Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Die besten Fujifilm GFX Mittelformat Objektive – Test

Artikel ursprünglich verfasst am 27. Juni 2019

Welches sind die besten Fujifilm GFX Mittelformat Objektive? Welche Linse kauft man am besten zu welchem Zweck beim Mittelformat-System? Welches Objektiv nutze ich am besten an der GFX 50S, GFX 50R, GFX 100? Hier die detaillierten Informationen im Test:

Die besten Fujifilm GFX Mittelformat Objektive

Dieses Tutorial / Testbericht wurde im April 2018 erstellt und im Juni 2019 erweitert.

Fujifilm Mittelformat Objektive

Genau gesagt nennen sich die Fujifilm Mittelformat-Linsen GF-Objektive und dienen der GFX 50S bzw. GFX 50R scharfe Bilder auf den etwa 44 x 33mm großen Sensor zu bannen. Zusammen mit dem neuesten Zuwachs, dem GF250mm Teleobjektiv, bietet der japanische Hersteller insgesamt acht Linsen mit verschiedenen Brennweiten für variable Einsatzzwecke. Zwei der Optiken sind Zoomobjektive. Drei der acht Linsensysteme bieten einen BildstabilisatorOIS“ für längere Belichtungszeiten aus der Hand. Ein Überblick mit Links zum Händler meines Vertrauen, der Firma Calumet:

  1. GF23mm F4 R LM WR – (vergleichbar mit etwa 19mm im Kleinbildformat)
  2. GF32-64mm F4 R LM WR – (Zoomobjektiv 25-51mm KB)
  3. GF45mm F2.8 R WR – (36mm Kleinbild äquivalent)
  4. GF50mm F3.5 R LM WR – (40mm Kb)
  5. GF63mm F2.8 R WR – (50mm KB)
  6. GF110mm F2 R LM WR – (87mm KB)
  7. GF120mm F4 Macro R LM OIS WR – (95mm KB)
  8. GF 100-200 mm F5,6 R LM OIS WR
  9. GF250mm F4 R LM OIS WR – (198mm KB)

Dazu existieren zwei Makrozwischenringe:

  1. Makro Zwischenring MCEX-18 G WR >>
  2. Makro Zwischenring MCEX-45 G WR >>

Legende der Fujinon Abkürzungen

Die Legende der Fujifilm Objektiv-Bezeichnungen erklärt:

GF = Diese Objektivreihe ist für den großen Mittelformatigen Sensor entwickelt.

R – Diese Fujinon Objektive besitzen einen Blendenring. Es gibt im Moment ausschließlich Objektive mit einem Blendenring für die Mittelformatkamera.

WR = Wheather Resist, dt. Wetterresistent

LM = Linear Motor für den Autofokus. Nur das 63mm Objektiv besitzt eine andere Lösung.

OIS = Optical Image Stabilization ist das Fujfilm Bildstabilisierungs-System zum Ausgleichen von Zittern und Bewegungen. Das System sitzt wie bei Canon auch im Objektiv. Mit diesen Objektiven können Sie aus der Hand längere Belichtungszeiten fotografieren, als ohne OIS-Stabi.

Video Fujifilm GF Objektive

Einsatzzwecke der GF-Objektive

Weitwinkel

Während das 23mm und 45mm für Landschaftsfotografien und Architekturfotografien eingesetzt werden können, ist das 63mm ein „Normalobjektiv“. Seine Brennweite entspricht etwa der Sensordiagonalen. Ganz exakt wären 55mm Brennweite für ein Normalobjektiv der GFX 50R / GFX 50S gewesen. Ein GF50mm F3.5  folgt noch in 2019 als kompaktes, flaches, so genanntes Pancake-Objektiv. Diese „Pfannkuchen-Linse“ wird damit für die unauffällige Strassenfotografie mit der GFX 50R sehr interessant.

Während die Anfangsblende beim 45mm und 63mm bei F2.8 (vergleichbar etwa F2 im KB) recht offen ist, hat das 23mm eine F4 (vergleichbar F2.8 KB). Mit diesem schon extremem Weitwinkel wollen Fotografen aber keine Tiefenunschärfe fotografieren und verwenden vorwiegend ein Stativ, daher ist F4 eine gute Lösung (Ausnahme Sternenhimmel).

Weitwinkel bis Normalbrennweite

Im Vergleich zum 63mm hat das GF-Zoomobjektiv mit 32-64mm eine Anfangsöffnung von F4, was im Kleinbild etwa F2.8 entspräche. Ein GF 50mm F3.5 folgt und liegt mit der Brennweite nahe an der errechneten Normalbrennweite.

Portraitbrennweite

Die beiden Portrait-Brennweiten mit 110mm und 120mm unterscheiden sich in vielen Dingen von einander. Beide können ihren Einsatz im Bereich Portraitfotografie finden, jedoch ist das 120mm auch als Makroobjektiv mit einer Vergrößerung von 1:2 nutzbar. Mit dem 45mm Makrozwischenring ist das GF120mm auch mit einem Abbildungsmaßstab von 1:1 nutzbar.

Teleobjektiv

Das Tele-Zoomobjektiv GF100-200mm F5.6 R LM OIS WR wurde 2019 veröffentlicht. Mit einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 79-158mm bei Blende F5.6 zielt es auf Naturfotografen. Es ist ebenfalls kompatibel mit dem Telekonverter GF1.4X TC WR, der zuerst mit dem GF 250 mm angeboten wurde.  Es ist das dritte Objektiv mit „OIS“-Bildstabilisator.

Das längste Objektiv im Stall, das GF 250mm F4 ist ein ausgewachsenes Teleobjektiv. Vermutlich strebt die Linse in den Bereich Sport oder Tierfotografie, ist sie doch mit dem Telekonverter GF1.4X TC WR in der Lage, einem kleinbildäquivalenten 288mm Objektiv nachzuahmen. Jedoch ist das Mittelformat (MF) nicht für überragende Schnelligkeit bekannt und alles an der GFX 50S, GFX 50R oder GFX 100 dient eher der Entschleunigung, als dem schnellen Fotografieren. Natürlich kann man das Objektiv auch hervorragend in der Portraitfotografie oder in der Landschaftsfotografie nutzen, um das Blickfeld zu verdichten. Mit einem der beiden  Makrozwischenringe ist es sicher auch gut für die Makro-Wildlifefotografie einsetzbar, hält es doch einen gewissen Abstand für die Fluchtdistanz zum Beispiel von Schmetterlingen. Auch diese Linse ist bildstabilisiert (OIS) und damit auch bei vergleichbar längeren Belichtungszeiten noch verwacklungsfreien aus der Hand zu bedienen.

Gemeinsamkeiten der GF-Optiken

Den GF-Optiken ist der große Bildkreis gemeinsam, der den größeren Sensor ausleuchten darf. Daher sind alle diese Linsen auch schwerer als die bekannten XF-Linsen für die APS-C Sensoren, aber auch nicht wirklich schlimmer als qualitativ vergleichbare Kleinbild- / Vollformat-Objektive. Die Objektive sind durchweg hervorragend verarbeitet, leichtgängig mit dem nötigen Widerstand.

Allen Fujifilm GF-Optiken wird eine exzellente Bildqualität nachgesagt und ist inzwischen auch nachgewiesen. Meine eigenen Tests belegen die absolute Oberklasse des Objektiv Herstellers Fujifilm hinsichtlich Schärfe, Mikrokontrast und auch Bokeh. Von den meisten der Linsen konnte ich mich selbst überzeugen. Der Autofokus sämtlicher GF-Mittelformat Objektive ist extrem schnell, vor allem wenn man bedenkt, wie viel Glas bewegt werden muss.

In Relation zum Bildkreis ist der Autofokus aller Fujifilm GF Objektive rattenschnell.

Ich persönlich habe diese Linsen getestet: GF 23mm, GF 32-64mm, GF 45mm, GF 64mm, GF 100mm, GF 120mm, Makrozwischenring / Makroadapter MCEX-45 sowie Fremdobjektive (Canon TS-E und weitere). Alle Fujifilm Linsen und Canon TS-E Linsen sind bis in die Ecken knackscharf und empfehlenswert.

Empfehlung: Die fünf besten Fujifilm GFX Mittelformat Objektive

Fünf der genannten acht GFX Mittelformat Objektive von Fujifilm kann ich Ihnen sehr empfehlen. Bei meiner Auswahl spielt allerdings meine subjektive Meinung eine Rolle und damit kann ich die anderen drei verbleibenden Linsen nicht für Sie und Ihre eigenen Anwendungen ausschließen. Im Gegenteil: diese drei verbleibenden Objektive sind sicherlich ebenso hervorragend.

Fujifilm Mittelformat Objektiv GF23mm F4

Für den Einsatzzweck Architektur oder Landschaftsfotografie ist sicherlich das GF23mm F4 prädestiniert. Wer ein Shift-Objektiv vorzieht, der mag sich bei Canon umsehen und zum Beispiel das Canon TS-E 24mm mit dem Techart-Adapter vorziehen. Letzteres ist meine alternative Lösung, aber das GF23mm F4 habe ich zusätzlich in meine eigene Sammlung aufgenommen, denn es ist noch ein Ticken schärfer. Das GF 23mm ist so hervorragend verarbeitet, liefert überragende Bildergebnisse, dass ich es haben „musste“. Die Offenblende F4 genügt uns für die Anwendungszwecke, fotografieren wir sowieso oft vom Stativ mit dem Wunsch einer extremen Schärfentiefe.

Beste Schärfe bei F8 (in der Mitte und den Ecken)

Vignettierung bis F5.6, danach vernachlässigbar

GF23mm F4 R LM WR

GF23mm F4

Vorteile

+ hervorragende Verarbeitung

+ extrem hohe Auflösung (besser als TS-E 24 mm)

+ wenig Verzeichnung

+ keinerlei chromatische Aberration

+ schneller Autofokus

+ Spritzwassergeschützt / Staubgeschützt

Nachteile

– nicht wirklich gut für den Sternenhimmel zu nutzen

– keine Tilt-Shift Möglichkeit

Fujifilm Mittelformat Objektiv GF32-64mm F4

Darf man ein zweitausendfünfhundert Euro teures Zoomobjektiv als Kitobjektiv bezeichnen? Vermutlich kaufen viele Mittelformat-Einsteiger / -wiedereinsteiger /-umsteiger dieses Zoom als erstes Objektiv an der GFX 50. Es ist sehr universell nutzbar, sowohl für weitwinklige Fotogenre, als auch für das eine oder andere Portrait, Corporate, die Reportage oder Produktfotos. Was auch immer man damit fotografiert, man stellt schnell fest, dass man mehr eine Blende F8, F11 nutzen möchte, als die Anfangsöffnung F/4. Die Schärfentiefe im Mittelformat ist oft sehr niedrig, was sich natürlich zum Freistellen von Motiven wunderbar eignet.

Ich setze dieses Zoomobjektiv sehr gerne ein, obwohl es nicht den üblichen kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich von 24-70 mm umfasst. Mit kleinbildäquivalenten fünf 20-51 mm ist es aber das beste Zoomobjektiv, welches ich jemals in meinem Leben benutzt habe. Ich habe noch nie ein Zoomobjektiv in den Händen gehalten, welches über den gesamten Bereich so scharf ist und einen solch hohen Mikrokontrast liefert. Insofern ist auch der Preis für dieses Linsensystem mehr als gerechtfertigt.

Beste Schärfe bei Blende F5.6

Vigenettierung bei F4 und F5.6

GF32-64mm F4 R LM WR

GF32-64mm F4

Ein Grund für die Nutzung größerer Blendenzahlen im MF, sind die extrem kleinen Schärfentiefenbereiche. Diese führen oft dazu, dass nur die Nase oder das Auge, nicht aber beide scharf abgebildet werden. Wer große Schärfentiefen mag und benötigt, der wird im MF nur im Weitwinkelbereich fündig.

Vorteile

+ hervorragende Verarbeitung

+ extrem hohe Auflösung für ein Zoom

+ wenig Verzeichnung

+ keinerlei chromatische Aberration

+ schneller Autofokus

+ Spritzwassergeschützt / Staubgeschützt

+ extrem versatil

Nachteile

– kleiner Zoombereich (dafür extrem gute Auflösung)

– kein Bildstabilisator

Fujifilm Mittelformat Objektiv GF45mm F2.8 R WR

Mit einer kleinbildäquivalenten 36mm Sichtweise ist das GF 45mm F2.8 R WR vermutlich die universellste Festbrennweite von Fuji. Zunächst erscheint die Linse nicht weiter aufregend. Geht man aber mit nur einem Objektiv hinaus, ist es extremversa Thiel einsetzbar. Man kann mit dieser Brennweite tatsächlich noch sehr gut Naturfotografie, Landschaftsfotografie und mit einigem Abstand auch Portraitfotografie erledigen. Legt man zusätzlich den Makrozwischenring mit 45mm in die Fototasche, dann gelingen sogar extrem nahe Makroaufnahmen, bei denen man allerdings nur wenige Millimeter vom Objekt entfernt ist. Besser geeignet ist hier der kleinere Makrozwischenring 18mm.

Es überrascht nicht weiter, dass dieses Linsensystem ebenfalls extrem scharf abgebildet. Zusammen mit dem Wetterschutz und Staubschutz kann man es in staubigen Umgebungen besser auf der spiegellosen Kamera belassen, wenn man mit einer Brennweite zufrieden ist. Das Objektiv liegt sehr gut in der Hand und ist auch an den GFX Kameras in guter Ballance. Schade das diesem Objektiv ein Stabilisator fehlt. Wenn schon kein Stabilisator, dann wäre eine Blende F2.0 sehr schön gewesen um das bisschen Bokeh noch zu verstärken. Immerhin ist das Bokeh sehr schön weich und rund, sicherlich auch Dank der neun Blendenlamellen.

Schon bei Blende F2.8 ist es nicht nur in der Mitte, sondern auch an den Rändern Knack scharf. Die beiden besten Blendeneinstellungen für die Schärfe sind F4 und F5.6. Eine erste Diffraktion sieht man bereits ab F11. Die Blende F32 ist nicht mehr wirklich einsetzbar und Fuji hätte besser auf diese letzte Blendenöffnung verzichtet. Es existiert keine chromatische Aberration, die ich beobachtet hätte. Bei Blende elf 2.8 besitzt das Objektiv noch eine kleine Vignetten, die aber bei vier schon verschwindet.

Der Autofokus ist extrem schnell, wie bei allen GF-Objektiven. Er übertrifft in der Schnelligkeit in jedem Fall das GF 63 mm.

Fujifilm GF45mm F2.8 R WR

Fujifilm GF45mm F2.8 R WR

Vorteile

+ hervorragende Verarbeitung

+ extrem hohe Auflösung

+ keine Verzeichnung

+ keinerlei chromatische Aberration

+ schneller Autofokus

+ Spritzwassergeschützt / Staubgeschützt

Nachteile

– schlechte Naheinstelltgrenze von 45cm

– kein großes Bokeh

– F2 wäre wünschenswert gewesen

– kein Bildstabilisator

Fujifilm Mittelformat Objektiv GF110mm F2 R

Zunächst bleibt festzustellen, dass es sich beim GF110mm um eine extrem gute Optik handelt, die es an der GFX 50R / GFX 50S / GFX 100 mit Blende F2 schafft, ein Objekt in sieben Metern Entfernung freizustellen (Beispielfoto #1). Für Modefotografen und Portraitfotografen stellt sich demnach keine Frage, ob sie diese Linse in den Objektivpark aufnehmen. Schärfe, Mikrokontraste und Bokeh sind so überragend, dass man sich sofort in diese hochvergütete Linse verlieben muss.

Vorsicht ist geboten im Mittelformat, wenn man die Blende F2 oder F2.8 auf kurze Distanz nutzt. Zwar ist der Augen-Autofokus der GFX-Spiegellosen absolut akkurat, jedoch bleibt unter Umständen die Nasenspitze unscharf, da die Schärfentiefe extrem gering bleibt.

GF110mm F2 R LM WR

GF110mm F2

Keines der besten fünf GF-Objektive liefert Blendenflecke (Lens Flares). Der Autofokus ist nicht der schnellste im spiegellosen Bereich, aber für das Mittelformat hervorragend.

Vorteile

+ hervorragende Verarbeitung

+ extrem hohe Auflösung

+ wenig Verzeichnung

+ keinerlei chromatische Aberration

+ schneller Autofokus

+ exzellentes Bokeh

+ Spritzwassergeschützt / Staubgeschützt

Nachteile

– kein Stabilisator

Fujifilm Mittelformat Objektiv GF120mm F4

Das einzige Makroobjektiv im Stall des GF-Systems ist mit einer Anfangsblende von F4 gleich zwei Lichteinheiten dunkler als das GF110mm. Dennoch ist es mit einer im Kleinbildformat vergleichbaren Anfangsöffnung von F2.8 lichtstark genug, gerade angesichts der extrem kleinen Schärfentiefen im MF.

Die Anwendungsbereiche liegen sicher in der Studiofotografie und können Portrait oder Produkte treffen. Naturfotografen werden an dieser Linse ihre wahre Freude haben. Zwar kann man nicht ganz so nah heran, denn bei 50cm ist Schluss (besser mit Makrozwischenring). Jedoch ist das für die meisten Blumen und kleineren Tiere immer noch gut nutzbar. Mit dem 45mm Markozwischenring lassen sich auch mit dieser Linse 1:1 Abbildungen erreichen.

Die Schärfe ist über alle Zweifel erhaben, das Bokeh bei F4 naturgemäß nicht so ausgeprägt wie beim GF110mm mit F2. Der Bildstabilisator hilft uns Fotografen beim freihändigen Ablichten von Gesichtern, Makroobjekten und anderen Anwendungen sehr. Ich habe mit 1/30 Sekunden aus der Hand knackscharfe Bilder produziert. Hilfreich dabei ist die richtige Haltetechnik.

Beste Schärfe bei Blende F5.6

GF120mm F4 Macro R LM OIS WR

GF120mm F4 Macro

Vorteile

+ hervorragende Verarbeitung

+ extrem hohe Auflösung

+ keine Verzeichnung

+ keinerlei chromatische Aberration

+ tolles Bokeh für F4

+ extrem schnelle Autofokus für ein Makroobjektiv

+ Fokusbegrenzung

+ Spritzwassergeschützt / Staubgeschützt

Nachteile

– ohne Makrozwischenring „nur“ 1:2 Auflösung

Welche Linse ist besser? GF110mm F2 oder GF120mm F4

Die Qual der Wahl zwischen dem Fujifilm GF110mm F2 und GF120mm F4 Macro R LM OIS WR

Die Qual der Wahl zwischen dem Fujifilm GF110mm F2 und GF120mm F4 Macro R LM OIS WR

Die Qual der Wahl hat jener Fotograf, der gerne eine Portraitlinse kaufen möchte und sich schwer zwischen dem GF110mm F2 und GF120mm F4 entscheiden kann.  Hat das GF120 einen Bildstabilisator und die Makrofähigkeit, verlockt beim GF110mm die Anfangsblende und das Bokeh. Vielleicht ist es ein bisschen hilfreich anzumerken, dass F/2 im Mittelformat für Portraitfotos sowieso nicht wirklich nutzbar ist, bleiben dabei mindestens eines der zwei Augen und die Nase, die Ohren schon unscharf.

Andererseits ist es verlockend diese Offenblende auch mal für frontal stehenden Personen anzuwenden und diese Fotos mit Alleinstellungsmerkmal auf Ausstellungen zeigen zu dürfen. In der Modefotografie ist die Offenblende sehr hilfreich, stellt doch die Gesichtserkennung des spiegellosen Mittelformatsystems neun von zehn Bildern das Motiv scharf. Das Verhältnis darf man im professionellen Spiegelreflexbereich erst einmal vergeblich suchen.

Und natürlich ist auch mit einer Mindestdistanz von 80cm oder dem 45mm Makrozwischenring noch die Makrofotografie und Naturfotografie mit dem 110er verlockend. Lassen sich auch in der Naturfotografie stimmungsvolle Bilder mit einer sehr punktuellen Schärfe belichten.

Einfach fällt die Wahl auch angesichts der Leistungen beider Optiken nicht. Fujifilm gehört zu den weltbesten Herstellern von Objektiven, wenn er nicht sogar der beste Objektivhersteller weltweit ist. Viele Fotoamateure und auch Profis wissen nicht, dass die Fujifilm Optiken zu den gefragtesten in der Videobranche gehören.Der japanische Hersteller hat sehr viel Erfahrung mit der Objektivherstellung, daraus resulitert auch der Erfolg im Mittelformat.

Das Bokeh der Fujifilm GF Objektive GF110mm und GF120mm

Das Bokeh der beiden Objektive ist überragend. Auch mit dem 120mm kann man wunderschöne weiche Hintergründe erzeugen. Hier ein Vergleich:

Das Bokeh vom Fujifilm GF110mm F2 Objektiv

Das Bokeh vom Fujifilm GF110mm Objektiv

Das Bokeh vom Fujifilm GF120mm F4 Objektive

Das Bokeh vom GF120mm Objektiv

Die GFX 50R und GFX 50S sind die universellste Kamera für Optiken

Meiner Meinung nach ist die GFX 50s / GFX 50R / GFX 100 eine der universellsten Kameras auf der Welt für Fujifilm eigene und fremde Optiken. Sie können mit diversen Adaptern hunderte Linsen an die MF-Kameras schrauben. Unter anderem lassen sich die Canon Tilt-/Shift-Objektive mit dem Techart Adapter an der Großen nutzen. Ich selbst habe das TS-E 24mm und TS-E 135mm probiert und konnte etwa 90% der Shiftdistanzen nutzen ohne Vignettierungen zu erzeugen. Auch andere offenblendige Canon-, Nikon-Linsen und Mittelformat Objektive können mit Adaptern an der Kamera genutzt werden. Entweder unterstützt dabei der Adapter wie im Falle von Techart den Autofokus und IS (Bildstabilisator) oder man nutzt die manuelle Fokuslupe und das Fokuspeaking zum einfachen manuellen Scharfstellen. Der spiegellose Sucher ist für das Tilten und Shiften von großem Vorteil, da das Einstellen damit wesentlich unterstützt wird.

Was fehlt im Fujifilm GF-System?

Fujifilm konnte nicht auf die Einsetzbarkeit von Canon TS-E Objektiven hoffen, als es das GF-System entwickelte. Hinsichtlich der genutzten Fotogenre, Architektur und Landschaft, wäre ein Shift-Objektiv in der Planung sinnvoll. Zwischenzeitlich waren Tilt- / Shift-Objektive angekündigt und sind wieder aus der Roadmap / Planung herausgenommen worden. Ansonsten fehlt vielleicht noch ein 18mm Superweitwinkel im Sortiment.

Wäre die nächste GF-Kamera mit einer schnelleren Bildfolge und schnellerem AF ausgestattet, könnte man über ein 500mm Objektiv für die Anwendungen in Sport oder Wildlife nachdenken. Aber beide Fotogenre sind keine Mittelformatdomainen. Zu viele Kameras auf dem Markt können das um Längen besser (z.B. Sony). Die GFX 50S / GFX 50R / GFX 100 kommt immer dann zum Einsatz, wenn es um Plastizität und Leuchtkraft geht.

So bleibt diese Fotogenre:

  • Coporate-Fotografie
  • Modefotografie
  • Portraitfotografie
  • Landschaftfotografie / Naturfotografie / Makrofotografie
  • Architekturfotografie
  • Produktfotografie
  • Kunst

Fazit – Beste Fujifilm GFX Mittelformat Objektive

Mit acht wirklich hervorragenden Linsen ist Fujifilm im Mittelformat umfangreich ausgestattet. Dass Canon dem Mitbewerber unfreiwillig Schützenhilfe leistet und mit den TS-E Objektiven eine hervorragende Architekturkamera aus der GFX 50R /GFX 50S / GFX 100 macht, ist ein günstiger Umstand für einen der besten Objektivhersteller der Welt.

Meine eigenen besten Fujifilm GFX Mittelformat Objektive sind das GF23mm, GF45mm, GF32-64mm, GF110mm und das GF120mm. Als Fremdobjektiv nutze ich das Canon TS-E 24mm mit großer Freude an der spiegellosen Systemkamera. Welche Objektive nutzen Sie für welchen Zweck? Über Kommentare zu dem Artikel, der etwa 5 ganze Arbeitstage in Anspruch nahm, würde ich mich sehr freuen.

Weitere Infos zu den Objektiven

Meine Fotoausrüstung der GFX

Auf dem Wunschzettel steht weiterhin das:

Großer Testberichte / Tutorials:

TS-E 24mm an Fujifilm GFX >>

GFX 50S >>

GFX 50R >>

GFX 100 >>

Fujfilm GFX 50S / GFX 50R / GFX 100 Fotokurs (in eigener Sache)

Fotograf und Fototrainer Peter RoskothenWenn Sie mehr wissen möchten zum Fujifilm Mittelformatsystemkamera, dann biete ich Ihnen einen individuellen Fotokurs für die GFX an. Der Fotokurs baut auf Ihrem vorhandenen Wissen auf, egal ob Sie Grundwissen oder fortgeschrittenes Wissen über die Fotografie mit der Kamera besitzen. Wir kümmern uns gemeinsam um alle wichtigen Aspekte der Kamera. Sie erhalten von mir Tipps für die Tastenprogrammierung der GFX 50R / GFX 50S / GFX 100 und wir unterhalten uns über die besten Möglichkeiten Outdoor oder im Fotostudio. Selbstverständlich können Sie bei Gefallen auch die Bildgestaltung oder das Fotografieren besonderer Anforderungen auffrischen. Stellen Sie einfach alle Fragen, die Sie haben. Der Kurs macht sehr viel Spaß und bringt Sie kräftig nach vorne…

Tel. Peter Roskothen: +49 (0) 2158 404062

Mehr Informationen >>

Fujfilm GFX 50S Fotokurs - Fotoschule Roskothen


© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Die besten Fujifilm GFX Mittelformat Objektive

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer Fotokurse sowie Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Fotoamateure und ambitionierte Fotografen. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

5 Kommentare

  1. Ja guter Bericht.
    Das System würde mich reizen, wenn es ein Top 35mm Objektiv mit ø2.0 geben würde.
    Lichtstärke und Freistellung im Normal bis WW-Brennweitenbereich ist leider nicht so leicht gegeben im MF.

    Mich würde interessieren, wie der Blendenumfang/Dynamik des Fujiisensors im Vergleich zu PhasOne IQ3 ist
    Haben sie mal Verglichen?

    Auf diesen Kommentar antworten
    • @Georg – Warum stellt man denn mit einem 28mm Objektive (KB-äquivalent) frei? Das nutzt man doch wohl eher für Motive wie Landschaften oder Architektur? Aber man angenommen, man möchte das gerne tun: Sie können fast alle Fremdobjektive von Canon und anderen Herstellern nutzen (via Adapter). Von Canon gibt es ein 35mm F/1.4, welches man mit unterstütztem AF nutzen kann.

      Ich habe keine Phase One zum Vergleich. Sie?

      Gruß,
      Peter Roskothen
      Chefredakteur

      Auf diesen Kommentar antworten
      • Hallo Herr Roskothen,
        gerade im Nahbereich kann man in der Landschaft mit Offenblene schöne Wirkungen erzielen.
        Es stimmt, die meisten benutzen WW um möglichst viel Tiefenschärfe zu erreichen.
        Aber ein KB 28mm 1.4 im Nahbereich fokussiert zaubert eine wunderschöne Unschärfe in den Hintergrund. Man muss ein ww nur mal anders als die 90% der Benutzer gebrauchen.

        Das mit den Canonobjektiven hört sich interessant an, wie steht es denn mit dem Bildkreis und der Eckenausleuchtung?
        Der Fujisensor ist ja schon etwas größer als der Bestimmungszweck der Canon KB Objektive.

        Zu PhaseOne: nein ich habe kein PhaseOne Rückteil. Aber als Bildbearbeiter habe ich regelmässig mit den Daten zu tun und bin von der Dynamik und Auflösung echt hin und weg…

  2. Hallo Herr Roskothen

    Das mit den Lens Flares das es keine gibt kann ich Ihnen nicht bestätigen. Ich habe das 23 GFX und bin sehr enttäuscht was Lens Flares betrift. Auch wenn die Sonne schon untergegangen ist und der Himmel sich rot gefärbt hat, habe ich einen roten grossen Flares in der Bildmitte! Das hatte ich vorher mit Nikon nicht gekannt .

    LG Noldi Suter

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