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China damals – Vor 45 Jahren in Peking

Wenn in diesen Tagen in aller Welt anlässlich der Olympischen Winterspiele Bilder eines ultramodernen Pekings und spektakulärer Sportstätten zu sehen sind, wird leicht vergessen, wo China herkommt. Ich lebte von 1977 bis 1978 ein knappes Jahr in Peking und kenne die Stadt, bevor die “Modernisierung” einsetzte und sie ihres unverwechselbaren Charakters beraubte. Ich kam nach China als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der ein spezielles Sprachprogramm für Nichtsinologen aufgelegt hatte (von meiner Ausbildung her bin ich Wirtschaftswissenschaftler). Nachdem ich mich in einem Intensivkurs ein Jahr lang in Bonn mit den zahlreichen Tücken des Chinesischen auseinandergesetzt hatte, fuhr ich im September 1977 in einer Gruppe deutscher Studenten nach Peking. Dort wechselte ich bald zur Peking Universität, wo ich “Moderne chinesische Geschichte” “studierte”. Die Anführungszeichen sind berechtigt, denn mein sprachliches und fachliches Niveau waren so niedrig, dass ich den Ausführungen des Dozenten nicht einmal in Ansätzen folgen konnte. Der Fachbereich Wirtschaftwissenschaften war zu diesem Zeitpunkt noch nicht für Ausländer zugänglich.

Campus Peking Uni - Foto Detlef Rehn
Campus Peking Uni – Foto Detlef Rehn

China damals

China war zu diesem Zeitpunkt ein sehr armes Land. Peking als Hauptstadt stand etwas besser da, doch gab es auch hier Schlangen vor den Geschäften. Südfrüchte z.B. waren kaum erhältlich. Den Vitaminbedarf deckten u.a. Äpfel und Weißkohl.  Hungern musste indes niemand; es gab in Peking zahlreiche Garküchen und Imbißlokale. Ich erinnere mich an ein sehr frequentiertes, vom Aussehen her sehr gewöhnliches Lokal, das ein Kolumnist der “Far Eastern Economic Review” als “one of the world’s best restaurants” beschrieb. Das “gewöhnliche Volk” aß unten; Ausländer und wichtige chinesische Persönlichkeiten speisten im zweiten Stock in Separees. Das Erdgeschoss war interessanter.

Enge Straßen - Peking - Foto Detlef Rehn
Enge Straßen – Peking

Wir waren als Ausländer generell sehr privilegiert. In der Uni hatten wir unsere eigene Mensa, die ein reichhaltiges Essen anbot. Heimische Studenten aßen meist nur  Gemüse und Reis. Zudem hatten wir im Gegensatz zu “normalen” Chinesen Zugang zu Hotels und exklusiveren Restaurants. All dies änderte sich in den Folgejahren sehr rasch.

Ich teilte mir an der Uni ein kleines Zimmer mit einem chinesischen Kommilitonen, der sehr offen zugab, dass er Berichte über mich  zu schreiben hatte. Wir wurden natürlich überwacht. Wenn wir z.B. Briefe erhielten, waren sie oft mit Leim besonders fest zugeklebt, ein Zeichen dafür, dass sie geöffnet worden waren. Ich machte mir gelegentlich einen Spaß daraus: Verwendete ich einem Brief einen besonders umgangsprachlichen Ausdruck, erläuterte ich dem Zensor in einer Klammer die Bedeutung des Wortes.

Laden Peking - Foto Detlef Rehn
Laden Peking

Trotz der Kontrollen fühlten wir uns nicht behindert. Im Stadtbezirk Peking konnten wir uns frei bewegen. Vor allem dank unserer Fahrräder waren wir ziemlich flexibel. Sehr viel schwieriger war es jedoch, aus Peking herauszukommen. Jedes Verlassen des Stadtbezirks bedurfte einer Genehmigung und eines Ausweises, der die Angabe des Reiseziels und die Dauer der Fahrt enthielt. Ich bin während meines Aufenthalts nur einmal allein nach Hongkong gefahren und bin ansonsten nur im Rahmen von Unitouren außerhalb von Peking gewesen.

Westliche Frisuren - Foto Detlef Rehn
Westliche Frisuren

Fotografisch war der Aufenthalt für mich im Rückblick nur bedingt erfolgreich. Zwar gab es Motive zuhauf:  Das Leben in Peking war vollkommen anders als das, was ich bis dahin kannte.  Heute weithin verschwundene kleine Gassen, enge Straßen, die Ströme von Fahrradfahrern, all das war neu und interessant. Zudem organisierte die Uni Besichtigungstouren von Fabriken und landwirtschaftlichen Volkskommunen, so dass wir auch diesen Teil der Gesellschaft kennenlernten.

Fabrik für Kunstgewerbe - Peking - Foto Detlef Rehn
Fabrik für Kunstgewerbe – Peking

Gemessen an diesen Möglichkeiten blieb meine Ausbeute doch bescheiden, und ich bedauere dies sehr. Gerade wenn ich mir z.B. Aufnahmen von Marc Riboud anschaue, habe ich heute manchmal das Gefühl, eine Chance verpasst zu haben und (auch auf viel niedrigerem Niveau)etwas umfassend festzuhalten, was nicht mehr wiederkommt.

Gallerie Peking - Foto Detlef Rehn
Gallerie Peking

Aber es ist, wie es ist. Bis zu meiner Chinareise hatte ich mich nur wenig mit Fotografie beschäftigt und entsprechend geringe Kenntnisse.  Ich besaß eine Spiegelreflexkamera von Voigtländer (vermutlich VSL 1 mit Schraubgewinde)  mit 50-mm-Objektiv und benutzte Agfa-Diafilme. Ein Bild zu komponieren oder die richtige Belichtung zu wählen waren für mich weithin neu; allerdings lernte ich mit der Zeit dazu. Die Bilder ließ ich in Deutschland entwickeln und mir wieder nach China schicken. So konnte ich mir die Ergebnisse meiner Bemühungen recht schnell ansehen.  Kummer bereitete mir das richtige Fokussieren. Gerade mit Nahaufnahmen tat ich mich sehr schwer.

Tian An Men - Peking - Foto Detlef Rehn
Tian An Men – Peking

Die Dias habe ich erst in den letzten Jahren eingescannt. Viele musste ich wegwerfen, entweder waren sie in einem schlechten physischen Zustand oder sie taugten fotografisch nicht. Einige der beigefügten Aufnahmen sollen Ihnen dennoch einen kleinen Eindruck vom Leben in Peking vor 45 Jahren geben.

© Detlef Rehn – Text und Fotos urheberrechtlich geschützt

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Detlef Rehn

Rheinländer. Ich bin 1977 zum ersten Mal nach Ostasien gekommen. Seither lässt mich die Region nicht mehr los. Zunächst habe ich in Deutschland wissenschaftlich/akademisch über Chinas Wirtschaft gearbeitet, anschließend war ich als Korrespondent für die Bundesagentur für Außenwirtschaft (heute Germany Trade and Invest) in Taiwan, Japan, Südkorea und wieder Japan tätig. Seit 2014 bin ich im Ruhestand und lebe in Tokio. Mein fotografischer Schwerpunkt sind Menschen und die Straßenfotografie. Nachdem ich früher bekennender Nikon-Anhänger war, bin ich 2013 auf das Fuji-System umgestiegen.

10 Kommentare

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  • Lieber Herr Rehn,

    vielen lieben Dank für ihren tollen Artikel aus erster Hand, mir geht bei solchen Beiträgen das Herz auf! Ihre Beschreibungen der damaligen Umstände sind für Außenstehende hoch spannend, allerdings auch nur “theoretisch” zu verstehen, da ja sowohl für das alte, wie auch das neue China kein reales Erleben vorliegt. Ich kann die Wehmut allerdings super nachempfinden, die sie beschreiben mit Blick auf die fotografischen Versäumnisse. Aber ist es nicht immer so? Die Welten, in denen sich der Alltag breit macht, und sei er noch so exotisch, verlieren ein wenig an Dramaturgie, und erst später “von außen” merkt man das. Ihre Fotos sind im Grund genial, zeigen sie doch das, was ich aktuell als “Street”-Projekt umzusetzen versuche. Auch bei meinen ersten Fototouren in der eigenen Stadt fällt auf, wie schwer das ist, die Brille des Alltäglichen vom Staub der Gewohnheit zu befreien. Ihr Beitrag ist einsame Spitze.
    Als langjähriger Ausdauersportler möchte ich mich auch noch kurz bedanken dafür, die politischen und sportlichen Aspekte nicht vermixt und propagiert zu haben. Mir tun nämlich die Athleten mächtig leid dort. Was da an Training und Disziplin anfällt, um an einer Olympiade teilzunehmen, oh man! Und alles geht in den Schein-Debatten um Chinas Humanität unter. Ganz bitter…

    Sollten sie noch mehr Fotos haben, und/oder Erzählenswertes, würde ich mich sehr freuen, nochmal etwas davon zu lesen/zu sehen!

    Freundliche Grüße, Dirk Trampedach

    • Lieber Herr Trampedach,

      haben Sie vielen Dank für Ihren freundlichen Kommentar. Es ist wirklich erstaunlich zu sehen, welche Entwicklung China in diesen 45 Jahren gemacht hat. Dies muss man anerkennen, egal, wie man sonst zum Land stehen mag.

      Was die fotografischen Versäumnisse angeht, sehe ich für mich zwei Aspekte. Mein Aufenthalt in Peking war von vorneherein begrenzt, ich hätte also eigentlich mehr aufnehmen sollen, zumal Veränderungen bereits in der Luft lagen. Das ist mir aber erst viel später klargeworden.

      Mein Leben hier in Tokio wird viel mehr vom Alltag und dem Gewohnten bestimmt. Da teile ich Ihre Ansicht, dass dies für das Fotografieren sehr hinderlich sein kann (“alles schon mal gesehen”). Dagegen lässt sich natürlich etwas tun. So habe ich z.B. bei Fahrten in die Stadt (wir leben etwa eine halbe Stunde von einem der vielen Zentren Tokios entfernt) meistens meine Kamera dabei; zudem versuche ich, meine grundsätzliche Auffassung, dass auch Banalitäten interessant sein können, wo auch immer zu schulen. Ich denke, es geht hierbei immer darum, richtig hinzugucken. Die Motive kommen dann von allein. Und wenn dann wieder mal ein Tag ohne brauchbares Ergebnis verstrichen ist, sei es drum, Frustrationen gehören dazu.

      Noch eine Bemerkung zur Trennung von Sport und Politik. Mir wäre auch lieber, beides würde nicht miteinander verknüpft, doch leider funktioniert das nicht. Es gibt keine wertfreien Olympischen Spiele, dafür sorgt schon der Medaillenspiegel. Wie dem auch sei: Aktuelle politische Fragen, zu denen ich durchaus eine Meinung habe, waren nicht Thema meines Beitrags.

      Mit freundlichen Grüßen,

      Detlef Rehn

    • Lieber Herr Rehn,

      wertvolle Bilder und ein wertvoller Text zum China vor 45 Jahren, dafür vielen Dank. Ich weiß Ihren Beitrag sehr zu schätzen. Ich persönlich verbringe meine Zeit nicht in Ländern, die Menschen wegen Ihrer Gedanken morden. In anderen Worten: Nach China bekommen mich heute keine 10 Pferde.

      Ich verstehe Ihre Affinität zu Asien gut. Japan wäre mein Traum und es ist gut Träume zu haben.

      Ihre Fotos waren damals schon auf ganz hohem Niveau. Die Aufnahme der drei Menschen vor dem Schaufenster, die Malerin, enge Straßen, … sind wunderbar anzuschauen. Der Laden in Peking, in dem wir Sie im Spiegel finden dürfen, ist ebenfalls ein tolles Zeitzeugnis. Und wieder einmal stelle ich fest, dass meine Liebe zur Schwarzweißfotografie ungebrochen ist. Diese Fotos – und der Artikel dazu – bestätigen mich ein weiteres Mal in meiner Meinung, dass Sie ein gutes Auge haben.

      Herzlich,
      Ihr Peter

      • Lieber Herr Roskothen,

        zu viel des Lobs. Hier und da findet auch ein blindes Huhn ein Korn, so ging es mir, als ich vor ein paar Jahren die eingelagerten Dias wieder anguckte. Die Umwandlung in S/W war nötig, um aus den verfärbten und dunkel gewordenen Dias noch etwas herauszuholen. Aber die heutigen Bearbeitungsprogramme machen schon einiges möglich. Und umso besser, wenn die Aufnahmen dann Gefallen finden.

        Herzliche Grüße und danke für den Abdruck des Beitrags,

        Ihr Detlef Rehn

    • Lieber Dirk,

      was Du schreibst ist richtig, allerdings liegt der Fehler im System. Der Wett-KAMPF im Sport ist schon das erste Übel. Da gibt es zwar Gewinner, aber auch jede Menge Verlierer. Warum eigentlich? Kann das nicht einfach nur Spaß machen, ohne zehntel Sekunden? Mir bedeutet Sport nur dann etwas, wenn ich mit meinem Ego ins Reine komme, den “Kampf” gegen mein Ego gewinne. Das sind Dinge wie Aikido (ohne Graduierungen) und Yoga. In diesen Disziplinen, die beide nicht bei Olympische Spielen vorkommen, geht es um ein Arbeiten an uns selbst. Der KAMPF, der SIEG (erinnert mich an schlimme Zeiten) vergisst den Besiegten. Da ist Jubel angesagt, Stolz, Medaille, Geld, Nationalismus, alles Dinge, die im Sport und vor allem beim Spielen keine Rolle spielen dürften.

      Wäre kein Gewinnen im Spiel, würde sich nicht nur China nicht für die Kampf-Spiele interessieren. SportlerInnen die über andere gewinnen, könnten sich erst einmal bei den Mitstreitern bedanken, nicht erst jubeln. Warum wird ihnen das nicht beigebracht von ihren TrainernInnen? Weil es gar nicht um Spiele geht. Es müsste “Olympische Kämpfe” heißen. Mit Spielen hat das lange nichts mehr zu tun. Es geht um Geld und dafür ist jedes Mittel recht. Doping, Bluttausch, Enteignung, Zerstörung der Welt.

      Schön wäre eine Zeit der Besinnung auf die Elemente Freundschaft, Liebe zur Natur, Rechte der Tiere und Pflanzen, Kunst, Leidenschaft Fotografie. All das ist sicher nicht das Ziel der Olympischen Spiele.

      MASA KATSU AGATSU

      Ich bin mir sicher, wir sind auf der gleichen Wellenlänge und ich erzähle Dir nichts Neues.

      Herzlich,
      Dein Peter

  • Sehr geehrter Herr Rehn,
    vielen Dank für den tollen Bericht und die wundervollen Fotos aus einer völlig anderen Zeit und Kultur.
    Besonders aufgefallen sind mir die Fotos im Fenster des Friseurgeschäfts.
    Viele Grüße
    Wolfgang Brune

    • Sehr geehrter Herr Brune,
      schön, dass Ihnen der Artikel gefallen hat. Die Aufnahme von Friseurgeschäft spiegelt in ersten Ansätzen das wieder, was dann kommen würde. Ich erinnere mich dunkel z.B. an Reklame für “Fitness-Studios”, die natürlich nicht so hießen, und Damen in Pelzmänteln in den Straßen von Shanghai (das war wohl erst in den frühen 80er Jahren). Meine Erkenntnis aus meinem Jahr in Peking war, “Wenn die Chinesen so könnten, wie sie wollten, ginge hier die Post ab.” Und so ist es ja auch gekommen, egal wie gut oder schlecht man das bewerten mag.
      Viele Grüße,
      Detlef Rehn

  • Hallo Herr Rehn, hallo Herr Roskothen,
    Danke für ihren kurzen Bericht über Peking und den Fotos von vor 45 Jahren. Ich habe ihn zweimal gelesen und mich sehr gefreut. Stellt man sich in ihren Bildern modernere Autos vor, ist es heute an wenigen Stellen in Peking noch genau so. Nur muß man bedenken das sich China in den letzten Jahren von einem Agrarland kurz nach dem Mittelalter zu einem Land des Hitecs entwickelt hat und das in Raketengeschwindigkeit. Diese Entwicklung bleibt natürlich nicht ohne Folgen und riesigen Veränderungen. Ich habe China und speziell Peking seit 2014 mehrfach bereist. Das letzte mal im November 2019 und habe immer große bauliche Veränderungen erlebt. Sei es im Neubau oder im Abriss von erst in jüngster Vergangenheit erbauten.
    Im Gespräch mit den Menschen vor Ort habe ich eher das Gefühl gehabt, das die Leute den Veränderungen sehr aufgeschlossen gegenüber stehen und sie sich auf das neue freuen was entsteht. Doch wie so oft liegt die alles im Auge des Betrachters.
    Ich als Hobbyfotograf mit Schwerpunkt Architektur und Schwarzweißfotografie freue mich schon darauf wieder China zu bereisen und das neue zu erleben und zu fotografieren und besonders darauf dort Freunde zu treffen.
    Nur noch eins, dieses Land mit seiner Kultur von mehreren Tausend Jahren lässt sich nicht mit wenigen Sätzen beschreiben. Und ich als ehemaliger Bürger der DDR bin dankbar dieses Land bereisen zu können und auch zu dürfen.
    Und zweitens ? ist es nicht schön sich heutzutage dem modernen Medium Internet zu bedienen und über Reis, Fotografie, Kunst, Kultur, Politik……usw. sich auszutauschen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Uwe Arndt

    • Hallo Herr Arndt,

      vielen Dank für Ihren interessanten Kommentar. Peking hat sich in der Tat enorm verändert. An der heutigen dritten Ringstraße, fünf Kilometer nördlich des das Zentrum bildenden Kaiserpalastes, begannen zu meiner Studienzeit die Felder. Ich war zuletzt 2016 nach etwa zehn Jahren wieder in Peking und habe abgesehen von Teilen des Unicampus kaum noch etwas wiedererkannt. Dass Sie die Gelegenheit hatten, die Bauten vieler berühmter Architekten auf vergleichsweise kleinem Raum sehen und ablichten zu können, war sicherlich eine überwältigende Erfahrung.

      Ihrem Gefühl, dass sich Ihre chinesischen Gesprächspartner über die Veränderungen freuen, mag ich nicht widersprechen. Dennoch beschäftige ich mich schon seit langem mit der Frage, inwieweit die Chinesen den raketengleichen Übergang in die “Moderne” auch mental verarbeitet haben. Wenn ich etwa an das protzige Verhalten der Neureichen denke, habe ich meine Zweifel. Aber das mag sich im Laufe der Zeit legen, wie Beispiele anderer Länder (Japan, auch Deutschland (“Wirtschaftswunder”)) zeigen.

      Was die Einstellung zu Neuheiten angeht, sind auch meiner Erfahrung nach Chinesen, Japaner, Koreaner (Asiaten generell ?) weit mehr aufgeschlossen sind als etwa wir Deutschen. Auch wird Neubauten im Zweifel immer der Vorrang vor der Sanierung des Bestehenden gegeben. Glitzernde Fassaden sehen eben modern und fortschrittlich aus, während ein sanierter Altbau das nicht unbedingt tut. Ich habe mit dieser Einstellung jedoch meine Schwierigkeiten. Dort, wo es nicht anders geht, sind Abriss und Neubau natürlich notwendig. Was ist aber mit dem historischen Erbe, das möglicherweise auf immer verschwindet? Zwar weisen Stadtplaner warnend auf diesen Punkt hin, doch sind in vielen Fällen andere, ökonomische Argumente zugkräftiger.

      Reisen etwa zur Romantischen Straße sind bei Japanern und Chinesen sehr beliebt. Dass mittelalterliche Stadtkerne oder 300 Jahre alte Häuser noch heute zu besichtigen sind, erstaunt die Besucher sehr. Analogien zu den eigenen Ländern werden aber selten gezogen. Eher überwiegt die Meinung, in ein Museum zu gehen, während die Musik des Fortschritts anderswo spielt.

      Mit freundlichen Grüßen,

      Detlef Rehn

      • Hallo Herr Rehn,
        Sie haben vollkommen Recht mit jedem Satz. Was in meiner Erinnerung, neben all dem Großen, gegenwärtig ist. Ist das Nebeneinander von Armut und grenzenlosen Luxus. Und wenn der Bettler neben seinem Klingeltopf noch ein Smartphon besitzt worauf man ihm Geld senden kann. Unglaublich.
        Die Rekonstruktion der Große Mauer von Mutianyu wurde vor einigen Jahren auch mit Geld aus Deutschland rekonstruiert. Ein wundervoller Ort. Wir hatten das seltene Glück zu später Stunde dort zu sein und waren nur mit ein paar Krähen und Elstern ganz allein auf der Mauer. Für mich heute noch ein erhebender Ort und eine Wundervolle Erinnerung.
        Und genau so ist es im wahren Leben. Wer die Mauer mit 10.000 Touristen erkundet und eine Woche Smog in der Stadt hat sagt bestimmt nie wieder Peking.
        Ja die moderne Architektur in der Stadt und im ganzen Land ist für den der es liebt umwerfend.
        Große Architekten haben sich im Land verewigt. Sie alle zu benennen wehre müßig. Was man aber als Gegenpol sehen kann sind die vielen Garküchen in den Seitenstraßen, die noch heute bestehenden Hutong‘s und vor allem das Künstlerviertel 798 mit den alten Fabrikgebäuden, Werkstätten und Galerien voller alter und neuer Kunst.
        Lieber Herr Rehn, vielen Dank für den schönen Gedankenaustauch hier auf dieser Plattform. Und auch vielen Dank dafür Herr Roskothen.

        Herzliche Grüße
        Uwe Arndt

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