beobachtete über die Webcam vom Flughafen Mannheim dass die Schornsteine auch rauchen. Sie rauchten, ich fuhr (25 km) hin und machte ein paar Langzeitaufnahmen.
Hier das Ergebnis.

Fuji XT3, ISO 160, F22,1/30s, 41,3mm

MfG Helmut

Foto: Helmut Hofer

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Bild der Woche (Wahl der Redaktion)

Die *fotowissen Redaktion veröffentlicht das Bild der Woche, welches Leser zur Publikation eingesandt haben. Nicht alle eingesandten Fotos werden veröffentlicht. Wir publizieren grundsätzlich besondere Fotos, die herausstechen. Die einsendenden Fotografen werden gebeten, die Kommentare unter ihren Fotos zu lesen und zu kommentieren, da sich viele Leser große Mühe mit einer konstruktiven Rezension machen.

17 Kommentare

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  • Hier mangels Zeit mal eine kurze Kritik:

    Das Bild gefällt mir, weil…

    Hier NICHT (wie leider oftmals) bei der Nachbearbeitung zwecks Effekthascherei wild die Regler bis zum Anschlag aufgedreht wurden und auch keine surreale, übertriebene HDR-Manie oder Hyperkontrast-Abusus betrieben wurde.

    Es ist eine wohltuend schöne Industrieaufnahme, mit sehr schönen, abgestuften Grautönen, die Gestaltung gefällt mir sehr gut.

    Im ersten Moment habe ich mal versucht, den unteren Teil horizontal zu beschneiden, so daß die Brückenebene quasi den unteren Rand bildet.

    So wird zwar der Blick mehr „rein industriell“ auf das Kraftwerk gelenkt, ABER….

    Gleichzeitig würde dann der SEHR versöhnliche, harmonische Teil dieses schönen Bildes mit dem Gewässer und dem wundervollen Einzelruderer und den ruhenden Schiffen eliminiert und damit der für mich größte Reiz verloren.

    Dieser Reiz besteht darin, daß das Bild darauf hinweist, daß durchaus eine Koexistenz von Industrie und Natur bzw nutzbarem Lebensraum sogar unmittelbar neben solcher Großbauten möglich ist.

    Entgegen dem Motivmotto des damaligen Wettbewerbs handelt es sich nämlich höchstwahrscheinlich bei dem „Rauch“ aus den „Schornsteinen“ heutzutage (zumindest in Deutschland) nur noch um hochgereinigten WASSERDAMPF, wie man am völligen Verschwinden des „Rauchs“ kurz nach dem Austritt aus den Ableitungen sieht.

    DA ich viele Jahre regelmäßig an mehreren solcher modernen Kraftwerke vorbeifuhr und mich solche Motive sehr reizten (ein besonders beeindruckendes Exemplar liegt auf der A4 unweit Aachen direkt neben der Autobahn), fiel mir das immer wieder auf.

    Dazu passt es eben auch, daß man HEUTZUTAGE sogar direkt daneben Sport treiben kann, was der einsame Ruderer mit seiner geradezu meditativen, ruhigen, allmählich optisch abklingenden Perlenkette stetiger Verwirbelungen der Skulls im Wasser wunderbar deutlich macht.

    Das gibt dem Bild eine ungeheure Kraft, welche auf gewisse Art der Botschaft eines schönen Bildes einer Naturlandschaft gleicht. Dass Industriefotografie in hohem Maße ästhetisch ansprechend sein kann, weiß man ja nicht erst seit dem Lebenswerk der Ehepaares Becher, dem wir die fotografische Dokumentation eines wichtigen Teils unseres Industriezeitalters verdanken…

    Gratuliere zu dem Bild.

    Es erinnert mich daran, daß ich als Wettbewerbsruderer bereits in den 1970er Jahren bei vielen Wettbewerben auf der Ruhr (und einigen Seen bzw. Staubecken wie dem Baldeney-See oder der Duisburger Wedau) in bisweilen erstaunlich sauberer Luft rudern konnte. Ich hatte damals anfangs noch das bereits zu dieser zeit nicht mehr so zutreffende Vorurteil des total dreckigen Ruhrpotts – das änderte sich dann jedoch rasch.

    OK, in Duisburg-meiderich oder etwas weiter Richtung Dinslaken wäre das damals noch nicht so einfach möglich gewesen… aber jetzt schon.

    Gruß

    DWL

    • Hallo DWL, vielen Dank für die Bewertung meines Bildes. Habe dadurch nochmals die Bestätigung bekommen, das der Ruderer das Bild aufwertet. In Farbe, so wie ich es ursprünglich aufgenommen habe ist es vielleicht noch harmonischer, aber ich wollte die Spannung Rauch mehr in Szene setzen.
      Beste Grüße

      • Hallo Helmut Hofer,

        Ich habe noch eine Frage zu der Nachbearbeitung:

        Im rechten Teil des Himmels (der eigentlich gleichmäßig hell zz sein scheint) unter den Wolken sind drei bis vier recht große runde/ovale fiffus-dunklere Bereiche, welche weder Wolken sein können, noch durch Lichteinfall bedingt sein können…
        Hand aufs Herz: ist das erst in der Nachbearbeitung „geboren“ worden, um rechts unten am Himmel mehr Dramatik zu erzeugen?

        Das hätte das Bild nämlich gar nicht nötig, mir erscheint dieses Phänomen beim nochmaligen Betrachten eher wie ein kontraproduktiver Fremdkörper, der nicht so recht zu der ansonsten klaren Struktur des Bildes passen will… und meiner Seherfahrung im Bezug auf das Licht bei tiefstehender Sonne bei Wolken, Himmel etc widerspricht…

        Gruß
        DWL

  • Das Motiv ist sehr gut umgesetzt, auch die Umsetzung in SW ist perfekt gelungen. Für mich ein sehr gutes Foto einer Industrielandschaft. Der Ruderer gibt der kalten Industrielandschaft noch etwas menschliches und bildet einen Kontrast zu den Anlagen.
    Was mich etwas verwirrt ist die Aussage, es sei eine Langzeitbelichtung, obwohl mit 1/30 sec. fotografiert wurde.
    Klar, es ist schwer, das bei einem kleinen Bild zu beurteilen aber ich denke, dass es nicht knackscharf ist. (Das ist jetzt mein subjektives Empfinden) Wurde ein Stativ verwendet? Vielleicht ist es auch die Beugung bei Blende 22.

    • Hallo zusammen,
      die Aufnahme ist absolut gelungen, ich kann mich Andreas’ Kommentaren fast vollständig anschließen. Nur eines frage ich mich: aus welchem Grund wird so oft vorausgesetzt, dass eine Aufnahme stets “knackscharf” sein muss? Fotografie, also „zeichnen mit Licht“, ist doch nichts Weiteres als der Ausdruck der Fantasie eines Künstlers, wie auch bei einem Maler, Musiker, etc. Somit kann ein Foto knackscharf sein, muss es aber nicht zwangsläufig, wenn es denn der Künstler nicht so beabsichtigt. Ohne niemandem zu nahe treten zu wollen, möchte ich hier Cartier-Bresson zitieren: “Sharpness is a bourgeois concept”… Schärfe an sich sollte kein wesentliches Merkmal eines Fotos sein.

      Einen schönen Sonntag noch!

    • Hallo Andreas, Danke für die Bewertung. Ja du hast recht dieses Bild von sehr vielen die ich dann aber wirklich langzeitbelichtet habe, ist keine Langzeitbelichtung. Es wurde ein Stativ verwendet. Eigentlich ist es in der Regel mein Ziel ein scharfes Bild zu erzielen, aber dort ist es sehr schwer, weil der Standort auf einer gebogenen Fußgängerbrücke ist. Ich denke es schadet dem Bild nicht sonderlich.
      Beste Grüße Helmut

  • ausdruckstarkes Bild da schwarzweiß Kraftwerk wirkt deshalb “echt”, tolle Wolkenfront, schönes weißer Rauch vor dunkler Wolke. Perspektive ideal, leider führt der Bogen der Brücke direkt durch das Objekt. Leider wird der symetrische Bogen durch den Zug, der über die Brücke und auch durch die eckige Brücke rechts gestört. Der Padler auf dem Kanal rettet aber die Scene ;)
    Grüße

    • Hallo Uli, danke für die Bewertung meines Bildes. Da habe ich ja nochmal Glück gehabt, dass der Padler der erst unter mir durch zum Kraftwerk paddelte nochmal zurück gekommen ist.
      Beste Grüße Helmut

  • Der unglaublich gewaltigen Größe und Stärke der Industrieanlagen, der Brücke, der großen Schiffe, und letztlich auch des Flusses selber, steht die verletzliche Winzigkeit des Ruderers gegenüber. Das ist das, was mich als allererstes ergreift, wenn ich das Foto sehe. Es ist auch das einzig Menschliche am Foto. Für mich bildet der Ruderer samt seiner Spur der Paddelschläge auch die erkennbare Leitlinie ins Bild hinein, der ich gerne folge. Die Brücke, tja… ob sie stört oder nicht, kriege ich nicht eindeutig benannt. Ihr Bogen teilt jedenfalls alle senkrechten Linien, und die Fahrebene teilt Industrie vom Fluss. Wahnsinnig gut gefällt mir der Kontrast von Wolken und Rauch. Alles in Allem ein Foto, in dem es eine Menge zu entdecken gibt, und auf das ich länger schauen mag.

    Herzlichen Gruß,

    Dirk Trampedach

    • Hallo Dirk Trampedach, danke für deine tolle Bewertung. Man sagt ja wenn man auf ein Bild länger als 10 Sekunden guckt, lohnt es sich nochmals hinzuschauen. Das mit der Farbe und harmony habe ich ja schon bei DWL, der ersten Bewertung erwähnt.

      Beste grüße Helmut

  • Ein richtig tolles Foto. Der Himmel mit den Dampf- bzw. Rauchfahnen in der Bilddiagonalen ist perfekt. Durch die tiefstehende Sonne werden die Gebäude und Rauchfahnen plastisch modelliert. Die Tonwerte sind knackig und passen zur Stimmung. Ich wünschte mir nur noch die Brücke und die dunkle Halle bzw. Schuppen links weg. Aber man kann nicht alles haben. Glückwunsch

    • Hallo Dirk, vielen dank für deine Bewertung. Ähnlich sehe ich das auch. Habe mich schon sehr bemüht bei der BA das Schiff neben dem Paddler aufzuhellen ohne dass es auffällt.

      Beste Grüße Helmut

  • Ein Bild, dass ich selber gerne gemacht hätte! Sehr kühl und technisch wirkend und ein wenig dramatisch sowie die wunderbare Komposition. machen das Bild zu etwas Besonderem. Ich könnte mir vorstellen, dass es auch im Format 16:9 sehr gut wäre.
    Herzliche Gratulation!

    Walter Frei

  • Bei aller kompositorischen Klarheit des Bildes stört mich was. Es ist die Atmosphäre, die nicht zum Gegenstand/Inhalt des Bildes passt (vielleicht ist es aber so gewollt…).
    Die Luft scheint so klar, wie im Gebirge über einem klaren Bergsee. Alles so sauber.
    Das ist doch ein Industriestandort. Dort bläst gerade ein Kraftwerk mächtig was oben heraus. Und ich sehe alles klarer, als ich es sonst mit meiner Brille vermag.
    Es wirkt wie gerneralgereinigt glatt.
    Wie gesagt: vielleicht ist es so gewollt. Für mich ist das widersprüchlich, was ich sehe.
    Das wollte ich zurück melden.
    Vielleicht kannst Du was dazu sagen, welches Ergebnis Du wolltest?
    Lieben Gruss
    Jürgen

    • @ Klaus-Jürgen Krah

      Bin zwar nicht der Bildautor, aber diese scheinbare Diskrepanz habe ich bereits weiter oben in einem meiner postings beantwortet: Aus den modernen Kraftwerken in Deutschland kommt heutzutage entgegen der Meinung der Bevölkerung nur noch hochgereinigter Wasserdampf raus. Daher ist es auch kein Rauch, sondern nur noch Dampf. Sichtbar daran, daß nach 50-200m nicht einmal mehr Dampf, geschweige denn Rauch am Himmel zu sehen ist.

      Gruß
      DWL