Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Canon EOS 5D Mark IV – Gute Spiegelreflexkamera?

Die Canon EOS 5D Mark IV ist der Traum vieler enttäuschter Canon Nutzer und Fotografen. Ich habe die DSLR* seit vier Wochen in Dauernutzung und möchte einen Anwendungsbericht schreiben, der die Einstellungen der Kamera, wie auch die Vorteile und Nachteile seitens der Technik zusammen fasst. Der Beitrag beantwortet außerdem die Frage: Ist die EOS 5D Mark IV eine gute Spiegelfreflexkamera? Ist Canon gut?

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Ist die neue Canon EOS 5D Mark IV eine gute Spiegelreflexkamera und ist sie zu teuer?

Meine Historie der Canon EOS 5D – Mein Test

So viele verschiedene Fotografen hatten sich auf die EOS 5D Mark IV gefreut und wurden teils derbe enttäuscht, teils positiv beeindruckt. Bevor die Kamera veröffentlicht wurde, glaubte auch ich an eine Sensation. Erst zur Photokina 2016 wurde klar: Canon war der größte Verlierer der Fotomesse. Alles ist wie immer: auf den Standpunkt und Blickpunkt kommt es an. Hier der meine, subjektive Blick auf die neue Spiegelreflexkamera:

Die Historie vor dem Kauf

Ich war als Profi-Fotograf fast ein Jahrzehnt mit zwei EOS 5D Mark II verheiratet. Die Spiegelreflex hat bei mir alles aufgenommen: Landschaftsfotos, Portraits, Aktfotos, Imagefotos von wichtigen Persönlichkeiten, Architektur, Makrofotos, Produktfotos und vieles mehr. Man kann sagen: alle Genre außer Sport oder Wildlife. Denn für letzteres eignete sich die Canon EOS 5D Mark II wirklich nicht.

Meine erste digitale Spiegelreflexkamera

Vor dieser Mark II hatte ich ganz zu Anfang meiner digitalen Karriere eine Canon EOS D60 mit 6 Megapixeln. Diese D60 war eine der ersten digitalen Spiegelreflexkameras auf dem Markt. Ich hatte sie lieb, aber mit 6 Megapixeln konnte man nicht lange professionell unterwegs sein. Die Auflösung genügte vielen Firmen nicht für die Printmedien. Mir selbst reichte sie nicht für große Abzüge und Kunstausstellungen. Aber diese digitale Spiegelreflexkamera war der Einstieg in die Sucht nach digitaler Fotografie nach Jahrzehnten der meist schwarzweißen, analogen Fotografie.

Meiner erste Vollformatkamera

Kurzum folgte die Entscheidung eine der ersten digitalen Vollformatkameras zu erwerben: eine EOS 5D. Diese hatte mit 12 Megapixeln und für heutige Verhältnisse kleinem Display alles, was es zu dieser Zeit für einen Fotografen brauchte. Ich habe mit ihr unzählige gute Fotos im Fotostudio, im Freien, für Landschaftsaufnahmen und sogar für meine Fotoausstellungen fotografiert. Ich habe die Spiegelreflexkamera in gute Hände abgegeben und sie funktioniert nach wie vor bestens. Die 5D (Mark I) war der ganze Stolz von Canon und landete sehr lange immer auf den ersten Plätzen aller Magazine, welche Kameras testen. Fest steht, sie war lange auf meinem Platz eins.

Woran das lag? Die Spiegelreflexkamera hatte echtes Vollformat, war bereits sehr gut in Sachen Rauschen, hatte die Möglichkeit große Weitwinkelobjektive zuzulassen und hat mich als Arbeitstier einfach nie im Stich gelassen. Ich fotografierte so schöne Portraits, Familienfotos, Aktfotos und alles außer Sport mit ihr. Ich liebte diese Kamera.

Mehr Megapixel mit der Mark II

Folgerichtig war der Sprung zur EOS 5D Mark II eine gute Idee, denn diese bot statt 12 Megapixeln derer 21 und verlieh Fotoamateuren wie Profis die Möglichkeit Ausschnitte zu wählen (Crop). Sie war ausreichend schnell und zielte zu keinem Zeitpunkt auf die Sportfotografie. Sogar Video war und ist mit ihr möglich. Mit den richtigen Objektiven hat sie tolle Fotos belichtet. Ich besaß lange Zeit ein EF 24-70 L Objektiv, welches mir aber für Hochzeitsreportagen und Firmenfotos schlicht nicht ausreichte. Oft benötigte ich eine etwas längere Brennweite, vor allem aber eine Makrofunktion um Details wie Ringe, Schuhe, Hände, Brautstrauß und ähnliches groß aufzunehmen. Folglich erwarb ich ein EF 24-105 L IS Objektiv vom gleichnamigen Hersteller. Dazu hatte ich als Backup eine zweite 5D Mark II, die ich etwa ein Jahr später erwarb. Auch diese hat mich nie im Stich gelassen.

Allerdings begann damals offenbar die Fremdproduktion in nicht japanischen Gefilden oder aber die Canon Qualitätssicherung hatte geschlafen. Oder beides. Zwischen Sensor und Antialias-Filter der nagelneuen Kamera bemerkte ich Flüssigkeit. Der Service wollte das anfangs nicht glauben. Also bin ich noch mal nach Willich gefahren, lieh dem extrem netten Servicetechniker meine höher auflösende LED-Lupe und er gab mir Recht.
Die Canon Entscheider selbst lehnten es ab, die Kamera gegen eine Neue einzutauschen und ließen vom Service statt dessen den Sensor tauschen. Was auch immer, die Kosten für die Ausfallzeit, die Fahrerei und die Enttäuschung über den Entscheider bei Canon bleiben im Hinterkopf. Extrem schlechtes Management. Aber:

Sehr guter Canon Service

Zur Ehrenrettung von Canon muss ich sagen: mit dem Service in Willich war ich immer ganz und gar zufrieden. Es gäbe sicher Wege die hervorragenden Techniker, die eine extrem gute Arbeit bei allen meinen Objektiven, Kameras und Zubehör wie Blitzen leisteten, von Seiten des Managements intensiver zu unterstützen. Definitiv möchte ich als Kunde gerne mit einem Techniker vor und bei der Abholung reden und Canon könnte dies ermöglichen durch mehr Servicepersonal.
Wenn Sie eine reparierte Kamera vom Service zurück erhalten, dann können Sie sicher sein, dass diese mindestens so gut ist wie eine Neue.

Kamera lächelt zurück

Auch diese Kamera, die 5D Mark II, hat mich nie im Stich gelassen. Beide Gehäuse hatten zuletzt etwa je 125.000 Auslösungen auf der Uhr und waren sprichwörtlich oft mitgenommen worden. Beim professionellen Fotografieren passieren Dinge, die einem Fotoamateur meist fremd sind: Die Kamera knallt mal irgendwo an den Türrahmen. Profis lassen die eine Kamera gegen die zweite knallen, die man wegen der anderen Brennweite dabei hat. Nichts Schlimmes. Bei Canon kann man die Kamera in solchen Momenten lächeln sehen.

Canon EOS 5D Kameras lächeln den Fotografen an: Mich kann so schnell nichts erschüttern!

Ich entschuldigte mich immer irgendwie bei meinen Kameras und glaubte die 5D Mark II zurück lächeln zu sehen getreu dem Motto: „Da glaubst doch wohl nicht, dass mich das an den nächsten 200.000 Fotos hindert!“.

Gewicht der DSLR

Zu dem 24-105 L IS hatte ich ein weißes 70-200mm f4 Telezoom von Canon. Das war deshalb um Längen besser als ein 70-200 f2.8 L IS II, weil es das zur Zeit der Anschaffung gar nicht gab. Und ich wollte es auch heute nicht mitnehmen zu einer Reportage. Denn das weiße L-Objektiv ist viel zu schwer. Der Grund warum ich nie über die EOS 1D-Boliden nachdachte, war der fehlende Batteriegriff der 5D Kameras. Die 5er waren einfach handlich und noch tragbar. Führt man zwei 5D mk II mit Zoomobjektiven, Ersatzobjektiven und aufgesteckten Systemblitzen mit sich, dann ist der Fotoarm vorprogrammiert. Ich rechnete vor längerer Zeit aus, dass ein Fotograf auf einer Hochzeit an einem Tag mehrere Tonnen hebt. Jedes Gramm zu viel ist da lästig und gesundheitsschädlich.

Die EOS 5D ist ein Traum von einer Kamera

Lange Rede kurzer Sinn: die 5D war immer ein Traum von einer Kamera. Die Bedienung mit dem hinten liegenden Schnellwahlrad für die Belichtungskorrektur in P, Av oder Tv ist einfach genial.

Was macht einen also unzufrieden mit solch tollen Kameras? Vielleicht die Tatsache, dass Nikon seit der 5D Mark II immer die Kameras mit besserem Dynamikumfang, weniger Sensorrauschen und erweiterter Bedienung herausbrachte, die den Anforderungen eines Profis besser gerecht wurden?.

Vielleicht die weitere Tatsache, dass man bei Canon keine wirklichen Firmwareupdates nachprogrammiert, welche die Funktionen der Kamera erweitert?

Das Autofokus der 5D Mark II war nie akkurat. Es war mehr Zufall, wenn ein Bild scharf wurde. Canon hat sich bis heute nicht dafür bei mir entschuldigt. Ich habe die Schärfe gut hinbekommen, war aber auch oft genug enttäuscht mit der automatischen Scharfeinstellung. Zuletzt stellte ich mehr manuell scharf und belichtete öfter manuell als mit Automatiken zu arbeiten. Der Autofokus funktionierte bei statischen Motiven gut, aber ich hatte immer das Gefühl, die Mark III war gerade deshalb entwickelt worden, weil Canon sich mit der Mark II beim automatischen Fokussieren nicht mit Ruhm bekleckerte.

Welche Nachfolgerin?

Ich sehnte mich angesichts des wachsenden Objektivparks nach einer Nachfolgerin dieser zuverlässigen Spiegelreflexkamera. Nicht weil ich zu den untreuen Menschen gehöre, nein, ich bin sehr treu. Aber gutes Werkzeug ist für einen Profi einfach unverzichtbar. Wenn Sie Handwerker sind, dann arbeiten sie auch mit dem besten Akkubohrer, nicht mit einem der sie aufhält oder nach zwei Stunden leer ist.

Ich überlegte jahrelang die EOS 5D Mark III zu erwerben. Fast hätte ich es getan. Doch warum? Allein wegen des besseren Autofokus? Was mir bei der Mark III entschieden fehlte, war die Option bei vorgewählter Blende und Belichtungszeit in „M“ die Auto-ISO einzuschalten und trotzdem zusätzlich mit einer Belichtungskorrektur eingreifen zu können.

Beispiel Manuelle Belichtung

Nehmen wir an, der Fotograf benötigt für ein Portrait der beiden nebeneinander stehenden Personen mit leichtem Versatz in der Tiefe eine Blende 8. Zusätzlich wählt die Frau oder der Mann hinter der Kamera eine 1/200 Sekunden Belichtungszeit, um mit dem leichten Teleobjektiv nicht zu verwackeln. Sie / er möchte die ISO automatisch dazu bekommen, um die automatische Belichtung vom Belichtungsmesser zu erhalten. Dazu kommt ein großer dunkler Hintergrund. Ich weiß hier muss ich mit der Mehrfeldbelichtungsmessung (Umschalten auf Spot ist auch nicht viel sicherer, dauert auch zu lange) mit der Belichtungskorrektur auf -1 gehen. Das geht nicht mit der EOS 5D Mark II. Und auch nicht mit der EOS 5D Mark III. Canon weiß das seit langem, geht aber nicht mit Hilfe eines Firmwareupdates dagegen an.

Warum ich die EOS 5D mark IV kaufte

Ich hätte also für rund EUR 2.600,- eine wertstabile und im Vergleich zu Nikon sehr teure Mark III kaufen können und einen besseren Autofokus erhalten. Eine Nikon D750 oder D810 ist der Mark III in fast allen Bereichen überlegen und die bessere Kamera aus technischer Sicht.

Oder ich konnte eine Woche vor der Photokina 2016 (etwa vor vier Wochen) eine EOS 5D Mark IV kaufen und sowohl einen besseren Autofokus, einen höher auflösenden Sensor mit knappen 9 MP mehr, einer schnellen Bildfolge und der von mir favorisierten Auto-ISO mit gleichzeitiger Belichtungskorrektur in „M“ für EUR 4.065,- kaufen. Was tun? Ein Wechsel des Kameraherstellers kommt oftmals dann nicht in Frage, wenn man einen großen Objektivpark für Kameras eines Herstellers anschaffte. Zu groß ist der Wertverlust. Wäre ich ein Reicher, würde ich vielleicht einfach eine Nikon D750 mit einem guten Zoom und Blitz kaufen. Aber ich könnte an der Nikon nicht meine Objektive nutzen.

Weitere Vorüberlegungen zum Kauf

Der Schritt von der Mark II zur Mark IV ist viel einfacher als einer von der Mark III zur Mark IV – EUR 4.065,- im Portemonnaie vorausgesetzt. Denn den schönen Autofokus nutzen Fotografen mit der Mark III bereits in ähnlich guter Form. Schnell genug ist die Mark III auch für alles außer Sport oder wilde Tiere. Warum also sollten Mark III Besitzer wechseln? Gut, immerhin ist es so, dass sie beim Verkaufen gutes Geld für ihre Gebrauchte erhalten. Aber der Benefit von 8 Megapixeln mehr und dem zusätzlichen GPS / Wi-Fi ist vielen das Geld nicht wert. Das kann ich gut nachvollziehen.

Vor dem Kauf der 5D Mark IV ist es überlegens wert, ob die bestehenden Zoomobjektive – vor allem das 24-105mm f4 L IS – für die Kamera ausreichend sind. Ich selbst entschied, dass ich immer noch mit Festbrennweiten arbeiten könnte oder entsprechende bessere Linsen nachkaufte.

Computertechnisch sollte man auf einem sehr hohen Stand sein. Die Datenmengen sind gigantisch. Auch die Bildbearbeitungssoftware benötigt einen schnellen PC oder Mac für effektives Arbeiten mit ener Software wie Lightroom, DXO oder Capture One.

Test – Vier Wochen Nutzung der Canon EOS 5D Mark IV

Für mich war der Schritt recht klar, ohne vorab zu wissen, wie gut die Mark IV wirklich war: Ich rannte voller Vertrauen in Canon zum Verkäufer und setzte die Mark IV vor alle meine Linsen.

Warum habe ich die Mark IV gekauft? Weil mich die 30 Megapixel reizten für Naturaufnahmen, Produktaufnahmen, Architekturaufnahmen, Firmenfotos, Fotokunst und sogar für die Reportage. Na gut, zugegeben für Hochzeitsreportagen wären auch 12 Megapixel manchmal völlig ausreichend. Die 5D mk III oder EOS 7D Mark I / II würde ausreichen. Auf die Wetterversiegelung und Robustheit der Canon Kameras mit einstelliger Bezeichnung wollte ich jedoch nicht verzichten.

Weitere interessante Features

Weiterhin reizten mich der neue Autofokus, die Bildfolge, der leise Spiegelschlag, die belegbaren Tasten, die freie Bracketingfunktion und die Rauscharmut. Video interessiert mich nicht, wenn schon dann nicht mit viel zu großen Ausgabeformaten.

Mit zu der Entscheidung beigetragen haben die kompatiblen Akkus, der fehlende Handgriff zu Gunsten des Gewichts und das bekannte Bedienszenario. Ich kenne die Bedienung der 5D Mark IV bereits von der EOS 7D Mark II. Sie weicht nicht wesentlich von dem der Mark II ab.

Nun teste ich die EOS 5D Mark IV seit einem Monat auf Herz und Nieren und komme immerhin zur Ehrenrettung von Canon auf das Resultat: Klasse Kamera. Doch im Detail:

Test 5D Mark IV

Zunächst zum Wechsel von der Mark II zur 5D Mark IV: Es fällt sehr schnell sehr einfach, sich an die leicht geänderte Bedienung zu gewöhnen. Lediglich beim Anschauen der Aufnahmen auf dem Display geht der rechte Daumen oft zur Lupentaste, die sich jedoch nicht mehr rechts befindet, sondern links neben dem Display. Auch vergesse ich bislang das Touchdisplay zu nutzen, welches das Scrollen durch die Fotos und besonders das Vergrößern erleichtert. Fantastische Funktion: Ich kann im Menü „Wiedergabe – Reiter 3“ einstellen, dass beim Drücken der Lupe sofort eine 100% Ansicht gezeigt wird, mit der ich die Schärfe beurteilen vermag.

Ist die Canon EOS 5D Mark IV eine gute Spiegelreflexkamera?

Ansonsten sind alle Knöpfe und Funktionen da, wo ich sie erwarte. Ein unschätzbarer Vorteil, wenn man bei der Marke Canon bleibt, denn die Bedienung geht über die Jahre in Fleisch und Blut über, bis man die Kamera bei Nacht ohne Hinzusehen bedient.

Ein Argument gegen einen Markenwechsel beim Kameragehäuse: Die Bedienung ist nach einiger Zeit so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ein Wechsel schwer fällt.

Die Abblendtaste / Schärfentiefeprüftaste unten am Bajonett der Mark IV ist doch eine gute Lösung, ich muss auf jeden Fall meine Meinung darüber korrigieren: Die Taste ist im Gegensatz zur alten Mark II  intuitiv zu finden. Sie ist leichtgängig und sehr gut zu bedienen. Eine wirkliche Verbesserung zur alten MK II. Ich programmierte übrigens die Abblendtaste nicht um, da ich sie immer wieder zur Kontrolle der Schärfentiefe nutze. Nicht nur mit einem Makroobjektiv muss ich sofort wissen, ob ich die Blendenöffnung vergrößere oder verkleinere, um die Blüte nebenan unscharf oder scharf abzubilden.

Die von mir hoch gelobte und acht Jahre lang vermisste Belichtungskorrektur in „M“ bei Auto-ISO programmierte ich auf die hintere „Set-Taste“ in Kombination mit dem vorderen Hauptwahlrad. Das klappt hervorragend.

Bedienung im Schlaf

Ich bin in kürzester Zeit so an die Kamera gewöhnt, als ob ich nie eine andere besessen hätte. Die ersten Hochzeitsfotos sind knack scharf geworden. Selbst in dem dunklen Standesamt sind mit ISO 6.400 alle Bilder absolut gigantisch. Der immer noch zu warme Weißabgleich bei etwa 2.700 Kelvin von Glühlampen hat Canon nichts verbessert. Das muss der Fotograf nach wie vor bei der Bildbearbeitung im RAW korrigieren.

Der Unterschied zu den Aufnahmen von einer 7D Mark II ist leider erwartungsgemäß frappant. Nicht für Bilder, welche im Internet veröffentlicht werden, aber für solche, die für Poster, Printmedien oder andere Vergrößerungen dienen. Tatsächlich ist die Auflösung aus professioneller Sicht auch um Längen besser als die der 5D Mark II oder Mark III oder zum APS-C-Sensor. Der Vergleich zu APS-C ist keine Überraschung, sind doch auf der neuen Vollformatkamera mehr Pixel auf größerer Sensorfläche vorhanden.

Hinzu kommen die größeren Weitwinkelmöglichkeiten einer Vollformatkamera. Diese Tatsache ist für Amateure meist nicht so interessant – für Amateure ist die 7D Mark I oder Mark II eine perfekte Kamera für die meisten Genre, für die es sogar preiswerte Objektive zu kaufen gibt, die dem kleineren APS-C Sensor ausreichen. Für Amateure kommt bei Canon derzeit außer der 7D eine EOS 70D, 80D, 750D, 760D in Frage. Alles sehr gute und bezahlbare Kameras, die der 5D Mark IV sogar das Klappdisplay voraus haben. Außerdem könnte die Spiegellose EOS M5 mit elektronischem Sucher eine Alternative sein, jedoch wurde sie von unseren Redakteuren bei *fotowissen bislang nicht getestet.

Das Rauschverhalten

Geht es um das Rauschverhalten, so ist eine Vollformat wie die 5D Mark IV klar im Vorteil zum APS-C-SENSOR mit ähnlichen Megapixelgrößen.

Landschaftsaufnahmen erhalten mit der Mark IV die gewünschte Größe für Poster und Ausstellungen. Selbst hervorragende Wildlifefotos gelangen mir mit der Vollformat-Spiegelreflexkamera (ich berichtete über Wildlifefotos mit der 5D Mark IV). Ich benötigte nicht mehr als 7 Bilder pro Sekunden, teilweise belichtete ich sogar im langsameren, leiseren Serienmodus.

Fotografiere ich im Urlaub, in Städten oder der Natur, so wird die GPS Informationen in den Metadaten des Bildes gespeichert. Zu Gunsten des Stromverbrauchs ist der Aktualisierungsintervall auf 5 Minuten eingestellt (das war ein Tipp meines Kollegen und Freundes Klaus Dicken – Danke!). Die Kamera unterbricht mit dem Ausschalten auf Wunsch (einstellbar im Menü) den GPS Stromverbrauch.

Fremdobjektive an der 5D Mark IV

Zur Zeit teste ich die Kamera mit zwei neuen Tamron Objektiven der „SP-Serie“. Die neuen schwarzen Tamron-Objektive sind das Pendant zu den Canon mit dem roten Ring. Ich will so viel zu den Festbrennweiten vorweg nehmen: „Spitze Tamron!“.

Aber Vorsicht: Aktivieren Sie in der Kamera bei Fremdobjektiven keine Objektivkorrekturen. Sobald Sie die Objektivkorrekturen einschalten, erhalten Sie Fehler wie große Ringe im Bild. Es wird einen Moment dauern, bis Tamron und andere Objektivhersteller den Fehler mittels Firmwareupdates beheben.

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Canon App Camera Connect Bedienung

Möchte ich die Kamera aus der Distanz, aus der Froschperspektive oder Vogelperspektive bedienen, so ist dies dank des Smartphone Apps gut möglich. Das Canon-App als Fernsteuerung für die Kamera, bietet allerdings nur Basisfunktionen, keine Möglichkeit zur Bracketingseinstellung im App und ähnliche weiterführende Funktionen. Möchte ich Bracketing einschalten, so kann ich das an der Kamera. Über das Smartphone App löse ich die DSLR aus, kann vorab Blende, Zeit, ISO, Belichtungskorrektur und Autofokus oder Manuellen Fokuspunkt einstellen.Das App selbst bietet Ausbaupotential, funktioniert aber einwandfrei.

DUAL PIXEL RAW

Die nachträgliche Auswahl der Schärfeebene mit Dual Pixel RAW ist für mich keine Option. Bereits in meinem ersten Eindruck dieser Funktion, hatte ich das erkannt und hier geschrieben. Ich kann nicht ständig auf Verdacht zwei mal so große (etwa 72 MB) Dateien fotografieren, nur weil ich glaube, ich könnte noch ein bisschen was in der Schärfe verbessern. Zumal ich bei der Funktion auf die Canon eigene DPP Software zurückgreifen muss, die Nutzern nicht anbietet aus dem Dual Pixel RAW nach Wahl der Schärfeebene ein einfaches RAW zu generieren, welches man dann mit Lightroom, DXO oder Capture One weiter bearbeiten kann. Hierzu muss der Nutzer das RAW in DPP bearbeiten und im besten Falle als 16 Bit Tiff ausgeben. Auch die Serienbildfunktion leidet und wird von 7 Bildern pro Sekunde auf 5 Bilder pro Sekunde gesenkt. Ich rede besser nicht von den Wartezeiten in einer Bildbearbeitungssoftware.

Ich nutze die nachträgliche Justage der Schärfeebene nicht.

Tatsächlich hängt die nachträgliche Justage der Schärfe von Faktoren wie der Brennweite ab. Ich habe bei keiner Portraitbrennweite oder Wildlifebrennweite eine nutzbare Funktion für mich finden können. Die Funktion der nachträglichen Justage der Schärfeebene ist obsolet, weil sie so minimal ist, dass ich sie nicht nutze. Wir haben es beim Dual Pixel RAW nicht mit einer nützlichen Funktion oder einer Innovation zu tun. Das gleiche gilt genauso für das Shiften des Bokehs mit der Canon wirbt.
Die Funktion des Dual Pixel Autofokus ist dagegen nützlich zum Scharfstellen im Lifeview Modus. Man beachte den Unterschied von Dual Pixel RAW (nachträgliche minimale Wahl der Schärfe) zu Dual Pixel Autofokus (Autofokus bei Live View / auch im Videomodus), welche beide mit Einführung des Dual Pixel CMOS (Sensors) möglich sind.

Hier wird der Dual Pixel AF im Video von Canon (englisch) erklärt:

Autofokus

Tatsächlich sitzt der Autofokus akkurat und sicher. Der Autofokus funktioniert hervorragend auch mit Brennweiten wie dem des Tamron SP 150 – 600 mm F/5-6.3 Di VC USD. Endlich kann ich mich trauen auf das Auge des Portraitierten scharf zu stellen und trotzdem große Blendenöffnungen zu nutzen.

Der DUAL PIXEL AF Sensor dient dem Scharfstellen im Live View Modus, den Fotografen meist ausschließlich auf dem Stativ (Videographen beim Videofilmen) nutzen werden. Beispiele für die Anwendung werden Produktaufnahmen, Makrofotos oder Architekturfotos sein.

Testaufnahme Canon EOS 5D Mark IV mit Tamron SP 85mm F/1.8 Di VC USD - Blende: ƒ/2.2 | Blitz: Nein | ISO: 100 | Verschlusszeit: 1/6400s

Testaufnahme Canon EOS 5D Mark IV mit Tamron SP 85mm F/1.8 Di VC USD – Blende: ƒ/2.2 | Blitz: Nein | ISO: 100 | Verschlusszeit: 1/6400s

 

100 Prozent Ausschnitt mit Tamron SP 85mm F/1.8 Di VC USD - Die Qualität der Aufnahme spricht für die Canon EOS 5D Mark IV und das Tamron Objektiv.

100 Prozent Ausschnitt mit Tamron SP 85mm F/1.8 Di VC USD – Die Qualität der Aufnahme spricht für die Canon EOS 5D Mark IV und das Tamron Objektiv.

Dynamikumfang

Der Dynamikumfang der neuen 5D ist laut DXOmarks.com deutlich gestiegen. Immer noch nicht reicht er an die Werte der viel älteren Nikon D810 heran. Aber man merkt als Fotograf wie gut die Spiegelreflexkamera arbeitet. Ein dickes Plus an Canon. Schade nur, dass es wieder nicht für den ersten Platz reicht. DXOMarks hat die 5D Mark IV übrigens zur besten Canon Kamera erkoren. Wichtig: DXOmarks testet nur die Sensor-Technik, nicht wie uns persönlich die Kamera gefällt, wie sie in der Hand liegt, wie langlebig sie ist, welcher Service sich hinter einer Marke verbirgt usw.. Deshalb schrieb ich diesen Anwendungsbericht als Test der Eos 5D Mark IV.

Canon EOS 5D Mark IV mit Tamron SP 35mm F/1.8 Di VC USD - Blende: ƒ/10 | Blitz: Nein | Brennweite: 35mm | ISO: 320 | Verschlusszeit: 1/125s

Canon EOS 5D Mark IV mit Tamron SP 35mm F/1.8 Di VC USD – Blende: ƒ/10 | Blitz: Nein | Brennweite: 35mm | ISO: 320 | Verschlusszeit: 1/125s

Liegt perfekt in der Hand

Die neue Spiegelreflexkamera liegt perfekt in meinen Händen. Ich trage Handschuhe der Größe XL. Meine Coautorin und Freundin Britta Dicken hatte bei einem spontanen Feldtest der neuen Tamron SP-Objektive die 5D Mark IV ebenfalls in der Hand und bemerkte, ihr liege die Kamera besser in der Hand als die eigene EOS 70D. Britta trägt die Handschuhgröße XS. Ein weiteres Kompliment an den Hersteller. Leider kann Britta sich die Kamera nicht leisten, obwohl sie vermutlich auf Grund Ihrer Fotografie die beste Werbeträgerin für Canon wäre.

Canon 5D Mark IV liegt gut in der Hand

 

Fazit EOS 5D Mark IV Test nach vier Wochen

Die Canon EOS 5D Mark IV verrichtet hervorragende Dienste. Sicherlich ist die digitale Spiegelreflexkamea ein verlässliches Arbeitstier und eine Allroundkamera für Landschaftsfotos, Portraits, Architekturfotos, Produktfotos, Makros, Reportage und sogar für Wildlifefotografie. Somit steht für Profis völlig außer Frage, dass die Kamera eine Bereicherung ist oder sein könnte. Ob sie sich amortisiert ist von der Auftragslage des jeweiligen Fotografen abhängig.

Kauf für Fotoamateure?

Aus der Amateursicht wiewohl ist die Spiegelreflexkamera nicht billig und auch nicht preiswert. Wer überdies keinen Canon-Objektivpark sein eigen nennt, der wird zu Nikon schielen und diese vielleicht zusammen mit den hervorragenden Tamron-Objektiven erwerben, welche zudem die gleiche Zoomdrehrichtung wie Nikkorobjektive anbieten. Übrigens ist es ein sehr großer Vorteil die großen Kamerahersteller zu wählen, betrachtet man die Angebote von Tamron oder Samyang im Objektivangebot.

Eine gute Spiegelreflexkamera

Zusammenfassend ist die neueste 5D eine Kamera mit hervorragendem Bedienkonzept, mit einem akkuraten Autofokus, ausreichender Serienbildfunktion, sehr guter Auflösung, Wetterversiegelung und endlich auch der Belichtungskorrektur in „M“ bei Auto-ISO. Verfügte die Kamera über ein Klapp-Touchdisplay, kämen in Zukunft ein brauchbares 4K-Videoausgabeformat, ausreichende Firmwareupdates mit neuen Features wie Schärfebracketing oder Blendenbracketing hinzu, so wäre die Kamera eine wirklich einfache Empfehlung für alle, die gerne eine zuverlässige Vollformat-Spiegelreflexkamera benötigen.

Wie sagte der Fotograf beim Vortrag auf dem sehr langweiligen Canon-Photokinastand vor ein paar Wochen: Die Zuverlässigkeit, die Zuverlässigkeit, die Zuverlässigkeit.

Ich stimme zu und erwidere: Der Preis, der Preis, der Preis!

Canons Zukunft

Zu den Fehlern von Canon und Verbesserungsvorschlägen an das Management werde ich außerdem einen eigenen Artikel schreiben. Ob Sie die Canon EOS 5D Mark IV kaufen, ist schließlich von vielen Faktoren abhängig. Jedenfalls wurde die Kaufentscheidung den Verbrauchern durch Canon eindeutig zu schwer gemacht (Features, Preis).

*DSLR = Digital Single Lens Reflex – zu deutsch: Digitale Spiegelreflexkamera

TIPP: für die Kamera steht bereits ein Firmwareupdate auf der Canon Support Webseite bereit

Bitte sagen Sie uns Ihre eigenen Ideen zum Preis, zum Funktionsumfang und den Erfahrungen mit Canon Kameras unten im Kommentarfeld. Wir freuen uns über jeden Beitrag!

Die EOS 5D mark IV ist knackscharf:

Portrait mit der Canon 5D Mark IV, und Tamron SP 85mm F/1.8 Di VC USD

Portrait mit der Canon 5D Mark IV, und Tamron SP 85mm F/1.8 Di VC USD

100 Prozent Ausschnitt, mit der neuen Spiegelreflex sieht man jedes Detail

100 Prozent Ausschnitt, mit der neuen Spiegelreflex sieht man darauf jedes Detail

:: Blende: ƒ/1.8 | Kredit: Peter Roskothen | Kamera: Canon EOS 5D Mark IV | Beschriftung: Portrait mit der Canon 5D Mark IV, und Tamron SP 85mm F/1.8 Di VC USD | Aufgenommen: 04.10.2016 | Urheberrecht: Foto: Peter Roskothen . www.peterroskothen.de | Blitz: Nein | Brennweite: 85mm | ISO: 100 | Verschlusszeit: 1/500s | Titel: Portrait mit der Canon 5D Mark IV, und Tamron SP 85mm F/1.8 Di V |

 

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© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Canon EOS 5D Mark IV – Gute Spiegelreflexkamera?

Peter Roskothen

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fotojournalist sowie Fototrainer und schreibe auf *fotowissen für andere Foto-Amateure und ambitionierte Fotografen. Die digitale Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design. Bei Google Plus finden Sie mich unter Google+

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11 Kommentare

  1. Wie Testergebnisse zeigen, reicht die Qualität des Sensors der 5D MK IV nicht an den der Nikon 810, Sony alpha 7r II oder Pentax K-1 heran. Die Nikon 810 erschien 2014, seit dem warte ich auf ein ähnlich alltagstaugliches Modell von Canon. Nun ist es da und ich denke langsam aber sicher über ein Systemwechsel nach. Die Rechnung ist einfach: 4100 soll die 5D Mark IV kosten, kaufe ich mir statt dessen eine Nikon 810 für 2100 EUR, kann ich mir mit wenig mehr Geld noch zwei Objektive dazu kaufen. Verkaufe ich meine vergleichbaren Canon-Objektive, bleibt sogar reichlich Taschengeld über.

    Gestern war ich im Mediamarkt (Berlin) und hatte erstmalig die Canon 5D Mark IV in der Hand und eine vergleichbare Nikon. Nebenbei erzählte mir der Verkäufer das folgende: „Die Canon 5D Mark IV haben wir jetzt seit drei Wochen im Laden und es wurde noch nicht eine verkauft“ und „Im Alexa (größter Mediamarkt in Berlin) wurde wohl schon eine verkauft.“ – ohne Worte. UND hoffentlich liest hier auch mal jemand von Canon Deutschland mit.

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    • Peter Roskothen

      Danke Daniel, das ist genau das was ich auch beobachte und ich finde es klasse, dass Du das so richtig schreibst. Canon hat sich mit dem Preis ein riesiges Eigentor geschossen. Der Photokina Auftritt war ähnlich uninspiriert. Das sind schwere Managementfehler und können Canon den Kopf kosten. Ich denke momentan Du machst alles richtig mit einem Systemwechsel. Warum werde ich in einem kommenden Artikel schreiben. Bleib bitte dran und schreibe mir weiter Deine Erfahrungen und Gedanken. Falls du Interesse hast, kannst Du gerne auch einen eigenen Artikel bei *fotowissen veröffentlichen.

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  2. Als ich mehrer Kameras für mich verglichen habe, „gewann“ die sony alpha 99 II wegen ihrer Schnelligkeit und hochen Bildqualität. Natülich nicht aufgrund eigener Erfahrungen, sondern aufgrund diverser Testberichte. Ich suche eine Kamera für Tierfotografie und vergrößere die Abzüge. Im Mediamarkt, nur hier gibt es bei uns Kameras zu kaufen, meinte der Verkäufer, die Canon 5D Mark IV wäre besser geeignet. Können Sie das bestätige, nachdem Sie die Kamera auch für Tierfotografie getestet haben?

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    • Peter Roskothen

      Das kann ich leider nicht beurteilen, da Sony uns die Kameras nicht zum Testen zur Verfügung gestellt. Böse Redakteure behaupten, Sony fürchte, die Qualität der Sony Kameras würde unseren Ansprüchen nicht genügen. Der grundsätzliche Unterschied zwischen der Sony und der Canon dürfte der teildurchlässige Spiegel der Alpha sein, welcher Licht schluckt. Ich würde mal in Richtung Nikon D500 schielen für die Tierfotografie. Oder zur Fujifilm X-T2. Beide Kameras haben einen Top-Autofokus, der zu den besten der Welt gehört.

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  3. Sehr interessanter Artikel auf den ich nach der Suche nach Belichtungskorrektur bei Auto ISO gestossen bin. Lustigerweise habe auch ich direkt den Sprung von der Mark II auf die Mark IV gemacht, da mir der Unterschied zur Mark III nicht gross genug war. Allerdings besitze ich seit 1.5 Jahren auch die 5dsr. Hier kamen auch meine Zweifel auf, ob die 5d Mark IV neben der 5 Dsr wirklich nötig ist. High ISO Bilder der 5dsr auf Mark IV Grösse runtergerechnet haben praktisch die gleiche Qualität (gemäss chartbildern). Aber obwohl erst heute ausgepackt bin ich schon jetzt happy ein neues Arbeitstier zu haben um alle Bereiche damit abdecken zu können. Denn genau für dies möchte ich diese Kamera gebrauchen. Klar, besser wär sie könnte in Dynamikumfang mit Nikon und Sony mithalten, zumal bei diesem Preis…
    Übrigens kostet die Kamera in der Schweiz jetzt 3200 CHF was knapp 3000 Euro entspricht…

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    • Peter Roskothen

      Danke Manuel für den Bericht zu Ihrer Anwendung. EUR 3.000,- wäre in Deutschland angemessener als EUR 4.065,-. Die Kamera ist sehr gut, aber Canon verbaut sich mit dem Preis den eigenen Erfolg, so denke ich.

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  4. Canon 5D Mark IV kaufen oder Systemwechsel (Erfahrungsbericht),

    ich habe mir 2009 die Canon 5D Mark II gekauft und war über Jahre ein begeisterter Fan dieser Kamera. Canon hatte alles „richtig“ gemacht und war den meisten Kameraherstellern voraus. 2014 erschien die Nikon d810 –wow – ein echter Sprung. Seit dem wartete ich voller Sehnsucht auf eine vergleichbare Kamera von Canon. Insbesondere der Sensor bei der Nikon – ein Traum. 2016 erschien die Canon 5D Mark IV – und ich dachte lange und ernsthaft über einen Systemwechsel nach – und doch habe ich mich im Januar 2017 für die Canon 5D Mark IV entschieden. Meine Überlegungen, die zum Kauf geführt haben, sind vielleicht für den ein oder anderen von Euch hilfreich.

    Meine Überlegungen vor dem Kauf:
    – Der Preis 4065 EUR (Preispolitik von Canon Deutschland???) Ich war nicht bereit diesen zu zahlen.
    – Im Vergleich mit anderen Kameraherstellern landet die Canon 5D Mark IV bei http://www.dxomark.com auf Platz 15 (hinter Sony, Nikon, Pentax).
    – Der Sensor mit 30 MP sehr gut, wenn er 2012 in die Canon 5D Mark III eingebaut worden wäre. 2016 hinkt er den Sony-Sensoren deutlich hinterher (speziell in der Auflösung).

    Meine Überlegungen die zum Kauf der Canon 5D Mark IV geführt haben:
    – Ich habe 5 Objektive von Canon – mit hohem Verlust verkaufen und die gleichen von Nikon kaufen? – nicht wirklich interessant.
    – Sehr wichtig war, dass ich bei ebay die Canon 5D Mark IV für 2830 EUR!!! bekomme (aus England).
    – Das Herzstück – der Sensor – hat zwar „nur“ 30 MP aber schneidet im Vergleich (Qualität – Dynamik, Lichtempfindlichkeit) mit dem Top-Modell von Sony ähnlich gut ab (siehe http://www.traumflieger.de). Beide Sensoren sind auf einem so hohen Niveau angekommen, dass der Unterschied in der Praxis kaum von Bedeutung ist.

    Meine Überlegungen nach dem Kauf der Canon 5D Mark IV
    – Ende Januar habe ich mich entschieden die Kamera bei ebay zu kaufen. Acht Tage später war sie da (auf die Bewertung des Verkäufers habe ich bei dieser Summe sehr genau geachtet).
    – All die positiven Eigenschaften des Sensor kann ich bestätigen – hervorragend – und ein deutlicher Unterschied zu meiner Canon 5D Mark II.
    – Mehr Knöpfe und mehr Einstellmöglichkeiten gefunden.

    Fazit:
    – Eine tolle Kamera, wenn man sie für 2800 EUR kauft. 4000 EUR ist sie aus meiner Perspektive 2016 nicht Wert. Und gerne hätte ich diese Kamera für 2800 EUR in Deutschland gekauft. Ihr lieben Kamerahändler, Ihr solltet mal mit Canon Deutschland reden.
    – Der Mehrwehrt der vielen Einstellmöglichkeiten und Knöpfe muss sich in der Praxis noch zeigen (manchmal ist weniger mehr).
    – Mir persönlich fehlt eigentlich nur der Blitz wie bei verschiednen Nikon-Modellen. In vielen Situationen wie z. B. bei Gegenlicht brauche ich so einen kleinen Blitz zum Aufhellen des Hauptmotivs – ohne, dass ich erst den großen Blitz aufstecke muss.
    – Die vielen kleinen Plus- und Minus-Aspekte der Kamera wurden schon an dieser und anderen Stellen ausführlich besprochen.

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  5. Peter Roskothen

    Danke Daniel, mir fehlt der Blitz überhaupt nicht, denn statt des eingebauten, nicht HSS-fähigen Blitzes in kleineren Canon-Modellreihen, die ich zum Portrait im Freien nicht nutzen kann, nehme ich immer einen Canon-Systemblitz oder Metz Mecablitz mit. Damit bin ich sehr viel besser aufgestellt. Was ich aber zum Beispiel an der Fujifilm X-T2 sehr schätze, ist der Klappmonitor, mit dem ich schnell mal aus der Froschperspektive fotografieren kann. Das nutze ich regelmäßig. Als ich bei Regen und Kälte in Brügge war, habe ich die Funktion des Klappdisplays sehr geschätzt, denn ich hätte bei den Wetterbedingungen nicht meinen Winkelsucher nutzen mögen, mit dem ich eine ganz nasse Hose bekommen hätte. Meine Meinung steht: ich gebe Dir Recht was den Preis angeht. So sehr ich auch Canon schätze und die 5D IV mag, ist sie zu teuer und es fehlen einige ganz wichtige Funktionen. Mehr als EUR 2.000,- sehe ich aus heutiger Sicht (Feb. 2017) für die Kamera nicht als gerechtfertigt.

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  6. Ich habe mir die Canon EOS 5D Mark IV Anfang dieses Jahres zugelegt. Ein netter Fachhändler in der nächst grösseren Stadt (Luzern, CH) hat mir meine Canon EOS 80D plus 2 EF-S Objektive zu einem guten Preis eingetauscht und so musste ich nicht den vollen Preis dieser Kamera auf den Tisch legen und bei uns in der Schweiz scheint die Kamera aufgrund niedrigerer Mehrwertsteuer zudem noch billiger zu sein…
    Den Kauf bereue ich bis heute nicht, das ist eine sensationelle Kamera! Ich nutze diese hauptsächlich mit dem Weitwinkelobjektiv Canon EF 16-35mm f4.0 L IS USM (welches schon an der 80D hervorragende Ergebnisse lieferte) und ich erhalte immer knackscharfe und farblich hervorragende Bilder. Ich bin seit kurzem von einer Asien-Reise zurück bei welcher mich diese Kamera/Objektiv Kombination bei keinem Bild im Stich liess.
    Ich nutze die Kamera auch unterem anderen für Zeitraffer-Aufnahmen (direkt als Video aufgenommen) und auch für Video (leider nutze ich sie viel zu wenig, denn die Aufnahmequalität und AutoFokus Nachführung ist der Hammer!). Ich habe „nur“ in Full HD mit 60 Bildern pro Sekunde gefilmt, denn ich scheute die anscheinend gigantischen Datenmengen bei Aufnahme in 4K.
    Vorne weg; ich bin kein Profi-Fotograf und ich verdiene kein Geld mit der Kamera. Ich bin ein begeisterter Fotoamateur, höchstens als „Prosumer“ bezeichnet. Ich hatte schon einige Jahre eine Spiegelreflexkamera von Canon im Einsatz (zuerst analog) und kenne die Konkurrenzprodukte von Nikon oder Sony überhaupt nicht.
    Ich denke ich bin mit dieser DSLR Kamera für meine Verhältnisse im HighEnd-Bereich angekommen, nachdem ich letztes Jahr im Urlaub auf Santorini (griechische Insel) mit einer GoPro Hero 4 ein Schlüsselerlebnis hatte. Diese Action-Cam lieferte die hochwertigeren Bilder als meine ex Canon EOS 500D. Ich dachte, das kann es doch nicht sein? Klar, die EOS 500D war zu dem Zeitpunkt mehr als 6 Jahre alt und dem technologischen Fortschritt einer GoPro wohl hinterher. Sicher waren die Bilder dieser wunderschönen Insel nicht schlecht aber an einem 55 Zoll TV konnte man einen deutlichen Unterschied sehen in punkto Schärfe und Auflösung.
    Abschliessend kann ich nur sagen, dass die Canon EOS 5D Mark IV eine absolute Oberhammer-Kamera ist und ich sie nur empfehlen kann. Mein Wunsch von perfekten Erinnerungsbildern von nur einmal im Leben besuchten Orten auf dieser Welt wird vollumfänglich entsprochen…

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  7. Hallo Herr Roskothen,

    Ich sehe mich als erfahrenen, sehr anspruchsvollen Amateurfotograf. Dennoch nutze ich z.Z. kein digitales Spiegelreflex-System, besitze aber ausreichend Erfahrungen mit derartigen analogen Systemen (vor allem Hasselblad, aber auch Leica R). Digital hatte ich mir 2013 eine Fuji XE1 zugelegt, die mich aber seiner Zeit nicht überzeugt hatte und die ich deshalb kurz nach einem einzigen Urlaubs-Trekking im Himalaya wieder verkaufte.
    Seit zwei Jahren fotografiere ich, parallel zu meinen Analoggeräten, mit einer Leica V-Lux Typ 116. Das ist eine unglaublich gute Allround-Kamera, mit extrem kurzer Verzögerung nach dem Einschalten und einer beeindruckenden Bildqualität.
    Allerdings läßt mich der Wunsch nicht los, mir ein digitales Kamerasystem, mit deutlich größerem Sensor und damit einer (hoffentlich) merklich besseren High-Iso-Leistung zuzulegen.

    Die Canon 5D-Mark IV ist mir wegen der sowohl von Ihnen, als auch in den Kommentaren geschilderten Verbesserungen der Kamera, sowie der 30 MP-Sensorauflösung, eine Überlegung wert.
    Die 30 MP scheinen mir ein guter Kompromiss zu sein. 50 MP sind meiner Meinung nach mehr als überflüssig, zumal es nicht ein einziges Objektiv im Canon-Programm gibt, dass diese Auflösung bildmäßig umsetzen kann, wohlgemerkt auch weiter zum Bildrand hin und nicht bloß im absoluten Zentrum.

    Mein eigentlicher Favorit ist die Pentax K1, wegen den 36 MP, den guten Dynamik-Werten, dem Bildstabilisator im Gehäuse, dem schwenkbaren Display und auch wegen dem günstgeren Anschaffungspreis.
    Warum beschäftige ich mich dann mit Canon?
    1. Nahezu alle Objektive zur Pentax sind zwar billiger als die von Canon, aber deutlich schwerer und dennoch leistungsmäßig nicht unbedingt besser!
    2. Zumindest für mich ist außerdem wichtig: Nur an Canon passen meine Edel-Festbrennweiten aus dem Leica-R-System, ohne das Objektiv-Bajonett umzubauen.
    3. Jede Spiegelreflex hat eine deutlich längere Batterielebensdauer, als eine Sony Alpha oder Fuji X.
    4. VF hat eine deutlich größere Sensorfläche als Fuji-X APS-C und noch größer als 4/3-Sensoren.
    5. Wegen ihrer Vollformattauglichkeit, ihrem traumhaften Boukett, ihrer Schärfe und weil bei modernen VF-Kameras u.a. die Zoom-Objektive riesengroß werden, wenn eine gewisse Lichtstärke gewünscht ist, liebe ich meine kompakten Leica-R-Optiken.
    6. Warum bin ich (noch) nicht bei Sony Alpha? Zugegeben, mich interessiert auch das Sony-Alpha7-System sehr. Alpha 9 ist definitiv zu teuer. Das Alpha-System bietet neben immer besseren systemeigenen Objektiven – die aber auch riesengroß sind – eine gute Adaptierbarkeit sogar von Leica-M-Teleobjektiven!. Jedoch haben bis jetzt hochwertige Spiegelreflex-Kameras deutlich schnellere Einschalt- und Reaktionszeiten als alles was es derzeit von Sony Alpha 7 auf dem Markt gibt sowie eine um Längen bessere Kamerabedienung. Das Sony-Menü-Chaos und auch die Verzögerungen sind für mich ein „no-go“. Z.B. die Einschaltverzögerung, wie sie nach mehreren Minuten Nichtgebrauch der Kamera auftritt, kann man am besten so testen: Akku raus, Akku rein und Kamera einschalten. Da sind viele Fotogelegenheiten Geschichte, bis die Kameras starten.
    7. Was fehlt an der Canon 5D Mark IV?
    Vor allem ein Bildstabilisator in der Kamera (auch für Canon-Objektive ohne Stabi interessant) und das schwenkbare Display. Wie bei Leica-SL kommt dann immer das Argument von der Zuverlässigkeit. Vielleicht ist ja was dran. Sony Alpha 9, mit ihrem professionellen Anspruch, wird es in der Zukunft zeigen.

    Nun durfte ich die 5D Mark IV mal kurz im Geschäft ausprobieren. Zu meiner Überraschung konnte ich das adaptierte Leica Apo-Elmarit-R 2,8/180 sehr gut über die Mattscheibe der Kamera scharf stellen. Was mir leider niemand zeigen konnte war, wie man die Kamera einstellen muss, damit die AF-Sensoren zur Unterstützung beim Scharfstellen hinzugezogen werden können. Bei älteren Canon’s hat das funktioniert.

    Wäre es Ihnen möglich, mal was dazu hier zu schreiben, bzw. kennen Sie jemanden, der sich damit auskennt?
    Danke.

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