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Capture One verarscht die Fotografen

Capture One verarscht die Fotografen

Meinung: Das Unternehmen Capture One verarscht die Fotografen, denn es ändert sein Software Lizenzmodell im Jahr 2023 nach eigenen Worten in ein Mietmodell. Diese Art von Software-Miete ist zwar bei Unternehmen populär, um die Gewinne zu erhöhen, aber im Falle von Capture One wird das vermutlich nach hinten losgehen. Warum?

Capture One nur noch als Mietsoftware

Es ist meine Meinung, dass Capture One langsam stirbt. Seit Dezember 2020 ist Rafael Orta neuer CEO bei Capture One. Seitdem wurde zunächst die Bildbearbeitungssoftware für viele teurer, denn die Versionen für Sony, Fujifilm, Canon und Nikon fielen der Pro-Version zum Opfer, die natürlich teurer ist. Relativ hochpreisig war auch die Upgrade-Gebühr im Jahr 2022 von C1 21 oder C1 22 auf C1 23. Das Upgrade kostete Fotografen, die vor dem Erscheinen von Capture One 23 kauften, EUR 167,-.

Nun hat Capture One sein Lizenzmodell verändert. Zunächst, so habe ich das alles verstanden, war davon die Rede, dass es gar keine Kaufversion (einmalige Lizenzierung der Software) mehr geben sollte und nur noch gemietet werden könnte. Das hat vermutlich dem Unternehmen einen ungeheuren Shitstorm bereitet, denn Fotografen fühlten sich zu Recht verarscht. Sie hatten gerade eine so tolle Version 23 erworben (das Upgrade war eigentlich mehr ein Update für Berufsfotografen), als man Ihnen unterbreitete: Ätschibätschi: Wir haben Euch verarscht. Das war die letzte Kaufversion. Ab Herbst 2023 nur noch Miete! Ihr seid alle hereingefallen.

Warum hereingefallen? Capture One hatte viele Fotografinnen von seiner Software mit dem Argument überzeugt, dass Adobe nur Miete anbietet, die Version aus Dänemark jedoch einmalig lizenziert werden konnte. Das sollte jetzt mal schnell nicht mehr gelten. Ich persönlich habe gedacht:

Capture One verarscht die Fotografen aber so richtig.

Ein nettes Weihnachtsgeschenk für alle Fotografen, Herr Rafael Orta! Und NATÜRLICH hat so ein Mietkonzept NUR Vorteile für die Fotografen! Vielen Dank auch.

Neue C1 Entscheidung – Weiterhin Kaufversionen

Stand 17.12.2022 scheint das Unternehmen aber zurückzurudern. Denn sonst wäre es auch einen noch rascheren Tod gestorben, so denke ich.  Inzwischen heißt es, dass es zwar keine Versionen Capture One 24 etc. mehr geben wird, aber das Kaufmodel (perpetual licenses) weiter besteht. Ich denke, die Möglichkeit weiter zu kaufen wurde nachgeschoben, also nachträglich anders entschieden, als klar wurde, dass kein Geld mehr floss. Fotografen lassen sich nur ungern von Unternehmen verarschen, die nur an den Gewinn der AG denken. So haben viele Fotografen die Software von Adobe beim Umstieg auf die Miete komplett von Ihren Rechnern gelöscht und das wäre vermutlich auch mit C1 passiert. Nur hat Adobe den Umstieg vom Kaufmodell zum Mietmodell überlebt, auch weil der Mietpreis nicht so hoch ist, wie der von C1.

C1 verlangt für die monatliche Miete EUR 29,-. Für die jährliche Miete möchte es EUR 219,-. Ich vermute nicht mal die Agenturen und Berufsfotografen waren einfach mal bereit, diese Preise zu zahlen. Und Rafael Orta wollte ALLE zur Miete zwingen. Und will das vermutlich immer noch.

RIP Capture One.

Wer jetzt in der entsprechenden C1 Webseite das Lizenzmodell der Zukunft nachlesen möchte, findet verwirrende englischsprachige Angaben (hier frei übersetzt, ohne Vollständigkeit, Fehler vorbehalten):

  1. Käufer der Version C1 23 vor dem 01.02.2023 erhalten weiterhin bis zum 30.09.2023 freie Updates.
  2. Käufer der Version C1 23 nach dem 01.02.2023, erhalten keine Updates, sondern nur noch Bugfixes.
    Anmerkung: Vermutlich werden beide Käufer nur noch Bugfixes ab dem 30.09.2023 bekommen?
  3. Auch nach dem 30.09.2023 kann man noch neue Versionen (16.x.x) kaufen (genauer: einmalig lizenzieren), aber zum vollen Versionspreis.
    Anmerkung: Also keine Vergünstigungen mehr, kein günstiges Upgrade mehr möglich. Immer der volle Kaufpreis, wenn man neue Funktionen oder neue RAW-Kameraunterstützung wünscht. Auch bei einem Betriebssystem-Wechsel, welches eventuell die alte C1 21/22/23 nicht mehr unterstützt, wird der volle Kaufpreis fällig.

Kaufpreis von C1 mit Stand 2022: EUR 349,-

Mit diesem neuen Lizenzmodell möchte Capture One uns allen die einmalige Lizenzierung madig machen und uns zur Miete überreden. Ich vermute, C1 wird nach all dem Hin und Her einen raschen Tod sterben. Ich kann dem Unternehmen nicht mehr vertrauen. Für mich ist offensichtlich, dass ich den Lesern von *fotowissen nicht mehr zu der Software raten kann. Zwar werden alle Fotografen mit einer alten Version noch ein paar Jahre Freude an der Software haben, aber wer sich eine neue Kamera kauft, der wird nach dem 30.09.2023 einen hohen Preis für die Software zahlen.

Dass Software ruhig Geld kosten darf, ist dabei unbenommen. Wenn ich an die Zeiten vor der Adobe Miete denke, dann hatten viele Berufsfotografen eine illegale Version von Photoshop auf Ihren Rechnern, die sie beruflich nutzten. Warum sollte ein Unternehmen das tolerieren? Klar, Photoshop war teuer. Ich habe für die eine oder andere Version über EUR 1.000,- im Gedächtnis, die ich zahlte. Die Miete ist auf Dauer wirklich günstiger, denn auch die Adobe Upgrade Preise waren heftig.

Aber Capture One hat nur einen kleinen Marktanteil am Markt der Bildbearbeitungssoftware. Es gibt Alternativen wie DxO PhotoLab, die hoffentlich auf Dauer verstehen, dass es weiterhin Optionen neben Adobes Miete geben muss. Garantieren wird uns das jedoch keiner.

Fazit Capture One RIP

Es ist klar, dass alle Softwarehersteller gerne eine überschaubare Einnahme pro Monat generieren möchten, um ihre Angestellten und den CEO zu bezahlen. Entsprechend habe ich Verständnis für die Miete von Software, genauso wie für die Miete von Fernsehsendern oder ähnlichen. Aber:

Stellen Sie sich die Frage: Bin ich als Fotograf bereit im Monat EUR 18,25 (bei Jahres-Abo) für nur eine Bildbearbeitungssoftware zu zahlen, die nicht den Funktionsumfang von Adobe Lightroom mit Adobe Photoshop bietet? Meine Antwort ist klar. Ich bin nicht dazu bereit. Weil ich Mietmodelle generell gerne meide. Und weil Adobe mir mehr bietet. Ich werde C1 den Rücken kehren und so werden viele Fotografen entscheiden. Das ist der Grund, warum ich glaube, dass C1 einem relativ raschen Tod entgegensieht, wenn es nicht mehr um die Gunst der Fotografen geht.

Wer erleben möchte, wie knallharte Menschen ein Unternehmen und eine fotografische Kultur von Software zerstören, der beobachte weiterhin den C1 CEO Rafael Orta. Der schafft es 15 Jahre gutes Marketing in wenigen Monaten zu zerstören. Und er schafft es, das Vertrauen von Kunden zu vernichten. Es geht nicht allein darum, wie teuer eine Software ist. Adobe hatte vor Jahren noch über EUR 1.000,- für Photoshop bekommen. Es geht darum, dass von Capture One das Vertrauen der Kunden missbraucht.

Solche Verarschung von Kunden ist sträflich und ich hoffe, dass der CEO Rafael Orta in Kürze seinen Hut nehmen muss. Das wäre tatsächlich das Beste, was uns Fotografen im Jahr 2023 passieren könnte. Und nur dieses Update wäre einen weiteren Bericht zu Capture One wert.

Alternativer zu Capture One

Wer bei *fotowissen regelmäßig liest (ich empfehle den Newsletter), der wird bemerkt haben, dass ich Capture One seit langer Zeit nicht mehr empfehle, sondern immer wieder auch über DxO PhotoLab schreibe. Das hat seinen triftigen Grund, denn ich hatte bereits eine Ahnung, wie es mit C1 weitergehen würde.

Ich kann die Software Capture One nicht mehr empfehlen, weil ich finde, dass Fotografen nicht vorgegaukelt werden darf: C1 ist die Alternative zu Adobe Photoshop Lightroom, weil es einmalig zu lizenzieren ist. Aber ab 2023 entscheidet das Unternehmen: Wir pressen die Anwender in die Miete. Und dann doch nicht ausschließlich, weil es gerade im Moment nicht geklappt hat. Aber das probieren wir in zwei Jahren doch noch mal? Das schafft keine Konsistenz, schafft kein Vertrauen. Das schafft leider das Gegenteil von Vertrauen und ich werfe dem Unternehmen C1 vor, dieses Vertrauen von Kunden in schlimmster Form zu missbrauchen.

DxO PhotoLab >>

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Meinung: Das Unternehmen Capture One verarscht die Fotografen


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Peter Roskothen

Peter Roskothen
Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter P. Roskothen Fotokunst & Design.

21 Kommentare

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  • Sie haben recht Herr Roskothen, der Preis ist zu hoch und der Markt wird das regeln. Was ich wahrnehme (meine persönliche konstruktive Einschätzung): auch wenn ihr Artikel korrekt ist, wiederholen sie sich laufend und schiessen immer wieder gegen einen CEO. Einmal hätte gereicht. Ich schätze ihre fachlichen korrekten, konstruktiven Artikel sehr, aber das hier geht nun Richtung Boulevard. Es scheint, als wollen Sie sich neu positionieren, haben Sie das wirklich nötig? Dann auch diese SEO Titel, die komisch wirken. Wie gesagt, ein konstruktives Feedback. Ansonsten schätze ich Ihre Seite wirklich sehr und klicke sich gerne auf die links, wenn ich etwas bestelle.

    • Guten Tag Herr Lietsch,

      es ist tatsächlich ein emotionaler Artikel, denn ich denke die Verunsicherung durch C1 ist böse. Und ich denke auch, dass AGs eine schlechte Idee sind, denn die drehen sich fast ausschließlich um Dividende und nicht mehr um das Wohl des Kunden. Aber Sie haben Recht, ich werde hoffentlich wieder objektiver schreiben. Ich danke Ihnen für Ihre konstruktive Hilfe.

      Herzlichen Gruß, Peter R.

      • Hr.Roskothen; in Bezug auf Ihr Schreiben, betreffend CaptureOne, finde ich nichts negatives.
        Auch wenn sich Emotionen dahinter verbergen, finde ich das durchaus gerechtfertigt und auch angebracht.
        Ich schätze Ihre Seite sehr und lese sehr gerne Ihre Beiträge.
        Mit freundlichem Gruß und ein schönes Weihnachtsfest.

  • Unabhängig vom Stil des Schreibens scheint es eine Entwicklung unserer Zeit zu sein, sich von Kaufversionen zu verabschieden. Das ist nicht nur im Fotosektor so. Auch bei Kraftfahrzeugen (siehe BMW) geht die Tendenz zu Mietmodellen. Die Fahrzeuge sind vollständig ausgestattet und einzelne Elemente wie eine Sitzheizung können getrennt nach Fahrer- und Beifahrerseite zeitlich limitiert hinzugedacht werden. Was auf den ersten Blick praktisch anmutet, da man eine Sitzheizung im Sommer eher nicht benötigt, bedeutet letztendlich für jeden User eine erhebliche Preissteigerung, wenn er das Fahrzeug länger als die vom Hersteller vorgesehenen drei Jahre nutzt. Praktisch für das Unternehmen, schlecht für den Nutzer.
    Ja, ADOBE’s Mietmodell ist nicht gerade günstig. Wer sich jedoch dafür entscheidet und gleichzeitig neben dem PC bzw. Mac auch das Tablet bzw. das Handy zur Bildbearbeitung nutzt, erhält m.E. eine überaus umfangreiche Bildbearbeitungssoftware, die sich umfassend erweitern lässt – je nach Nutzungsgrad und eigenem Umsatz. Das gibt Flexibilität und je nach Nutzungsgrad lässt sich das auch problemlos (jederzeit) kündigen, wenn man einzelne Elemente nicht mehr benötigt. Über die Creative-Cloud funktionieren die Updates anstandslos, der Leistungsumfang ist m.E. grandios und lässt kaum Wünsche offen – definitiv besser als bei BMW ;-) und bei C1. Es wird spannend bleiben, wer in den nächsten Jahren die Nase in den Wind hält.

  • Hallo Herr Roskothen,

    ich kann Ihren emotionalen Artikel, in dem Sie Ihrem Ärger Luft machen absolut verstehen. Die C1 Anwender werden in der Tat von diesem CEO bzw. dem Management absolut verarscht. Da ist es vollkommen in Ordnung, wenn man Emotionen in so einem Artikel findet. Sie sprechen damit den meisten C1 Usern aus der Seele. Mir ist es lieber so einen Artikel zu lesen, als diese ständige Lobhudelei in anderen Berichten oder Beiträgen. Gerade die Plattform YouTube ist da so ein Beispiel. Ich bin froh Ihrer Empfehlung gefolgt zu sein und habe C1 verlassen. Ich bin jetzt mit DxO Photo Lab 6 und der Nik Collection als Fuji User vollkommen zufrieden. Bleiben Sie einfach Ihrer Linie treu. Ich freue mich auf alle künftigen Artikel, auch auf die mit Kritik und Emotionen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Roland Kohlschütter

    • Sehr geehrter Herr Roskothen, Herr Kohlschütter, ich bin völlig konform Ihrer Meinung.
      Auch ich bin, seit Jahren Fuji User und habe seinerzeit C1 verwendet. Nach einem Support-Mail-Wechsel mit Capture One und nicht zuletzt durch Ihre Beiträge Hr. Roskothen bin ich zu DxO gewechselt und ich habe diesen Wechsel bis heute nicht bereut.
      Ich finde Ihre Beschreibungen und die Kritik an Fehlentwichlungen, sehr gut Hr. Roskothen.

      Herzliche Grüße,
      Erich Pistracher

  • Sehr geehrter Herr Roskothen,

    recht herzlichen Dank für diesen sehr guten Beitrag (der im Gegensatz zu einem anderen Leser für mich nicht zu viel an Emotion beinhaltet). Er (der Artikel), aber auch das Thema an sich veranlasst mich schon, auch meine Gedanken nieder zuschreiben.
    Ich darf voraus schicken, das ich ein jahrelanger Nutzer von genau so einer “perpetual license” bin, die, heftig, kontrovers und mit gutem Grund diskutiert wird. Ich schicke weiters voraus, das -sichtlich- mein Konsumverhalten schon immer eher abseits des “Mainstreams” angesiedelt war / Ist (ich nutze keine Adobe Produkt, meine erste SLR Kamera war ein Pentax . . . . )
    Ich darf Ihnen zu einem Großteil Ihres Artikels recht geben, weil er wohl einfach stimmt. Dennoch gehen meine Gedanken teilweise auch etwas in andere Richtungen.
    Es gibt einen von mir sehr geschätzten Markenbotschafter von Capture One, den Sie sicherlich auch kennen. Von Ihm durfte ich extrem viel an Know How, was C 1 betrifft, lernen. Dieser Mann (es handelt sich hier um Paul Reiffer) hat aber neben seiner fachlichen Expertise auch immer wieder sehr ehrliche, ja auch kritische Gedanken zu C1 geäußert (man kann diese sehr fein in seiner C1-Facebook Gruppe nachlesen). Er liegt wohl nicht ganz falsch, wenn er bemerkt, das der Grund, warum man sich als (Hobby)-fotograf für jeweils eine bestimmte Software entscheidet, lediglich das Bezahlmodell (in dem Fall eben Perpetual vs. Abo) ist, so ist dies für Ihn nur schwer nachzuvollziehen. Wenn die Software einem passt und das bietet, was man möchte, dann is ja gut.
    OK, da bin ich nun wieder auch sehr bei Ihnen, das Update 23 war lediglich für Berufsfotografen und bietet mir z.B. keinerlei Mehrwert. Aber das bisher gebotene wird dadurch ja nicht schlechter, so passt es für mich.
    Was aber noch viel interessanter ist, ist die Tatsache, das er neben einem “Gedankenspiel” von Ihm, wie denn die “Bezahlzukunft” bei C1 aussehen könnte, u.z. für das Unternehmen sowie für den Endnutzer gleichbedeutend interessant, der größte Fehler von C1 darin zu suchen ist, das Sie nicht “fertig kommuniziert” haben. Es wurde s.E. nach nie behauptet, das es keine Perpetual mehr gibt, es wurde weiters auch davon gesprochen, das es einen “Loyalitätsbonus” per Februar geben wird, aber wie dieser aussieht, wurde eben nicht kommuniziert. Das sehe auch ich als ein großes Versäumnis. Alles, was nicht kommuniziert wird, nährt den Boden für Spekulationen, hier befinden wir uns wohl aktuell.

    Wo ich wieder ganz bei Ihnen bin: durch die Besitzänderungen von Phase One lassen sich -leider- einige Erkenntnisse / Befürchtungen ableiten. Nach meinem Wissenstand ist C1 in der Phase One Gruppe eingegliedert. Diese wurde kurz vor der Übernahme von 56 % von Phase One an den Private Equity Fonds “Axcel” gegründet. Hier darf ich ein wenig meine berufliche Kompetenz einfließen lassen. Auch wenn auf der Homepage von Axcel mit sehr blumig formulierten Sätzen das Thema nachhaltig, bewusst, behutsam etc. angepriesen wird, ein PE – Fond hat lediglich ein Ziel: Gewinn aus seinen Investments zu schöpfen, die dann entsprechend teurer weiter verkauft werden. Das ist per se nichts schlimmes, jedoch haben PE Fonds hier schon eine sehr klare Vorstellung, wohin der Weg geht bzw. wie lange es dauern darf, bis Gewinne “skalieren”. Durch diese Entscheidung der neuen Eigentümerstruktur ist Ihre Einschätzung -leider- nicht ganz falsch, das das Ende dieser Softwareschmiede nicht mehr weit ist.
    Ich mache die Entwicklung bei C1 nicht nur an den “Herren aus Venezuela” fest( ob seines beruflichen Lebenslaufes lässt sich aber schon einiges ablesen), seine Aufgabe des Skalierens ist vom neuen Mehrheitseigentümer vorgegeben und wird von Ihm lediglich “exekutiert”.
    Für mich persönlich bedeutet das ganze nun einmal genau hinzuschauen bzw. zu -hören. Ich hätte auch gar nicht so das Problem mit einem Abo, dies ist wohl in unserer heutigen, schnellebigen (Wirtschafts) Zeit DAS Preismodell der Wahl (vom Handy bis zu Netflix uvm.). Als ein Hobbyfotograf würde ich mir lediglich wünschen, das auch diese Kundenseite in Zukunft mit Support bedacht wird. Ich kann mir bei aller Liebe keine andere Kundengruppe vorstellen, wo dementsprechendes Wachstum für C1 herkommen sollte.
    Herzliche Grüße und gleich auch die Entschuldigung ob der Länge meiner Antwort, aber sichtlich ist es auch für mich ein etwas emotionales Thema, Ihr
    Klaus Bernhard

  • Lieber Peter,

    vielen Dank für deinen umfangreichen Bericht.
    CO1 und meine Steuererklärungen haben etwas gemeinsam: Was es kostet, steht für mich an zweiter Stelle. Irgendwie kommt ja am Ende des Monats wieder Geld auf das Konto. Mit meiner Lebenszeit sieht es allerdings anders aus, diese wird nicht wieder aufgefüllt werden, wenn sie denn eines Tages aufgebraucht ist.

    Und so möchte ich dieses kostbare Gut Zeit weder mit einem detailliertem Steuermodell noch dem Lernen einer neuen Software verbringen. Und natürlich ist es finanziell dumm, wie ich mein Abomodell bei CO1 eher in der Art nutze, mich bei neuen Versionen über Änderungen der Menüdarstellungen zu ärgern, als mir neue Funktionen anzusehen, geschweige denn anzueignen.

    Und das Bezahlmodelle manchmal auch nur verdeckte Abomodelle sind, ist an der überaus schlecht programmierten Software von Luminar zu erkennen. Hier war der Weggang aber leicht, da die instabile und langsame Software mir meine Lebenszeit raubte. Mal schauen, Nik nutze ich ja schon, sollten Dxo und Fuji x „Freunde“ werden, könnte ich mir auch hier einen Wechsel vorstellen.

    Liebe Grüße,
    Bernhard

    • Lieber Bernhard,

      unser gemeinsames Argument mit der Einarbeitungszeit ist korrekt. Die meisten Amateure haben etwas Besseres zu tun, als sich jedes Jahr neu einzuarbeiten. Aber gerade deshalb ist die C1 Software für mich nicht mehr empfehlenswert.

      DxO entwickelt Fujifilm RAW.

      Herzlich,
      Dein Peter

  • Bin kein Fotograf, der mit der Fotografie seine Brötchen verdienen muss. Allerdings habe ich pro Jahr ca. 50 Shootings mit jeweils ca. 400 Bildern, die auch verwaltet werden müssen.
    Meine Meinung dazu. Adobe ist nicht am Mietmodel eingebrochen, eher an dem unsäglichen Zwang die Cloud zu benutzen.
    Bei Capture One, der Mietpreis ist natürlich viel zu hoch, ist für mich das Problem, dass die Software unsauber programmiert ist.
    Um nur einige Programmfehler zu nennen. Der Bildersort, einmal vom Benutzer eingestellt, fällt regelmäßig auf eine Datumssortierung zurück. Das Template, dafür gedacht, die Einstellung für eine neue Bibliothek vorzuhalten, wird nur teilweise übernommen. Jedenfalls ist auch da die Sortierung der Ordner nach dem Mondprinzip. Die eingeblendete Funktion Ordner Sortierung funktioniert nicht.
    u.s.w
    Letztendlich Capture One hatte seine Berechtigung.
    Die Entscheidung für mich ist bereits gefallen. Sobald ich eine Bildverwaltung finde, die meinen Ansprüchen folgt, werde ich auch da CO entflogen.

  • Hallo Herr Roskothen,

    da haben Sie aber „rausgehauen“. Auch mit „Spitzen“ an den CEO gerichtet. Aber vielleicht besser, wenn einer mal frontal ist. Das kann für C1 nach vorne oder nach hinten losgehen. Aber wenn sich viele von C1 abwenden, während jeder nur schlecht denkt, aber es nicht klar sagt, hilft es einem Hersteller auch nicht. Eine klare Ansage (wie Ihre) könnte eher helfen, wenngleich es vielleicht ein wenig unfair ist, so zu sprechen, als sei das Schiff bereits untergegangen. Denn eine klare Ansage kann helfen, dass genau das nicht passiert. Selbst wenn die (Ihre) Hoffnung gering ist.

    Ich selbst kann mit dem Abo-Modell von Adobe gut leben, zumal es bei guten Leistungen deutlich weniger kostet als das, was Sie an monatlichen Kosten für C1 genannt haben. Gewichtig für mich ist die Konstanz von Adobe. Auch habe ich mich einmal tiefer mit Vergleichen zwischen C1 und Lightroom beschäftigt, und mein persönliches Fazit ist, dass Lightroom (bei den getesteten Kriterien) C1 in nichts nachsteht. Man muss den zweiten und dritten Blick wagen – und vermeintliche Nachteile resultieren oft nur aus Unterschieden in den Voreinstellungen, die sich bei der Bildbearbeitung quasi in Luft auflösen.

    Herzliche Grüße
    Jan P.

  • Ich bin Hobby-Fotograf und “Weniganwender” von Bildbearbeitungssoftware.

    Einen Monat nach dem Kauf einer DXO-Vollversion habe ich mir eine Fuji X gekauft, um dann feststellen zu müssen, dass ich DXO in den Papierkorb ablegen kann, da die Fuji-Sensoren nicht unterstützt wurden. Es gab damals auch keine Zukunfts-Visionen von DXO in Sachen Fuji-Sensoren.
    Daraufhin habe ich mir Capture one gekauft, was sich jetzt wieder als Fehlkauf abzeichnet.

    Herr Roskothen, ich finde Ihre Kritiken immer sehr gut und wünsche mir auch weiterhin Ihre Beschreibungen von Fehlentwicklungen. Weiter so und sie dürfen gern auch emotional sein.

    Viele Grüße
    Wilfried Babutzka

  • Ich setze C1 schon sehr lange ein und bin wegen der DAM-Funktionen auf LR umgestiegen. Als Adobe nur noch Miete anbot und C1 mittlerweile eine DAM-Funktion hatte, die zwar deutlich schlechter war wie die von LR, habe ich den Umstieg versucht und noch Excire Foto dazu genommen.

    Leider gab es mit meiner großen C1-Katalog aber zunehmend Probleme, die sich mit dem Support auch nicht lösen liessen und zu dem Empfehlung führten alles in kleinere Jahreskataloge aufzulösen, was eine Menge Arbeit nach sich ziehend würde. Nachdem ich kürzlich noch das v23 Update erworben hatte, kam nun die Nachricht, die einen quasi ins Abo zwingt.

    Das war es dann für mich mit C1 v23. Die letzte Woche habe ich alles auf LR zurück gedreht und mit dem heutigen Wissen war es ein Fehler von LR als zentrales DAM wegzugehen, auch wenn mir der C1 RAW Konverter immer etwas mehr zugesagt hat wie der von Adobe.

    C1 lasse ich nun auslaufen. Den Luxus einige RAW Konverter parallel zu nutzen, was zu Lizenzkaufzeiten noch vertretbar war wenn man nicht dauernd updaten/zahlen musste, werde ich mir nicht mehr gönnen und zähneknirschend meinen Obolus jährlich an Adobe zahlen. Nur Luminar Ai genehmige ich mir noch wegen einiger Funktionen.

    Alternativen sehe ich kaum welche und würde wetten, dass auch DXO Photolab bald nur noch im Mietmodell zu haben sein wird. On1 hat mich wie so manche andere integrierte Software die ich angetestet habe nicht überzeugen können, dito Darktable. Am ehesten überzeugte noch ACDsee auf welches einige Fotografen in meinem Umfeld umgestiegen sind nachdem LR Mietsoftware wurde.

    Für meine Anforderungen bleibt derzeit nur LRC in Kombination mit Luminar Ai und einigen PlugIns für LRC.

    Von C1 fühle ich mich jedoch hochgradig veralbert.

  • An dieser Stelle möchte ich meine Entscheidungsgründe zu C1 darlegen. Im Jahre 2016 habe ich angefangen, meine Zukunft als Rentner ab dem Jahr 2019 zu planen. Dabei war einmal der Wechsel von der analogen Fotografie zur digitalen Fotografie und die Entscheidung über entsprechende Software notwendig. Dazu kommt die Ausgangsprämisse, dass in Deutschland das Rentenniveau auf 48% der letzten Bruttobezüge abgesengt wurde. Der finanzielle Spielraum also definitiv begrenzt ist. Deshalb habe ich mich für C1 entschieden. Einmal gekaufte Software kann ich benutzen, solange ich es möchte und kann. Wenn ich diesen finanziellen Aspekt heute unter dem Gesichtspunkt der exorbitant steigenden Energiepreise, Mieten und Inflation betrachte, dann bin ich als Rentner und Hobbyfotograf mit begrenzten Einkommen bei gekaufter Software auf der sicheren Seite. Wenn ich auf Hilfe vom Staat angewiesen wäre (oder es mal werden würde…), dann könnte ich dem Sozialamt wohl kaum vermitteln, wozu ich monatlich Geld für die Mietsoftware bräuchte. Das Hobby wäre dahin oder ich müsste mit fast 70 Jahren noch mal anfangen mich in eine neue, umfangreiche und sicher auch komplizierte Software einarbeiten. Lebenszeit ist begrenzt. Mit Stand heute habe ich mit C1 eine Software, die für meine Fotoausrüstung passt. Alle wollen nur noch Abos haben, doch wer soll das bezahlen? Denn bei aller Kritik an der Verkaufsphilosophie von C1, die Software ist deswegen nicht so schlecht geworden, dass ich sie nicht mehr benutzen kann. Mietsoftware würde für mich bedeuten, dass ich unter Umständen eines Tages dastehe und keine Software mehr nutzen kann, weil ich sie nicht bezahlen kann. Außerdem lebe ich in Mecklenburg auf dem Lande, fernab der zivilisierten Welt, in der das Internet gerade mal in ISDN Geschwindigkeit aus der Leitung tröpfelt und wohl auch Trotz aller Förderungen sich so schnell nichts ändern wird. Internet ist nicht immer verfügbar bzw. manchmal sehr sehr langsam. Deshalb, die Kritik an C1 ist völlig berechtigt. Die Fangemeinde von C1 sollte darüber nachdenken, wie man diese Kritik an C1 weiterleitet und wie man eventuell Veränderungen bewirken kann. Ich für meinen Teil werde jedenfalls meine Kritik an Phase One direkt weiterleiten. Ob es hilft, werden wir sehen. Trotz aller Probleme wünsche ich allen Fotografen ein schönes Weihnachtsfest und guten Rutsch ins neue Jahr.

  • Guten Tag
    Ich verstehe den Artikel aus finanzieller Sicht, möglicherweise haben andere Programme mehr Features. Ich habe mich lange mit den Bildern auseinandergesetzt, die ich mit der GFX erstelle und man kann es drehen wie man will, mit C1 erreiche ich die besten Ergebnisse. Für meinen persönlichen Workflow ist C1 bezüglich Qualität wegen der vom Hersteller benutzten Farbprofile nach wie vor die Qualitätsempfehlung und für mich nach der RAW Bearbeitung in C1 die weitere Bearbeitung mit Photoshop der absolute Qualitätsstandart. Light Room ersetzt daher bei mir C1 auf keinen Fall. Ja die Preise sind too mich aber für mich klar eine goldene Fessel, die ich für meine Qualitätsarbeit weiterhin bezahle.

    • Hallo Herr Scheidungs,

      Danke für Ihr wertvolles Feedback. Ich rede nicht primär über die monatlichen Kosten, sondern vor allem von dem Vertrauensbruch von C1. Aber ich kann verstehen, was Sie sagen und verstehe Ihre Meinung.

      Wenn wir über Qualität reden, dann müssen wir vielleicht mal Qualität definieren. Heißt es Farbe, Schärfe, Rauschen, Dynamik, Schwarzweißwandlung? Ich kenne die NIK Silver Efex Software, oder den DxO FilmPack die sw besser können. Ich kenne Topaz und DxO, die Rauschen und Schärfe besser können. Und was für mich wirklich wichtig ist, sind akkurate Farben. Die bekommen wir nicht ausschließlich mit dem Kalibrieren des Monitors, denn das ist nur die Wiedergabe der Farben. Wir bekommen diese mit dem Profilieren der Kamerafarben.

      Ich bin inzwischen keineswegs der Meinung, dass C1 in Sachen Qualität LR überragt. Denn ich kann in LR meine eigenen Kameraprofile laden und es sogar automatisieren. Dazu muss ich in C1 ein ICC-Profil erstellen, eine richtige Aufgabe und für mich nicht einsichtig.

      Nur nebenbei bemerkt gehe ich gerade bevorzugt analog fotografieren, um die „Perfektion“ bewusst und achtsam zu verlassen, weil sie mich nicht mehr heiß macht. Ich liebe die Farben, das Korn und die Anmutung der analogen Filme wieder. Plus den anderen Gründen.

      Ich sehe aber Ihren fundierten Kommmentar und danke Ihnen dafür sehr. Mich würde Ihre Meinung zu der Profilierung interessieren, vielen Dank!

      Herzlich, Ihr
      Peter R.

  • Hallo, Peter,
    ich sehe das auch so.
    Eine Version zu kaufen, hat schon etwas.
    Man sieht die Features, die enthalten sind und kann sich klar dafür entscheiden oder auch nicht.

    Hinter dem “Herumgetue mit den Lizenzen” könnten auch finanzielle Überlegungen zu stehen.
    Mit der monatlichen Miete kommt immer ein bisschen Geld in die Kasse, mit dem dann wieder weiterentwickelt werden kann.

    Was mich beunruhigt, ist, dass ich eine Software von einem Hersteller habe, der irgendwie “herumschwimmt”. Mal ist es so und mal anders mit den Lizenzen und man weiss nicht so recht, wie es mit C1 weitergeht.
    Interessant wäre eine Roadmap der Software-Entwicklung, gibt es sowas?
    Muss ich bald wieder eine neue Software lernen? Wo ich jetzt doch viel Zeit (und auch Geld, ist ja nicht billig) in C1 investiert habe.

    Vielleicht gibt uns ja dieses youtube-Live-interview Antworten –> https://youtu.be/nZG1ExcHH_Q
    Da spricht der Herr Rafael Orta (CEO of Capture One) zu “uns”.
    Ich werde im Vorfeld einige Fragen dazu hinschicken.

    Gruß und Alles Gute, Peter

  • Hallo, Herr Roskothen,

    am Beginn Ihres Artikels steht Meinung. Soweit kann ich die Tendenz klaglos akzeptieren.

    Auch ich war über die Mitteilung von Capture One geschockt und warte nun den Februar ab, vor allem: Was werden neue Kaufversionen für Bestandskunden kosten?

    Ja, die Adobe-Programme sind gut, kein Frage. Aber wie gebärdet sich Adobe? Kommuniziert Adobe immer sauber? Was für Prozesse installiert Adobe? Da lohnt sich mal ein Blick! Und was kostet es, wenn ich mehr als Lightroom und Photoshop von Adobe brauche? Die Creative Cloud kostet 62 Euro im Monat (!).

    Abo und Katalog. Warum fragt niemand, „wie greife ich auf meine Bilder zu, wenn ich das Programm wechseln will?“ Die Bearbeitung kann ich mit den neuen Werkzeugen vielleicht sogar besser wiederholen, für die Bilder, für die mein fertig bearbeitetes, gespeichertes TIF oder JPEG nicht genügt. Aber was mache ich, wenn ich nicht mehr auf die Informationen über das Bild, die Metadaten zugreifen kann?

    Abo und die Herstellerlust an der Weiterentwicklung: Was passiert, wenn der Hersteller die Entwicklung abbremst, weil das Programm nicht mehr lukrativ ist? Im Abo bin ich gefangen.

    Warum wird nur auf den Programmpreis geschaut? Ein Programm-Abo mit 120 Euro im Jahr und alle vier Jahre ein neuer Rechner für 1000 Euro macht 370 Euro im Jahr. Ein Programm-Abo mit 220 Euro und alle sechs Jahre ein neuer Rechner macht 386 Euro im Jahr – nur mal so angedacht.

    Und die Objektiv- und Kameraprofile? Ich finde keine Betrachtung darüber. ON1 nutzt Objektivprofile von lensfun, also die, die auch Darktable benutzt…

    Da gäbe es also noch manches zu betrachten und berichten.

    Und zum Schluß die Preise für Kaufversionen, mich überrascht nicht nur Capture One:
    Capture One 349 €,
    DXO Photolab 219 €, ViewPoint 99 €, FilmPack 139 €, Nik 149 €: Summe 606,
    ON1 Photo RAW 116 €, Plugins 174: Summe 290 €
    Luminar Neo Livetime 199 @, mit allen Erweiterungen 562 €
    ACDSee 255 €
    Radiant 169 €
    Bleibt noch Corel Aftershot für 70 €, Version wohl etwas älter.

    Viele Grüße
    Joachim Tüns

    • Lieber Herr Tüns,

      wir haben uns mit den Preisen (DxO Photolab reicht vollkommen aus), mit den Fürs und Wider zu jeder Software bei *fotowissen ausführlich beschäftigt. Ich danke Ihnen aber für Ihre Sichtweise. Die größte Preissteigerung ist sicher die von Luminar, die alle paar Monate ihre Software wieder verjubeln. Allein das scheint mir unseriös.
      Und die Preise allein sagen ja wirklich wenig aus. Deshalb bleibe ich bei meinem Tipp, für eine einmalige Lizenz bietet sich DxO PhotoLab an.

      Herzlich, Peter R.

  • Sehr deutliche Worte! Formulierungen wie Verarschung und zerstörtes Vertrauen treffen die Sache ziemlich genau. Es geht nicht nur um Preise, sondern um die ganze Art, wie C1 schon länger die Kundenkommunikation betreibt.
    Ich hatte mir im November ON1 Photo RAW als Ergänzung zu C1 zugelegt, um stark verrauschte Bilder vollständig in einem Programm entwickeln zu können. Das war noch vor der Ankündigung von C1. Jetzt wird es darum gehen, C1 langsam auslaufen zu lassen und umzusatteln. Der Appetit kommt bekanntlich beim Essen. Und je mehr ich mit ON1 arbeite, stelle ich fest: An die excellente Bildqualität von C1 (entrauschen mal außen vor) kommt man mit ON1 sehr nah ran. Einige Dinge fehlen, dafür gibt es einiges an interessanten zusätzlichen Features. Das anpassbare UI in C1 gibt es so in ON1 nicht, dafür sind andere Dinge besser umgesetzt (u.a. Maskierungsmöglichkeiten, Presets/Stile, Bildverwaltung). In Summe kein Ausschlusskriterium mehr. Man muss sich etwas Zeit lassen. Der in C1 optimierte Workflow hatte sich auch nicht über Nacht ergeben.
    Mein C1 (in der Version 22) läuft erstmal weiter. Es ist natürlich auch möglich, dass C1 in den nächsten Jahren mit wirklich interessanten Neuerungen aufwartet, die den Kaufpreis rechtfertigen. Nur – die Konkurrenz schläft in dieser Zeit nicht. Und so ist für C1 wahrscheinlich der Zug abgefahren. Gut möglich, wie schon von Ihnen gesagt, dass C1 mit der neuen Produktpolitik eine Bruchlandung hinlegen wird.

Journalist, Fotograf, Fototrainer Peter Roskothen

Willkommen bei *fotowissen sagt Peter Roskothen im Namen aller Autoren.

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