Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Feuerwerk

Artikel ursprünglich verfasst am 9. Mai 2015

Terminplanung zur Feuerwerksfotografie

Da habe ich mir extra Anfang des Jahres die Mühe gemacht und mir alle Feuerwerkstermine, die ich im Umkreis finden konnte, rausgeschrieben und dann das … es ist viel zu tun, der Tag war lang, in den Kalender habe ich immer nur von einen auf den anderen Tag geschaut und da überrascht mich am frühen Abend eine Erinnerung „Feuerwerk“. Oh, ja, Feuerwerk, aber wo und wann? Ein Blick in den Kalender gibt dann wenigstens über das wo Auskunft. Es ist wieder Kirmes in Rheydt und am ersten Abend gibt es ein Eröffnungsfeuerwerk. Bereits letztes Jahr sind wir zur Herbstkirmes dort gewesen, waren nicht so perfekt vorbereitet und haben suboptimal gestanden. Wir hatten immer eine Häuserreihe mit im Bild. Das wollen wir dieses Jahr besser machen! Denn für gute Feuerwerksbilder braucht es auch ein wenig Vorbereitung. Ein guter Standort ist schon die halbe Miete. Optimaler Weise weiß man wo das Feuerwerk abgefeuert wird und kennt die Örtlichkeit. Das ist diesmal nicht schwer, denn Rheydt ist meine alte Heimat und ich bin dort zur Schule gegangen. D.h. ein Blick in Google-Maps, ein wenig im Gedächtnis gekramt und schon sind wir uns recht sicher, dass das Feuerwerk nur neben der Schule auf einem kleinen Platz abgefeuert werden kann. Die Uhrzeit finden wir schnell im Internet und machen uns knapp eine Stunde vorher auf den Weg.

Standort bei Feuerwerksfotografie

Tatsächlich findet das Feuerwerk genau dort statt wo wir es uns gedacht hatten. Das Gebiet ist schon entsprechend abgesperrt und wir suchen uns ein nettes Plätzchen direkt am Absperrband und richten die Kameras aus. Nun müssen wir nur noch warten. Im Hintergrund meiner Bilder wird man noch die Hauptkirche und ein Fahrgeschäft sehen können. Sicherlich ein netter Hingucker. Doch leider haben wir uns zu früh gefreut. Zwei Feuerwehrmänner gehen herum und spannen etliche Meter hinter uns weiteres Absperrband. Das kann nichts Gutes bedeuten. So ist es denn dann auch und wir müssen uns hinter die zweite Absperrung begeben. Der Bereich des Feuerwerks, so haben wir es nun gelernt, wird in zwei Bereiche getrennt. Die erste Absperrung ist nur für den Aufbau, die zweite, wesentlich weitere Absperrung für das eigentlich Feuerwerk. Später wissen wir dann auch warum der Bereich um die Abschussrampen so weiträumig abgesperrt wird, denn es fliegen wirklich viele Funken durch die Gegend!

Leider stehen nun zwischen uns und der Kirchturmspitze große Bäume, zwischen denen wir uns erstmal ein „Fenster“ suchen müssen. Nur wenige Minuten bevor das Feuerwerk mit einem lauten Knall losgeht, haben wir unseren Platz gefunden. Schnell noch einmal die Kamera neu ausrichten und auf die ersten explodierenden Feuerwerkskörper warten.

Das Feuerwerk beginnt noch recht harmlos.

Bilder Feuerwerk

Kamera-Einstellungen Feuerwerksfotografie

Nach den ersten Minuten tritt eine ruhiger Phase ein und es werden eher einzelne Feuerwerkskörper abgefeuert. Zeit, sich mit dem Timing zu beschäftigen. Bisher brauchte man fast nur auszulösen, nun muss man schon etwas genauer arbeiten. Um eine einzelne Blüte aufzunehmen, reichen bei Blende 11 ca. 3 Sekunden. Ich fotografiere bei Feuerwerk im Manuellen Modus und Bulb. Über den Fernauslöser kann ich sehr schnell und gezielt reagieren und löse aus, sobald ich den Knall der Zündung höre. Dabei erhält man dann solche Bilder.

Nun nähern wir uns in großen Schritten dem Finale und die Explosionen am Himmel nehmen mehr und mehr zu. Nun braucht man wirklich nur noch den Auslöser zu betätigen und zählen. Schon längst schaue ich nicht mehr auf das Display der Kamera, sondern zähle im Kopf ab und löse automatisch aus. Schließlich möchte ich ja auch noch ein wenig von dem Feuerwerk genießen :-)

Nach diesem Finale stehen wir leicht taub hinter unseren Kameras und bewundern die Reste des Feuerwerks.

Selten hat eine so spontane Idee so gut funktioniert :-)

 

Als kleinen Leitfaden kann ich empfehlen:

– frühzeitig vor Ort sein und sich einen guten Platz aussuchen

– Kamera und Stativ nach Möglichkeit schon im Hellen aufbauen und ausrichten (Notfalls fragen, wo sich die endgültige Absperrungen befinden wird, damit man nicht noch einmal umziehen muss)

– Kamera auf jeden Fall vor der ersten Explosion scharf stellen (Autofokus ausschalten)

– Fernauslöser anbringen und die letzten Einstellungen vornehmen

– geduldig warten und beim ersten Knall bereit sein :-)

 

Wie immer würde ich mich über Kommentare, Anregungen und/oder Kritik freuen.

© Britta Dicken schreibt zum Thema Feuerwerk

Autor: Britta Dicken

Als leidenschaftliche Amateurfotografin ist seit Sommer 2013 kaum etwas vor meiner DSLR sicher. Ob im Urlaub, auf Veranstaltungen und natürlich auch gerne im heimischen Garten, fast immer ist meine Kamera dabei. Gerne experimentiere ich auch mit speziellen Objektiven und Aufnahmetechniken. Ich möchte weiterhin meinen Horizont erweitern und freue mich daher über jede Anregung! Eine Auswahl meiner Bilder ist auch hier zu finden: www.d-photography.de/

6 Kommentare

  1. Eine tolle Beschreibung Deiner Fotografie, wunderschöne Aufnahmen und ich vermute eine lächelnde Britta. Jetzt sag uns doch mal bitte, wie Du die Belichtungszeit herausgefunden hast. Hast du ab und an auf das Display geschaut und gesagt, zu kurz, zu lang, korrekt belichtet?

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    • Hallo Peter,

      vor unserem ersten Feuerwerk habe ich mich im Internet schlau gelesen. Das ist nicht ganz einfach, denn es gibt recht viele verschiedene Meinungen. In Bezug zum Beispiel auf die Blende habe ich mir dann einfach einen Mittelwert rausgesucht :-) Bei der Belichtung sieht es schon ein wenig anders aus. Hier gibt es sicherlich Experten, die (sicherlich auch nicht zu Unrecht) für jede Farbe eine andere Belichtung empfehlen. Nun, ich bin kein Experte und kann nicht anhand des Knalls vorab schon sagen welche Farbe ich gleich am Himmel sehe und danach dann auch noch rechtzeitig Blende und Belichtung anpassen. D.h. ich mache es nach Bauchgefühl. Möchte ich nur einzelne Blüten haben, dann zähle ich ca. 3 Sekunden ab, möchte ich mehrere Blüten haben, wähle ich die Belichtung entsprechend länger. Meine maximale Belichtung ist dabei ca. 9-10 Sekunden. Je nachdem wir sorgfältig ich im Kopf mitzähle, denn auf´s Diesplay schaue ich eigentlich nur bei den ersten Bildern, um zu kontrollieren, ob ich den Ausschnitt richtig gewählt habe. Dieses Mal musste ich tatsächlich noch nachjustieren, da die ersten Explosionen noch recht tief waren und im Laufe der Show immer höher aufgestiegen sind. Da meine Kamera nicht die schnellste ist, löse ich eigentlich direkt hintereinander aus, so dass ich das Vorschaubild unterdrücke … zwischendurch nur ab und an mal einen Blick aufs Display.
      Ich vermute, es gibt sicherlich ganz tolle Anleitungen, wie man Feuerwerk fotografiert, aber ich halte es da eher mit dem „Try and Error“ Prinzip und natürlich mit „Übung macht den Meister“. Deshalb habe ich mir ja die ganzen Termine rausgeschrieben, weil ich mehr üben möchte :-)
      Das schöne beim Feuerwerk ist meiner Meinung, dass man mit der halbwegs richtigen Blende und einem guten Ausschnitt fast nur gute Bilder aufnehmen kann, wenn man nicht gerade nur eine Sekunde belichtet. Beim ersten Mal habe ich mir vorher furchtbar viele Gedanken gemacht, habe gelesen und gesurft und nun, bei meinem dritten Feuerwerk, habe ich es einfach mal auf mich zukommen lassen und alles nach besten Wissen und Gewissen aus dem Bauch heraus, und aufgrund meiner Erfahrungen der letzten Feuerwerke, entschieden.
      Ach ja, ich lächle auch jetzt noch, wenn ich mir das ein oder andere Bild anschaue :-) Danke!
      LG
      Britta

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  2. Hallo Britta,

    super tolle Foto`s!!!!!!!!!!!!!!

    Tja, was soll ich sagen, alles richtig gemacht, würde ich meinen!!!

    Es sind so viele unterschiedliche „Blumen“ entstanden und jedes auf eine Art sehr schön.

    Am schönsten find ich das 3. aus der 4. Reihe. Ansonsten kann ich nur hinzufügen, dass ich bei unserem Herbstfeuerwerk
    auch die Zeit aus dem Bauch ausgelöst habe, mit kurzem Blick auf dem Display :-)

    LG
    Susanne

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  3. Hey Britta, mir gefallen die einzelnen Freistellungen am besten und nun freue ich mich umso mehr auf den Japantag in Düsseldorf. Immerhin habe ich dank deiner Veröffentlichung jetzt schon eine Idee, wie`s geht! LG Maike

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    • Hallo Maike,
      freut mich, das ich ein wenig helfen konnte und Dir die Bilder gefallen. Wenn man das Prinzip begriffen hat, ist es gar nicht so schwierig. Der Rest kommt dann ganz von alleine :-)
      Ich freu mich auch auf den Japantag und bin so gespannt auf das Feuerwerk, das wirklich großartig sein soll. Lassen wir uns überraschen :-)

      LG
      Britta

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