Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

DXO versus Lightroom

DXO versus Lightroom

Artikel ursprünglich verfasst am 12. April 2008

DXO versus Lightroom – was können die beiden Programme? Wir bringen Licht in die Bildbearbeitungssoftware:

Ein sehr netter Bekannter erklärte mir DXO Optics sei eine gute Software zur Bildbearbeitung. Ich hatte die Software bereits vor einem Jahr getestet und festgestellt, daß sie für meine professionellen Reportagen, Studiofotos und diversen anderen Aufträge nicht geeignet war. Aber ich wollte der Software eine neue Chance geben, schließlich kam sie in der neuen Version 5 für Windows daher und war auch für Mac in der Version 4.5 kostenlos zu testen. Vorab möchte ich sagen, daß ich diese Möglichkeit der uneingeschränkten Leistungs-Nutzung für einen eingeschränkten Zeitraum hervorragend finde.

DXO Ergebnisse

Ich mache es kurz: die Ergebnisse sind hervorragend. DXO korrigiert aus dem RAW heraus nicht nur die Leistungen, die auch Lightroom kann, sondern korrigiert zudem auch automatisch die Vignettierung/Randabschattung, Objektivverzeichnung, Objektivunschärfe, Farbfehler (auch Farbsäume) und Rauschen. Lightroom kann die Vignettierung und das Rauschen ebenfalls korrigieren, jedoch muß dies manuell geschehen und ist sicher gerade im Bereich Bildrauschen nicht vergleichbar gut.

Allerdings, und das ist mein absolutes Ausschlusskriterium, benötigt DXO für die Wandlung gefühlte Ewigkeiten und ist auch in der Bedienung sehr gewöhnungsbedürftig. Dagegen kommt Lightroom für mich persönlich geradezu übersichtlich und intuitiv daher. Vermutlich benötigt man für die korrekte und umfassende Bedienung für beide Programme ein Handbuch, aber mit Lightroom kam ich persönlich sofort zurecht. Das Hochziehen der Tiefen in Lightroom über den Regler „Lichterkorrektur“ ist so simpel wie die Höhenrestaurierung über den Regler „Wiederherstellung“. Dazu kommt, dass ich bei DXO die Kontraste nie zufriedenstellend korrigieren konnte. Letzteres mag an meiner persönlichen Unfähigkeit gelegen haben – sie können in den Kommentaren eigene Erfahrungen einstellen.

Das absolute Ausschusskriterium waren also die Geschwindigkeit, die Bedienbarkeit und letztlich ein dicker Fehler in der Mac-Version, den ich nicht beheben konnte. Immer wenn dort ein Objektiv unklar war, erkannte dies DXO und gab in einem Fenster die Möglichkeit, das Objektiv zu spezifizieren. Jedoch funktionierte das unter Tiger nicht und als ich versuchte die Hotline von DXO zu erreichen, gab es auf der gesamten Internetseite keine Telefonnummer. Nicht mal im Impressum. Mir muß mal jemand erklären, warum in deutsche Firmen ein Impressum haben müssen, jedoch ausländische Firmen mit deutschen Schwestern nicht. Das halte ich für einen klaren Verstoß. Noch schlimmer finde ich, daß über die Supportanfrage innerhalb der letzten sechs Tage keine Antwort kam. Firmen, die den Support ihrer Software nicht anbieten sind für mich nicht vertrauenswürdig. Die umfangreichen FAQ hatten für mich keine Lösung parat.

Adobe Lightroom

Deshalb halte ich Lightroom für die absolut solidere Wahl bei der Bildbearbeitung vieler Fotos von z.B. Reportagen. Es gibt ja unter Windows die Software PTLens, die die Objektivkorrekturen für eine Softwarelizenz von EUR 10,- abwickelt. Diese kann man als Batch über die TIF-Fotos laufen lassen, bevor man dann nachträglich Ausschnitte oder Drehungen vornimmt. Der Weg ist immer noch schneller als ihn DXO beschreitet.

Ich möchte hervorheben, daß die Bildergebnisse von DXO subjektiv betrachtet sehr gut sind. Insbesondere auch die Verminderung und Beseitigung von Rauschen ist in Lightroom nicht integriert und funktioniert unkompliziert. Aber die mangelhafte Geschwindigkeit auf extrem schnellen und modernen Rechnern, der fehlende Support und die sehr gewöhnungsbedürftige Bedienung sind für mich der Grund bei Lightroom zu bleiben.

Verwendete Warenzeichen, Logos und Handelsnamen sind Eigentum der jeweiligen Besitzer. Fehler vorbehalten. Der Artikel ist meine persönliche Meinung.

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – DXO versus Lightroom

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

4 Kommentare

  1. Da ich möglicherweise Peter zu seinem erneuten Test angestiftet habe, sei mir erlaubt, ein,zwei Ergänzungen zu machen.
    Meine doch eher positiven Erfahrungen beruhen auf anderen Voraussetzungen: ich benutze DXO Pro 5 auf einem PC mit Intel-QuadCore Prozessor und 3 GB Arbeitsspeicher. Die Version 5 ist leider für Mac noch nicht verfügbar, weicht jedoch in einigen Punkten gravierend von Vers. 4.5 ab ! So hat sie für wichtige Bereiche neue engines und macht sich die Architektur der Mehr-Kern-Prozessoren zu nutze. Dies führt zu einer(aus meiner subjektiven Sicht) noch akzeptablen Bearbeitungszeit von etwa 30 min je 50 RAW Dateien (je 12 MB), die automatisch entwickelt, korrigiert und z.B. als TIFFs und JPGs abgespeichert werden.

    Die Ergebnisse sind dann allerdings so gut, dass ich zumindest bei Fotos, die nie über 20 x 30 cm abgezogen werden, kaum noch nacharbeiten oder neu entwickeln muss.

    Beispiel: http://www.ralphbraunfoto.com/p1072819533/

    Alle Bilder dieser Galerie sind aus RAW nur mit DXO (eigenes Preset) entwickelt und dann ins Netz gestellt worden. Da fast alle Bilder mit 1000 – 1600 ISO (Nikon D300) aufgenommen wurden, sprechen die Ergebnisse in Bezug auf Farbe, Rauschen und Schärfe meiner Meinung nach für sich bzw. für die Qualität von DXO.

    Voraussetzungen:
    1) Kamera & Objektiv werden von DXO unterstützt und die RAWs enthalten alle notwendigen EXIF Informationen (leider speichern nicht ALLE DSLRs diese Infos komplett ab !)
    2) Erstellen eines Presets, dass den eignen Vorstellungen in Bezug auf Sättigung und Schärfe entspricht.
    3) DXO Vers. 5, und PC mit genügend Leitungsreserven.

    Zugegeben: wenn man nach einem Shooting mit 700 Fotos z. B. von einer Hochzeit kommt – und alle durchlaufen lassen wollte – bräuchte der Rechner immer noch 7 Stunden… (Zeit, in der ich schlafen könnte, um mir morgens dann die fertigen Bilder anzusehen… ;-)) – tatsächlich aber nutze ich gut 70% der JPGS aus der Kamera und nur die problematischen Bilder werden neu aus RAW entwickelt.

    Einen Vergleich zu Lightroom kann ich leider nicht herstellen, da ich PS CS3 und die Adobe Bridge für die Sortierung und Einzelbildnachbearbeitung nutze. Bei einem vergleichbaren Vorgehen (RAW Entwicklung mit Auto-Vorgaben und Bildverarbeitung mit einem Optimierungsmakro) kommt diese Kombination auf ca. 20 min für die o.g. 50 RAW-Dateien, allerdings mit deutlich schlechteren Ergebnissen und dann doch wieder notwendiger Einzelbearbeitung bei ca. 10 -15 Bildern.

    Leider läuft DXO aber auch bei mir nicht ohne Macken, wenn ich es denn mal für die Einzelbildbearbeitung oder die Erstellung der Presets benutze. Die Bedienung ist gewöhnungsbedürftig, aber immer noch intuitiver als bei Capture NX von Nikon, welches zudem NOCH langsamer ist.

    Mein Fazit daher: in meinem RAW-workflow wird DXO eine entscheidende Rolle einnehmen, da es verlässlich exellente Ergebnisse liefert, die ich sonst nur per intensiver Einzelbearbeitung erreichen könnte. Bei größeren Bildermengen wird es aber Nachts oder auf einem 2ten Rechner laufen müssen…

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  2. Lieben Dank Ralph, für den ausführlichen und sehr differenzierten Kommentar. Du hast mir aber telefonisch bestätigt, daß meine Kommentare zum Support richtig sind. Ich persönlich habe DXO jetzt zum zweiten Male sehr intensiv getestet und denke es hat Möglichkeiten, aber nicht für mich. Und das muß jeder selbst herausfinden. Allerdings ist die Software teuer genug, um sich einen guten Support zu leisten. Man schaue sich mal Datacolor.ch (früher Colorvision) an. Die vertreiben den Spyder und die Druckerkalibrierung von Pantone und haben einen ganz hervorragenden Service. Ein Grund sich für solch ein Produkt zu entscheiden, denn das Leben im Computerzeitalter ist komplizierter denn je und Service ist wichtig.

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  3. Als alter Hase und Anwender von Adobe Produkten habe ich mich mal dazu hinreissen lassen auch DxO zu kaufen und muss leider feststellen das ich damit (jedenfalls auf Mac) nicht sonderlich zufrieden bin.
    Die ganze Arbeitsoberfläche ist irgendwie nicht mein Ding und die Ergebnisse sind gewöhnungsbedürftig.
    Die Vorschau zeit auch nie den ganzen Bildbereich an so das man einen direkten Vergleich hat. Vorschau geht nur im Zoom bereich ab ca 80% um den Entwicklungsunterschied zu mken. Gut ist sicherlich die optische Korrektur der verwendeten Linsen und das Rauschen.

    Alles andre ist wie ich auf gut Tirolerisch sage a Kas!

    in diesem Sinne waren für mich die 220.- Euro rausgeworfenes Geld .
    Aber man kann ja vielleicht hoffen das wir mal ein vernünftiges Update erhalten und sich dies dann wieder bezahlht machen wird ..
    hoffen wir es jedenfalls

    Liebe Grüße Herby Meseritsch

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  4. Ahoi an alle
    Ich benutze DXO „nur“ zum entwickeln von DNGs d.h. Die optischen,Schärfe und Rauschkorrekturen und importiere die DXO Raws dann in Lightroom mit seiner intuitiven Benutzeroberfläche für die Latalogisoerung etc. Eine Software aus beidem wäre Perfekt auch kann nur bestätigen dass DXO keinen guten Support bietet und erst ab Version 5 einigermaßen rund läuft und dass auch nur auf starken Rechnern!

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