Bild der Woche

Der Fotograf – *fotowissen Bild der Woche

Der Fotograf - Foto: Ernst Weber - *fotowissen Bild der Woche

Zwischen Nebel und Sonne. Also auf zum höhergelegen Punkt am Forggensee bei Füssen. Plötzlich erschein neben der Straße dieser Weiler im Nebel. Ich parke mein Auto und wandere zu einem günstigen Platz und siehe da, der ist bereits belegt (im wahrsten Sinne des Wortes).

Panasonic FZ 2000, HDR bei ISO 125 5 Aufnahmen 0,3 Blendenstufen frei Hand, 35 mm Brennweite

Foto: Ernst Weeber

Geschrieben von:

Bild der Woche (Wahl der Redaktion)

Die *fotowissen Redaktion veröffentlicht das Bild der Woche, welches Leser zur Publikation eingesandt haben. Nicht alle eingesandten Fotos werden veröffentlicht. Wir publizieren grundsätzlich besondere Fotos, die herausstechen. Die einsendenden Fotografen werden gebeten, die Kommentare unter ihren Fotos zu lesen und zu kommentieren, da sich viele Leser große Mühe mit einer konstruktiven Rezension machen.

6 Kommentare

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  • Das Bild gefällt mir sehr gut. Mir fällt zuerst die Sonne im Zentrum auf, die den Nebel teilt und ein bißchen Wärme im kalten und nebligen Morgen (?) vermittelt. Die Häuseransammlung und die Baumgruppe verleihen dem Bild Lebendigkeit.
    Dann erinnere ich mich an den Titel “Der Fotograf”. Aha, da liegt ja noch jemand- genial! Für mich wäre das Bild auch ohne ihn stimmig, aber so ist ein Bild mit Pfiff!

  • Sehr schönes Photo, welches voll die Stimmung rüberbringt. Phantastische Grautöne, Schärfe im Vordergrund, natürliche Unschärfe im Bildhintergrund, wobei das Filigran der Äste noch sichtbar ist. Und ein Photokumpel, der dazu bereit ist zur Motivergänzung den kalten Boden aufzusuchen. Sehr gelungen!

  • Ein sehr stimmungsvolles Motiv, und dann auch noch mit dem gewissen Kick, welchen die liegende Person einbringt! Ich finde das Foto richtig cool gemacht, denn wenn ich mir jetzt rückwirkend den Mann am Boden wegdenke, wäre die Wirkung deutlich weniger spannend.

    Zum Bildaufbau habe ich den vorsichtigen “Verdacht”, dass das Hauptmotiv eigentlich der Weiler mit den alten Bäumen hätte sein sollen, wenn auch der Bildtitel etwas anderes suggeriert. (reine Spekulation meinerseits!) Wenn ich dort stehend das Foto dem Titel nach hätte machen wollen, wäre die Person etwas dominanter abgebildet. Das könnte man mit einem Beschnitt auch rückwirkend noch hinbekommen, der vielleicht insgesamt von oben etwas Himmel wegnimmt, und von rechts den Busch bis zum Weg. Leider ginge dann aber in Teilen die Baumgruppe rechts der Häuser verloren, und ich vermute, das hat Herr Weeber, durchaus nachvollziehbar, nicht über´s Herz gebracht.

    Durch meine Brille gesehen, ist das Foto ein wirklich lehrreiches, und richtig gut gelungenes Beispiel dafür, wie schwer es für uns Fotografen sein kann, alles unter einen Hut zu kriegen, bzw, auch Dinge gnadenlos außerhalb des Bildausschnitts zu belassen, so schön sie auch sein mögen. Ich sehe mich förmlich selbst gerade dort in dem Konflikt… ;-)

    Herzlichen Dank für das feine Foto samt Initialisierung!

    Freundliche Grüße,

    Dirk Trampedach

    • … wollte man die Person dominanter abbilden, könnte man auch näher an ihn heran und hinter ihm von seiner Höhe aus das Bild aufnehmen. Mit einem entsprechenden Weitwinkelobjektiv und einer kleineren Blende (f8) sollte es dann möglich sein, “alles unter einen Hut” zu bringen.

      Herzliche Grüße
      Frank Seeber

  • Ein sehr schönes, stimmungsvolles Bild und wirklich tolles Motiv!
    Sehr schöne Bildgestaltung, sehr schöne Grauwerte. Ein echter Hingucker.

    Besser gesagt: Eigentlich ein Bild mit drei bzw sogar vier Geschichten bzw sogar drei Bilder mit vier Geschichten, die ich persönlich da sehe….

    Diese in sich verschachtelten Bilder ähneln den russischen Matrjoschka-Puppen…

    Zunächst einmal finde ich das Hauptmotiv wunderbar, ein märchenhafter Hof, im Dunst fast schon wie ein rätselhaftes, magisches Märchenschloß in der Ferne wirkend.
    Wesentlich für den Aspekt der „Entrücktheit“ ist die große gestalterische Distanz zum Betrachter durch das weite Feld im Mittelgrund.

    Der stark nach rechts wegführende Weg stört mich keineswegs, er ist ein sehr schöner Vordergrund und hilft sogar dabei, den Gebäudekomplex und die Bäume mit der perfekt positionierten Sonne NOCH unerreichbarer und “verwunschen” scheinen zu lassen. ähnlich einer Fata Morgana.
    Gedanklich interessant ist es, sich anstatt dessen einen geraden oder verwinkelten Pfad/weg zum Gehöft vorzustellen: Das wäre eine zwar ebenfalls reizvolle, aber VÖLLIG andere Bildwirkung bzw Bildgeschichte! Paradoxerweise führt der Weg nach rechts nicht dazu, das Auge abzulenken, sondern es lenkt das Auge eher noch mehr zum Hauptmotiv, weil das Hauptmotiv durch den großen Acker gut isoliert ist und das Auge daher massiv anlockt. Sehr schön!

    Das zweite BIld im Haupt-Bild konnte ich erst durch die erklärenden Worte des BIldautors auf meinem 15-Zoll-Notebookmonitor erkennen: Der hochmotivierte Fotograf, der sich nicht einmal davor scheut, sich für ein gutes (im Wesentlichen ja auch sichtbares) Foto längs und verwinkelt auf den nasskalten Boden zu legen… DAS nenne ich mal kompromissloses fotografisches Engagement !

    Leider sind praktisch keine Grautöne des Fotografen erkennbar, was angesichts des hohen Kontrastumfangs des Gesamtbildes verständlich ist.

    Ich hätte ohne die Hinweise des Bildautors erst einmal eher auf eine riesenhafte Spinne mit großen Beinen getippt oder eines der vielen, oft monatelang am Ackerrand abgestellten Geräte zur Bodenbearbeitung. Mit Hilfe des Hinweises lässt man sich jedoch auf den Fotografen ein und kann dann auch den Fotografen in seiner hingebungsvollen Position wahrnehmen und in das zweite Bild bzw. die zweite Geschichte integrieren. In der Tat eine sehr reizvolle Geschichte!

    Das „dritte“ Bild ist die Geschichte unter Einschluss des fotografischen Augenzeugen einer fotografischen Arbeit eines dort den perfekten Vodergrund suchenden anderen Fotografen – ebenfalls sehr reizvoll, quasi halb-dokumentarisch.

    Ich persönlich sehe „virtuell“ darüber hinaus noch ein viertes Bild bzw. eine vierte Geschichte:??

    Und zwar versuche ich fast zwangsläufig, mich in den abgebildeten Fotografen hineinzudenken und mir SEIN Foto bzw seine Intentionen bei der Gestaltung vorzustellen. Er hat ja die gleiche Idee gehabt wie unser Bildautor und „dessen Platz bereits belegt“…

    Sicherlich ist dieses “vierte”, virtuelle Bild ein ebenfalls sehr reizvolles Foto, nämlich eines, welches mit den von Rauhreif belegten hohen Gräsern im Vordergrund die Szene eher „von unten“ darstellt.

    Danke fürs Zeigen !

    Es ist oftmals so, daß man unerwartet auf tolle Motive stößt. Man sollte dann – wenn möglich – auch eben immer dann eine Kamera dabei haben, wenn man eigentlich nicht gezielt auf Fototour geht. Und dann auch bereit sein, anzuhalten und die seltenen Gelegenheiten einer kurzen Phase des guten Lichts oder eines guten, vergänglichen Motivs konsequent festzuhalten.

    Nebenbemerkung: Auf meinem Monitor sieht es so aus, als wenn oberhalb der Sonne deutliche Wisch- bzw Radieraktionen im Rahmen der Nachbearbeitung stattgefunden hätten. Das ist das Einzige, was (minimal) etwas stört, aber das eben nur bei genauerem Hinschauen.

    Weiterhin soviel Erfolg beim Fotografieren.

    Viele Grüße
    DWL

  • Nachtrag:

    Ich sehe jetzt erst, daß es sich um ein HDR-Foto handelt.
    Die Panasonic fz 2000 bietet:
    „3, 5, 7 Bilder in 1/3, 2/3 oder 1 LW-Schritt, max. +/3 LW, Einzel-/Serienaufnahme“

    wenn – wie der Bildautor schreibt – in 1/3 LW-Abstand belichtet wurde, sind das „nur“ insgesamt +/- 1 Blenden.

    Angesichts des erheblichen Kontrastumfangs wäre es möglicherweise sinnvoll gewesen, entweder größere Abstände in einer Serie zu wählen oder (besser) gleich alle drei möglichen Belichtungsserien bzw. Belichtungsschritte zu wählen und damit die Chance zu haben, zu Hause in Ruhe die am besten geeignetste auszuwählen. Dann wäre evtl. Der Fotograf besser strukturiert abgebildet und damit besser erkennbar gewesen.

    Nur eine Anmerkung, welche aus der bequemen Position des späteren Betrachters im Sessel zu Hause selbstverständlich ziemlich leicht zu machen ist…

    Das ändert an dem nach wie vor schönen Bild aber nicht viel.

    Gruß
    DWL