Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Fokalreduktor! Vollformat-Flair an der Systemkamera

Artikel ursprünglich verfasst am 17. Januar 2020

Liebe Fotofreunde*innen,

die Motivation, mich dem Thema sogenannter „Retro-Objektive“ zu nähern, hängt damit zusammen, mein überwiegend aus Zoom-Objektiven bestehendes Equipment nach und nach mit Festbrennweiten anzureichern. Nach einigem Stöbern im Internet bin ich dann immer neugieriger geworden, wie das denn nun wohl so sein mag, ein altes, aber qualitativ gutes Objektiv mit Festbrennweite an meine FUJIFILM X-T2 zu adaptieren. Die aufgerufenen Preise für gute Exemplare finden sich irgendwo zwischen 50 – 100,-€. Bei meinen Hauptthemen in der Fotografie habe ich Zeit genug, manuelles Einstellen und Fokussieren ist daher unkritisch. Zudem kann ich mich für klassische, mechanische Dinge maßlos begeistern. Warum also nicht in der Richtung mal was ausprobieren?

Fokalreduktor

Da es mit  X-Bajonett von FUJIFILM keine alten Linsen gibt, wurde zwangsläufig ein entsprechender Adapter nötig. Um nicht gleich zu Beginn mehrere Adapter kaufen zu müssen, habe ich mich vorab auf ein einziges Anschluß-System festgelegt, und zwar für Linsen mit M 42. Mit diesem Anschluß finden sich sehr viele klassische Objektive im Netz, wie zum Beispiel von Pentacon, Helios, Edixa, Asahi-Pentax, Beroflex, Revuenon, Meyer-Optik, teilweise auch Olympus, Zeiss, Leitz, und einige mehr.

Bei der Wahl eines entsprechenden Adapters gibt es mehrere Möglichkeiten. Von recht billigen, ungenau gearbeiteten Exponaten für wenige Euro angefangen, bis hin zu guten Ausführungen reicht die Spanne. Eine generell gute Wahl trifft man in der Preisklasse zwischen 20-30,-€, zum Beispiel von Herstellern wie K&F, Quenox oder Gobe. Nutzt man diese, hat man erstmal „nur“ einen Adapterring ohne sonstige Funktion. Deshalb übernimmt man auch eins zu eins den Crop-Faktor, wie er auch bei modernen Objektiven einzurechnen gilt, also per Umrechnung 1:1,6. Außerdem verliert man auch etwas Licht, da ja vom Kleinbild-, bzw. Vollformat des Objektives nicht alles eingefangene Licht formatgetreu am APS-C Sensor landet. Ein Teil des Lichtes geht auf Grund des kleineren Sensorformates in der Peripherie verloren.

Aha-Effekt:

Der Fokal-Reduktor bringt Vollformat-Feeling am APS-C Sensor!

Es gibt aber auch die Möglichkeit, als Adapter einen sogenannten Fokal-Reduktor einzusetzen. Diese sind mit Preisen um 100,- € zwar deutlich teurer als ein einfacher Adapter,  sie bieten aber einige prägnante Vorteile. Grundsätzlich ist es erstmal auch nur ein passiver Adapter, der keinerlei elektronische Funktionen zu unterstützen vermag. Im Gegensatz zu einem „einfachen“ Adapter befindet sich im Inneren dieses Reduktors jedoch eine Glaslinse. Diese funktioniert vereinfacht gesagt wie ein Lichttrichter. Das Licht, vom Vollformat-Objektiv eingefangen, fällt nun nicht mehr in Teilen am Sensor vorbei, sondern wird wie durch einen Trichter gebündelt, und vollständig auf den Sensor gelenkt. Das führt dazu, tatsächlich sowas wie Vollformat-Feeling zu bekommen, was sich auf den Bildausschnitt, die Lichtausbeute, und den gesamten Prozess positiv auswirkt.

Hier zu sehen, der aus Vollmetall präzise gefertigte Fokal-Reduktor Zhongyi Lens Turbo II (Link zu Amazon)

 

Im Resultat zeigen sich folgende Vorteile/Unterschiede:

  • Der Reduktor rastet fest im Bajonett ein! Das ist bei den billigen Adaptern nicht zwangsläufig so.
  • Durch verlustfreie Bündelung allen Lichts erhöht sich die Lichtausbeute um ungefähr 1 Blendenwert, kurz gesagt: Mehr Lichtstärke=Mehr Tiefenunschärfe + kleinerer ISO-Wert.
  • Die angegebene Brennweite des Objektives unterliegt nicht mehr dem Crop-Faktor, es entsteht fast schon Vollformat-Feeling.
  • Durch die Linse im Reduktor bleibt der Sensor beim Objektivwechsel geschützt.

Es gibt auch offensichtliche Nachteile, die ich aber eher als logische Konsequenz bezeichnen möchte:

  • Passiver Adapter, also keinerlei elektronische Übertragung irgendwelcher Daten.
  • Kein Auto-Fokus, also eine manuelle, meist längere Dauer beim Fokussieren.
  • Auf Grund der großen Linse deutlich schwerer.
  • In der Anschaffung deutlich teurer als 0/8/15 Adapter.

Kontrolle statt Vertrauen:

Zubehör fremder Hersteller empfehle ich vorm Ersteinsatz in jedem Fall zu messen & zu prüfen.

Fokalreduktor Montage

Die Montage ist simpel. Wie auch das Objektiv selbst, dreht man den Adapter ins Bajonett der Kamera. Anschließend wird das Objektiv ins Gewinde gedreht-fertig.Vorab verglichen habe ich mittels Tiefenmessschieber die Bajonette meiner Objektive mit dem des Adapters, um auszuschließen, dass der ggf. zu weit nach innen in die Kamera reicht und Schaden anrichtet. Das ist aber alles tiptop, wie auch die optische Kontrolle (siehe Foto) zeigt.

Die Verarbeitung ist absolut hochwertig, der Reduktor läuft spielfrei und satt in die Verriegelung. Einzig die Positionierung zum Einsetzen ins Kameragehäuse habe ich optimiert. Der werkssseitig angebrachte Punkt ist leider auf der nach innen gerichteten Fläche angebracht. Man sieht ihn daher kurz vor Kontakt nicht mehr. Als Abhilfe zusätzlich angebracht habe ich darum eine kleine Bohrzentrierung am Umfang.

Um jetzt endlich zu fotografieren, sind noch 2 Dinge an der Kamera einzustellen. Beim Fokus-Modus ist die Vorwahl „manuell“ einzustellen. Damit aktivieren sich die Fokussierhilfen der Kamera, wie z.B. Lupenfunktion, bzw. Fokus-Peaking. Dann wäre dann noch im Menü die Einstellung „Aufnahme ohne Objektiv“ auszuwählen. Damit erkennt die Kamera den Status und ist willens, mit nicht elektronisch gekoppeltem Objektiv überhaupt erst auszulösen. Ein Erfassen der Belichtung ist gegeben, es läßt sich wie gehabt messen und beeinflussen.

Hinweis:

Moderne, elektronische Vollformat-Linsen lassen sich auf passiven Adaptern auch nutzen. Leider lässt sich dann aber in den meisten Fällen die Blende nicht mehr verstellen/beeinflussen. Diverse Kombinationsmöglichkeiten der jeweiligen Kamera mit aktiven Reduktoren gibt es aber durchaus auch.

Welche Objektive welcher Hersteller nimmt man nun? Und welche Brennweiten machen Sinn? Diese Gretchenfragen ist ja schon bei modernen Linsen nicht pauschal zu beantworten. Als sinnvoll erachte ich, sich mit Zeit und Muse die teils super guten Videos auf Youtube anzuschauen, in denen massenweise alte Linsen technisch begutachtet werden, vorteilhafte Einsatzzwecke deutlich werden, und dies mit Fotos entsprechend belegt wird. Auch in etlichen Foto-Blogs wird das Thema „Retro-Objektive“ gut behandelt, und auch hier bei fotowissen.eu finde sich Beiträge dazu. Wer da ein wenig zu recherchieren beginnt, stösst schnell auf hilfreiche Informationen. Für mich war der Bereich um 50mm interessant, also die sogenannten Normal-Objektive. Klingt seltsam? Mir gefallen Fotos, die damit entstehen, unglaublich gut. Wie gesagt, 50mm + Fokal-Reduktor bleiben ja 50mm, was in etwa  31mm APS-C Format entspricht. Die beiden „Ausreißer“ meiner kleinen Sammlung bilden dann noch ein 29er Weitwinkel, sowie ein 135er Tele.

Erfahrungswert:

Auf Qualität setzen! Abgerockte 20€-Objektive und minderwertige Adapter machen weder Spass noch Sinn.

Was mir unheimlich gut gefällt, sind die übereinstimmenden Durchmesser von Adapter und Objektiven. Ist technisch völlig nebensächlich, sieht aber einfach ästhetischer aus.

Würzig:

Es ist nicht nötig, vorm Fotografieren mit „Altglas“ auf einem ABC-Pflaster zu kauen. Schärfe gibt´s reichlich!

Ein Retro-Objektiv mit einem nagelneuen Objektiv zu vergleichen, macht wenig Sinn. Dennoch, die Oldtimer sind auf ihre Art nicht schlechter, sondern im Ergebnis für mein Auge charmant anders. Und Schärfe ist mittes guter Linsen richtig gut herstellbar! Das darf aber bitte jeder für sich selbst definieren. Je nach Objektiv ist eine etwas deutlichere Vignettierung zu vernehmen. Insgesamt wirken die Fotos auch „weicher“. Das macht den Einsatz für bestimmte Zwecke höchst interessant. Ich denke da z.B. an Portraits, aber durchaus auch Streetfotography in schwarz/weiß. Alles in allem macht aber erst die Kombination mit Fokalreduktor für mich den großen Reiz der alter Linsen aus.

Ansichtssache:

Der Reiz des Besonderen liegt nicht nur im Auge des Betrachters, sondern findet sich in der Kombination aus Retro-Linsen und Fokal-Reduktor.

Das Wegfallen des Crop-Faktors stimmt meinem Empfinden nach nicht wirklich milimetergetreu eins zu eins. Ob da ein altes 50mm Objektiv tatsächlich bei absolut exakt 50mm bleibt, kann ich nach meinem Experiment eher mit nein beantworten. Oder andersrum: Stelle ich beim originalen FUJI-Objektiv die mit 1:1,6 verrechnete Brennweite ein, die den 50mm am Retro-Objektiv + Fokalreduktor entsprechen müßten, weichen die Bildausschnitte deutlich voneinander ab.

Um wenigstens ein bisschen die Ergebnisse vergleichen zu können, habe ich ein paar Motive vom Stativ aus mit verschiedenen Objektiven abgelichtet, und soweit möglich, die Bildausschnitte des Zooms „nach Auge“ identisch eingestellt. Wie gesagt, alles ohne wissenschaftlichen Anspruch, vielmehr als Veranschaulichung, was sich unter gleichen Bildausschnitten beider Varianten unterscheidet. Eindeutig heraus gekommen ist in jedem Fall, dass es mit 50:1,6 nicht exakt aufgeht. Denn hätte ich die errechneten 31,25mm Brennweite eingestellt, wäre ein deutlich anderer Bildausschnitt erkennbar gewesen. Wo wir bei gleichen Bildausschnitten bei den Brennweiten landen, steht unter den Fotografien.

Die Fotos sind alle unbeschnitten, nicht bearbeitet, und in der Filmsimulation „VELVIA/Lebendig“ entstanden. Also Objektive getauscht, Stativ stehen lassen,  Bildausschnitt angepasst.

Erkenntnis:

Unterschied zwischen dem erschaffenen „Vollformat“ und APS-C: Die rechten Bilder, also die gezoomten, „kippen“ mit zunehmender Distanz deutlich nach rechts.

 

Bei folgenden Bildpaar ist das Kippen nach rechts fast nicht mehr erkennbar, die Aufnahmedistanz lag bei ca.1 Meter.

 

 

In der letzten Galerie finden sich noch einige Fotografien, die ich mehr oder weniger „im Vorbeilaufen“ am Heimweg aus der Hand gemacht habe. Sozusagen mein Bonus-Material, weil´s so schön ist mit dem alten Zeugs… ;-))

 

Zum guten Schluß:

Fazit mit Blick auf den Einsatz des Fokal-Reduktors:

  • Das Wichtigste zu Beginn, es macht riesig Spass! Und auch das Zweitwichtigste, nämlich die Abbildungsleistung, bringt das raus, worum es geht.
  • Wer konsequent auf minimales Gewicht pokert, wird mit alten Linsen + Fokalreduktor sicherlich ins Grübeln kommen. Zur Orientierung: X-T2,L-Bracket, Reduktor + ASAHI Pentax 50mm bringen zusammen knapp 700g auf die Waage.
  • Emotionale Retro-Look-Fotos in super Qualität sind machbar, Grundkenntnisse der manuellen Fotografie sollten bekannt sein.
  • Wichtiger denn je ist das blinde Beherrschen der Kamera.
  • Das Vollformat-Flair bringt dank Fokalreduktor einige neue Aha-Effekte in die eigene Fotografie.
  • Dafür, dass man mit APS-C Sensor arbeitet, ist der geschaffene Mehrwert an Nutzung bzgl. Tiefenunschärfe enorm.
  • Es wird bei wenig Licht unmittelbar deutlich, dass man mehr Reserven hat, also eine gute Alternative für die „Low-Light“-Fraktion.
  • Gerade im Hinblick auf den eigenen Geldbeutel geht mit dieser Vorgehensweise die Kosten-/Nutzen-Rechnung bestens auf.
  • Egal, wie die Entscheidung ausfällt, bitte Passgenauigkeit und Kompatiblität prüfen!

Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit und freue mich wie immer über Kommentare, Tipps & Anregungen!

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Autor: Dirk Trampedach

Eine Geschichte, ein Bild, eine Stimmung. Erlebnisse, Schreiben und Fotografieren, das hängt für mich unmittelbar zusammen. Große Bereiche, denen ich mich widme, sind Reise, Natur, Landschaften, sowie Stories um klassische Automobile und deren Besitzer. Wer Zeit und Interesse hat, bisschen mehr über mich zu erfahren, ist herzlich eingeladen: www.dt-classics.de

10 Kommentare

  1. Hallo Herr Roskothen,
    Ich habe sehr gute Ergebnisse mit dem „NOVOFLEX ADAPTER“ für Fuji x auf Leica M (gebr.aucht im Netz gekauft) erziehlt.
    Das Objektiv Leica M 50/1,4 Hervorragende Schärfe und die Ästhetik!
    Hat mir wieder Freude gemacht ihren Artikel zu lesen. Danke dafür.

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  2. Vielen Dank für diesen informativen Artikel. Auch ich bin mit einem Novoflexadapter für Fuji xt2 auf Leica R Objektive sehr zufrieden. Noch ein Tipp für das manuelle Schärfen mit der xt2 und Focus peaking: Den Sucher auf S/W stellen (Ben.Einst.Ausw. A) einstellen. Hilft enorm, man muss allerdings in RAW fotografieren, da sonst die Fotos,die auf dem Monitor in s/w erscheinen und erst bei der Bildbearbeitung dann ihre Farbe zeigen, sonst auch in S/W abgespeichert werden.
    Nochmals Danke für die immer interessanten und hilfreichen Artikel in fotowissen.

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    • Hallo Herr Mitschke, Herr Augustin,

      danke für die Tipps und Infos. In diesem Zusammenhang ist die Verwendung von Leica sicherlich Oberliga. Ich für meinen Teil könnte mir das auch super vorstellen. Reizvoll hingegen finde ich allerdings, dass man gerade auch mit gutbürgerlichem Geldbeutel überdurchschnittlich gute Ergebnisse einfangen kann, indem man sich so in der Mittelklasse der klassischen Objektive tummelt. Gerade als Einstieg in diese Form der Neu-/Alt-Mischung ist das einfach herrlich.

      Herzliche Grüße, Dirk Trampedach

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  3. Lieber Dirk,

    danke für den interessanten Artikel.

    Übrigens steht ja z.B. bei Amazon 0.72 Speed, was 50 mm * 0,72 = 36 mm ergibt.
    Also lagst Du richtig.

    Ich fotografiere auch gerne mit den alten Linsen, allerdings bislang nur mit Adaptern (also ohne Linsen), dadurch sind die alten Objektive selbst bei Vollformat-Digital nutzbar.
    Besonders interessant ist gerade bei den älteren Linsen auch die Anzahl der Blendenlamellen, wodurch es ganz andere Bokeh-Effekte gibt als mit den aktuellen Zooms.

    Viele liebe Grüße

    Klaus

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    • Hallo Klaus,

      stimmt, da hast du völlig recht. Die Umrechnungsinformationen sind abrufbar. Ich hatte mich damit allerdings erst zu beschäftigen angefangen, als ich den Reduktor längst hatte. Nach ggf. vorhandenen Daten habe ich dann gar nicht mehr geschaut. Aber die Ergebnisse spiegeln die Daten ja wieder, puh, Glück gehabt… ;-)
      Bei der Auswahl meiner alten Linsen habe ich lange recherchiert, mit den Ergebnissen in puncto Schärfe/Freistellung/Bokeh bin ich super zufrieden. Man muß sich allerdings tatsächlich auch wieder neu drauf einlassen, wenn man eben auch öfter mal ein Zoom benutzt hat.

      Besten Gruß, Dirk

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  4. Hallo,

    ja, das macht an einer Fuji bestimmt ganz viel Spaß.

    Aaaaber:

    a) Man braucht natürlich für jeden Anschluss (also M42, Exakta, FD etc.) einen separaten Adapter und das geht halt schon ins Geld.

    b) Auch wenn hier eine superscharfe Festbrennweite (ich hab das 1,4er Tak auch, grins) mit einem Zoom verglichen wurde, muss man doch vermute, dass durch die zusätzlichen Linsen im Reducer ein wenig der Leistung der Altobjektive verloren geht.

    Deshalb mein Tipp, auch wenn ich jetzt einen Shitstorm erwarte …… Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine kleine Sammlung solcher erstrebenswerter Objektive zu kaufen (Takumar, Rollei, Sonnar, Canon FD-L Serie) für den würde ich eine Sony A7 empfehlen.

    Ich mache das so und bin mehr als zufrieden, fast schon süchtig, grins. Habe nur Altglas an der Sony.

    Viele Grüße

    Günter

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    • Hallo, und danke für die Gedanken zum Thema!

      Bzgl. a) habe ich ja vorher eine Entscheidung gefällt. Das schließt sicherlich erstmal die Umfänglichkeit aller Optionen aus, folgt aber der Vorgabe, die Kosten-/Nutzen-Rechnung nicht zu versemmeln.

      Zu b) gebe ich grundsätzlich zu, dass das stimmen mag. Ohne ein Zoom war mir allerdings nicht möglich, die Bildausschnitte identisch herzustellen, und dann die Brennweite anzuschauen. Um das Ding dabei ging´s mir ja. Und ich weiß tatsächlich auch nicht, wie man z.B. ein Altglas mit oder ohne Reduktor bzgl. Leistungsverlust vergleichen könnte. Da stimmt ja schon alleine die Brennweite nicht mehr.

      Shitstorm? Ach was, jeder sollte seine Marke finden. Und ich mag die Vielfalt ;-)

      Herzliche Grüße, Dirk

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  5. Ich bin bekennender Altglashasser. Ich kaufe mir doch keine neue Kamera mit gutem AF und sinnvollen Automatiken um dann wie Opa zu fotografieren. Ich möchte die Bilder, vor allen Dingen Porträts mit dem 50-1.4, was ja mit dem Fokaladapter einem 36.1.0 entspräche mal sehen. Ich denke da ist kein endscharfes Foto dabei. Ich sags ganz ehrlich, ich kann nicht mit manuellen Objektiven und grossen Blenden arbeiten. Das mag vom Stativ und unbewegten Objekten alles noch gehen, aber sobald sich etwas bewegt und sei es nur durch leichten Wind ist es vorbei mit der Herrlichkeit. Da liebe ich es doch einfach ein AF feld dorthin zu schieben, wo die Schärfe liegen soll. Fokus peaking ist auch nur eine grobe Hilfe. Lupe geht, ist für mich auf Dauer aber wahnsinnig augenermüdend.
    Sorry Leute, für mich ist das alles Gefrickel.
    Und machen wir uns nichts vor, die alten Gläser sind bei Offenblende wirklich nicht berauschend. Das sind ausschliesslich aktuelle Neukonstruktionen. (Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel :) )
    Avalaible light mit Altglass, Blende 1.0 – 1.4 und MF, ne, das meint jetzt hier keiner ernst. Wir reden hier von einer Schärfentiefe im Millimeterbereich.
    Wenn man keine Lichtstarken Objektive braucht, kann man auch preiswerte, neue Objektive an die Kamera montieren. Wenn man sie braucht, muss halt der Geldbeutel geöffenet werden. Alles andere ist Selbstbetrug

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    • Naja, der Beitrag dient in erster Linie denen, die über Nutzung von Altglas nachdenken und ggf. den Reduktor gar nicht kennen. Ich habe nicht beabsichtigt, den geneigten Leser zu ermuntern, alle anderen Wege nicht zu gehen, oder die Güte aktueller Technik zu relativieren. Über den Genuss eines neuen, hochwertigen Objektivs muss man pauschal auch niemanden mehr in Kenntnis setzen, ich nutze die ja auch sehr gerne. Wer allerdings den Spaß am Ausprobieren vor eine vermeintliche Perfektion setzen möchte, kann mit Altglas durchaus zufriedenstellende Resultate erzielen. Übrigens kann ich mich gut an Zeiten erinnern, in denen es AF überhaupt noch nicht gab. Scharfe Fotos sind da dennoch entstanden ;-)

      LG, Dirk

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      • Lieber Dirk, ich wollte auf keinen Fall den Artikel an sich schlecht reden. Es ist immer interessant zu lesen, was sich auf dem Zubehörmarkt tut. Es sollte aber erlaubt sein auch kritische Meinungen zu äussern. Ich muss nicht bei jedem neuen Zubehör Hurra schreien und zum Händler rennen, weil es jemand anderes für sinnvoll hält. Ich erlaube mir, eigene Gedanken über mögliche Einsatzzwecke zu machen und das Für und Wider für mich abzuwegen. Meine Kritik ist klar verständlich und richtet sich gegen den Einsatz von Altglas im fotografischem Alltag. Es gibt Einsatzbereiche wo sich eine Adaptierung rechnet . z.B. Am Balgengerät, an der Fachkamera oder wenn ich Repros machen muss.
        Alles andere, und das ist meine Meinung, ist kontraproduktiv.
        Soviel ich weis, wurden die Fokalreduktoren für den Einsatz im Videobereich entwickelt. So kann man mit einen Metabone Adapter z.B. Canon Linsen an MFT verwenden. Diese Adaptoren lohnen sich aber nur dann, wenn ich z.B. mit Canon fotografiere und mit MFT filme. Die guten Speed Booster leiten auch alle informationen über das Objektiv an die Kamera weiter und lassen sich von dieser steuern. Sie liegen aber über 600 €
        Wenn ich nur fotografiere kriege ich für das Geld welches ein guter Speedbooster kostet fast schon eine gute Linse. Bei einem Systemumstieg kann ich mein altes Equipment verkaufen um die Kosten für Neuanschaffungen zu drücken. Der Einsatz von Altglas bringt weder ökonomische noch fotografische Vorteile. Für mich gehören solche in Dinge in den Bereich, „Dinge, die die Welt nicht braucht“
        Das ist aber meine persönliche Meinung, die ich versucht habe mit sachlichen Argumenten zu untermauern. Wenn mir jemand Argumente liefert, die mich eines Besseren belehren lasse ich mich gerne überzeugen.
        Wenn ich wirklich mal eine alte Kamera simulieren will habe ich immer noch Photoshop.

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