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Das Finale Street Photography Projekt 2022 Teil 8

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Teil 8 meines Street-Photography Projekts 2022 beschreibt das Finale, den Abschluss, das Ende. Kaum fassbar, aber es ist tatsächlich herum. Ich nehme diesen Artikel daher zum Anlass, Resümee zu ziehen. Sie finden Zahlen, Fakten, Erkenntnisse zum Street-Photography Projekt, wie auch ein paar Gedanken im Rückblick auf mein Straßenjahr 2022. Zum Ende des Beitrags erlaube ich mir, Sie ein wenig mitzunehmen in das, was ich nun mit alledem mache und was im kommenden Jahr 2023 vielleicht darauf folgen könnte. Es geht um das, was auf mich, und in gewisser Weise auch auf Sie, zukommen könnte:

Die Bilanz des Projekts Street Photography 2022 

Sollten Sie sich, abgesehen von diesen Beiträgen, auch sonst mit Street-Photography beschäftigen, und demnach Veröffentlichungen Dritter schauen und lesen, wir Ihnen sicher auch aufgefallen sein, dass über die investierten Umfänge selten bis gar nicht berichtet wird. Ein bisschen Bilanz macht deutlich, was es „kostet“, auf der Straße ein einziges, brauchbares Foto zu erhalten. Bei einem Jahresprojekt im Hinblick auf Ausstellungen, Bildband etc. summiert sich das entsprechend. Ich bin selbst auch erstaunt darüber, was da zusammengekommen ist. Damit Sie sich ein eigenes Bild dessen machen können, habe ich das aufgelistet, was sich in nackten Zahlen zu meinem Street-Photography Projekt 2022 sagen lässt.

Projektzeitraum:                                          01.01.2022-15.10.2022

Investierte Zeit in den Straßen:                2-4 Einheiten pro Woche, in Summe etwa 340 Stunden

Gelaufene Strecke gesamt:                        Etwa 180 Kilometer

Schreiben der Fotowissen-Beiträge:       50-55 Stunden

 

Belichtete Fotos, gesamt:                           Über 12.000 Stück

Sichten/Sortieren etc:                                Ungezählte, viele Stunden

In meinem Archiv verblieben:                  367 Fotos

Verwendet bei *fotowissen:                      90 Stück

Verwendet im Bildband:                           78 Fotos

Materielle Verluste: 1 Sonnenbrille; gestohlen, 1 Objektivdeckel; verloren,  1 Objektivpinsel; verloren, 1 Reinigungstuch; verschlissen, 1 Schlägerkappe; war plötzlich weg.

Die Interpretation dieser Daten fällt immer so aus, wie man sie betrachtet, bewertet, einschätzt oder selbst kennt. Was Sie in dieser Richtung für Erfahrungen gemacht haben, und wie Sie darüber denken, dürfen Sie mir gerne in die Kommentare schreiben.

Das Finale Street Photography Projekt 2022 Teil 8
Das Finale Street Photography Projekt 2022 Teil 8

Reichtum liegt im Auge des Betrachters

Der Ertrag des Projektes

Aber was steht auf der „Haben-Seite“? Eine fette, fünfstellige Zahl an Fotos in monochrom hat mich gelehrt, in schwarz-weiß zu denken. Es erübrigt sich fast, im Sucher zu schauen, wie das Motiv aussehen mag ohne Farben. Ich weiß es auch so. Meinen Fotos hat das gutgetan, und meiner Fotografie ohnehin. Wenn ich mir den Verlauf der Entwicklung anschaue, erkenne ich das. Sie sind „irgendwie anders“ geworden, und dieses Anders gefällt mir.

Meine Heimatstadt hat sich für mich verändert. Nach dieser langen, intensiven Zeit sehe ich vieles neu. Und obwohl ich seit über 50 Jahren hier lebe, hat sich mir der Herzschlag der Stadt erst jetzt so richtig offenbart. Ich mochte Siegen schon immer, und jetzt habe ich mich verliebt in das Städtchen, das ich zu kennen glaubte. Nicht zu vergessen die Menschen, von denen ich manchen richtig nahe gekommen bin. Was sich da teils ergeben hat, ist abseits aller Fotografie das Salz in der Suppe meines Projekts.

Den riesige Ertrag des Projekts bilden aber ganz klar die Fotografien. Wie einen Schatz hüte ich sie, jedes einzelne für sich ist ein Teil von mir. Und wie sich das entwickelt hat, zeigen Fotografien sicherlich besser als Worte. Sehen Sie daher hier auch noch einmal mein allererstes Foto meines einleitenden Beitrags im Januar, und daneben, wenngleich auch DSGVO-konform ohne Gesicht, eines der allerletzten Projektfotos von Anfang Oktober, oder auch mein Abschlussfoto dieses Artikels. Ich liebe diese Street Photography!

DSGVO im Projekt

Ein paar Sätze müssen zum Ende meines Projekts auch noch einmal geschrieben werden zur DSGVO, und den damit verbundenen, belastenden Umständen, denen man sich bei der Street-Photography aussetzt. Denn nichts beeinträchtigt, beeinflusst und prägt die Fotografie in der deutschen Öffentlichkeit umfangreicher als die Berücksichtigung dessen, was untersagt und erschwert ist.

Einfach alles hinnehmen, ist, wie einfach alles aufgeben.

Street-Photogaphers, also Sie, ich, wir Straßenfotografen*innen, wir sind nicht kriminell, bösartig, nachstellend oder verschlagen. In aller Deutlichkeit sollte gesagt werden, dass die meisten der Street Fotografen*innen nicht Auslöser der aktuellen Gesetzeslage, sondern Leidtragende dessen sind! Wir fotografieren nicht in Stalker-Manier in Privatsphären herum. Wir stellen niemanden bloß. Unsere Fotos dienen nicht der Belustigung zulasten der Protagonisten. Genau das habe ich so oft wie möglich den Menschen in den Straßen gesagt, mit denen ich ins Gespräch kam.

Denn alle fotografierten Szenen sind auch ohne die Fotografie immerzu öffentlich! Sie geschehen vor aller Augen. Heißt, sie wurden und werden ohnehin gesehen. Die Straßenfotografie friert solche Augenblicke bloß ein, und ermöglicht ein erneutes (öffentliches) Anschauen eines vergänglichen Moments. Die Fotografien zeigen nichts, was nicht ohnehin sichtbar ist/war. Eine wertschätzende, positive Fotografie macht auch anschließend durch ihre Veröffentlichung nichts Gegenteiliges daraus. Street-Photography adelt die Protagonisten in ihren unwiederbringlichen Mikro-Momenten, und das ist etwas Gutes! Das Schlechte daran interpretiert die deutsche Gesetzgebung und die so entstandene gesellschaftliche Kontra-Mentalität hinein.

Der eigene Street-Stil

Die Street-Photography ist ein weites Feld. Mit Menschen, ohne Menschen, großzügige Stadtpanoramen mit Szenen urbanen Lebens, näher fokussierte Situationen mit kleineren Ausschnitten, und Fotos, die schon fast mehr als Street-Portraits zu bezeichnen sind. Ich habe mir das alles angesehen, ausprobiert, und bin meinen Vorlieben nach und nach auf die Spur gekommen. Das war ein herrlich greifbarer Prozess, mit vielen Momenten, in denen ich mir selbst seltsam vorkam. Die Situationen, und auch die Begleitumstände, haben mich teils überrumpelt und überwältigt.

Ich hätte nie geglaubt, wie sehr mich Menschen reizen, die nicht nur Beiwerk einer Stadtszene sind, sondern Hauptmotiv. Vereinfacht gesagt, hat sich für mich gelungene Street-Photography dahin gehend verändert, dass sie überwiegend Menschen zeigt, vorzugsweise MIT Gesicht, und auch am besten recht nah. Der Bildband mit 80 solcher Fotografien ist im Druck. Mega gespannt bin ich selbst darauf. Einen eigenen, ausführlichen Beitrag zum Bildband selbst veröffentliche ich in Kürze.

Jedem Anfang steckt ein Zauber inne.

Blick in die Zukunft

Weiterhin ungestellt fotografieren ist mir wichtig. Ungestellt heißt aber auch, ungefragt zu agieren. Genau das bringt mich zum Anfang, und dazu, dass ich im gesamten Projekt zweigeteilt fotografiert habe. Erstens, für die Öffentlichkeit, zweitens, eben nicht für die Öffentlichkeit. Mit Blick auf 2023 ist diese Tatsache bedeutsam, denn ich möchte nicht mehr so zweigleisig arbeiten.

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Wie also geht es mit der Street-Photography weiter? Was mache ich daraus? Was machen wir überhaupt mit alledem, was Bestand hat, und über das Ende unserer Projekte hinausreicht? Meiner Überzeugung nach haben in Leidenschaft gewonnene Erkenntnisse und Fähigkeiten nur dann einen Sinn, wenn wir sie weiter nutzen, vertiefen, zuspitzen, und bestenfalls weitergeben. Das sind übrigens evolutionäre Muster, die schon seit Jahrtausenden Menschsein ausmachen. Ausprobieren, Erfahrung sammeln, Qualifikationen erwerben, weiterreichen! (Schlauer, als es nur bei WIKIPEDIA zu sammeln …). Man muss das auch gar nicht wahnsinnig hoch hängen. Es reicht ja schon der Gedanke alleine, es bedauerlich zu finden, etwas nicht mehr weiterzuführen, wo man viel Energie reingesteckt hat, und woran man nach wie vor hängt. Mein Interesse an diesen superspannenden Momenten, in denen mit Menschen, oder durch Menschen, irgendetwas geschieht in den Straßen, gibt mir vor, wie ich weitermachen möchte.

Es gilt zu vergessen, was man gegeben hat, und zu bewahren, was man empfing.

Kurzum, ich werde wieder draußen auf den Straßen sein und fotografieren. Allerdings in keiner öffentlichen/nicht-öffentlichen Trennung der Ergebnisse. Meiner Street-Photography fürs nächste Jahr gebe ich den ganz großen Schwerpunkt „Street-Portrait“. Gefragt, genehmigt, legal, und unkompliziert zu veröffentlichen. Ungeplant und spontan, wie bisher auch, werden die Gelegenheiten und Kontakte sein, die sich finden. Details zu Ausrüstung, Gestaltung, Vorgehensweise, Umfang und Ziele werde ich über den Winter ausarbeiten. Sie werden es sicher ahnen; für mich kann es bis auf Weiteres nur bei Street Photography bleiben. Kaum etwas hat mich in den letzten Jahren so positiv beeinflusst und fasziniert. Ich darf sagen, es bleibt „meins“, und es bleibt spannend.

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Danksagung

Am Ende eines Projekts gilt es zu schauen, wer oder was dazu beigetragen hat, es zu dem werden zu lassen, was es geworden ist. Da sind so Einige, habe ich festgestellt, und es gilt, DANKE zu sagen.

An allererster Stelle möchte ich der Frau danken, die mit mir ihr Leben teilt. Zum Glück gibt es Partnerschaften, in der jeder selbstbestimmt so sein kann, wie er/sie gemeint ist. Meine Fotografie ist ein Stück weit „unsere“ Fotografie, und vor allem die Street-Photography liegt uns beiden eindeutig am Herzen. Da ausschließlich ich fotografiere, betrachten wir grundsätzlich gemeinsam meine Ergebnisse, und ich darf mich ihrer konstruktiven Kritik, Wertschätzung und Unterstützung meiner Arbeit sicher sein. Das ist ein großes Geschenk, für das ich sehr dankbar bin.

Mein Dank gilt allen von Euch/Ihnen, die mich seit Januar (unter anderem) durch mein Street-Photography Projekt begleiten. Ihre/Eure wertvollen Kommentare, und auch die bereichernden Kontaktaufnahmen darüber hinaus, weiß ich sehr zu schätzen. So manche Anregung ist in meine Arbeit eingeflossen, und hat Bestand in die Zukunft hinein. Einige von Euch/Ihnen auch persönlich kennengelernt zu haben, ist schon etwas sehr Besonderes, vielen herzlichen Dank für alle Offenheit, alles Vertrauen, alle entstandenen Begebenheiten!

Vor allem aber bei Dir, lieber Peter Roskothen, bedanke ich mich von Herzen für Deine einzigartige Weise, als professioneller Journalist, Fotograf und Freund, meine Fotografie zu fordern und zu fördern. Es mir zu ermöglichen, ohne relevante Zensur oder sonstige inhaltliche Einengungen, hier bei *fotowissen.eu in dieser Form Fotos und Artikel zu veröffentlichen, ist unbeschreiblich schön, außergewöhnlich, und sucht seinesgleichen. Ich weiß, dass Du das weißt, aber ich finde, hier ist eine Stelle, wo es durchaus auch mal schwarz auf weiß zu stehen hat. Ohne *fotowissen.eu, ohne Dich, Deinen wohlwollenden Blick auf meine Fotografie und mich, läge ich Lichtjahre zurück. Chapeau, mein Lieber, vielen herzlichen Dank dafür!

Liebe Leserin, lieber Leser, ich möchte mir erlauben, Sie eindringlich zu motivieren, etwas aus Ihrer Fotografie zu machen! Verharren Sie nicht, verlassen Sie vorgegebene Pfade, suchen Sie das, was Ihnen entspricht, geben Sie ihrer Intuition und ihrem Talent Raum, folgen Sie sensibel ihren positiven Vorbildern, nehmen Sie jeden mit, der sich ansprechen und begeistern lässt!

Euch/Ihnen allen wünsche ich weiterhin viele gute Fotosequenzen, und kommen Sie heil durch diese wilde Zeit.

Liebe Grüße von der Straße, Ihr
Dirk Trampedach

Das Finale Street Photography Projekt 2022 Teil 8 - *fotowissen

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Dirk Trampedach

Eine Geschichte, ein Bild, eine Stimmung. Erlebnisse, Schreiben und Fotografieren, das hängt für mich unmittelbar zusammen. Große Bereiche, denen ich mich widme, sind Reise, Natur, Landschaften, Street Photography, sowie Stories um klassische Automobile und deren Besitzer. Wenn Sei mehr über mich erfahren möchten: www.dt-classics.de.

12 Kommentare

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  • Geniale Beiträge, Dirk, geniale Fotos. Ich mag alle Fotos dieses Beitrags ausgesprochen, das Mädchen beim Tanzen ist natürlich die Krönung. Aber auch die Aufnahme von den beiden Herren mit gekreuzten Beinen ist klasse. Die Körperhaltung signalisiert Sicherheit, Vertrautheit. Nur dann stellen sich Menschen so hin.

    Danke für diese wunderschöne Fotoserie, mein Lieber. Erste Sahne!

    Herzlich,
    Dein Peter

  • “Straßenfotografie macht Spaß!” Ja, dass kann ich auch aus eigener Erfahrung sagen. Spaß macht es auch Deine Artikelserie hier zu lesen.
    Danke dafür, dass Du mich/uns mitgenommen hast – nicht nur in die vergänglichen Momente und den Mikrokosmos ‘Straße’ mit Deinen klasse Fotos, sondern auch viele Deiner Überlegungen, Erfahrungen, Herangehensweisen, Einstellungen, ethischen Grundsätzen etc. etc.
    Ich hab die Serie erst heute mit dem letzten Beitrag entdeckt und in einem Rutsch dann alle vorangegangenen Artikel gelesen.
    Ja, herzlichen Dank für die breitgefächerte Teilhabe und den einen oder anderen Denkanstoß.
    Viele Deiner Erfahrungen habe ich ähnlich erlebt und viele Deiner Überlegungen und Grundsätze kann ich uneingeschränkt teilen, auch wenn ich neben überwiegend ungestellten Fotos, auch Street-Portraits mache und dabei die zufälligen Protagonisten vorher freundlich anspreche, kurz eine Art Visitenkarte mit Beispielportraits übergebe und dann meist auch eine (mündliche) Fotografier- und Veröffentlichkeits-Erlaubnis erhalte.

    Dir wünsche ich von Herzen ein “weiter so” und vor allem immer „Gut Licht“.

    Beste Grüße Gustav Sommer, Amateurfotograf
    alias foto-gustav.de und streetmoments_de

    • Hallo Gustav,

      schön, dass du die Artikelserie auf der Zielgeraden noch entdeckt hast, und Daumen hoch für die Lektüre aller Beiträge in einem Rutsch! Die Übereinstimmung von bestimmten Herangehensweisen und Einstellungen habe ich mittlerweile etliche Male berichtet bekommen, und auch von kaum vorhandenen, schlechten Reaktionen in den Straßen wird durchgängig erzählt.

      Das zeigt uns doch eins: Street Photography scheint einfacher, und vor allem besser zu sein, als sein Ruf. Also, offen + ehrlich dranbleiben, wir können da was bewegen, die Richtung stimmt… ;-)

      Liebe Grüße, Dirk Trampedach

  • Lieber Dirk,

    ich hatte ja das große Glück einige deiner „diskreten Werke“ sehen zu können. Und mir blutete das Herz bei dem Gedanken, dass solch großartigen Fotografien nie den Weg in die Öffentlichkeit finden können. Auch bei der Ausstellung von Vivian Maier, die wir danach besuchten, kam mir der Gedanken auf, dass solche Kunst heutzutage in der EU nicht mehr möglich ist. Für mich ist das „künstlerischer Rassismus“, darf man doch in Wort und Schrift sogar Personen angreifen und beleidigen und ist von der Kunstfreiheit gedeckt. Sehr schön besingt dies Danger Dan in seinem gleichnamigen Lied „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt.“ Soweit wollen (die meisten) Street Photographen doch gar nicht gehen. Sie wollen lediglich das alltägliche um uns herum einfrieren. Und nur weil eine Hand voll Paparazzi ihr Unwesen treiben, wurde eine ganze Künstlergemeinschaft in Sippenhaft genommen – gleichkommend einem Gesangsverbot für Liedermacher, nur weil die Bild es wieder mal mit ihren Texten übertreibt.

    In der Kunst gibt es keine gleichberechtigte Diversität.

    Liebe Grüße,
    Bernhard

    • Hallo am Sonntagmorgen, lieber Bernhard,

      vielen Dank für deine “umfängliche Begleitung”, wie auch für die aktuellen Gedanken zum Thema!

      Mir ist nach dem Besuch der Vivian Maier Ausstellung auch noch einiges durch den Kopf gegangen. Wenn wir Street Photographers z.B. ohne Nachzufragen Fotos von identifizierbaren Personen veröffentlichen, gibts Schwierigkeiten. Wenn aber Personen das Lebenswerk von V. Maier finden, geht die Rolle rückwärts. Alle sind identifizierbar, Einige werden sicher noch leben, und die Künstlerin selbst kann niemand mehr fragen danach, wie ihr Wille bzgl. Verwendung überhaupt ausgesehen haben mag.
      Der Hype um den Fund + die Entscheidung -von wem eigentlich?-, dass das in dem Fall so ok ist (große Kunst zu anderen Zeiten), lässt Dinge zu, die für den Großteil aller Fotografen*innen der Neuzeit ausgeschlossen sind. Vor allem hier in Good Old Germany.
      Du hast schon recht mit der Sippenhaft. Einer vorweggenommenen Diskriminierung von bestimmten Stilrichtungen der Fotografie kommt das gleich. Sich in Form von Protest oder Ignorieren dagegen aufzulehnen, wird das Problem leider nur potenzieren. Es mag daher nur möglich sein, Aufklärung auf der Straße zu betreiben, und jede Gelegenheit zu nutzen, Street Photogaphy “ins rechte Licht” zu rücken.

      Herzlichst, Dirk

  • Lieber Dirk Trampedach,
    die Fotos und Gedanken zum Thema Streetfotografie habe ich mit großem Respekt verfolgt. Es ist ein sehr spezielles Sujet, das ich in letzter Zeit selbst überhaupt nicht mehr beackert habe. Das liegt hauptsächlich an den viel diskutierten Vorbehalten und Unsicherheiten wegen Datenschutz und Persönlichkeitsrecht. Wenn ich meine älteren Reisefotoserien aus dem Zeitalter der analogen Fotografie betrachte, merke ich erst, wie unbefangen ich damals wildfremde Menschen in meine Bilder mit einbezogen habe.
    Mit Ihrem Street-Photography-Projekt haben Sie gezeigt, wie es auch heute noch möglich ist, seine Mitmenschen anonym in die Bildgestaltung zu integrieren ohne ihre Persönlichkeitsrechte zu verletzen. Es ist eine Ermutigung, selbst mal wieder mit offenen Augen und Kamera durch eine Stadt zu schlendern und möglichst unverkrampft den Auslöser zu drücken. Vielen Dank dafür.

    Herzliche Grüße
    Wolfgang Kiesewetter

    • Geehrter Herr Kiesewetter,

      vor ziemlich genau einem Jahr hätte meine Reaktion zu Berichterstattungen zur Street Photography ganz genauso ausgesehen. Vorbehalte, Zweifel, Unsicherheiten, vielleicht auch Ängste. Und genau, es geht anders! Schnappen Sie sich die Kamera, und tasten Sie sich rein ins Metier. Sollten Sie zu Resultaten kommen, lassen Sie uns doch dran teilhaben, mich würde das interessieren und freuen.

      Herzliche Grüße, Dirk Trampedach

  • Verehrter Herr Trampedach,

    ich bin mir sicher: Ich bin nur eine von ganz vielen hier in fotowissen, die Ihr Projekt verfolgt haben… immer wieder aufs Neue gespannt, was Sie uns mitgebracht haben werden aus Ihrer Heimatstadt. Jedes Mal wurden Ihre Fotos anders…persönlicher…intensiver. So sehe ich es zumindest. Ihr Reifungsprozess berührt mich, Ihre Begeisterung für die Street Photography reißt mich mit, motiviert mich. So oft dachte ich beim Lesen: Jaaaaaa, genau so sehe und empfinde ich das auch… Mit Wehmut las ich heute Ihre Zeilen … ein letztes Mal in dieser Form Ihres Projekts. Unglaublich, was Sie an Zahlen präsentieren. Und bemerkenswert. Herzlichen Glückwunsch! Danke für Ihre so offenen Worte, Ihre philosophischen Gedanken. Ich habe das Gefühl, Dirk Trampedach in Wort und Bild kennenzulernen, fast als wäre man sich schon persönlich begegnet. Ihre Texte und Fotos geben mir einen ganz persönlichen Einblick. Das ist schön. Danke, dass Sie mich mit auf Ihre Reise auf die Straße mitgenommen haben. Für mich sind Ihre Artikel ein ganz wertvoller Schatz.

    Umso mehr freue ich mich , dass diese Reise nicht zu Ende ist. Es hätte mich auch gewundert! Ihr neues Projekt “Street Portrait” … wunderbar! Alles erdenklich Liebe und Gute für Ihr Vorhaben, lieber Herr Trampedach.

    Herzliche Grüße

    Ingrid Röhrner

    • Liebe Frau Röhrner,

      um Ihr hohes Interesse an meinem Tun und Schaffen weiß ich sehr wohl, und es zeigt sich mir deutlich, dass es nicht zwingend analog, Auge in Auge vonstatten gehen muss, um Kontakte und gute Beziehungen lebendig werden zu lassen. Ihre Sicht auf meine Aktivitäten und dieses Projekt schmeichelt mir sehr, und ich möchte mich herzlich für Ihre schöne Art der Begleitung bedanken.

      Distanzen sind ja relativ, ggf ergibt sich mal eine Möglichkeit für ein reales Treffen, mich würde es sehr freuen.

      Herzlichst, ihr

      Dirk Trampedach

  • Hallo Dirk!
    Meine Hochachtung und mein herzlichster Glückwunsch zu diesem großen und großartigen Projekt. Es ist schön zu lesen, dass du es für dich abgeschlossen hast, wie du dich entwickelt hast und wie dankbar du für die gemachten Erfahrungen bist. Deine Worte strahlen eine umfassende Zufriedenheit, Ruhe und Dankbarkeit aus. Neben der fotografischen Entwicklung die du beschreibst ist mir besonders “hängen” geblieben, dass du deine Stadt nun mit anderen Augen siehst und eine tiefere Verbindung zu ihr bekommen hast. Was ein Hobby doch so alles mit einem machen kann…
    Glückwunsch zum Projekt!
    Maike

    • Liebe Maike,

      auch Dir sende ich herzliche Grüße und einen lieben Dank für deine Glückwünsche!

      Einen Abschluß halte ich bei Projekten generell für bedeutsam, markiert er ja nicht gleichzeitig das Ende der Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema. So zumindest verstehe ich dieses “Weitergehen”, auf das ich mich jetzt schon diebisch freue.
      Zufriedenheit trifft es ziemlich gut. Mir bleibt darin auch erkennbar, dass Ziele nicht zu hoch hingen, und die eigene Einschätzung des Machbaren ganz gut gelungen zu sein scheint.

      Auf neue Fotos von dir bin ich jetzt schon gespannt… ;-)

      Alles Gute, herzlichst,

      Dirk

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