Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Fotografieren lernen … oder wie mich der Virus packte – Teil 2

Artikel ursprünglich verfasst am 25. Mai 2015

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Wie mich der Fotografie-Virus packte

Da stand ich also, im August 2013 mit meiner Kompaktkamera zwischen all den wildfremden Menschen mit ihren dicken Spiegelreflexkameras. Ich kannte vorher nur Peter Roskothen und natürlich meinen Mann. Aber das hat an diesem Nachmittag der Stimmung nun wahrhaftig nicht geschadet. Eine der ersten Sachen die mir auffielen: nach dem ersten Blick schaut niemand mehr auf die Kamera. Eher im Gegenteil, Peter gab mir genauso Tipps wie allen anderen Teilnehmern und auch untereinander wurden Ideen zum Bildausschnitt etc. ausgetauscht. Es machte einfach riesigen Spaß, denn Fotografen, so lernte ich es an diesem Nachmittag, sind wirklich aufgeschlossene Menschen.

Fotografieren lernen in den Kasteeltuinen Arcen  – August 2013

Ich fand meine Bilder nicht schlecht, aber spätestens bei der Falkenshow gelangte ich an die Leistungsgrenzen meiner Kamera. Zu wenig Zoom, zu langsam etc.. Ich hatte nicht ein schönes Bild von den Vögeln im Flug belichtet.

Nun, nicht ganz zwei Jahre und einen Fotokurs bei Peter weiter, sehen meine Bilder so aus:

Kasteeltuinen Arcen – Mai 2015

Ich habe mir nach dem Besuch am gleichen Ort die Bilder der Fotoexkusion aus 2013 nochmals angeschaut. Sicherlich gefallen mir viele Bilder aus 2013 auch heute noch. Aber ich hoffe doch, dass man die Entwicklung, von der ich meine sie gemacht zu haben, sehen kann. Mit einer digitalen Spiegelreflexkamera bin ich so viel flexibler und schneller. Ich kann die Bilder durch meine Einstellung positiv (und wenn ich es nicht richtig mache natürlich auch falsch) beeinflussen, wie ich es mit meiner alten Kompaktkamera nie konnte. Heute weiß ich, was Blende, ISO, Brennweite etc bedeutet. Ich experimentiere mit Filtern und Langzeitbelichtung. Ich ließ die ersten Gehversuche in der High-Speed-Fotografie hinter mir und ich lerne immer noch dazu.

Und so kam es dazu: Nach der tollen Exkursion in Arcen, lud Peter einige Zeit später zu einer weiteren Exkursion ein. Diesmal sollte es zur Illumina nach Schloss Dyck gehen. Davon hatte ich schon viel gehört und so fiel mir dann auch auf, wo mein Problem lag: Illumina ist Nachtfotografie. Hm, ich kannte ja meine Kamera und wusste, nachts sind bei mir alle Katzen grau und verpixelt. Das wird wohl nichts. Was blieb mir also übrig, entweder sang und klanglos mit schlechten Bildern untergehen oder die Zähne zusammen zu beißen und in den sauren, bis dahin vehement verweigerten Apfel Spiegelreflex zu beißen.

Nun, einen Teil der Teilnehmer kannte ich schon und so wagte ich die Herausforderung. Mit der alten Canon EOS 400D meines Mannes, bewaffnet mit der Bedienungsanleitung (einem Wort das sonst in meinem Sprachgebrauch nicht vorkommt) versuchte ich die Kamera zu verstehen und zu bedienen. Dazu kam dann noch der Umgang mit Stativ und einem Objektiv, sprich also alles was so dazu gehört. Und damit es so gar nicht langweilig wird, hatte ich genau drei Wochen Zeit mich vorzubereiten. Ja, ja, unter Stress klappt es am Besten :-)

Der Nachmittag der Exkursion kam und ich gebe zu, die Programmautomatik war mein bester Freund. Wir hatten ein paar Tage zuvor einen ersten Gehversuch mit der DSLR und der Nachtfotografie gemacht und alles was ich wusste: ISO 100 und ab auf´s Stativ wenn es dunkel wird. Den Rest macht die Kamera. Ach ja, und da ich ja gerade so schön im Lernmodus war, hat uns Peter auch noch gezeigt wie HDR funktioniert. Man wächst mit seinen Herausforderungen :-)

Dies sind die Ergebnisse von der Illumina 2013:

Illumina 2013 – die ersten Gehversuche mit einer DSLR

Ich war gefangen. Gefangen von der Begeisterung, was bei meinen ersten vorsichtigen Schritten in der Fotografie herausgekommen war und gefangen von den vielen Möglichkeiten die sich mir boten und auch heute noch bieten. Jedes Bild ist nur eine Variation dessen was ich sehe, was andere sehen, am gleichen Platz zur gleichen Zeit, das kann schon wieder ein ganz anderes Bild hervorbringen.

Mich hatte es erwischt und zwar mit Haut und Haaren. Der Foto-Virus hat zugeschlagen und seit diesem Abend auch nicht wieder losgelassen. Ich habe die Hoffnung, das man meinen Bildern die viele Zeit und Arbeit die ich in die Verbesserung meiner Foto-Künste (darf ich davon schon sprechen?) gesteckt habe auch ansieht. Ich habe aber auch gelernt, Bücher sind toll und hilfreich und man lernt sehr viel aus ihnen, aber nichts, wirklich nichts ersetzt einen guten Lehrer.

Peter war für mich ein solcher Lehrer. Zu meinem 40. Geburtstag habe ich mir Gutscheine bzw. Geld schenken lassen, um mein Fotoequipment aufzustocken und um an Fotokursen teilnehmen zu können. Ich bin direkt mit zwei Kursen beschenkt worden (nochmals Dank an Alle die so großzügig waren!). Der eine Fotokurs ging über einen ganzen Tag und wurde von einer Fotoschule angeboten. Namen etc werde ich nicht erwähnen. Es sei hier nur soviel gesagt, ich war enttäuscht. Der Trainer war mir unsympathisch, die Gruppe zu groß, der Plan zu strikt und der Ausflug in den Düsseldorfer Medienhafen war eher Stress, als das es Spaß gemacht hätte. Ja, ich habe auch etwas gelernt, aber nicht das was ich erwartet hätte. Ich habe aber auf jeden Fall gelernt, persönliche Betreuung ist durch nichts zu ersetzen und mit einem sympathischen Lehrer klappt alles doppelt so gut.

Mit diesen Erfahrungen habe ich dann einige Zeit später den Fotokurs bei Peter angetreten. Angefangen von den Grundlagen der Fotografie, haben wir alles mögliche ausprobiert. Großzügig durfte ich sein Equipment nutzen und keine meiner Fragen blieb unbeantwortet. Der Kurs war perfekt aufgeteilt in Theorie und Praxis und auch die Handhabung und Pflege des Equipments blieb nicht unberührt. Sogar für eine erste Einführung in die Bildbearbeitung hat es noch gereicht. In der Hälfte der Zeit habe ich mehr als das Doppelte gelernt, als in dem anderen Kurs. Vor allen Dingen nachhaltiger!

Ein Jahr später und um einen Fotokurs bei Peter reicher, sahen die Bilder dann so aus:

Illumina 2014

Ich hoffe doch, dass sich eine qualitative Steigerung in diesem Jahr feststellen lässt. Und ich lerne jedes Mal etwas dazu, wenn ich die Kamera wieder in die Hand nehme.

Mein nächster Kurs wird sicherlich in Richtung Bildbearbeitung gehen, denn auch in dieser Richtung wage ich jetzt seit kurzem die ersten Schritte. Alle Bilder in diesem und dem ersten Teil sind übrigens unbearbeitet, mit Ausnahme der Bilder aus den Kasteeltuienen Arcen in diesem Jahr. Wobei, in Ermangelung von Wissen, habe ich auch dort nicht viel bearbeiten können :-)

 

Mein persönliches Fazit: Fotografieren ist ein tolles Hobby. Ich sehe die Welt plötzlich mit anderen Augen und oft juckt es mir in den Fingern eine bestimmte Situation festzuhalten und auf den Chip zu bannen. Seit 1 1/2 Jahren habe ich meine eigene Kamera und auch mein Objektiv-Park hat sich nach und nach erweitert. Neben einem Standard-Zoom und einem Teleobjektiv, arbeite ich fast ebenso gerne mit meinen Ultraweitwinkel und mit dem Makro. Fotos anderer Fotografen sehe ich heute mit anderen Augen. Besonders toll finde ich es, dass ich viele ebenfalls vom Foto-Virus-Infizierte kennengelernt habe und wir hier über den Blog die Möglichkeit eines Austauschs haben. Alle Foto-Exkursionen sind immer wieder etwas besonderes, denn man lernt so ganz nebenbei etwas und ich finde es absolut faszinierend, wie unterschiedlich die Bilder ausfallen, obwohl man doch am gleichen Ort zur gleichen Zeit gewesen ist.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt wie die nächsten zwei Jahre aussehen werden und wie sich meine Bilder in dieser Zeit verändern. Was sie hoffentlich werden :-)

© Britta Dicken schreibt zum Thema: Fotografieren lernen … oder wie mich der Virus packte – Teil 2

 

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Autor: Britta Dicken

Als leidenschaftliche Amateurfotografin ist seit Sommer 2013 kaum etwas vor meiner DSLR sicher. Ob im Urlaub, auf Veranstaltungen und natürlich auch gerne im heimischen Garten, fast immer ist meine Kamera dabei. Gerne experimentiere ich auch mit speziellen Objektiven und Aufnahmetechniken. Ich möchte weiterhin meinen Horizont erweitern und freue mich daher über jede Anregung! Eine Auswahl meiner Bilder ist auch hier zu finden: www.d-photography.de/

5 Kommentare

  1. Hallo Britta,
    da erzählst du eine schöne Geschichte. Man sieht auch auf jeden Fall, dass du dich Fotografisch weiterentwickelt hast.
    Die Fotokurse von Peter sind wirklich spitze, ich habe auch mal einen Fotokurs von einem anderen Anbieter geschenkt bekommen. Der Instruktur war sehr sympathisch, aber im Kurs waren halt acht Leute, die Betreuung war also lange nicht so intensiv. trotzdem sind während des Kurses einige gute Fotos entstanden (Nachts im Mediapark in Köln). Aber ganz sicher habe ich in Peters Kurs wesentlich mehr mitgenommen.
    LG Chris

    Beantworten
    • Danke, Chris :-) Ich bin selber viel zu sehr „in“ den Fotos um das wirklich objektiv beurteilen zu können. Mir sind nur zwei Sachen ziemlich massiv aufgefallen: Mein Horizont ist selten gerade und ich habe ihn früher sehr gerne mittig gesetzt :-) Ich gebe zu, mein Horizont ist immer noch nicht gerade, aber heute weiß ich wie ihn gerade bekommen und mittig ist er auch eher in Ausnahmefällen. Soviel dann zur Entwicklung :-)
      Andere Fotokurse sind sicherlich auch sehr gut, aber eine 1:1 Betreuung ist sicherlich das Optimum. Wir haben mal eine Foto-Tour eines Fotografen in Brügge gemacht. Das war auch toll und gemischt mit Anekdoten über diese traumhaft schöne Stadt. Aber das hatte auch eher einen anderen Hintergrund und ein anderes Ziel. Ansonsten würde ich jederzeit wieder einen Kurs bei Peter machen, weil der Lernerfolg sich fast spielerisch einstellt. Einfach so nebenbei beim Fotografieren. So kam es mir vor :-)
      LG
      Britta

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  2. Liebe Britta, deine Entwicklung ist auf jeden Fall deutlich sichtbar und beeindruckt mich sehr, da ich selbst gerade erst seit einem Jahr fotografiere. Die Vorteile einer individuellen Schulung sind offensichtlich und haben auch bei uns im Hause ein solides Fundament für jeden von uns geschaffen! Ein toller und sehr ausführlicher Bericht ist dir da gelungen. Ich kann mir vorstellen, dass es auch für dich selbst ganz spannend war, die Fotos zusammen zu stellen und dir dann deine Entwicklung anzuschauen. Vielen Dank für diese Einblicke,
    Maike

    Beantworten
    • Hallo Maike,
      spannend ist nicht der richtige Ausdruck. Ich war nur froh, dass ich für diesen Beitrag schon auf ein Best-of-Archiv zurückgreifen konnte, ansonsten wäre ich in drei Jahren nicht fertig geworden :-) Die Auswahl fällt gar nicht so leicht, denn an vielen Bildern hängen natürlich auch sehr viele Emotionen. Die Bilder sind vielleicht für mich auf emotionaler Ebene ganz toll, während andere nur sagen würden: Nett. War schon schwierig, aber hat riesig Spaß gemacht. Kann ich jedem nur empfehlen :-) Ich habe festgestellt, man lernt nicht nur von den Fotos anderer Fotografen, sondern man lernt durchaus auch von den eigenen Bildern. Heute würde ich viele Sachen direkt anders fotografieren und nächstes Jahr bestimmt wieder anders als heute. Es ist, so hoffe ich, eine stetige Entwicklung … schließlich lernt man ja nie aus!
      Danach, das Du erst ein Jahr fotografierst, sehen Deine Bilder aber auch nicht aus!:-)
      Ich bin auch sehr froh, dass mein Mann ebenfalls dem Virus erlegen ist und wir uns austauschen und ergänzen können. Da macht das Fotografieren direkt noch mal mehr Spaß :-)

      LG
      Britta

      Beantworten
  3. Hallo Britta,

    Du hast einen tollen Artikel geschrieben und ja, Du hast einen großen Fortschritt gemacht wie ich finde!!!!

    Ganz großes Kompliment!!! :-) Ich sehe das wirklich!!!

    Ganz vielen Dank dafür und ich kann auch nur die Schulungen mit Peter empfehlen.

    Ich habe dadurch einen Schritt vom Knipsen zum Fotografieren gemacht, und ja, man lernt nie aus!!;-)

    Die Möglichkeit hier Bilder zu zeigen und zu besprechen finde ich auch super.

    Schön zu lesen wie sehr Du besessen bist:-)

    LG

    Susanne

    Beantworten

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