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Fotoprojekt – Idee, Planung, Durchführung

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Äste im Vordergrund, und das Rot des Automaten wiederholt sich in Schild und Ampel.

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Liebe Fotografie-Begeisterte,

wenn Sie 40 Jahre oder älter sind, und wachen Auges durch die altbekannten Straßen ihres Ortes, ihrer Stadt schlendern, was fällt Ihnen dann mit Blick auf den erkennbaren Wandel um Sie herum auf? Nichts? Oder sind Sie sich nicht sicher, was genau ich gerade meine? Dann möchte ich sie mal mit der Nase, bzw. dem Auge drauf stupsen. Die unter 40jahrigen nehme ich auch gerne mit… ;-)

Schauen sie sich bitte vor Ihrem geistigen Auge dort, wo sie aufgewachsen sind und leben, aufmerksam um. Wann haben Sie dort zum letzten Mal irgendetwas gesehen, dass der „Epoche zwischen Mittelalter und Moderne“ entstammt? Erleben Sie nicht vielleicht auch dieses architektonische, gestalterische Vakuum im öffentlichen Raum, in dem die alltäglichen Elemente der Nachkriegszeit bis hinein in die 80er, 90er Jahre verpufft zu sein scheinen?

Suchen Sie nicht auch manchmal die Dinge des alltäglichen Lebens, die Teil Ihrer Kindheit und Jugend waren? Gibt es sie noch irgendwo, die summenden Softeis-Automaten, die wenig diskreten Passbildboxen mit Vorhang, die blassroten Kaugummi-Automaten mit Drehgriff, in denen die bunten Zuckerkugeln gefühlt Jahre verweilten? Oder sind Ihnen heutzutage Stellen bekannt, an denen noch alte Telefonzellen stehen, ein nostalgischer Mülleimer, die gute, alte Parkuhr, oder ein Münzen fressendes, wippendes Plastikpferd oder Rennauto vor Karstadt & Co, mit dem Sie während des Familieneinkaufs für 20 Pfennig ins Kurzabenteuer entflohen? Ich könnte das noch endlos fortführen, und wahrscheinlich kommen Ihnen gerade auch etliche Erinnerungen dazu in den Sinn.

Fotoprojekt - Idee, Planung, Durchführung
Fotoprojekt – Idee, Planung, Durchführung – Kaugummiautomat

Fotoprojekt – Idee, Planung, Durchführung

Mir selbst sind in meiner Stadt dazu spontan kaum Dinge oder entsprechende Plätze eingefallen. Doch ich habe den Gedanken nicht zur Seite legen können, es ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Sind die alten Relikte wirklich verschwunden, oder nehme ich sie nur nicht mehr wahr? Und so habe ich mich überwiegend auf die alten Kaugummi-Automaten konzentriert, nach ihnen recherchiert, und zu suchen begonnen. Letztlich kam mir dann die Idee, ob es nicht auch reizvoll wäre, ein eigenes Fotoprojekt daraus zu entwickeln.

Es ist wie immer, viele Wege führen nach Rom… zum Fotoprojekt! Für jedes Projekt gibt es konzeptionelle Dinge, die sein können, sollten, oder notwendig sind, um einem Projekt das Prädikat „Projekt“ auch zuschreiben zu dürfen. Wie so etwas dann beispielhaft aussehen kann, und was mir persönlich zur Planung und Durchführung erwähnenswert erscheint, möchte ich bei *fotowissen gerne mittels Vorstellung meines eigenen Fotoprojekts verdeutlichen. Mein Thema waren also die verlockenden “Groschengräber” und kindgerechten “Sozialstationen” der 70er und 80er Jahre, halt jene mega-coolen “Jugendtreffs aus Blech”.

Das Fotoprojekt

Sinn und Nutzen

Der Grund. Wozu machen wir überhaupt ein Fotoprojekt?

  • Grundsätzlich ist ein Fotoprojekt nichts anderes als einer von vielen Tricks, sich selbst zu motivieren, „dranzubleiben“ an der Fotografie. Außerdem vertiefen wir, wenn es optimal läuft, die inhaltlichen Kenntnisse zum jeweiligen Thema des Projekts, und schärfen das Bewusstsein für die jeweils notwendige Art und Weise der fotografisch-technischen Umsetzung. Wir lernen auf kurze Distanz vielschichtig hinzu. Und die Identifizierung mit dem Projekt steigt, wenn das Thema des Projekts auch unmittelbar mit uns selbst zu tun hat. Sämtliche Kirchenportale, oder alle Brücken der Stadt zu fotografieren, sind irgendwie auch Projekte. Eine gute Antwort finden sollten wir allerdings auf die Frage: „Was hat das Projekt mit mir zu tun?“

Konkret in diesem Projekt: Wie schon eingangs erwähnt, kam mir das Thema der alten Automaten in den Sinn. Solche, eigentlich banalen Motive und Alltagsklassiker, mag ich sehr. Diese Kaugummiautomaten sind Relikte meiner Kindheit, Gräber meiner letzten Groschen Taschengeldes. Und letztlich großartige Fotomotive!

Der Moment. Wann bietet es sich zeitlich an, ein Fotoprojekt umzusetzen?

  • Ein Fotoprojekt ist kein Lückenfüller und auch nichts für nebenher. Das eigene Foto-Projekt ist es wert, hohe Aufmerksamkeit und wenig Ablenkung zu erfahren. In die Zeiten, in denen sowieso schon einiges los ist, gehört ein Fotoprojekt nicht auch noch hinein. Neben allen anderen Faktoren bedarf darum auch gerade der Zeitpunkt für das eigene Fotoprojekt einer guten Wahl.

Konkret in diesem Projekt: Gewählt habe ich den Zeitraum von November bis Anfang Januar. Es ist sehr früh dunkel, ich war daher fast immer nur an den Wochenenden unterwegs. Es blieb genug Zeit , denn Reisen und sonstige Dinge finden im Winter ja sowieso deutlich reduzierter statt, und die Beeinträchtigungen durch die Pandemie taten/tun ihr Übriges.

Theorie

Das Thema. Wie finde ich eins?

  • Im Netz finden sich viele Angebote klassischer, recht bekannter Foto-Projekt-Themen. Sie zu nutzen, erspart einiges an eigener, geistiger Vorarbeit, ist aber oft nicht so spannend, wie ein eigenes Projekt. Wer sich seiner Hobbies und eigenen Interessen als Ideengeber bemächtigt, findet immer einen guten Ansatz. Dazu brauchen wir nicht kompliziert zu denken. Generell lässt sich sagen, dass aus allem, womit wir uns oft und gerne beschäftigen, ein Foto-Projekt werden kann.

Konkret in diesem Fotoprojekt: Technische, analoge Dinge im Bereich Retro mag ich, und wahrscheinlich hat es auch etwas mit Sentimentalität zu tun, dass ich ausgerechnet auf Relikte wie Kaugummiautomaten komme. Und es schrie förmlich danach, denn ich habe in diesem Fall einfach lange genug drüber nachgedacht.

Das Ziel. Wozu steht das am Anfang der Planung?

  • Mit Ziel ist gemeint, was am Ende rauskommt. In dem Fall, was geplant herauskommen soll. Sowohl an Fotos, Abzügen, Kollagen, wie aber auch der möglichen Veröffentlichung. Außerdem zählt auch dazu, ob es eine inhaltliche Aussage geben soll, die Teil der Vorstellung sein wird. Alle diese Dinge sollten wir sehr früh festlegen, denn dann zeigen sich die konkreten Stufen der Umsetzung viel leichter. Alle vorab geklärten Details münden im Ziel. Je klarer, je besser.

Konkret in diesem Projekt: Da sich Dank Corona im öffentlichen Raum kaum Ideen zur Präsentation anzudenken lohnte, habe ich mich zu einem Fotobuch/Bildband entschlossen. Dies liegt nun für Besucher sichtbar in meiner Wohnung, und kann dort nach Belieben angeschaut, mit Kommentaren versehen, und/oder auch erworben werden.

Der Plan. Was liegt zwischen Thema finden und Ziel erreichen?

  • Schreiben wir zuerst alles, was uns zum angehenden Projekt als wichtig erscheint, unsortiert auf, und lassen uns genügend Zeit damit. Was dann da im Einzelnen nach und nach landen könnte, entspricht auch den Unterthemen, wie sie sich hier in meinem Beispiel finden lassen. Ist die Liste gefüllt, beginnt das Aufteilen in Arbeitsthemen, die dann im Projekt bedacht und bearbeitet werden. So jedenfalls bin ich vorgegangen, und für mich bleibt auch wirklich erkennbar, dass die Chancen für (m)ein erfolgreiches Projekt besser stehen, wenn weniger dem Zufall überlassen bleibt. Das tut es meist vor Ort noch zur Genüge.

Konkret in diesem Projekt: Die Haupt- & Unterthemen hier im Beitrag erklären das eingehend, und sie lassen sich bei Bedarf auch so übernehmen.

Praxis

Die Motive. Was exakt möchte ich im Projekt fotografieren und wie finde ich die Motive?

  • Um bei meinem Beispiel zu bleiben: Wir sollten die Idee zu Beginn mit allen möglichen Personen teilen. Viele Personen = Viele Ideen = Viele Motive. Die gesammelten Ergebnisse werten wir dann der Bedeutung für das Projekt nach aus, am besten immer mit Fokus „Ziel“. Trotz Fokus auf die Automaten habe ich den Blickwinkel, die Perspektive, die Größenverhältnisse, und vor allem auch die jeweilige Umgebung stark einzubeziehen versucht. Alle Begleitumstände heben bestenfalls das Hauptmotiv hervor, ohne selbst eins zu werden.

Konkret bei diesem Projekt: Die Projektidee habe ich vorab an viele Leute gestreut, und unterwegs selbst die Augen offen gehalten.

Und wie bei allen Fotos überhaupt ist auch bei Themenfotos zum Projekt der Bildaufbau erheblich! 87 Automaten aus gleichem Winkel von schräg vorne abzulichten ist einfach nur langweilig. Also bitte die Umgebung in den Bildaufbau mit einbeziehen! Der Themenschwerpunkt muss dabei allerdings dominant bleiben.

Die Umstände. Welche Zeit, welches Wetter ist optimal für mein Vorhaben?

  • Zumindest im Kopf haben sollten wir das Wetter und die Tageszeit! Es mag je nach Projekt vielleicht nur eine untergeordnete Rolle spielen, oder aber doch eine bedeutende. Das gilt es jeweils rauszukriegen. Die Fotos, die im Ergebnis entstehen, sollten in meinen Augen auch irgendeinen roten Faden haben. Dieser lässt sich u.a. auch mit den äußeren Bedingungen prägen, und er kann leiden oder profitieren, je nach unterschiedlicher Wetterlagen und Tageszeiten. Auch diese Punkte empfehle ich daher mit Fokus „Ziel“ zu bedenken.

Konkret in diesem Projekt: Die Wochenenden habe ich gewählt, da es an Werktagen nach Feierabend schon nahezu dunkel war. Wetter war mir egal, ich habe es genommen, wie es vor Ort halt war.

Die Projektzeiten. Wie viele Fototermine bei welcher Dauer möchte ich einplanen?

  • Es macht Sinn, bzgl. des zeitlichen Umfangs realistische Ziele, sprich, eine akzeptable Größenordnung zu wählen, die die eigenen Ressourcen nicht überfordert. Meines Erachtens ist es sinnstiftend, die ersten Projekte eher übersichtlich groß anzulegen, und die gewonnenen Erfahrungen für spätere, vielleicht größere Projekte zu nutzen. Wir sollten die Termine auch nicht dem Zufall überlassen, denn die passende Lücke, um loszulegen, kommt nicht zufällig daher.

    Zum selbst festgesetzten Termin sollten wir auch verlässlich und pünktlich loslegen, denn immerhin haben wir den Termin mit einem wichtigen Menschen. Uns selbst!

Die Umfänge. Welche Anzahl an Fotos soll eigentlich als Ergebnis herauskommen?

  • Welche Anzahl an Fotos macht Sinn? Diese Entscheidung hat direkten Einfluss auf den Umfang des Projekts, klar. Auch hierbei spielen Zeit + Ende eine große Rolle. Wir sollten uns Gedanken darüber machen, wo die Fotos zum guten Schluss landen werden. Wird es zum Beispiel eine kleine Ausstellung in den eigenen Räumen, sind 500 Fotos mit 50 XXL-Poster als Ergebnis sicher keine optimale Wahl.

Konkret in diesem Projekt: 25 Automaten, von denen 15 in teils mehreren Fotos in den Bildband übernommen wurden.

Technik

Kamera, Objektive, Zubehör. Lege ich mich fest?

  • Ja. Nein. Vielleicht. Mit Fokus „Ziel“ macht es allerdings auch hier Sinn, darüber nachzudenken, welche entstehende Bildausschnitt der richtige, der wichtige sein soll. Die Wirkung von Bildausschnitt, Proportionen, der räumlichen Aussage, werden auch hier kein Zufall bleiben sollen.

Konkret in diesem Projekt: Gewählt habe ich die beiden Festbrennweiten 16mm und 35mm. Die Ausnahme der Regel hat ein Tele-Zoom gefüllt, da manche Örtlichkeiten den kleinen Brennweiten komplett entgegen sprachen. Außerdem dabei war ein Stativ.

Das Format. Welches Bildformat unterstützt mein Thema?

  • Von 1:1 bis Panorama ist alles denkbar. Vielleicht macht es Sinn, beim ersten Einsatz etwas auszuprobieren, und sich dann, falls gewünscht, festzulegen.

Konkret in diesem Projekt: Verschiedene Formate habe ich bei den ersten 3 Automaten getestet. Mir gefiel dann am besten, für diese Retro-Motive das Format 1:1 zu wählen, da ich das auch als ein bisschen Retro werte. Grundsätzlich halte ich für relevant, sich überhaupt für ein Format zu entscheiden. Denn genau solche Parameter weben den roten Faden, der einem Projekt würdig sein sollte.

Der Bildlook. Wie soll das aussehen, was ich belichte?

  • Das ist sicherlich auch eine Geschmacksfrage. Ganz kurz und bündig gesagt: Der Bildlook sollte dem Projektthema dienen und entsprechen!

Konkret in diesem Projekt: Alle Aufnahmen sind in „cool city“ (meine eigene FUJI Filmsimulation) belichtet worden. Ein gesonderter Beitrag zu diesem Bild-Look findet sich hier bei *fotowissen.eu

Sonstiges

Die Ausrüstung. Welche weiteren Dinge sind für ein Foto-Projekt erwähnenswert?

  • Gedanken machen sollten wir uns zur Bekleidung, zur Art der Anreise, zu entsprechenden Parkmöglichkeiten, zu möglicherweise nützlichen Helferlein, und zur Verpflegung.

Konkret in diesem Projekt: Es ist Winter! Dabei waren warme Klamotten, dicke Handschuhe, Thermoskanne mit Tee, sowie eine Stirnlampe!

Die Unterstützung. Komme ich allein klar?

  • Vielleicht macht es Sinn, sich fahren, abholen zu lassen, oder eine „dritte Hand“ vor Ort ist für irgendetwas richtig hilfreich. Sei es beim Tragen von Ausrüstung, beim Absichern der Location, oder schlicht und einfach, weil man gerne hätte, jemand Bestimmtes wäre mit von der Partie.

Konkret in diesem Projekt: Von etlichen Leuten, denen ich vom Plan zum Projekt erzählt habe, habe ich von unterwegs Fotos per Smartphone bekommen mit Hinweisen, wo sich Automaten befinden. Das war eine sehr große Hilfe. Die Foto-Shoots habe ich allesamt gerne allein vollzogen.

Motivierender Nebeneffekt: Haben wir anderen Personen davon erzählt, ein Projekt zu starten, bleibt man eher dran!

Ergebnis

Das Ziel. Sind die Fotos schon das Ziel, oder kommt da noch was?

  • Die Dateien im Rechner vergammeln lassen, ist viel zu schade! Es geht jetzt um das Wertschätzen des eigenen Engagements, es geht um die Freude, endlich das zu zeigen, was dabei herausgekommen ist, es geht um das Ziel des Projekts. Es geht um den angemessenen Rahmen.

Konkret in diesem Projekt: Es ist ein Foto-Buch entstanden.

Das Anschauen. Wie präsentiere ich das Ergebnis?

  • Eine Ausstellung hat viele Gesichter. Es gibt viele Möglichkeiten. Ob in einem kleinen Café, oder einer Galerie, oder im Wohnzimmer, oder im Foyer eines Krankenhauses, oder, oder…

Konkret in diesem Projekt: Solange wir noch mit der Pandemie zu kämpfen haben, werde ich keine Energie in öffentliche Ausstellungen legen. Aber das Foto-Buch möchte ich in unserer Wohnung auslegen. Im Buch selbst sind etliche Seiten weiß geblieben, dort dürfen Kommentare, Kritik, o.ä. eingetragen werden.

Der Abschluss. Wie zufrieden bin ich mit meinem Projekt. Und nun?

  • Nun ist der Punkt gekommen, wo wir Fotografen uns die reingesteckte Arbeit als Kapital bewusst machen dürfen, und alles mit dem Ergebnis abgleichen können. Außerdem ist es spannend zu sehen, was während des Projekts vielleicht doch vom Plan abgewichen ist. Und es ist einen Blick wert, ob das zu Beginn angepeilte Ziel auch dem entspricht, was endlich vor uns liegt.

Konkret in diesem Projekt: Es ist ganz gut gelaufen…. ;-)

Am Ende dieses, zugegeben, recht langen Beitrages möchte ich mich ganz herzlich für alle Aufmerksamkeit und das Interesse bedanken. Und natürlich wünsche ich viel Freude und bestes Gelingen zur Idee, Planung und Durchführung ihrer eigenen Foto-Projekte!

Es grüßt Sie herzlich, Ihr Dirk Trampedach

© Dirk Trampedach – Fotoprojekt – Idee, Planung, Durchführung


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Dirk Trampedach

Eine Geschichte, ein Bild, eine Stimmung. Erlebnisse, Schreiben und Fotografieren, das hängt für mich unmittelbar zusammen. Große Bereiche, denen ich mich widme, sind Reise, Natur, Landschaften, sowie Stories um klassische Automobile und deren Besitzer. Wer Zeit und Interesse hat, bisschen mehr über mich zu erfahren, ist herzlich eingeladen: www.dt-classics.de

5 Kommentare

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  • Lieber Dirk,

    Ein sehr guter Artikel, eine gute Anleitung und schöne Fotos!
    Gratuliere dazu!

    Du hast von Beginn an gespürt und gewusst, worauf Du Lust als Projekt hattest.

    Als ergänzende Anregung möchte ich noch „für Projektanfänger“ Folgendes hinzufügen, denn es kann auch viel, viel unspektakulär in einem heranwachsen, man muss lediglich auf seine innere Stimme hören…

    Das Projektthema:
    Manchmal sucht man es nicht einmal, sondern es läuft genau umgekehrt: Motiv selbst findet den Fotografen. Unversehens sieht man ein anmutiges Motiv, hält an, fotografiert es. Als Unikat. Und dann sieht man irgendwann ein ähnliches Motiv. Und fotografiert wieder. Das könnte der Beginn eines ganz „entspannten“ und „entschleunigten“ LANGZEIT-Projektes sein.

    Die Lust und Freude am (immer noch nicht offiziellen) kommt über das langsam anwachsende eigene Interesse am Thema und die Freude über weitere zufällig gefundene Motive, welche allmählich eine Motivgruppe bilden.

    Auch Viele durchaus berühmte Fotografen haben aus solchen zufällig gefundenen Motiven und dann „nebenbei“ gemachten Fotos am Rande eines völlig anderen Auftrags oder anderen Projektes über viele Jahre, bisweilen sogar Jahrzehnte ohne konkrete Absicht Bildmaterial zusammengetragen, welches ihnen später zu einem „retrospektivem faktischen, unbewussten“ Projekt und einem erfolgreichen Buch oder Ausstellung führten, indem einfach „nur“ noch zusammengeführt wurde, was zusammen gehörte.

    Der von mir verehrte Ernst Haas, der künstlerische Pionier der Farbfotografie, musste sogar erst (wie Ernst Haas freimütig selber berichtete) von einem seiner Assistenten mit der Nase darauf gestoßen werden:

    Als beide alte Bestände der Dias sichteten, hatte der Assistent in seiner Freizeit eine Diaschau zusammengestellt.
    Die führte er Ernst Haas ohne jeden weiteren Kommentar vor.
    Am Ende wusste Ernst Haas immer noch nicht, was das sollte. Die Bilder kannte er ja schliesslich.

    Daraufhin fragte der Assistent völlig entgeistert: „ Sehen Sie wirklich nicht, was das ist? Das ist die Geschichte der Schöpfung! Sie haben über Jahre auch die Geschichte der Schöpfung festgehalten!“

    Und so wurde aus einer umfangreichen Bildersammlung ein Projekt, welches dem aufmerksamen Betrachter der Fotos von Ernst Haas eher auffiel, als dem Bildautor selber.

    Leider sind nur noch qualitativ absolut erbärmliche Nachdrucke des kleinen Bildbandes „Die Schöpfung“ und auch anderer Bildbände von Ernst Haas auf dem Markt, welche nicht fähig sind, die große Kunst des Werkes von Ernst Haas deutlich zu machen. Econ ist eben nicht Schirmer-Mosel…. und die Fähigkeit und Kunst des extrem aufwendigen, guten Farbdrucks will heutzutage Niemand mehr bezahlen.

    Was ich mit meinem Kommentar sagen wollte:
    Wenn man so konkrete Pläne und strukturierte Durchführung hat wie Du, perfekt!

    Aber gerade Anfänger oder bisher wenig projektaffine Fotografen können möglicherweise ganz „einfach“ und allmählich ihr erstes Projekt dadurch „entdecken“, daß sie bewusster auf bestimmte Vorlieben für Motive achten. Und insbesondere in einer eigenen „Werkschau“ einmal beim Betrachten in sich hineinhören, um ein bisher nicht so bewusstes „Herzensthema“ überhaupt zu entdecken.
    Wenn man dann anschliessend bewusster auf Motivsuche geht, kann das bereits der erste, ganz einfache und leichte Schritt in Richtung eines zunehmend spannenden und zunehmend ernsthaften Schaffens sein, welches sich dann zu einem begeisternden PROJEKT entwickelt – so ganz ohne zu hohe anfängliche Einstiegshürde!

    Abschließend noch zu Deinem statement „ 87 Automaten aus gleichem Winkel von schräg vorne abzulichten ist einfach nur langweilig. “

    Das mag für Dein eigenes Projekt zutreffen, aber gerade langfristige Projekte mit anderen Zielsetzungen können von dieser Inszenierung extrem profitieren!

    Ich erinnere mal an ein mittlerweile (und erst nach Jahrzehnten weltberühmt gewordenes) Projekt, das der Industriefotografie des Ehepaares Bernd und Hilla Becher.

    Sie begannen in den 70er Jahren, als der gigantische Industrieumbau im Ruhrgebiet stattfand, die wundervollen, historisch wichtigen Industriebauetn dort zu dokumentieren, bevor sie schmählich zu Schrotthaufen zersprengt wurden.
    Sie haben IMMER nur bei völlig bedecktem, einheitlich grauem Himmel als Hintergrund und damit perfekter diffuser Beleuchtung mit Großbildkameras ihr Projekt abgearbeitet, welches, ohne daß sie das anfangs überhaupt ahnten, über Jahrzehnte zu ihrem Lebenswerk wurde.

    Es kann also durchaus gerade die Stetigkeit und Disziplin, stets gleiche Perspektiven, gleiche Lichtsituationen, gleiche Objektive und „langweilige“ Hintergründe dazu führen , daß ein Projekt genau Dadurch (!) umso beeindruckender ist.
    Bei Deinem Projekt ist ja der Kontext alter Automaten mit der jetzigen oder früheren Umgebung bewusste Vorgabe beim Projekt. Es kann aber eben doch -je nach Zielsetzung- auch genau andersherum sein: stst gleiche Perspektive, gleicher oder maximal reduzierter Hintergrund, gleiche Freistellung oder eben (wie bei Bevhers) KEINE Freistellung durch offene Blende.

    Alles kann je mach den eigenen Vorstellungen „richtig“ und „wichtig“ sein – solange man sich , wie Du es wunderbar gemacht hast – zuvor Gedanken dazu machte.

  • Kurze Ergänzung:

    Habe vergessen, zu erwähnen, daß auch ich in den 70er Jahren die immergleiche Präsentation der Bechers als „langweilig“ empfand. Naja, ich war noch relativ jung.

    Erst viele Jahre später habe ich begriffen, wie segensreich und genial – und wohl historisch entscheidend – genau DIESE Fototechnik für das Lebenswerk der Bechers war und uns damit erst eine der historisch bedeutsamsten Fotodokumentationen bescherte.

    Manchmal dauert es eben – wie bei mir – auch mal länger, bis man Stetigkeit, Kontinuität und Konsequenz nicht als trotz sofort beeindruckender Fotos mit dem vermeintlichen kleinen Makel „technisch langweilig“ etikettiert, sondern es „endlich“ versteht…

    Man lernt eben immer dazu – lebenslang.
    Wer nicht dazu lernt, ist bereits scheintot.

    Allen einen schönen Sonntag.
    Ich blicke gerade in Köln aus dem Fenster auf den wunderbaren, verschneiten Park… möglicherweise gibt es den heute sogar in der rheinischen „Triefebene“…

  • Hallo am Sonntag, und einen herzlichen Dank für deinen ausführlichen und zustimenden Kommentar!

    Du hast völlig recht mit dem Hinweis auf die beiden Umstände, also, doch alles aus einer Perspektive, und die Sache mit den “Zufallsprojekten”. Ich muss gestehen, tatsächlich auch im ersten Herangehen das konsequente Nutzen einer einzigen, immer gleichen Perspektive in Betracht gezogen zu haben. Verworfen habe ich es letztlich, weil es mir bedeutsamer war, an den jeweils vorgefundenen Örtlichkeiten die Automaten möglichst gut in Szene zu setzen, und die Umgebung bildprägend einzubinden.

    In deinen Zeilen stecken jedenfalls mal wieder viele Nebeninformationen, gerade auch über andere Fotografen, das gibt feines Futter für die eine oder andere Recherche an trüben Tagen… ;-)

    Freundlichen Gruß nach Kölle, Dirk

  • Liebe Fotografierende,

    ich persönlich finde Fotoprojekte / Fotoserien ein sehr wichtiges Thema, für alle die sich in ihrer Fotografie weiterentwickeln wollen. Ja es gibt die zufälligen Projekte und Serien. Mich persönlich hat aber der Blick vom Ende, von der Vernissage her, stark vorangebracht. Selbst, wenn ich nicht immer eine machen wollte oder wie zur Zeit nicht machen konnte. Alternativ geht ja auch ein hochwertiges Fotobuch.

    Sich schon von Beginn an nicht nur das Motiv zu überlegen, sondern auch das Format und den Farblook, die Perspektive und die Brennweiten, ja auch die Schärfentiefe. Nicht nur Vielfallt an Motiven, sondern auch Vielfalt an eingesetzter Technik schafft Unruhe in einer Präsentation. Am Ende soll kein willkürliches Sammelsurium sehr guter Bilder entstehen, sondern aufeinander abgestimmte Werke. Wenn ich dann unterwegs bin, fotografiere ich nur Dinge, die ich mir für das Projekt vorgenommen habe, die in das Konzept passen – und ja, manch schönes Motiv bewundere ich dann nur mit den Augen.

    Ich lernte nicht nur bewusster zu sehen und wahrzunehmen, ich wurde auch ruhiger. Der Stress, möglichst alles was interessant ist, aufzunehmen, fiel von mir ab. Und das was ich letztendlich fotografierte bekam eine andere Qualität.

    Somit ist Fotografieren auch, wenn man einfach mal nicht den Auslöser drückt.

    In diesem Sinne lieber Dirk, vielen Dank für diesen tollen Beitrag und die Anregung.

    • Lieber Bernhard,

      das ist auf deine eigene Weise wunderbar umrissen, worum es mir bei dem Projekt ging, und es beschreibt auch herrlich die Tiefgründigkeit, die in der Fotografie steckt. Vielen herzlichen Dank für dein Interesse und deine Gedanken dazu!

      Mit freundlichen Grüßen!

Journalist, Fotograf, Fototrainer Peter Roskothen

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