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Capture One verarscht die Fotografen

Capture One verarscht die Fotografen

Meinung: Das Unternehmen Capture One verarscht die Fotografen, denn es ändert sein Software Lizenzmodell im Jahr 2023 nach eigenen Worten in ein Mietmodell. Diese Art von Software-Miete ist zwar bei Unternehmen populär, um die Gewinne zu erhöhen, aber im Falle von Capture One wird das vermutlich nach hinten losgehen. Warum?

Capture One nur noch als Mietsoftware

Es ist meine Meinung, dass Capture One langsam stirbt. Seit Dezember 2020 ist Rafael Orta neuer CEO bei Capture One. Seitdem wurde zunächst die Bildbearbeitungssoftware für viele teurer, denn die Versionen für Sony, Fujifilm, Canon und Nikon fielen der Pro-Version zum Opfer, die natürlich teurer ist. Relativ hochpreisig war auch die Upgrade-Gebühr im Jahr 2022 von C1 21 oder C1 22 auf C1 23. Das Upgrade kostete Fotografen, die vor dem Erscheinen von Capture One 23 kauften, EUR 167,-.

Nun hat Capture One sein Lizenzmodell verändert. Zunächst, so habe ich das alles verstanden, war davon die Rede, dass es gar keine Kaufversion (einmalige Lizenzierung der Software) mehr geben sollte und nur noch gemietet werden könnte. Das hat vermutlich dem Unternehmen einen ungeheuren Shitstorm bereitet, denn Fotografen fühlten sich zu Recht verarscht. Sie hatten gerade eine so tolle Version 23 erworben (das Upgrade war eigentlich mehr ein Update für Berufsfotografen), als man Ihnen unterbreitete: Ätschibätschi: Wir haben Euch verarscht. Das war die letzte Kaufversion. Ab Herbst 2023 nur noch Miete! Ihr seid alle hereingefallen.

Warum hereingefallen? Capture One hatte viele Fotografinnen von seiner Software mit dem Argument überzeugt, dass Adobe nur Miete anbietet, die Version aus Dänemark jedoch einmalig lizenziert werden konnte. Das sollte jetzt mal schnell nicht mehr gelten. Ich persönlich habe gedacht:

Capture One verarscht die Fotografen aber so richtig.

Ein nettes Weihnachtsgeschenk für alle Fotografen, Herr Rafael Orta! Und NATÜRLICH hat so ein Mietkonzept NUR Vorteile für die Fotografen! Vielen Dank auch.

Neue C1 Entscheidung – Weiterhin Kaufversionen

Stand 17.12.2022 scheint das Unternehmen aber zurückzurudern. Denn sonst wäre es auch einen noch rascheren Tod gestorben, so denke ich.  Inzwischen heißt es, dass es zwar keine Versionen Capture One 24 etc. mehr geben wird, aber das Kaufmodel (perpetual licenses) weiter besteht. Ich denke, die Möglichkeit weiter zu kaufen wurde nachgeschoben, also nachträglich anders entschieden, als klar wurde, dass kein Geld mehr floss. Fotografen lassen sich nur ungern von Unternehmen verarschen, die nur an den Gewinn der AG denken. So haben viele Fotografen die Software von Adobe beim Umstieg auf die Miete komplett von Ihren Rechnern gelöscht und das wäre vermutlich auch mit C1 passiert. Nur hat Adobe den Umstieg vom Kaufmodell zum Mietmodell überlebt, auch weil der Mietpreis nicht so hoch ist, wie der von C1.

C1 verlangt für die monatliche Miete EUR 29,-. Für die jährliche Miete möchte es EUR 219,-. Ich vermute nicht mal die Agenturen und Berufsfotografen waren einfach mal bereit, diese Preise zu zahlen. Und Rafael Orta wollte ALLE zur Miete zwingen. Und will das vermutlich immer noch.

RIP Capture One.

Wer jetzt in der entsprechenden C1 Webseite das Lizenzmodell der Zukunft nachlesen möchte, findet verwirrende englischsprachige Angaben (hier frei übersetzt, ohne Vollständigkeit, Fehler vorbehalten):

  1. Käufer der Version C1 23 vor dem 01.02.2023 erhalten weiterhin bis zum 30.09.2023 freie Updates.
  2. Käufer der Version C1 23 nach dem 01.02.2023, erhalten keine Updates, sondern nur noch Bugfixes.
    Anmerkung: Vermutlich werden beide Käufer nur noch Bugfixes ab dem 30.09.2023 bekommen?
  3. Auch nach dem 30.09.2023 kann man noch neue Versionen (16.x.x) kaufen (genauer: einmalig lizenzieren), aber zum vollen Versionspreis.
    Anmerkung: Also keine Vergünstigungen mehr, kein günstiges Upgrade mehr möglich. Immer der volle Kaufpreis, wenn man neue Funktionen oder neue RAW-Kameraunterstützung wünscht. Auch bei einem Betriebssystem-Wechsel, welches eventuell die alte C1 21/22/23 nicht mehr unterstützt, wird der volle Kaufpreis fällig.

Kaufpreis von C1 mit Stand 2022: EUR 349,-

Mit diesem neuen Lizenzmodell möchte Capture One uns allen die einmalige Lizenzierung madig machen und uns zur Miete überreden. Ich vermute, C1 wird nach all dem Hin und Her einen raschen Tod sterben. Ich kann dem Unternehmen nicht mehr vertrauen. Für mich ist offensichtlich, dass ich den Lesern von *fotowissen nicht mehr zu der Software raten kann. Zwar werden alle Fotografen mit einer alten Version noch ein paar Jahre Freude an der Software haben, aber wer sich eine neue Kamera kauft, der wird nach dem 30.09.2023 einen hohen Preis für die Software zahlen.

Dass Software ruhig Geld kosten darf, ist dabei unbenommen. Wenn ich an die Zeiten vor der Adobe Miete denke, dann hatten viele Berufsfotografen eine illegale Version von Photoshop auf Ihren Rechnern, die sie beruflich nutzten. Warum sollte ein Unternehmen das tolerieren? Klar, Photoshop war teuer. Ich habe für die eine oder andere Version über EUR 1.000,- im Gedächtnis, die ich zahlte. Die Miete ist auf Dauer wirklich günstiger, denn auch die Adobe Upgrade Preise waren heftig.

Aber Capture One hat nur einen kleinen Marktanteil am Markt der Bildbearbeitungssoftware. Es gibt Alternativen wie DxO PhotoLab, die hoffentlich auf Dauer verstehen, dass es weiterhin Optionen neben Adobes Miete geben muss. Garantieren wird uns das jedoch keiner.

Fazit Capture One RIP

Es ist klar, dass alle Softwarehersteller gerne eine überschaubare Einnahme pro Monat generieren möchten, um ihre Angestellten und den CEO zu bezahlen. Entsprechend habe ich Verständnis für die Miete von Software, genauso wie für die Miete von Fernsehsendern oder ähnlichen. Aber:

Stellen Sie sich die Frage: Bin ich als Fotograf bereit im Monat EUR 18,25 (bei Jahres-Abo) für nur eine Bildbearbeitungssoftware zu zahlen, die nicht den Funktionsumfang von Adobe Lightroom mit Adobe Photoshop bietet? Meine Antwort ist klar. Ich bin nicht dazu bereit. Weil ich Mietmodelle generell gerne meide. Und weil Adobe mir mehr bietet. Ich werde C1 den Rücken kehren und so werden viele Fotografen entscheiden. Das ist der Grund, warum ich glaube, dass C1 einem relativ raschen Tod entgegensieht, wenn es nicht mehr um die Gunst der Fotografen geht.

Wer erleben möchte, wie knallharte Menschen ein Unternehmen und eine fotografische Kultur von Software zerstören, der beobachte weiterhin den C1 CEO Rafael Orta. Der schafft es 15 Jahre gutes Marketing in wenigen Monaten zu zerstören. Und er schafft es, das Vertrauen von Kunden zu vernichten. Es geht nicht allein darum, wie teuer eine Software ist. Adobe hatte vor Jahren noch über EUR 1.000,- für Photoshop bekommen. Es geht darum, dass von Capture One das Vertrauen der Kunden missbraucht.

Solche Verarschung von Kunden ist sträflich und ich hoffe, dass der CEO Rafael Orta in Kürze seinen Hut nehmen muss. Das wäre tatsächlich das Beste, was uns Fotografen im Jahr 2023 passieren könnte. Und nur dieses Update wäre einen weiteren Bericht zu Capture One wert.

Alternativer zu Capture One

Wer bei *fotowissen regelmäßig liest (ich empfehle den Newsletter), der wird bemerkt haben, dass ich Capture One seit langer Zeit nicht mehr empfehle, sondern immer wieder auch über DxO PhotoLab schreibe. Das hat seinen triftigen Grund, denn ich hatte bereits eine Ahnung, wie es mit C1 weitergehen würde.

Ich kann die Software Capture One nicht mehr empfehlen, weil ich finde, dass Fotografen nicht vorgegaukelt werden darf: C1 ist die Alternative zu Adobe Photoshop Lightroom, weil es einmalig zu lizenzieren ist. Aber ab 2023 entscheidet das Unternehmen: Wir pressen die Anwender in die Miete. Und dann doch nicht ausschließlich, weil es gerade im Moment nicht geklappt hat. Aber das probieren wir in zwei Jahren doch noch mal? Das schafft keine Konsistenz, schafft kein Vertrauen. Das schafft leider das Gegenteil von Vertrauen und ich werfe dem Unternehmen C1 vor, dieses Vertrauen von Kunden in schlimmster Form zu missbrauchen.

DxO PhotoLab >>

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Meinung: Das Unternehmen Capture One verarscht die Fotografen


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Peter Roskothen

Peter Roskothen
Ich bin Profi-Fotograf, Fototrainer ganz besonderer individueller Fotokurse und Fachjournalist für Fotografie. Ich schreibe auf *fotowissen für Sie als Fotograf*in. Die Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

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