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Foto-Themenwanderung: Wasser!

56mm, 1/125, ISO 200, F 4,6

Liebe Fotobegeisterte,

es war Sonntag, und ich hatte den Tag für mich. Lust und Laune zum Fotografieren hatte ich auch, doch das Wetter war eher trist. Diffuse Lichtverhältnisse, graue Suppe oberhalb des Horizonts, und auch nicht wirklich sonnig war es. Etwas unschlüssig, was ich denn nun anfangen könnte damit, habe ich vorsorglich meine komplette Ausrüstung in den Foto-Rucksack gepackt, und bin einfach überhaupt erst einmal vor die Tür getreten. Ideen hatte ich da noch keine. Das änderte sich auch nicht auf den ersten Metern jenseits der Haustür. Doch während ich die letzten Häuser hinter mir ließ, und am Bach entlang ging, kam mir in den Sinn, wie es denn mit einer Foto-Themenwanderung wäre, z.B. zum Thema Wasser!?

Foto-Themenwanderung Wasser

Und da ich auf ständiges Objektivwechseln einfach keine Lust hatte, habe ich mich gleich festgelegt. Und zwar auf das Objektiv, mit dem ich in der letzten Zeit recht wenig fotografiert hatte, nämlich das Tele-Zoom Fuji XC50-230mm. Foto-Themenwanderung Wasser mit Tele-Zoom. Na, wenn das nichts ist, hm!? Wasser sollte also auf jedem Foto zu sehen sein, oder der Bezug dazu sollte deutlich werden. Nicht zwingend als Hauptmotiv, aber eben als Thema erkennbar.

Gute Ideen kommen uns selten im Sitzen. Wir müssen uns bewegen, die Sinne aktivieren, und uns selbst zuhören.

Vorweggenommen: Der Tag wurde überraschend spannend, und die Motive trotz eines einzigen Themas recht vielfältig. Gerade nicht unmittelbar erreichbare Motive, wie ein eingezäunter Weiher, machen ja erfinderisch in der Wahl des Bildausschnittes. Eigentlich sollte man froh sein über solche Hinderlichkeiten…

In den Wiesen seitlich des Flusses sind seit eh und je Überschwemmungsgebiete, die mit handbetriebenen Gatter je nach Wasserstand bewässert oder entwässert werden können. Diese Technik hatte lange Jahre nichts zu tun, da die Begradigung der Gewässer kaum Überschwemmungen zuließ. Das ist seit einiger Zeit wieder anders, denn die EU steckt große Fördergelder in die Renaturierung der Gewässer.

Am Wehr
Am Wehr – 230mm, 1/640, ISO 800, F 6,7

Der beste Plan von allen ist manchmal, einfach keinen zu haben.

Mir hat meine Foto-Themenwanderung nochmal verdeutlicht, dass der große Plan für ein Fotoabenteuer nicht zwingend schon zu Hause entwickelt sein will. Ich war selbst überrascht, wie viele Motive und Bildideen sich mir unterwegs zeigten. Da werden selbst Orte und Stellen, die wenig einladend oder fast schon verkommen aussehen, zu reizvollen Motiven. Mit einem etwas anderen Blick auf mein Thema “Wasser” ergaben sich so Perspektiven, für die es sonst keinen Grund gegeben hätte…

200 Aufnahmen beim Foto-Ausflug

Die Zeit einiger Stunden unterwegs verging im Fluge, und ich bin mit fast 200 Aufnahmen zurückgekehrt. Ein paar gelungene Ergebnisse finden sich nun hier im Beitrag, verbunden mit der Motivation, einfach mit der Kamera rauszugehen! Auch, wenn es nicht immer ein kompletter Tag sein kann, sind ungezwungene Aktivitäten unter solchen Bedingungen draußen herrlich. Mir kommt dabei jedes mal um mich herum die Welt in ihrer Komplexität völlig abhanden, und es zeigt sich ein großes Glück in den Augenblicken, die gerade sind. Da ertappe ich mich dabei, in Gedanken versunken am Fluss zu sitzen, und alles ist still. Innen, wie außen. Doch, da sind die Enten…

Alle Aufnahmen sind entstanden mit der FUJIFILM X-T2, gewählte Filmsimulation “VELVIA”. Trotz verwendetem Stativ habe ich teilweise recht hohe ISO-Werte eingestellt. Ich mache das bei Landschaftsaufnahmen sonst eher selten, wollte es aber ganz gerne mal testen. Auch solche Probierphasen bieten sich für einen Tag gut an, der “eigentlich” planlos startet, denn es gibt je kein Soll zu erfüllen.

Kamera-Einstellungen und Teile der Ausrüstung, die nicht zum “Tagesgeschäft” zählen, kann man an Foto-Themenwanderungen bestens ausprobieren.

Manche fast schon verwunschene Ecke erblicke ich heute zum ersten Mal bewusst. Die Wege sind mir bekannt, geläufig, und trotzdem überrascht es mich selbst, was sich mir zeigt. Und das nur, weil ich aus einer Wanderung eine Themenwanderung mache. Ist das nicht eine super Erkenntnis? Wir können also zu 100 Themen die immergleichen Wege gehen, und sehen immer wieder die Dinge völlig neu. Das alte Plastikrohr, die Wurzeln, der modrige Steg, der Mülleimer dort, wo die Stufen zum Fluss runter beginnen…

Das Zoomobjektiv

Trotz aller Schwärmerei für Festbrennweiten, denen ich zunehmend verfallen bin, hat der Tag mit dem Tele-Zoom mächtig Freude gemacht. Und obwohl ja der XC-Reihe eher der Ruf geringerer Qualität und Abbildungsleistung vorwegeilt, bin ich mit den Fotos, die sich damit belichten lassen, nach wie vor mehr als zufrieden.

Das möglichst Beste mit dem zu machen, was man dabei hat, ist das Beste, was man mit dem machen kann, was man dabei hat.

Das Paradies

An einer Ecke eines Teiches mitten im Wald entdecke ich plötzlich dieses kleine Paradies. Ein kleiner Tisch, ein einziger Stuhl. Hier kann nur eine Person sitzen! Ich muss schmunzeln, das wird kein Zufall sein. Auch jemand, der Zeit mit sich alleine zu schätzen weiß. Ich sehe ihn oder sie förmlich vor mir, ein gutes Buch, einen frischen Weißwein, und die Wärme des Sommers haucht in Form einer heißen Brise in die Binsen dahinter. Ihr Rascheln vermischt sich mit dem säuseligen Geplätscher des Wassers, dass sich ein Stückchen dahinter in den Teich stürzt. Ist es nicht wunderbar, so einen Fotoaugenblick geschenkt zu bekommen? Ich kann mich nicht sattsehen daran. Alleine nur für diese 10 Minuten und das Bild vorm geistigen Auge, hat sich jeder Meter gelohnt heute…

Refugium
230mm, 1/250, ISO 800, F 6,7

Liebe Fotofreundin, lieber Fotofreund, lasst 5 gerade sein, und die Schwere der Zeit für ein paar Stunden hinter euch zurück! Meine Foto-Themenwanderung glich einer Woche Urlaub. Es ist ein erholsames, schönes Tun, frei und ungezwungen mit der Kamera draußen zu sein, und sich ohne Anstrengung von Gedanke zu Gedanke, von Motiv zu Motiv treiben zu lassen.  Iregendwie, so scheint es, entflieht man so der Matrix, und kommt obendrein noch mit schönen Fotografien heim.

Über verschriftlichte Ideen, Tipps, Kritik bedanke ich mich vorab, und für alle eure Aufmerksamkeit!

Herzliche Grüße, Dirk Trampedach


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Geschrieben von:

Dirk Trampedach

Eine Geschichte, ein Bild, eine Stimmung. Erlebnisse, Schreiben und Fotografieren, das hängt für mich unmittelbar zusammen. Große Bereiche, denen ich mich widme, sind Reise, Natur, Landschaften, sowie Stories um klassische Automobile und deren Besitzer. Wer Zeit und Interesse hat, bisschen mehr über mich zu erfahren, ist herzlich eingeladen: www.dt-classics.de

11 Kommentare

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  • Einen schönen guten Tag, Herr Trampedach,

    danke für diesen sehr anregenden Beitrag mit den Bildern, die eigentlich sehr gewöhnlich sind, aber gerade dadurch eine sehr schöne Untermalung Ihrer Fototour geben. Man kann mit Ihnen dabei sein und ich kann sehr gut Ihre Stimmungen dabei nachempfinden.
    Oft mache ich das ähnlich wie Sie, gehe irgend wohin, ohne Plan, nur mit der Kamera- neulich war ich erst auf unserem Bahnhof auf einer stillgelegten Strecke unterwegs, kam dann noch mit der Bahnpolizei ins Gespräch, die nicht begeistert war, einen Rollstuhlfahrer zwischen den Gleisen zu sehen. Erst als ich versichern konnte, mir weder das Leben nehmen zu wollen, noch auf Kupferklau aus bin, durfte ich meine Bilder fertig aufnehmen.
    Vielen Dank für die schönen Bilder und ich hoffe, dass sich viele ein Beispiel nehmen und vielleicht über die Ostertage einfach mal Mallorca vergessen und bei sich um die Ecke ziehen, um Ruhe, Entspannung und ganz nebenbei noch schöne Ecken neu- bzw. wieder zuendetdecken.
    Liebe Grüße
    Frank Seeber

    • Hallo Herr Seeber,

      danke schön für ihre “Nachverfolgung” meiner Wanderung,
      und auch für die Erzählungen ihrer Erlebnisse!

      Beste Grüße, Dirk Trampedach

  • Hallo Dir,

    eine sehr schöne Idee so eine Fotothemenwanderung. Muss ich mir unbedingt merken, wenn mal Ebbe an Inspirationen herrschen sollte.

    LG Bernhard

    • Lieber Bernhard,

      danke für deinen Kommentar, und eine entspannte Zeit
      auf deinen Foto-Touren wünsche ich!

      Freundlichen Gruß,

      Dirk Trampedach

  • Lieber Dirk,

    Ja, man muss nicht immer mit festem Themenplan auf Pirsch gehen, und erst recht nicht weite Wege hinter sich bringen.
    Ich habe es mal so zusammengefasst: “Man muss nicht immer Motive finden, oft genug küssen sie uns spontan liebevoll mitten auf die Stirn, wir müssen den Kuss nur verspüren und mit Gegenliebe beantworten”

    Ich habe einige Jahre lang wirklich IMMER eine Minimal-Ausrüstung bei mir gehabt (XE-1, xf18,xf35,xf60) , die passte locker in den allerwinzigsten Slingshot, zudem bot der Slingshot noch Platz für Portemonnaie, Schlüssel und diverse kleine Sachen, wog zudem dank der genial leichten Fuji-X Ausrüstung fast nichts. Zuvor hatte ich das sogar mit der Basis-5D-Ausrüstung und etwas größerem Slingshot gemacht, aber das war deutlich schwerer.

    Die beste Kamera ist eben jene, die man im entscheidenden Moment wirklich dabei hat: “keine Kamera = keine Fotos” stimmt heutzutage zwar dank Smartphones nicht mehr, aber richtige Kameras sind immer noch etwas ganz anderes und bringen mehr Freude.

    Wenn man so eine Mini-Ausrüstung dabei hat, so wird man nicht selten in dem Bewusstsein, jederzeit fotografieren zu können, auch noch etwas aufmerksamer auf seine Umwelt. So kann auch der tägliche, routinierte Weg zur Arbeit o.ä. plötzlich anlässlich eines zufällig sich ergebenden schönen Motivs dazu führen, daß man am Ziel um ein schönes Foto reicher ist.

    Zu Deinen Fotos:

    Aus Deinem Kommentar zu dem “Eis”-Bild der Woche neulich entnehme ich, daß Du ein Faible für Maschendrahtzaun als unscharfem Vordergrund hast… ;-D hier taucht der wieder mehrfach auf, allerdings thematisch eingesetzt. Doch hätte mir das in Verbindung mit dem verbotsschild dann aber auch schon gereicht, bei den anderen Fotos hat das m.E.n. weder thematisch-inhaltlich noch aus ästhetischen Gründen einen Reiz. Beim Bild “Am Weiher” finde ich diesen Effekt sehr störend.

    Das “Titelbild” gefällt mir, weil es die Gegensätze hart und weich schön zusammenbringt, auch durch die zusammengezogenen Ebenen bei leichter Telebrennweite. zudem gefällt mir die Wahl einer diagonalen Gestaltung, die Assoziation der (trotz des weichen Aggregatzustandes) starken Wasserkraft durch die sichtbare Bewegung kommt bei mir zur Geltung.

    Bei diesem und einigen anderen Bildern gefällt mir auch die angenehm zurückhaltende Sättigung sehr, die natürlich wirkt.

    “Am Wehr” gefällt mir von der natürlichen Farbwiedergabe und der Gestaltung sehr, allerdings könnte ich mir vorstellen, daß eine geringere Schärfentiefe das Motiv möglicherweise noch “verwunschener” hätte erscheinen lassen.

    Bei “Bewegungen” hätte ich den oberen Teil mit dem häßlichen, aufschwimmenden Gras komplett weggelassen, so daß nur die wunderbaren Spiegelungen dargestellt werden. Das Bild ist echt klasse, wobei der Umstand, daß man zusätzlich noch den Grund unter dem Wasser schwach erkennen kann, einen weiteren kontrapunktuellen Reiz ausmacht. Klasse Motiv!

    Bei “Kunst am Fluss” ist sowohl die Kunst als auch der Fluss nicht nur abgeschnitten an den jeweiligen Bildrändern, sondern eine relativ öde Grasfläche raumgreifend. Da verstehe ich die Gestaltung und die damit verbundene Titelgebung überhaupt nicht.

    Bei “Gebäude am Fluss” ist übrigens der Maschendrahtzaun durchaus sinnvoll, sowohl als Vordergrund als auch als thematischer Bestandteil, denn hier geht s ja vermutlich um das Thema “Räume” und ihre menschgemachten Eingrenzungen durch Gebäude(mauern) und Einzäunungen, also “Tristesse” ?

    Bei “Feuchtigkeit” geht mir das Herz auf – sehr schöne Komposition, hier ist “Wasser” in seinem Leben schaffenden, Leben spendendem Charakter sehr schön dargestellt. Klasse! Hier ist die satte Farbgebung trotzdem natürlich wirkend, also genau richtig dosiert, finde ich.

    “Umleitung” gefällt mir ebenfalls gut, es erinnert – sehr entfernt – fast an ein Detail aus einem japanischen Garten, wenn man sich das Metallrohr als so ein typisch schräge abgeschnittenes Bambusrohr vorstellt. Auch hier könnte ich mir vorstellen, daß eine geringere Schärfentiefe den Reiz des Motivs erhöht hätte.

    Von den beiden Entenbildern gefällt mir das zweite besser. Nicht nur wegen der perfekt eingefangenen weiten Schwingen, sondern auch der amüsanten, ironisch wirkenden Gegensätze: Ein Erpel macht scheinbar einen auf Kraftmeierei, der andere scheint fast schon demonstrativ zu denken: “Pffft!”

    Wenn Du schon die untere Ente auf “Ente I” nicht vollständig drauf bekommen hast, so wäre es besser, sie gleich ganz weg zu lassen, finde ich.

    “Spiegelung” gefällt mir sehr, der Titel müsste aber doch eigentlich aufgrund diverser, mehrerer “Spiegelungen” im Plural sein, oder?

    Sehr schön die Spiegelungsachse sehr nahe an die Mitte gelegt, die Spiegelung des Wasserflusses ist ebenso schön wie jene der wunderbaren Wurzeltriebe des Baums. Die Verschlusszeit scheint mir perfekt auf die Wassergeschwindigkeit aus dem Rohr abgestimmt, der Wasserstrahl ist knackig scharf, aber auch als Fluss erkennbar. Prima Foto, auch von der Farbgebung/Sättigung.

    “Brücke am Bach” ist erneut ein sehr schönes Foto! Klasse gestaltet.
    Aber hier SCHREIT das Motiv meiner Meinung nach eher danach, bei offener Blende festgehalten zu werden, um etwas mehr Dramatik zu erzielen…. Vielleicht solltest Du zukünftig solche Motive mit verschiedenen Blende aufnehmen, um anschliessend zuhause in Ruhe deren Bildwirkungen in Ruhe abwägen und eine Auswahl treffen zu können? Trotzdem ein wirklich tolles Bild.

    “Refugium”:

    Hmmm… mit einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein vielleicht- so zusammengedrängt sieht es für mich eher aus, als wenn der Titel “Versteck” besser passen würde.
    Der Bambus (?) links und der Klappstuhl hätte vielleicht besser in Szene gesetzt werden können?
    Hier stört mich auch der offenbar fabrikneue Stuhl etwas – sieht nicht wie ein bereits genutztes “Refugium” aus, sondern wie “Hoffnung, mit dem Stuhl hier in Zukunft mal Ruhe geniessen zu können”…

    Insgesamt finde ich Deine Ausbeute sehr schön, Du hast sehr schöne Motive sehr treffsicher gefunden, möglicherweise ja auch ein paar “Küsse auf die Stirn” bekommen (Siehe auch meine Eingangsbemerkungen) und ich finde, Du hast uns an einer ganzen Reihe gut gestalteter Bilder hier teilhaben lassen.

    Einige wenige hätte ich eher weggelassen.

    Beste Grüße
    DWL

    • Lieber DWL,

      für deine umfangreiche Betrachtung danke ich dir sehr! Auf einige deiner Kommentare möchte ich gerne antworten. Ich denke, das beleuchtet einige Ergebnisse, und verdeutlicht meine Gedanken dazu.

      „…Aus Deinem Kommentar zu dem “Eis”-Bild der Woche neulich entnehme ich, daß Du ein Faible für Maschendrahtzaun als unscharfem Vordergrund hast… ;-D Beim Bild “Am Weiher” finde ich diesen Effekt sehr störend…“

      Spannend, wie das wirkt mit den Zäunen, ich hatte es eher den Umständen geschuldet. Da ja die Örtlichkeiten nicht anders zu begehen waren, wollte ich gerne von den jeweils möglichen Positionen meinem Thema Wasser ein Foto entlocken.

      „…Das “Titelbild” gefällt mir, weil es die Gegensätze hart und weich schön zusammenbringt, auch durch die zusammengezogenen Ebenen bei leichter Telebrennweite. zudem gefällt mir die Wahl einer diagonalen Gestaltung, die Assoziation der (trotz des weichen Aggregatzustandes) starken Wasserkraft durch die sichtbare Bewegung kommt bei mir zur Geltung…“

      Danke! Mein Hauptanliegen dabei galt dem Eliminieren des 45 Grad schrägen Brückenfundaments, was zum Wasser hin reicht. Bei waagerechter Aufnahme wäre dies seltsam im Bild aufgetaucht. Ich hoffte zu erreichen, die Böschung nicht sichtbar werden zu lassen. Das gelang nur durch Kippen der Kamera.

      „…“Am Wehr” gefällt mir von der natürlichen Farbwiedergabe und der Gestaltung sehr, allerdings könnte ich mir vorstellen, daß eine geringere Schärfentiefe das Motiv möglicherweise noch “verwunschener” hätte erscheinen lassen…“

      Schön, dass du das Thema Schärfentiefe ansprichst! Mir sind bei der Wanderung etliche Motive aufgefallen, denen dieser Effekt richtig gut getan hätte. Knackpunkt war allerdings das gewählte Objektiv. Nur allzu deutlich zeigt sich, was ein nur mäßig lichtstarkes Tele in solchen Momenten eben nicht kann.

      „…Bei “Bewegungen” hätte ich den oberen Teil mit dem häßlichen, aufschwimmenden Gras komplett weggelassen, so daß nur die wunderbaren Spiegelungen dargestellt werden. Das Bild ist echt klasse, wobei der Umstand, daß man zusätzlich noch den Grund unter dem Wasser schwach erkennen kann, einen weiteren kontrapunktuellen Reiz ausmacht. Klasse Motiv!…“

      Tja, das blöde Gras… Ich habe lange überlegt, ob es hilft, oder nicht. Im Nachhinein schließe ich mich deiner Einschätzung an. Aber wie du schon selbst sagst, ich fand das Motiv sehr ansprechend, und ein deutlich anderer Bildausschnitt war von dieser Stelle aus nicht möglich. Nur ein paar Schritte weiter seitlich, ohne Gras, war die Spiegelung nicht mehr erkennbar.

      „…Bei “Kunst am Fluss” ist sowohl die Kunst als auch der Fluss nicht nur abgeschnitten an den jeweiligen Bildrändern, sondern eine relativ öde Grasfläche raumgreifend. Da verstehe ich die Gestaltung und die damit verbundene Titelgebung überhaupt nicht…“

      Ja, das lasse ich gerne so stehen. Dient maximal dem Ansatz, Wasser ins Spiel zu bringen. Fotografisch reizvoll ist das wohl nur für die aktuelle Diskussion…

      „…Bei “Gebäude am Fluss” ist übrigens der Maschendrahtzaun durchaus sinnvoll, sowohl als Vordergrund als auch als thematischer Bestandteil, denn hier geht s ja vermutlich um das Thema “Räume” und ihre menschgemachten Eingrenzungen durch Gebäude(mauern) und Einzäunungen, also “Tristesse” ?…“

      Der Zaun war einfach da. Das Grün am Haus und die Spiegelung dessen im Wasser war der Anlass.

      „…Bei “Feuchtigkeit” geht mir das Herz auf – sehr schöne Komposition, hier ist “Wasser” in seinem Leben schaffenden, Leben spendendem Charakter sehr schön dargestellt. Klasse! Hier ist die satte Farbgebung trotzdem natürlich wirkend, also genau richtig dosiert, finde ich…“

      Lieben Dank, das trifft ziemlich übereinstimmend das, was ich gefühlt habe dort.

      „…“Umleitung” gefällt mir ebenfalls gut, es erinnert – sehr entfernt – fast an ein Detail aus einem japanischen Garten, wenn man sich das Metallrohr als so ein typisch schräge abgeschnittenes Bambusrohr vorstellt. Auch hier könnte ich mir vorstellen, daß eine geringere Schärfentiefe den Reiz des Motivs erhöht hätte…“

      Da bin ich in allem bei dir! Aber auch hier ein perfektes Beispiel dafür, einfach nicht mehr an Tiefenschärfe herausholen zu können, ohne entsprechende Offenblende.

      „…Sehr schön die Spiegelungsachse sehr nahe an die Mitte gelegt, die Spiegelung des Wasserflusses ist ebenso schön wie jene der wunderbaren Wurzeltriebe des Baums. Die Verschlusszeit scheint mir perfekt auf die Wassergeschwindigkeit aus dem Rohr abgestimmt, der Wasserstrahl ist knackig scharf, aber auch als Fluss erkennbar. Prima Foto, auch von der Farbgebung/Sättigung…“

      Tatsächlich gibt’s von diesem Motiv ca. 10 Varianten, da habe ich mich ja für die richtige entschieden!

      „…“Brücke am Bach” ist erneut ein sehr schönes Foto! Klasse gestaltet.
      Aber hier SCHREIT das Motiv meiner Meinung nach eher danach, bei offener Blende festgehalten zu werden, um etwas mehr Dramatik zu erzielen…. Vielleicht solltest Du zukünftig solche Motive mit verschiedenen Blende aufnehmen, um anschliessend zuhause in Ruhe deren Bildwirkungen in Ruhe abwägen und eine Auswahl treffen zu können? Trotzdem ein wirklich tolles Bild…“

      Auch hier eine klare Zustimmung. Aber auch hier war dank Tele-Zoom kaum mehr drin.

      “Refugium”:

      „…Hmmm… mit einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein vielleicht- so zusammengedrängt sieht es für mich eher aus, als wenn der Titel “Versteck” besser passen würde.
      Der Bambus (?) links und der Klappstuhl hätte vielleicht besser in Szene gesetzt werden können?
      Hier stört mich auch der offenbar fabrikneue Stuhl etwas – sieht nicht wie ein bereits genutztes “Refugium” aus, sondern wie “Hoffnung, mit dem Stuhl hier in Zukunft mal Ruhe geniessen zu können”…“

      Das passt schon! Die Person dort mag sich sicherlich den Blicken aus meiner Richtung entziehen wollen. Ein bisschen Versteck ist das wohl. Meine Position zum Motiv hin konnte ich nur so nehmen. Weiter links waren dichte Sträucher, und rechts ein unerotischer Pkw-Anhänger. Stuhl und Tisch sind wetterfest-also immer dort. Solche Materialien sehen oft unverbraucht aus. Nicht zu ändern, genommen wie vorgefunden…

      Insgesamt finde ich Deine Ausbeute sehr schön, Du hast sehr schöne Motive sehr treffsicher gefunden, möglicherweise ja auch ein paar “Küsse auf die Stirn” bekommen (Siehe auch meine Eingangsbemerkungen) und ich finde, Du hast uns an einer ganzen Reihe gut gestalteter Bilder hier teilhaben lassen. Einige wenige hätte ich eher weggelassen.

      Der ganze Tag war ein einziger Kuss, ja! Wenn sich eine Diskussion dazu ergibt, was man an Fotos wählt und/oder weglässt, finde ich das hier gar nicht übel. Alle Fotos aufhängen würde ich mir tatsächlich auch nicht…

      Danke Dir nochmals für die hilfreichen Statements,
      und freundliche Grüße nach Kölle,

      Herzlich, Dirk

      • Bei „Bewegungen“ hast Du mich falsch verstanden.

        Ich glaube Dir sofort, daß auf der Aufnahme das auf der Wasseroberfläche treibende Gras unvermeidbar war – aber man kann diesen Teil ja später einfach durch Beschneidung beseitigen.

        Genau das meinte ich: mehr Mut zur Beschneidung, um dieses sehr schöne Motiv durch einen puristischen Eingriff noch prägnanter und eindeutiger zu gestalten. Denn das aufliegende Gras lenkt einfach nur von den wunderbaren Spiegelungen und dem subtilen Blick auf den Wassergrund ab.

        Immer alle Ablenkungsmlglichkeiten konsequent beseitigen ist m.E.n. Stets zielführend, solange die „Ablenkung“ nicht bewußt als bewußt gewählter Kontrapunkt oder wichtuge Ergänzung gewählt wurde – und diese Funktion auch bei kritischer nochmaliger Würdigung auch tatsächlich erfüllt…

        Gruß aus Kölle

        DWL

  • Hallo miteinander, also die Kommentare sind echt Spitze und gut durchdacht! Chapeau! Die Fotos sind gut gestaltet und wie immer Ansichtssache, dem einen gefällt das, dem anderen das, aber so soll es sein, sonst wäre es echt langweilig, wenn wir alle den selben Geschmack und Vorlieben haben! Die Idee mit dem losgehen ohne festes Ziel und vorhaben ist gut, das habe ich auch schon öfters gemacht in der näheren Umgebung von meinem Wohnort, nur leider habe ich schon fast die ganze Gegend fotografiert! Werde aber doch wieder einmal diese Idee in Angriff nehmen!
    Dann wünsche ich noch eine schöne Woche und immer gut Licht vor der Linse von
    Gisela G.

    • Hallo Frau Gebhardt,

      meinen Dank für ihren netten Kommentar,
      und die guten Gedanken bzgl. Geschmäcker und Vorlieben.

      Was ich sehr schätze, ist die entstehende Vielfalt, die dennoch während der Umsetzung einigen festen (fotografischen) Regeln folgt. Darin steckt eine Spannung, die vielen Motiven nützt. Und ich möchte wetten, vor ihrer Haustür liegen auch noch Schätze verborgen. Alles Gute… ;-)

      Herzlich, Dirk Trampedach

  • Hallo Dirk,

    ein toller Bericht. Ich danke dir für das Teilen deiner Gedanken. Fotografierengehen ist oftmals, wie ins kalte Wasser Springen (um bei deinem Thema zu bleiben ;-) ). Die ersten Züge sind noch unangenehm und prickeln auf der Haut, doch schon schnell stellt sich Erfrischung und Klarheit ein.

    Themenwanderungen / Eingrenzen auf ein Thema finde ich essentiell, um das Auge zu schulen. Nicht nur das Einschränken in der Ausrüstung. Mit einem Thema vor Augen raus zu gehen, bedeutet für mich auch, dass ich andere Motive, die nicht zwischen meine selbst gesteckte Leitplanken passen, links liegen lasse. So habe ich mehr Zeit und mehr Auge für das was ich mir vorgenommen habe. … Zeit haben.

    Dies schafft in mir eine innere Ruhe. Die Ruhe, nicht auf der Suche nach ALLEN schönen Motiven durch die Gegend zu hetzen; die Ruhe , keine Sorge zu haben, dass wenn ich mich umdrehe, so viel Schönes schon hinter mir liegen könnte. … mit mir und dem was ich mache einfach Eins sein.

    Soviel mein Ziel, vielleicht schaffe ich das einmal zu leben. … aber auch Nachsicht haben, wenn es einmal nicht klappt. … über sich selber schmunzeln und über die ein oder andere Aufnahme.

    Dieses Fokussieren auf ein Thema reinigt mich selbst. Denn ich muss im Leben nicht alles gemacht haben, dass was ich aber gemacht habe, soll fokussiert vollstatten gegangen sein.

    … das wäre schön … doch so bin ich nicht … schmunzel in mich hinein, und bin nachsichtig zu mir.

    • Lieber Bernhard,

      ganz herzlichen Dank für deine Zeilen, ich weiß exakt, was du meinst!
      Dir wünsche ich weiterhin eine nachhaltige Fotografie, und eine rundum gute Zeit.

      Freundliche Grüße, Dirk

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