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Die Wahrheit Street Photography Projekt 2022 Teil 3

Die Wahrheit über Street Photography

Die Wahrheit Street Photography Projekt 2022 Teil 3Street Photography belohnt mit Gelegenheiten zum respektvollen Eintritt in einen fremden Mikro-Moment, und schenkt das entsprechende Abbild in Form der epischen Fotos gleich mit dazu. Jeder Fotografie wird unsere Intuition vorauseilen, und man verewigt darin den Schatz dieser unwiederbringlichen Augenblicke. Im ganz speziellen Zauber der Umstände entstehen permanent einzigartige Situationen, faszinierende Momente, und großartige Gespräche. Und es bleiben eben jene vielen Fotografien, die diese wundervollen Momente lebendig halten, und hinüber retten in die Ewigkeit.

Klingt wunderbar, hm?

Dies ist eine Serie von Beiträgen - Street Photography - Lesen Sie die ganze Serie:

Die Wahrheit über Street Photography

Die Wahrheit über Street Photography ist: Gut 90% meiner Zeit in den Straßen verbringe ich kontaktlos, nicht selten komme ich ohne Fotos heim, und der überwiegende Teil meiner entstandenen „Street“-Ausbeute teilt sich durch drei. Teil 1 wandert sofort als Ausschuss in den digitalen Mülleimer, Teil 2 umfasst die Top-Aufnahmen des Tages ohne DSGVO-Konformität, und der winzige Teil 3 sind die schmalen 1-3% von wirklich nutzbaren Street-Fotos.

Ausbeute 1-3%: Herzlich willkommen in der Wirklichkeit!

Das schreibe ich Ihnen allerdings nicht als ein vom Frust geplagter Fotograf, sondern möchte Sie gerne mit diesen kontroversen Informationen einstimmen auf das, was in diesem Artikel, und in der „Street Photography“ als solche, auf Sie wartet.

Egal, was sie sich für ihre Fotografie vornehmen, nehmen sie genügend Freude mit!

Keine Abkürzung

Es gibt keine Abkürzungen in die Welt der Street-Photography. Das ist die ultimative Erkenntnis von gut 5 Monaten auf der Straße. Wenn ich mir vor Augen führe, wie meine Tagesausflüge in die Street-Photography bis Anfang diesen Jahres gelaufen sind, und wie sich das jetzt gestaltet, wird der Effekt erkennbar. Es ist wie immer. Lernen braucht seine Zeit, und vor allem, seine Praxisübung. Videos gucken und babbeln hat sicher seinen Reiz, wirklich nach vorne bringt einen aber nur eins. Fotografieren!

Es gibt durchaus gute Gründe dafür, die Street Photography tageweise auszutesten. Das ist aber vergleichbar mit einem Tagesausflug in die Alpen. Da wird am Abend auch kaum jemand von sich behaupten können, nun Bergsteiger zu sein. Ist auch überhaupt nicht zu bewerten. Verdeutlichen möchte ich, wie immens kleinschrittig der Weg ist, bis sich Routine einstellt mit adäquaten Ergebnissen. Aber auch dabei gilt: Vergessen sie nie den Spass, und denken sie nicht allzu oft und kalkulativ darüber nach, was es überhaupt bringen mag. Das, was werden soll, wird sich zeigen, und wenn sie offen und ehrlich sind, begegnen sie für alles Weitere auch den entsprechend bedeutsamen Menschen.

Begegnungen

In Büchern, Videos oder Artikeln zum Thema Street Photography wird sich recht durchgängig am Pro/Contra von direkten Begegnungen mit den fotografierten Menschen abgearbeitet. Für mich war gerade die Option „contra“ auch immer Ausschlusskriterium, mich überhaupt erst auf „Street“ einzulassen. Getan habe ich es ja nun doch, und für meine Zeit in den Straßen habe ich mir daher dazu einfach keinen Plan gemacht. Jetzt, nach gut 6 Monaten, blicke ich völlig anders darauf. Schon allein die Frage, wie viel Prozent aller Fotografien von Menschen denn überhaupt zu irgendeiner Form von direkter Begegnung geführt haben, relativiert die Thematik erheblich. Ich schätze, sie liegt deutlich unter 5%. Wirklich negativ war aber bislang wirklich keine einzige.

Wer in Deutschland keinen Bezug zur Fotografie hat, und nur die Horrormeldungen über missbräuchliche Nutzung von Fotos mit Personen drauf kennt, ist sofort skeptisch, sobald sich jemand mit Kamera zeigt. Das kann ich gut verstehen. In so Fällen gehe ich möglichst offen und freundlich auf die Leute zu, und spreche aus, was mich an der Situation und ihnen gerade fasziniert hat. Das hat bislang immer jedes Eis gebrochen, und außerdem sind mit jeder solcher Situationen meine Bedenken geschwunden, dass irgendetwas Schlimmes passieren könnte.

Das Interesse am Lebensraum Straße und an den Menschen ist immer höchstens so groß, wie das Interesse an einem selbst.

Komfortzone verlassen

Komfortzone verlassen – Spannung eingehen + aushalten. Das lässt sich im selbst verordneten Crashkurs trainieren. Ich habe mich schon mehrfach für 15 oder 20 Minuten, ohne mich zu bewegen, mit der Kamera in der Hand mitten auf einen belebten Platz gestellt. Das ist anfangs ein echter Stresstest. Hauptsächlich für mich, teilweise aber auch für Entgegenkommende. Aggressive Reaktionen habe ich aber selbst dabei keine erlebt. Fragende, verunsicherte, oder auch weggedrehte Blicke sind mir durchaus aufgefallen, und in manchen Äußerungen höre ich auch ein wenig Verunsicherung.

„Sind sie von der Presse?“, „Knipsen sie mich?“, Was kann man denn hier Schönes fotografieren?“, „Oben am Schloss kann man klasse Aufnahmen machen!“. Schön ist immer, wenn sich jemand entschuldigt. „Ach Mist, ich habe sie nicht gesehen“, oder, „Sorry, ich wollte ihnen nicht ins Bild laufen.“ Dabei war dann genau das beabsichtigt. Etwas Raffinesse gehört eben schon zum Handwerk dazu. Ein Großteil der Personen geht nämlich überhaupt nicht davon aus, dass ich dort völlig einsehbar stehe, und ausgerechnet sie als Motiv gewählt habe. Hat man das verstanden, und den Bogen raus, wird vieles leichter.

Wenn es nicht gelingt, unsichtbar zu bleiben, hilft nur die gute Vorbereitung. Ich habe zum Beispiel für meine Street Photography immer den elektrischen Auslöser meiner Kamera voreingestellt. Der ist lautlos. Mir macht das möglich, die Personen um mich herum im Unklaren zu lassen darüber, ob ich noch in ungelenker Vorbereitung bin, schon ausgelöst habe oder nicht, oder einfach nur seltsam lange mit der Kamera vorm Auge irgendetwas einzustellen scheine. Was auch immer. In Wahrheit habe ich meist längst das Foto im Kasten.

Erwartung und Geduld

Einen Satz mit ziemlich Tiefgang habe ich vor längerer Zeit ausgerechnet in irgendeinem oberflächlichen Blog entdeckt, und der lautet sinngemäß so: „Die meisten Enttäuschungen folgen unangemessenen Erwartungen“. Auf die Fotografie übertragen kann das nur bedeuten, dass, wenn wir nach einem ergebnislosen Fototag mies gestimmt zu Hause sitzen, schon morgens mit den ersten Schritten dafür den Grundstein selbst gelegt haben. Viele Sparten der Fotografie haben unwägbare Unbekannte. Die Natur, die Landschaften zeigen sich nicht so, wie es der Fotograf gerne hätte, Wetter und Licht spielen nicht mit, ein Model beim Portraitieren hat nicht den besten Tag, oder der Mensch hinter der Kamera ist einfach nicht in Form. Alles ist möglich. Bei der Street Photography kommt allerdings noch ein wesentlicher Aspekt hinzu. Wir wissen nämlich vorher gar nicht, was wir überhaupt belichten werden! Gerade deshalb ist es sinnvoll, sich weitestgehend optimal vorzubereiten, und dem Tag und sich selbst in Geduld eine Chance zu geben. Die mag darin besteht, bestenfalls gar nichts zu erwarten.

Bei meinen Spaziergängen und Aufenthalten in den Straßen hat sich dieses Tun entwickelt. Zu Beginn im Januar war die Unruhe noch größer. Ich habe permanent das Geschehen gescannt, und auch relativ viele Standortwechsel vorgenommen. OK, ich war fleißig in Bewegung, aber der Sache dienlich war das eher nicht. Außer dafür, daraus zu lernen. Mittlerweile nehme ich mir bestimmte Plätze vor, die situativ schon potenziell Möglichkeiten bieten. Diese Ruhe, die ich da einnehme, entzieht mich auch jeglicher Aufmerksamkeiten Dritter, und ich warte dort geduldig auf das, was mir die Straße schenkt.

Zufällen eine Chance geben

Meine Fotos sind ungestellt, und das bleiben sie auch. Allerdings heißt das nicht automatisch, ständig umhergeistern zu müssen, und den zufälligen Zufällen mehr oder weniger erfolglos hinterher zu hecheln. Die vielen, regelmäßigen Einsätze in meiner Stadt haben mich gelehrt, wo gute, und wo schlechte Plätze sind. Dafür wächst ein Gespür mit der Häufigkeit der Aufenthalte. Schlechte Stellen sind welche, die nur räumliche Brücken zwischen zwei guten Plätzen darstellen. Viel Wegstrecke bei kaum zu erwartenden Gelegenheiten zurückzulegen, bringt einfach nichts für eine erfolgreiche Street Photography.

Aber das kriegt man nur raus, wenn man richtig, richtig oft in denselben Vierteln einer vertrauten Stadt unterwegs ist. Eintägige Street-Foto-Sessions in unbekannten Städten sind daher oftmals so eklatant anstrengend, weil man die guten und schlechten Orte nicht eindeutig erfassen kann. Kann schön sein, kann gelingen, jedoch meistens läuft und sucht man mehr, als dass man fotografiert. Ich habe mir mittlerweile eine umfangreiche Reihe solcher guten Plätze erarbeitet, die viele Möglichkeiten bieten, ohne dass ich mich permanent weit und aufwändig bewegen muss. Ich genieße das, dort bei Kaffee und leichter Kost zu sitzen und zu schauen, oder mich einfach nur mal mit jemandem gut zu unterhalten. Dann gilt es, abzuwarten, aufmerksam zu bleiben, der Vorahnung Raum zu lassen, und auf jene Zufälle zu warten, die dann vielleicht doch keine sind, wer weiß.

Authentizität ist das Zauberwort. Immer das eigene Ding machen, statt in Welten Dritter zu agieren.

Hinter dem Tellerrand geht es nach oben – Inspirationen

Wenn wir uns überwiegend mit dem beschäftigen, was wir kennen, dreht sich das Wissen im Kreis. Für kaum eine Generation wie die unsere war es dermaßen leicht, sich mit Unbekanntem zu versorgen, Neues zu entdecken oder schlicht neue Informationen zu Interessengebieten zu erhalten. Sicher, es war auch nie einfacher, sich vollends zu verwirren oder die eigenen Aufnahmekapazitäten an den Rand der Möglichkeiten zu treiben. Entwicklung kommt ohne Inspiration niemals weiter. Für die eigene Fotografie darf es meines Erachtens daher darum gehen, einerseits an einer eigenen Verfahrensweise zu arbeiten, einen eigenen Stil zu entwickeln, und sich andererseits dafür von außen eben jene Inspirationen zu holen, die der Stilfindung dient.

Der eigene Stil ist ja nichts anderes, als sich auf maximal authentische Art, (wieder-)erkennbar zu machen, und von dem Stil Dritter zu unterscheiden und abzugrenzen. Mir hilft dabei sehr, Ausstellungen anzuschauen, Bildbände zu kaufen oder in der Bücherei auszuleihen, und mir Fotografien von Leuten anzusehen, die mich in Person und Fotografie inspirieren und begeistern. Und es ist wichtig, sich mit seinen eigenen Ergebnissen anderen Menschen und deren konstruktiver Kritik auszusetzen und auszutauschen. Was man dazu braucht, sind so geniale Foto-Plattformen wie eben diese hier, liebenswerte Kontakte, ein eigenes Netzwerk, und positive Vorbilder! Nicht, um es ihnen nachzumachen. Vielmehr, um den Geheimnissen zu folgen, die ihren jeweiligen Stil begründen, und um das zu verstehen, was in deren Aussage stecken mag. Wenn es gelingt, sich davon inspirieren zu lassen, und dann den eigenen Möglichkeiten einen unverwechselbaren Ausdruck zu verleihen, ist etwas unglaublich Schönes gelungen: Man hat nicht kopiert, nicht konkurriert, sondern sich ergänzt, bestärkt, ermutigt, und weitergeholfen. Ihnen Allen wünsche ich viele solcher nachhaltige Foto-Begebenheiten, erlesenen Foto-Kontakte, und vor allem immer „Gut Licht“.

Die Wahrheit Street Photography 2022-3-16
1962 oder doch 2022? Die Taschen, Kopftuch und Schal, und die Haltung machen dieses Motiv zeitlos. – Die Wahrheit Street Photography 2022 Teil 3.

Buchtipps Street Photography

Abschließen möchte ich diesen Artikel noch mit Empfehlung zweier Bücher, die mir gut gefallen, und die insbesondere für Street Photography in Monochrom äußerst hilfreich sein können.

  1. Fotografie-Streetfotografie – „Der Atem der Straße“, Andreas Pacer, FRANCIS Verlag
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Neben den handelsüblichen Verweisen auf die Rechtslage bei „Street“ punktet dieses Buch ganz klar mit einer sehr persönlichen Retrospektive zur eigenen Fotografie, sowie einer Rubrik, in der sympathische Protagonisten der Straßenfotografie u.a. auch in Interviews zu Wort kommen. Abgesehen von einem glücklicherweise nicht vorhandenen Besserwissertum, werden Bildgestaltung, Praxisbeschreibungen und Technik der Kamera angenehm dosiert und auf den Punkt einbezogen. Die ausgewählten Fotos sind die Goldstückchen des Buches. Wer sich mit Inspirationen und Erfahrungen Dritter zu Street auseinandersetzen möchte, ist hiermit bestens beraten.

  1. „Die Magie der Schwarzweiß-Fotografie“, Torsten Andreas Hoffmann, dpunkt Verlag

In diesem über 400 Seiten umfassenden Schwergewicht sind gut zergliedert die Themen Ausdrucksmittel, Grundgenres, Kompositionslehre und technische Voraussetzungen für S/W-Fotografie thematisiert. Viele ergreifend gute Fotos finden sich zum Text ergänzend darin. Alles in allem zielt das Buch aber auch darauf ab, mit der Schwarzweiß-Fotografie die Sinne zu sensibilisieren, die ausdrücklich reduzierten Farbreize zu nutzen, und das Asketisch-Wesentliche der Schwarzweiß-Fotografie als Gewinn zu verstehen. Volle Empfehlung!

Herzlichen Dank für ihr Interesse, ihre Aufmerksamkeit!

Mit freundlichen Grüßen, und auf bald,

Dirk Trampedach

Tipp der Redaktion: Printausgabe und PDF

Wertvoller Tipp: Wer das Buch als Printausgabe und PDF erwerben möchte, der kauft direkt auf der Webseite des Verlags. Mit dem PDF können Sie überall lesen (Tablet / Rechner) und vor allem nach allen Begriffen im Buch suchen!

Die Wahrheit Street Photography Projekt 2022 Teil 3 - *fotowissen
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© Dirk Trampedach Journalist für Fotografie – Die Wahrheit Street Photography Projekt 2022 Teil 3

Dies ist eine Serie von Beiträgen - Street Photography - Lesen Sie die ganze Serie:

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Geschrieben von:

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Dirk Trampedach

Eine Geschichte, ein Bild, eine Stimmung. Erlebnisse, Schreiben und Fotografieren, das hängt für mich unmittelbar zusammen. Große Bereiche, denen ich mich widme, sind Reise, Natur, Landschaften, Street Photography, sowie Stories um klassische Automobile und deren Besitzer. Wenn Sei mehr über mich erfahren möchten: dt-classics.de.

4 Kommentare

Bitte schreiben Sie einen konstruktiven Kommentar. Links sind nicht gestattet. (Tipp: Kopieren Sie Ihren Text vor dem Absenden zur Sicherheit).

  • Lieber Dirk,

    fühle dich einfach mal für diesen wundervoll inspirierenden Beitrag, bzw. Beitragserie, umarmt. Ich beschäftige mich seit dem Begin deiner Serie intensiver mit der Theorie(!) des Themas Storytelling/Reportagefotografie, zu welcher ich auch Street zähle. Was ich hier besonders lernen musste ist, es gibt zwar eine Planung zu Hause, aber oftmals entscheidet dann der nicht planbare Moment vor Ort. Jener Moment, der sich nicht mit einer einzelnen Aufnahme einfangen lässt, sondern oftmals Serienaufnahmen oder viele Aufnahmen benötigt. Und die meiste Zeit bei Street kehrt man „ohne Beute“ zurück. In sich hineinhorchend wird aber klar, ist man den Tag auf der Straße „offen“, kehrt man auch ohne Aufnahme mit einem Schatz zurück. Ich danke dir dafür, mir dies noch einmal vor Augen geführt zu haben. Ich werde die nächsten zwei Wochen diese für mich gänzlich neue Art der Fotografie endlich auch in der Praxis angehen.

    Herzlichst,
    Bernhard

    • Lieber Bernhard,

      solche wundervollen Kommentierungen sind Anerkennung und Motivation pur, ich danke dir von Herzen!

      Was du beschreibst, trifft es ziemlich gut, wie ich finde. Ob zum Einfangen bestimmter Umstände eine Serie verwendet wird, oder Einzelfotos, es kommt letztlich darauf an, diese Dinge überhaupt wahrzunehmen. Mir wird das immer in den seltenen Momenten bewußt, in denen ich ohne Kamera unterwegs bin, und dennoch permanent den “Sucher-Blick” drauf habe. Wir schauen völlig anders.

      Um dennoch nicht alles den sogenannten Zufällen zu überlassen, habe ich mir für “Street” eine Arbeitsweise angeeignet, der ich den Begriff “Planung des Ungestellten” gegeben habe, mehr dazu an späterer Stelle hier. Auf deine Exkursionen samt Ergebnissen freue ich mich jetzt schon, und es bleibt spannend, was es mit dir macht. Denn auch dieses “Offensein”, mit entprechender Entwicklung + Veränderung, ist Teil des Ganzen.

      Dir einen ganz lieben Gruß, und auf bald mal,

      Dirk Trampedach

  • Lieber Herr Trampedach,

    danke für die interessante Darstellung Ihrer Vorgehensweise in der Straßenfotografie. Viele Ihrer Punkte teile ich. Die geringe Ausbeute mancher Ausflüge z.B. habe ich auch oft erfahren müssen. Auch die Frage, ob die Straßenfotografie überhaupt etwas bringt, hat sich für mich längst erledigt: Ich habe eine Reihe interessanter Begegnungen gehabt und generell durch den fotografischen Fokus auf die “Banalitäten des Alltags” viel über Tokyo und die japanische Gesellschaft gelernt. Ich glaube, solche Einsichten gelten für überall.

    Ich möchte Ihre Darstellung ergänzen und relativieren. Sie stellen heraus, dass Sie in Siegen inzwischen die Orte kennen, wo sich potenziell Chancen auf eine interessante Aufnahme bieten, und schreiben, dass in unbekannten Städten “gute” und “schlechte” Stellen nicht eindeutig zu erfassen sind, dies also das Finden guter Motive zumindest erheblich erschwert. Diese Aussage halte ich in dieser absoluten Form für nicht richtig. Selbstverständlich können Sie z.B. im Urlaub an einem Ihnen vollkommen unbekannten Platz Straßenfotografie betreiben, indem Sie sich irgendwo hinsetzen, die Umgebung auf sich wirken lassen und interessante Motive auf sich zukommen lassen. Ob das letztlich der beste Platz ist, ist in der Straßenfotografie doch vollkommen unerheblich; “unwiederbringliche Momente” können Sie auch in einer hässlichen Seitenstraße finden. Ich denke, der Vorteil einer vertrauten Umgebung ist, sich an die Besonderheiten der Straßenfotografie leichter herantasten zu können, bestimmte Techniken zu lernen und allgemein Erfahrungen zu sammeln. In diesem Sinne könnte ich mir vorstellen, dass Ihnen z.B. hier in Tokyo auch ohne Hilfestellung durch Ansässige, Bücher u.ä. hervorragende Bilder gelingen, auch wenn Sie mit der japanischen Kultur und Gesellschaft bisher nur wenig Kontakte hatten.

    Herzliche Grüße,

    Detlef Rehn

    • Guten Morgen, lieber Herr Rehn,

      freundlichen Dank für die vielen Gedanken zum Artikel und dem Thema “Street”.

      Zu ihrem zweiten Absatz: Wir liegen da kaum auseinander. Mit guten Plätzen meine ich tatsächlich nicht die Vorzeigestellen, an denen es nett ist, viele Leute zu finden sind, und in den schlechten Orten sehe ich nicht die grauen, schmuddeligen Straßen etc.
      Schlecht, ungünstig ist es für mich dort, wo es zwar vom Ort her selber ok bis ansprechend ist, wo aber schlicht nichts passiert. Fotografieren geht auch dort prima, keine Frage. Das wäre dann aber meiner individuellen Definition nach nicht die Street-Photography, für die ich zeichne.
      Und danke sehr auch in diesem Zusammenhang für ihre Kritik bzgl. absoluter Form meiner Schilderungen. Ich bin davon ausgegangen, dass das selbstredend ist, werde das aber zukünftig deutlicher machen. Nichts, was ich von mir gebe, erhebt Ansprüche an absolute Formen und Normen. Es ist immer nur meine eigene Sichtweise, Auffassung und Verständnis der Umstände.

      Herzliche Grüße, Dirk Trampedach

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