Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Der Erfolg von Fujifilm – Meinung

Artikel ursprünglich verfasst am 1. Juni 2020

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Der Erfolg von Fujifilm basiert auf der Krise des Unternehmens um das Jahr 2006. Als der analoge Film durch die digitale Aufnahmetechnik immer mehr an Bedeutung verlor, musste sich das Unternehmen neu erfinden. Der Grund für die Stärke des Unternehmens von heute ist vielschichtig, geht aber auf schnelle Entscheidungen und cleveres Handeln zurück. Was wir von dem Unternehmen lernen können und warum dieses Unternehmen unter anderem so gute Kameras baut (Meinung):

Fujifilm Logo

Der Fujifilm Erfolg

Fujifilm X100VDer *fotowissen-Leser DWL hat in einer informierten Weise bestätigt, warum Fujifilm im Kamerageschäft heute eine entscheidende Rolle spielt. DWL hat in einigen Kommentare ausführlich auf der *fotowissen-Webseite geschrieben. Seine Überlegungen und Meinung möchte ich aus Respekt für das Wissen und die Mühe gerne zu einem eigenen Artikel veröffentlichen. Tiefen Respekt habe ich auch für das Unternehmen Fujifilm, denn es macht im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen alles richtig und hat es klug aus der Krise heraus, hin zu einem wichtigen Unternehmen geschafft.

Wenn ich von vielen anderen Unternehmen rede, dann meine ich Firmen wie Kodak, Canon, Nikon oder andere, die zu spät oder gar nicht auf Veränderungen reagierten. Besonders tragisch ist das für viele Mitarbeiter, die dadurch ihre Arbeitsplätze verlieren (siehe Nikon). Schwierig ist es aber auch für Hobbyfotografen, die mal mehr oder weniger Geld in eine Marke stecken, die keine fotografische Zukunft anzubieten scheint. So sind heute viele Nikon-Besitzer und Canon-Besitzer hin- und hergerissen zwischen den spiegellosen Modellen (EOS R, RP, Z6, Z7) und einem Markenwechsel zu Fuji oder Sony.

Diskutiert haben wir das Thema bereits in einer eigenen Publikation, die ich am Ende des Beitrags verlinken möchte. Hier vorab bereits ein Zitat aus der Diskussion von DWL, das nur ein Auszug darstellt (für die vollständige Diskussion siehe Link unten):

Lieber Herr Roskothen,

In meiner jahrzehntelangen Amateur-Karriere habe ich mehrfach das System gewechselt, wenn es eine drastische technische Verbesserung gab. Einzelheiten möchte ich hier nicht weiter erläutern.

In den letzten Jahrzehnten hat es eine Reihe von „kriegs“- entscheidenden, drastischen Änderungen auf dem Weltmarkt gegeben, auch auf dem Fotomarkt.
PLUS: die historische DISRUPTION der digitalen Revolution.

Es ist bemerkenswert, wie brilliant der damalige Vorstandschef von Fuji die digitale Disruption mit absolut radikalen Maßnahmen nicht nur überstanden hat, sondern Fujifilm durch seine überaus kluge Politik sogar enorm hat wachsen lassen. UND: durch starke Diversifikation in völlig unterschiedlichen, zudem zukunftssicheren Branchen weitestgehend stabilisiert hat.

Kodak hatte das gleiche Problem, scheiterte jedoch an der digitalen Disruption und existiert nicht mehr.

FF hat seine Fotoprodukte inzwischen in eine einmalige Fusion von ergonomisch-analoger Technologie (welche menschliche Wahrnehmung und unser „analoges“ haptisches Erleben und Motorik respektiert und ihr sogar dient) mit moderner digitaler Hochtechnologie geführt.
Sie haben nicht nur perfekt damals reagiert, inzwischen setzen sie sogar selber die Maßstäbe!

CaNikon wird jetzt Weiterhin von unten durch Smartphones riesige Umsatzverluste erleiden, verliert auf dem früher quasi-monopolistisch beherrschten 35 mm Markt durch gleichwertige bzw bisweilen überlegene APSC Technologie und Top- Objektive heftig Marktanteile und der einzige Ausweg (nämlich das MF Format) wird ebenfalls durch Fuji bereits besetzt.

Fujifilm hat also Canikon im wahrsten Sinne des Wortes in die Zange genommen.

Nikon ist nicht diversifiziert, Canon hat wenigstens noch die Druckerbranche. Aber auch die Druckerbranche wird durch die Pandemie NOCH schneller und drastischer unter Druck Geraten: Das Homeoffice und damit rein elektronische, papierlose Kommunikation wird jetzt einen dramatischen Schritt nach vorne machen.

Fujifilm ist jetzt bereits abgesehen vom Fotomarkt zusätzlich Hersteller von professionellen TV-Studiokameras, rapide wachsender Kosmetikhersteller, Arzneimittelhersteller, zudem stellen sie exzellente medizinische Endoskope (Wachstumsmarkt) her, welche *noch* ebenso unterschätzt werden, wie vor 8 Jahren die ersten X-100…. zudem ist der Endoskopiebereich das perfekte „spin-off“ , weil sie im optischen Bereich ja reichlich know-how haben…

Sony ist auch breit aufgestellt…. somit ist klar, welche beiden Unternehmen im Fotobereich überleben werden… samsung könnte noch dazu kommen und US-Giganten wie apple oder google sowie chinesische Unternehmen.

Diese Diskussion betrifft natürlich auch die Frage, ob ich als Berufsfotograf einer Marke treu bleibe. Das ist im Falle von DWL und meiner Winzigkeit nicht der Fall.

Kamera-Markenwechsel

Meine eigene Entscheidung Canon in die Ecke zu stellen, liegt einige Jahre zurück und wurde erst Weihnachten 2016 mit dem Kauf der Fujifilm X-T2 vollständig vollzogen. Zu sehr störte mich, dass Canon offensichtlich nicht mehr Kameras für Fotografen baute, sondern sich selbst nicht kannibalisieren wollte. Das japanische Unternehmen, mit einer stolzen Historie im Kamerabusiness, hielt am bisherigen Spiegelreflexmarkt fest, anstatt sich für die spiegellosen Systemkameras zu interessieren. Dazu gehörte eine alte Generation von Objektiven, die das Unternehmen komplett neu entwickeln müsste.

2013 kamen die Sony Alpha 7 Kameras heraus und weder Nikon noch Canon hatte bis 2018 eine professionelle Lösung für ihre Fans parat. Noch heute warten einige der treuen Fans auf die neue Canon EOS R5, die aber vermutlich keine Lösung darstellt, da viele Menschen längst zu Fujifilm und Sony gewechselt haben und kein preiswertes, natives R-Objektivsystem vorliegt. Die Marktanteile sind lange verloren. Fotoamateure die zu Fujifilm wechselten, sind begeistert von den leichten, handlichen, leistungsstarken Kameras mit dem revolutionären X-Trans-Sensor (schärfer durch den Wegfall des Tiefpassfilters). Die Fotografen erkennen auch die Qualität der Objetkivserie des X-Systems oder GFx-Systems. Der APS-C Markt und der hochwertige Mittelformat-Markt sind inzwischen bei Fujifilm. Die Sony- und Fujifilm-Fotografen werden en gros kaum zu Canon oder Nikon zurückkehren, die ähnliche Managementfehler wie Kodak machten. Canon schiebt die Verluste bis heute auf die Smartphones. Dabei hätten ausgerechnet Canon und Nikon die Macht gehabt die Unterschiede in der Qualität klar zu machen und damit Geld zu verdienen.

Gute Mitarbeiter

Für mich steht fest, dass gute Mitarbeiter in keinem Unternehmen der Welt austauschbar sind. Das wird sonnenklar, wenn wir uns das Wirken von Shigetaka Komori bei Fujifilm ansehen. Seinem agilen Handeln folgt eine völlig neue innovative Belegschaft, die das Unternehmen nach vorne bringt. Überzeugend wird das Umdenken auch mit der Mannschaft um Toshihisa Iida, der für die Imaging-Sparte zuständig ist. Ein moderner Manager, der die Fotografen einbezieht in die Weiterentwicklung der Fujifilm Kameras und Objektive. Der überdies das Unternehmen und Handeln recht transparent gestaltet.

Was bei Fujifilm passiert, ist modernes Management mit diversifizierten Geschäftsfeldern, die zu einem großen Teil im medizinischen und kosmetischen Bereich, aber auch im Imaging liegen. Fujifilm kannibalisierte seine analoge Filmsparte zu Gunsten der digitalen Techniken. Nicht vollständig, denn es produziert nach wie vor analoge Filme.

Wer nun denkt, dass Entscheidungen wie die von Shigetaka Komori einfach sind, ein ganzes Unternehmen umzurichten, der mag sich seine eigenen Gedanken zum Kamerawechsel anschauen. Auch hier hat der eine oder andere von uns zu Recht Verlustängste und ist verunsichert. Aber die Welt verändert sich und hätte Fujifilm nicht umgedacht, so wäre das Unternehmen wie Kodak vom Markt verschwunden. Das Gegenteil ist der Fall.

Hiermit wurde Fujifilm auch erfolgreich:

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Der Film zum Fujifilm-Erfolg

In einem Kommentar hat *fotowissen-Leser DWL noch einmal auf eine Filmserie im ZDF aufmerksam gemacht. Das ZDF hat den Erfolg von Fujifilm hervorragend recherchiert und dokumentiert. Es ist ein spannender Bericht, der auch klar macht, warum Kodak heute nicht mehr am Markt ist. Dank an DWL für den Hinweis:

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Von Fujifilm lernen

Was können wir aus dem Erfolg von Fujifilm und Managern wie Shigetaka Komori lernen?

Ich denke Manager können lernen etwas zu unternehmen. Dazu gehört oft das komplette Umdenken und Umlenken in andere Geschäftsfelder. Oft müssen Unternehmer schneller reagieren, nicht überstürzt aber zügig. Das scheint auch bei deutschen Autobauern ein Problem darzustellen, die am Diesel, am Verbrenner festhalten und so das Wohl des ganzen Landes gefährden. Meine Ansicht ist sicher diskutabel, aber ich halte das zögerliche und konservative Verhalten für das Grundübel vieler Unternehmer. Dabei gibt uns der Erfolg von Fujifilm ein Vorbild, wie wir es besser machen können.

Für alle Menschen bedeutet es, dass die Welt sich verändert und wir uns ständig in unserem Verhalten ändern müssen. Das viele Fliegen, der tägliche Energieverbrauch, das Essen von Tieren, das Festhalten am Autofahren sind Beispiele für dringende Änderungen zu Gunsten der eigenen Kinder, der Umwelt, der leidenden Tiere.

Auch an einer Kameramarke festzuhalten kann falsch sein. Das betrifft weniger den Hobbyfotografen, der vielleicht ein funktionierendes System hat und nicht täglich Geld damit verdienen muss. Wohl aber denken wir Berufs-Fotografen, wir Unternehmer über die Zukunft nach. Wer hier zögert und zu konservativ ist, der landet mit seinem Kamerasystem auf dem Abstellgleis und verpasst digitale Fortschritte wie den elektronischen Sensor, der die Fotografie revolutioniert. Ein spannendes Thema voller Herausforderungen!

Vielen Dank an DWL!

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© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Der Erfolg von Fujifilm – Meinung

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Autor: Peter Roskothen

Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design.

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