Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Gewinner und Verlierer der Photokina 2016

Wer sind die Gewinner und Verlierer der Photokina 2016? Ein Fazit noch bevor die Messe in Köln für zwei Jahre ihre Pforten schließt:

Die Hardware Gewinner und Verlierer der Photokina 2016

Canon ist der absolute Verlierer der Photokina

Beginnen wir mit dem größten, dem allergrößten Verlierer der Photokina 2016, der da heißt: Canon. Der große japanische Hersteller hat es geschafft zwei Kameras vorzustellen, die EOS 5D Mark IV und EOS M5, die beide bereits beim Erscheinen im September 2016 und November 2016 lange von der Konkurrenz überholt wurden. Die EOS 5D Mark IV (ich berichete) mit einem exorbitant unverschämten Preis von EUR 4.065,-, der nicht im Entferntesten zu rechtfertigen ist. Die Kamera hat alle Videografen verprellt und richtet sich ausschließlich an Fotografen, die ab und an Videos drehen. Dafür suckt der angeblich einstellbare Schärfebereich, der von Canon als Novum dargestellt wird, aber unbrauchbar ist. Nicht zuletzt dadurch, dass die Softwareanbieter diese Einstellung sicher nicht unterstützen werden (siehe Adobe Statement).

Viel schlimmer: (und das fällt mir heute erst auf) alle neuen Kameras (außer den Canon) haben einen 5-Achsen-Bildstabilisator in der Kamera, mit der sich auch Objektive ohne eigenen Bildstabilisator im Dunkeln bei ISO 100 nutzen lassen. Mit dem 5-Achsen-Bildstabilisator schafft man bis zu einer halben Sekunde aus der Hand ohne zu verwackeln. Nur Canon hat den 5-Achsen-Bildstabilisator sowohl in der 5D Mark IV, als auch in der EOS M5 „vergessen„. Oh mein Gott! Wie kann ein japanischer Hersteller so den Zug der Zeit verpassen! Die EOS M5 mit einem elektronischen Sucher kommt gefühlt etwa 3 Jahre zu spät. Die EOS 5D mk IV kommt gefühlt etwa 3 Jahre zu spät mit 7 Bildern pro Sekunde (bei maximal 21 RAW-Fotos bis der Puffer voll ist), wo andere jetzt 14 Bilder pro Sekunde anbieten. Um Himmels Willen. Wenn der Branchenriese die nächste Photokina überleben möchte, dann muss der Preis der 5D IV in den nächsten Monaten auf etwa EUR 2.500,- sinken. Oder aber Canon muss mit seinen Produkten aus den anderen Sparten quersubventionieren.

Innovativ war nur die Autofokus Bedienung der EOS M5 über den Daumen, während man durch den elektronischen Sucher mit immerhin 120 Bildern pro Sekunde schaut. Aber der ist nicht sexy, das kann ich schon mal vorweg nehmen. Gut, da gibt es andere Hersteller die das auch nicht besser schaffen. Abzuwarten nach wie wenigen Bildern der Kameraakku leer sein wird. Der Hersteller spricht von vagen 450 Bildern pro Akku. Auch das ist keine Glanzleistung, aber Hey! Canon was macht Ihr da?

Wenn jetzt nicht bald die Canon EOS 6D Mark II zu einem gescheiten Preis mit 5-Achsen-Bildstabilisator kommt, dann ist Canon wirklich bald in Not und die letzten Profis und Amateure wechseln zu Nikon oder Sony. Das wäre längst passiert, wenn da nicht ein guter Objektivpark wäre und die Fotografen beim Systemwechsel nicht so viel Geld verlören.

Olympus ist Photokina Verlierer

Interessiert sich überhaupt jemand für Olympus? Der Micro Four Thirds Sensor hängt doch nur noch am seidenen Faden und was steckt man da Geld rein, wenn man doch weiß, dass das keine Zukunft hat? Ich frage mich ob alle das wissen außer der Geschäftsführung? Ich übertreibe mal mit meiner Meinung.

Die neue OM-D E-M1 Mark II – wer soll sich so einen beschissenen Namen merken? – ist zwar klein und kompakt, sie sieht retro schick aus, aber der Sensor ist doch längst out of date. Übrigens fällt mir auf: Olympus hat auch den so genannten AF Targeting Pad, also das Fokussieren auf dem Touchdisplay während man durch den Sucher schaut. Wer hat das jetzt erfunden? Canon oder Olympus? Ich weiß es nicht. Es gibt ein paar weitere innovative Ansätze wie das Fokus Bracketing, bei dem mehrere Bilder in Schärfeebenen geschossen werden. Aber 16 Megapixel? Mehr geht da halt nicht auf dem kleinen Sensor. Lassen wir das.

Nachtrag: Klaus Dicken sagte, die Olympus habe vielleicht ihren Sinn, weil sie klein und leicht ist. Damit hat Klaus natürlich Recht, denn das wird von vielen Kunden und Kundinnen geschätzt.

Sony ist Photokina Verlierer

Eine neue Sony Alpha 99 II ist raus. Ein so genanntes Spitzenmodell von Sony, was tatsächlich die vergleichbaren Kameras von Canon bei weitem in den technischen Hintergrund stellt:

  • 12 Bilder pro Sekunde
  • elektronischer Sucher
  • 5-Achsen-Bildstabilisator
  • 42 Megapixel Vollformat (!)
  • AF mit Motivverfolgung – AF Augenerkennung
  • 4K Video

Wie kann eine solche Kameragranate ein Verlierer sein? Wussten Sie, dass der teildurchlässige Spiegel (hier handelt es sich um eine Systemkamera mit elektronischem Sucher und Spiegel, der beim Auslösen nicht hochklappt) dem Sensor bis zu 30 Prozent Licht wegnimmt? Das suckt. Und es gibt keine neuen A-Mount Objektive. Das A-Mount System hat seit geraumer Zeit keine neuen Objektive hervorgebracht und ist sehr begrenzt. Alle dachten Sony lässt das System sterben! Es gibt zur Zeit 19 Objektive die recht teuer sind. Bevor Frau/Mann sich für diese Kamera entscheidet, sollte man sich klar sein, dass man die Linsen seiner Wahl findet.

Deshalb ist Sony der Verlierer der Messe. Die Kamera hat einfach nicht die nötige Resonanz gebracht. Aber zugegeben: sie ist um Längen weiter als die Canon 5D Mark IV. Und ist dabei sogar etwa EUR 500,- günstiger. Dass Sony 4K Video besser kann als Canon ist sowieso schon vorab klar.

GoPro verliert

GoPro hat finanzielle Schwierigkeiten, weil kaum jemand einsieht eine Kamera zu kaufen, die er bereits im Smartphone in der Hosentasche trägt. Deshalb baut der Hersteller jetzt eine Drohne, die kompakt ist und leichter mitgenommen werden kann als die der Konkurrenz. Aber ich bitte Sie: ist das die Lösung? Es gibt tausende Drohnen am Markt und wer hat da den Überblick? Zumal die Dinger einfach nur nerven und man ihnen am besten den Mittelfinger in die Kamera streckt.

Sigma ist Verlierer

Sigma hat eine 500mm f4.0 Linse angekündigt. Das Superteleobjektiv soll um die EUR 7.000,- kosten und ist damit nur etwas günstiger als ein Original Nikon 500mm Nikkor Objektiv! Wer wird den Mist wohl kaufen, wenn man für einen ähnlichen Preis ein Nikkor bekommt? Um Himmels Willen Sigma! Mein Redaktionskollege Klaus Dicken meidet Sigma wegen der, seiner Meinung nach, sehr schlechten Qualität wie den Teufel. Ich stimme ihm zu. Mag sein, dass die Art-Serie eine Ausnahme macht. Weiß ich nicht. Sie? Vielleicht wurde es Zeit mal mit der Art-Serie die alte Qualität abzulösen?

Nikon ist einer der Gewinner der Photokina

Warum ist Nikon ein Gewinner? Weil sie bereits Monate vor der Messe die beste Kamera 2016 gebracht haben: die Nikon D500. Seitdem diese Granate von Kamera raus ist, müssen sich alle Hersteller an ihr messen. Besonders gutes Rauschverhalten, 10 Bilder pro Sekunde (bei 200 Bildern in Folge!), unschlagbarer Autofokus, fantastische Bildqualität, 4K Video, schnelle Verbindung zum Smartphone und vieles mehr. Nicht mal den 5-Achsen-Bildstabilisator vermisst irgend jemand bei der Kamera, denn immerhin hat sie einen guten einfachen Bildstabilisator im Body. Sie gilt als das Highlight 2016 und hat weit vor der Photokina den Markt abgeräumt, obwohl auch Nikon die Preise stark erhöht hat und die Kamera mit etwa 2.300,- reichlich teuer an dem Markt kam.

Die Kamera hat zu Recht die Preise aller Magazine abgeräumt. Sie ist einer der Gewinner der Photokina und spricht für den Sensor, die Qualität und den guten Riecher von Nikon.

Panasonic ist ein Gewinner

Panasonic macht derzeit alles richtig. Sie bauen mit der FZ 1000 schon seit Jahren eine tolle Bridgekamera. Jetzt ist der Bridgekamera Nachfolger FZ2500 angekündigt, welche eine eierlegende Wollmilchsau sein wird und zudem leicht in der Hand liegt. Richtig innovativ ist der automatische Graufilter, der auch manuell in verschiedenen Stufen eingestellt werden kann. Geil und richtig innovativ! Natürlich mit – raten Sie mal, ja richtig: – 5-Achsen-Bildstabilisator!

Die Panasonic GH4 ist seit Jahren der Star der 4K-Kameras sowohl im Videobereich als auch im Fotobereich. Videografen nehmen diese Kamera lieber als die Sony 4K-Kameras. Jetzt wird zur Photokina die GH5 angekündigt und die ist zum Beispiel um Längen weiter als Canons 5D mk IV. Ehrlich gesagt ist die GH4 noch weit vor der 5D mk IV, und das obwohl sie bereits Jahre auf dem Markt ist. Leider wird die GH5 vermutlich erst im Sommer 2017 zu kaufen sein.

Fujifilm ist der Star der Photokina

Kommen wir zum absoluten Gewinner der Photokina: Fujifilm. Wer hätte vor der Fotomesse eine Wette auf Fujifilm abgeschlossen? Ja richtig, das ist ein Überraschungssieger, auch wenn ich den Sucher der neuen Fujifilm X-Pro2 persönlich nicht besonders mag und auch nicht finde, dass die Kamera gut in der Hand liegt. Die echte Sensation sind die Fuji XT-2 und die neue Fujifilm GFX 50S Mittelformatkamera mit 50 Megapixeln.

Gewinner der Photokina 2016: Fujifilm GFX 50S

Gewinner der Photokina 2016: Mittelformat Fujifilm GFX 50S

Mit der GFX 50S geht Fujifilm in den Profibereich und genau das ist auch unternehmerisch richtig, wenn man den wegbrechenden Kompaktkameramarkt anschaut. Jeder weiß schon heute, dass die Mittelformatkamera mit extrem geringem Sensorrauschen der Hasselblad und Mamiya den Markt abgraben wird. Die Fujifilm GFX 50S wird besser sein und billiger, aber erst in 2017 auf dem Markt zu kaufen sein. Trotzdem ist die GFX 50S der tatsächliche Photokina Gewinner.

Schaut man sich die zu Fujifilm wechselnden Profi Fotografen und das Know-how des Herstellers an, dann kann man sich mit Fujifilm auf einen der Gewinner der Zukunft einstellen. Meine Meinung!

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Gewinner und Verlierer der Photokina 2016

Peter Roskothen

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fotojournalist sowie Fototrainer und schreibe auf *fotowissen für andere Foto-Amateure und ambitionierte Fotografen. Die digitale Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Facetten und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe. Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu besseren Fotos beitragen. Meine Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign lautet Peter Roskothen Fotokunst & Design. Bei Google Plus finden Sie mich unter Google+

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19 Kommentare

  1. Lieber Peter;

    seit geraumer Zeit lese ich diesen Newsletter mit großer Freude. Danke dafür! Natürlich war ich – wie vermutlich nicht wenige Gleichgesinnte – neugierig auf eine Zusammenfassung der Photokina. Mit dem Artikel „Gewinner und Verlierer der Photokina,“ sah ich meine Erwartungen erfüllt. Allerdings drängte sich mir beim durchlesen schon der leise Verdacht auf, dass die Objektivität gegenüber Produktwerbung etwas ins Hintertreffen geraten ist.

    Canon wegen dem fehlenden 5 Achsen Bildstabilisator zu verteufeln, während selbiger Mangel bei Nikon eben mal erwähnt, aber keinesfalls negativ kommentiert wird, ist ebenso kühn, wie die Sony Alpha 99 II herunterzumachen.
    Die Qualität der Sigma Art Objektive solltest du bitte testen und dies auch Klaus Dicken empfehlen, bevor du – sprachlich geschickt – Sigma insgesamt verteufelst aber für die Art Serie ein Hintertürchen mittels Fragezeichen einbaust.
    Ich fotografiere mit einem 50mm, 1.4Art und dem 35mm,1.4 Art und bin mit beiden sehr glücklich. Übrigens an zwei Nikons – nicht wie oben zu erwarten – Canon. Ein klein wenig Objektivität eben, bitteschön!

    Darüberhinaus will ich nicht wegen Kleinigkeiten motzen und habe Verständnis, wenn in der gebotenen Eile kleine Fehler in den Text rutschen. Im vorliegenden Artikel ist dies doch etwas arg, wie ich mit einigen (unvollständigen!) Beispielen anmerken darf:

    Der Hersteller spricht von wagen 450 Bildern pro Akku. – richtig: vage
    …beim Systemwechsel nicht so viel Geld verlören. – richtig: verlieren würden; zu verlieren hätten
    Ein so genanntes Spitzenmodell von Sony, was tatsächlich… – richtig: das tatsächlich…
    …reichlich teuer an dem Markt kam. richtig: …den Markt

    Die – nicht wenigen Tippfehler – akzeptiere ich als Preis der Schnelligkeit, aber was „….das suckt…“ bedeutet, möchte ich doch zu gerne erfahren. Habe ich da einen neuen Fachbegriff verschlafen, oder wurde lediglich ein Kunstwort in den Text gebastelt um die Sache spannender zu machen?
    Es „suckt“ der angeblich einstellbare Schärfebereich bei Canon ebenso wie der lichtschluckende, teildurchlässige Spiegel der Sony. Was bitte ist „suckt“?

    Trotz dieser Kritik sage ich nochmals DANKE für einen immer recht interessanten Newsletter.

    Mit besten Grüßen,
    Alfred Rosner

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    • Peter Roskothen

      Lieber Alfred,
      ich habe tatsächlich schon differenziertere und fairere Beiträge geschrieben. Deine Kritik ist durchaus berechtigt.
      Meine Objektiv-ität hat sich beim Lob für Tamron eingependelt. Ich mag die Firma, aber ich mag auch Canon. Allerdings würde ich mir wünschen, bei Canon wären weniger konservative Menschen entscheidend. Beim Interview mit der Chip Foto Video hat der Geschäftsführer von Canon, Masaya Maeda 2015 gesagt:
      „Allgemein verfolgt unsere Firma die Flaggschiff-Strategie. Aktuelle Spitzentechnologie bekommt erst unsere oberste Klasse – sprich da, wo sie unsere Konsumenten primär brauchen. Anschließend verteilen wir die Technik auf die unteren Segmente“.
      Jetzt frage ich Dich: was soll da für die EOS 6D Mark II und 90D und 800D kommen? Während Pansonic per Firmwareupdate das Fotografieren in Serie auf Schärfebenen in seinen Modellen einfach mal nachrüstet, die Firma bereits den 5-Achsen-Bildstabilisator und bestes 4K-Video bietet, ist Canon mit seinem konservativen Kurs nicht in der Lage wirkliche Spitzenmodelle zu liefern, die all das haben. In der EOS 5DSR fehlt das Wi-Fi und GPS Modul. Um Himmels Willen, was für schwere Managementfehler! Das kann auch Canon im Laufe der Zeit zusetzen.
      Ulrich berichtet in seinem Photokina-Bericht über Nikon als ähnlich konservativ und verhalten. Nikon bringt ein neues Segment im Bereich Actioncams. Aber: der Bereich ist tot! GoPro hat massive Schwierigkeiten damit und war doch einer der ganz großen im Segment. Auch ein schwerer Managementfehler. Nikon schafft es den Bereich der spiegellosen Kameras zu verschlafen. Dornröschenschlaf hat schon andere Hersteller den Kopf gekostet, denk mal an den Wechsel von Analog auf Digital. Auch daran sind Firmen kaputt gegangen.
      Ich bin tatsächlich sauer, weil es offenbar bei beiden Firmen Manager gibt, die nicht verstehen, was der Verbraucher möchte. Und das kann unseren Investitionen über lang oder sogar kurz den Garaus machen. Dieses selbstgerechte Planen von überbezahlten Managern, die schlichtweg die Wünsche der Kunden nicht verstehen oder verstehen wollen ist nicht zum Wohl der Firmen.
      Ich gebe Dir ein Beispiel: viele Aufnahmen mit einer 5DSR werden vermutlich aus Bodennähe erstellt. Die Kamera ist für Naturaufnahmen / Landschaftsaufnahmen prädestiniert. Sie hat aber kein Klappdisplay. Würde ich die Manager von Canon jetzt fragen, würden sie vermutlich antworten, dass ein Klappdisplay die Kamera nicht wasserresistenter und robuster macht. Aber dann muss ich wenigstens im Canon-App das Bild sehen können! Wie kann man bei einer solchen Kamera Bluetooth oder Wi-Fi vergessen?
      „Das suckt“ ist teils deutsch, teils englisch. „It sucks“ heißt übersetzt so viel wie „Das ist ätzend“. Entschuldige, ich vermeide sonst solche Ausdrücke, aber ich rege mich gerade auf über so viele Planungsfehler von Kameraherstellern. 🙂
      Sigma – die haben in der Vergangenheit viel Mist produziert. Ich denke Sigma ist mit der Art-Serie auf einem guten Weg, hat aber in Tamron, Zeiss und anderen sehr kräftige Mitbewerber. Letztlich können wir sehr dankbar für diese Mitbewerber sein, denn die haben erreicht, dass auch Canon und Nikon über bezahlbare lange und kurze Brennweiten nachdenken. Schließlich habe ich kein Geld für ein Wildlifeobjektiv, welches EUR 8.000,- kostet. Tamron und Sigma haben es mit dem 150-600mm Objektiv geschafft, den Markt aufzumischen. Und die Kamerahersteller auf den Boden der Tatsachen zurück zu bringen. Nicht zuletzt deshalb hat Nikon seitdem ein bezahlbares und sehr gutes 200-500mm Objektiv im Sortiment.
      Fazit: es gibt Überraschungssieger im Fotobereich. Dazu gehören Canon und Nikon leider nicht. Beide Firmen wären mit einem besseren Management gut beraten.

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      • Lieber Peter;

        herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort, die absolut nicht selbstverständlich ist.
        Deinen Ausführungen kann ich in dieser – eher gesamthaften und nicht so wertenden – Darstellung, jetzt auch zustimmen.
        Dass Canon UND Nikon vieles verschlafen haben, steht ebensowenig ausser Zweifel, wie die tiefgreifende Krise der gesamten Branche. Auch deine Position zu Sigma liegt nach meiner Einschätzung in der jetzigen Darstellung deutlich näher an der Realität, als im ursprünglichen Artikel.
        Für deine Kritikfähigkeit und nunmehr veränderte Darstellung der Dinge (immerhin war Nikon ursprünglich mit der D 500 als Gewinner der Photokina gelobt worden, während du sie jetzt bei den Verlierern siehst) gebührt dir mein voller Respekt!

        Alfred Rosner

  2. Peter Roskothen

    Und noch mal Canon: warum schafft es die Firma nicht, mit Firmware-Updates die alten Kameras aufzuwerten? Es gibt so viele Vorschläge eine 5D Mark III zu verbessern. Da passiert gar nichts. Vorbild Panasonic: da geht das!

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    • Das geht auch bei Olympus mit den FW-Updates inkl. kostenlosem erweiterten Funktionsumfang ! Nicht nur bei Panasonic, die übrigens auch im von Ihnen totgesagten MFT-System leben.
      Olympus – diese innovative und qualitätsvolle Marke, die Sie in dem Beitrag niedergemacht haben. Warum eigentlich ? Haben Sie sich nicht umfassend damit beschäftigt, geschweige denn damit fotografiert ?
      E-M1 MkII mit 16 MP ? Wieso ? Sie hat 20 MP !
      Canon ist für mich schon seit langem Geschichte, ich habe mich über die klapprige Qualität und mangelnde Präzision schon vor vielen Jahren geärgert. Dazu kommt noch das arrogante Auftreten dieser Marke (was natürlich auch an Personen liegt).
      Meine erste D-SLR war eine Olympus. 1998. Eine Camedia 1400XL Studio, mit der wir sehr viele Passbilder, Bewerbungs- und Freundschaftsbilder produziert haben (Canon hatte damals noch nichts annähernd Vergleichbares). 2003 kam dann dazu noch eine Canon D-SLR , das waren ja im Wesentlichen die ersten bezahlbaren D-SLRs mit Wechselobjektiven. Dann Weitere. Bis ich zur Olympus E-3 kam und die macht(e) viel Freude. Die hatte 2007 neben einem massiven spritzwassergeschützten Gehäuse schon ein Schwenk-Klappdisplay, einen Staubschutzsensor (ich hab da nie herumputzen müssen 🙂 ) und eine sehr gute Bildqualität , sogar bei JPGs. Nebenbei hatte sie auch noch das damals schnellste AF-System in Verbindung mit dem legendären 1:2,8-4 / 12-60 SWD (KB = 24-120) . Diese Optik ist bis heute noch nicht klapprig (wie mein seeliges Canon EF 24-70 L USM) und es läßt sich sogar perfekt an die OM-D E-M1 adaptieren. Also Olympus versucht immer wieder, seinen Kunden kompatible Lösungen anzubieten. Das haben wir z.Bsp. bei Canon, Nikon, Minolta alles schon mal ganz anders erlebt.
      Also bitte nicht nur über eine Marke schreiben, sondern sich auch damit befassen. Danke !

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      • Peter Roskothen

        Ich finde es prima, wenn ich so viel Widerspruch bekomme – immerhin lebt jetzt mal das Kommetarfeld. Wenn ich ganz unprovokative Artikel schreibe, dann kommt da gar nichts. So ist das scheinbar ein Kompliment wenn niemand schreibt?

        Wer von Olympus so begeistert ist, der kann mir gerne einen Artikel zur Kamera senden und beschreiben, was so gut ist, Fotos beilegen oder einfach erzählen warum er gewechselt hat. So wird das dann hoffentlich etwas objektiver.

  3. Peter Roskothen

    Hallo Alfred, ich halte Nikon nach wie vor nicht für einen totalen Verlierer, weil sie eine bezahlbare, gute D500 raus gebracht haben. Die anderen Kameras D810 und D750 sind glaube ich auch ganz weit vorne, was das minimale Rauschen und den hohen Dynamikumfang angehen. Interessant und neu für mich war der fehlende Spritzwasserschutz, den Ulrich beschrieben hat. Jedenfalls danke ich Dir für die Möglichkeit meine Überlegungen noch etwas eingehender zu erläutern. Und ja: da sind wir uns einig, Canon und Nikon müssen was tun. Danke für Deine Mitarbeit und die konstruktive Kritik, Alfred!

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  4. Also wen der MFT-Sensor in einer Olympus steckt, dann ist das ein Verlierer. Der gleiche Sensor in einer Panasonic ist aber Gewinner. Verstehe. Nicht.

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  5. Exakt. Der neue Olympus Sensor hat 20 MPIX und Phasen-Kreuzsensoren, 128 Stück über den ganzen Sensor verteilt. 18 Bilder/Sek mit AF, 60 Bilder/Sek ohne AF, in RAW, in voller Auflösung, mit PreCapture (also Aufnahme schon vor der Auslösung).
    Das wird eine Sportskanone. Die anderen Sport-Kameras haben auch nur unter 20 MPIX, weil Sportjournalisten nicht mehr brauchen.

    Für Porträt und Studiofotografie vielleicht nicht unbedingt geignet, aber für Reise und Sport.

    Und die Kamera hat nicht nur einen 5-Achsen Sensor, sondern zusätzlich noch drei Achsen in einigen (na gut, bisher zwei) Objektiven, kombiniert 6,5 Blendenstufen.

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    • Peter Roskothen

      @Roger – erst mal Danke Roger für Deinen friedlichen Kommentar, der auch noch gut recherchiert ist. Reden wir jetzt über die OM-D E-M1 Mark II, deren Namen man sich nicht merken kann? Und auch nicht aussprechen kann? Bei diesem Namen fragen sich ältere Menschen sicher was das soll? Und Besitzer müssen alle mal auf dem Gehäuse nachschauen, wenn sie jemandem sagen möchten, wie ihre Kamera heißt? Ist Olympus deshalb ein Gewinner? Weil sie im Jahr 10 von diesen Kameras verkaufen? Oder sind es 11 Stück? Na Du merkst schon, ich provoziere ein bisschen.

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      • . . . zum Namen der Olympus fällt mir nur eins ein: OMG – oh my good! ;-))

      • Klar kann Olympus von der OM-D E-M1 Mark II noch nicht mehr als 10 Stück verkauft habe – die gibt es nämlich noch gar nicht. Und vom Vorgänger werden auch mehr verkauft worden sein, denn mindestens 10 Leute kenne ich schon persönlich.
        Und OM-D und E-M ist eigentlich doppelt, es hätte E-M1 gereicht, damit ist die Kamera eindeutig bezeichnet. OM-D ist einfach die Erinnerung an die Analog-Zeit, wo die Olympus-Kameras eben OM1 etc. hießen. Unter Olympioniken heißt die Kamera einfach M1 (oder je nach Modell, M10-II, P5 etc.) Sinnergeweise hat Olympus den Modellnamen auf die Kameraoberseite geprägt, in Richtung des Fotografen. So reicht ein kurzer Blick, fällt gar nicht auf, und man weiß, was man in der Hand hält. Das sind eben die durchdachten Feinheiten.
        Und in Japan liegt Olympus noch weit vor Sony im Marktanteil.
        http://www.43rumors.com/japanese-2015-sales-report-olympus-makes-an-impressive-12-in-market-share/

      • Also ich nenne meine spiegelfreie Olympus-Systemkamera schlicht „Inke“. Ich meine, die hat was mit „5 MkII“ zu tun. Interessiert es mich? Marginal. Ist das für die fotografischen Ergebnisse von Bedeutung? Nicht im Entferntesten. Genauso könnte man sich über die völlig entgleiste Modellbezeichnung der einzelnen Canon-DSLRs der Neuzeit. Eigentlich kann ich mir keine derartige Bezeichnung so recht merken. Wenn das ein K.O.-Kriterium sein soll: das Problem hätte ich gern. Dann aber sollen sich die Kameras Uschi, Puschi… usw. nennen. Oder: Amera, Bamera, Camera, Damera… Bitte nicht vergessen, von wem die Idee kam. 🙂

    • Na ja, Herr Roskothen. Zumindest ist das Objektivangebot bei Olympus weitaus größer u. auch hochwertiger als das bei Sony. Die OM-D E-M1 Mark II hat übrigens nicht 16 sondern 20 Megapixel … nur mal so zur Aufklärung. Ob man sich den Namen merken kann, oder nicht, hat nix mit der Leistung dieser Kamera zu tun und ist auch bestimmt kein Kaufkriterium.

      Mit freundlichem Gruß, Frank Morenz … ehemaliger Canon Eos 60D- Besitzer und Umsteiger auf OM-D E-M1

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      • Peter Roskothen

        🙂

  6. Guten Tag Herr Roskothen

    Zum Artikel „Sigma ist Verlierer“ möchte ich Folgendes anfügen: Als begeisterter und ambitionierter Fotograf bin ich Besitzer mehrer Sigma-Objektive, so z.B. die Makros 50, 70, 105 OS und 150 mm OS, und ich kann Ihnen versichern, dass die Qualität hervorragend ist und ich nie Probleme mit der Schärfe oder sonst was hatte. Diese Makros können locker mit den Originalen von Canon und Nikon mithalten, kosten aber nur einen Bruchteil davon. Auch der Service ist hervorragend. Nun zu der Art-Familie, die Sie anscheinend nicht kennen. Ich besitze zwei davon: das Sigma 18-35mm 1.8 ist schon fast brutal scharf, kein anderes Nikonzoom kommt auch nur annähernd an diese Leistung heran. Zudem ist es hervorragend verarbeitet und nicht schwerer als ein 2.8er Zoom. Ebenfalls hervorragend ist das inzwischen schon fast legendäre 35er 1.4 Art. Auf meiner Nikon D750 bringt es eine herausragende Bildqualität und ist fast noch einen Tick schärfer als die hochgelobten neusten Makros von Sigma. Mit einem USB-Dock können die Art und Sports Objektive übrigens bei Bedarf auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden und in der Schweiz werden die Objektive mit einer Garantiekarte ausgeliefert, die lebenslänglich einen Gratisservice pro Jahr beinhaltet.
    Im Gegensatz zu Nikonobjektiven wird die ganze Produktion seit der Neulancierung vor ein paar Jahren in Japan durchgeführt. Ich hatte nie irgendwelche Beanstandungen und die Sigma-Objektive waren beim Kauf perfekt justiert. Kürzlich habe ich das viel gelobte Nikontele 200-500 5.6 VR gekauft, made in China. Für das Nikkor habe ich mich entschieden, da es etwa 600 g leichter ist als das Sigma 150-600mm Sports. Das Nikkor war unterdessen wegen einem Elektronikfehler schon zwei Mal im Service und wird nun definitiv ausgetauscht. Zur Rettung von Nikon möchte ich noch anfügen, dass die Abbildungs- und Autofokusleistung sehr gut sind.
    Ich würde mal salopp behaupten, dass Sigma in der höchsten Liga mitspielt und sich mit den letzten Objektiven eher an Zeiss orientiert hat als an den Originalherstellern. Nikon können dem Druck von Sigma und auch Tamron sicher nicht damit begegnen, dass sie die Produktion in 3.-Weltländer auslagern.
    Feundlicher Gruss Rolf Carl, Schweiz

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    • Peter Roskothen

      Guten Tag Herr Carl,

      vielen Dank für den klärenden und ausführlichen Kommentar. Ich bin mir bewusst, mit dem Artikel einige Nutzer und Hersteller vor den Kopf zu stoßen. Immerhin bekomme ich so mal Kommentare von Menschen, die sonst Beiträge meist konsumieren und nicht aktiv werden. Ich bin für jeden kritischen und klärenden Beitrag dankbar, so auch für Ihren.
      Meine Erfahrungen mit Sigma sind nicht so vielfältig wie die Ihren. Deshalb halte ich Ihre Expertise für wertvoll. Danke Ihnen!
      Mein Eindruck von der Photokina ist indes trotzdem, dass Sigma Verlierer war. Auch wegen des teuren Objektivs, für das ich immer noch keine Zielgruppe sehe. Vielleicht darf ich noch anmerken, dass jeder mit einer bestimmten Erwartung und Sichtweise über die Messe geht. Diese Messe war wirklich nur für sehr wenige Unternehmen ein Erfolg. Ich habe viele Stände gesehen, die mich wenig begeistert haben und einige wenige, die heraus stachen. Dazu gehörte Fujifilm mit seinem Ministand in Anbetracht vom (berechtigten) Andrang.

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  7. Guten Abend Herr Roskothen

    Besten Dank für Ihre promte Antwort. Wenn man es isoliert betrachtet, muss ich Ihnen recht geben; auf ein 5ooer f4 hat wirklich niemand gewartet, da sind Nikon und Co. schon recht gut aufgestellt. Viele warten auf das angekündigte Sigma 24-70er 2.8 mit OS, das meiner Meinung nach fast sicher mindestens das neue Nikkor ausstechen wird und ein richtiger Verkaufsschlager werden könnte. Tamron hat ja auch schon gezeigt, was möglich ist.
    Die Nachrichten über Fujifilm habe ich auch mit Interesse gelesen, vor allem über die Mittelformatkamera. Stellt sich nur noch die Frage, ob sich das Amateure leisten können oder ob die Kamera mit den ebenfalls sehr teuren Objektiven nur Profis vorbehalten ist!

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