Featured FotoWissen Canon Testbericht

Canon EF 11-24 L – Ein Anwendungsbericht

Als ich noch als Fotojournalist während meiner Schulzeit mein Taschengeld aufgebessert habe, waren extreme Brennweiten immer schon genau mein Fall. Im Kampf nach dem besten Motiv, ob am Spielfeldrand oder irgendwo in einem Konzertgraben, waren meine Kameras zu 95% der Zeit mit je einem Weitwinkel (17-44 f4 L) und einem Tele (70-200 f2.8 L) von Canon bestückt. Für mich waren das zunächst die perfekten Brennweiten, doch mein Faible für „immer näher ran“ hat sich weiterentwickelt. Dem 17-40mm Objektiv folgte das lichtstärkere 16-35 f.2.8 II, zeitweise sogar ein Fisheye-Objektiv und auch das Sigma 12-24mm hatte ich mir hin und wieder ausgeliehen.

Das Canon EF 11-24 LAus Journalismus wurde mittlerweile Reportage- und Werbefotografie, mit dem besonderen Hang zu Actionaufnahmen, im Speziellen von Achterbahnen für Hersteller und Freizeitparks (siehe auch: Monsieur Sky).

Canon EF 11-24 L – noch weitwinkliger

Als dann Canon das neue 11-24mm für Vollformat angekündigt hat, wurde ich wieder extrem hellhörig. Ein Objektiv, dass noch weitwinkliger fotografiert, als das ohnehin schon weitreichende und qualitativ beeindruckende 16-35 f2.8 L II, – so etwas muss einfach ausprobiert werden.

Recht kurzfristig stand dann ein Projekt in China an, für das ich als Kameramann mitgeflogen bin, um dort in einem Freizeitpark zu fotografieren und zu filmen. Zuerst sei gesagt, dass das Objektiv an sich mit seinen fast 1,2 kg schon einen Großteil des zulässigen Handgepäckgewichtes beansprucht. Mit Laptop, Kamera, einem Buch für die Reise und ein paar weiteren guten Objektiven ist dann der „kick“ beim Checkin auch wirklich garantiert. Auffällig ist außerdem die fest montierte Gegenlichtblende, um die der große „Objektivdeckel“ (bzw. eher Becher) zum Schutz der Frontlinse bündig abschließt.

Dieser Deckel ist wiederum aufgrund seiner Größe etwas lästig. Ich bin es gewohnt, den Deckel schnell in der Hosentasche zu verstauen, was allerdings hiermit quasi unmöglich ist. Wenn man es vorher immer so gehandhabt hat, ärgert man sich schon gelegentlich über den zusätzlichen Arbeitsschritt, aber für schnelle Fotografie ist das Objektiv auch nicht unbedingt gemacht.

Objektiv mit Planung

Die Brennweite ist so speziell, dass sie in vielen Belangen etwas Planung oder eher Rücksicht benötigt. Alleinstellungsmerkmal ist definitiv die Brennweite von 11mm, die an einer Vollformatkamera einen Blickwinkel von unglaublichen 126 Grad ermöglicht, ohne dabei wie ein Fisheye die Linien kreisrund zu verzerren. Problematisch wird es hier allerdings schnell bei stürzenden Linien oder Objekten, die sich nah am Objektiv und gleichzeitig am Bildrand befinden. Der Effekt der Verzerrung ist bei solchen Brennweiten nicht zu vermeiden und damit keinesfalls ein Zeichen für schlechte Qualität seitens Canon. Im Gegenteil: Canon hat eine absolute Top-Brennweite auf den Markt gebracht. In Relation zur Brennweite fallen solche Dinge nur eben schneller auf.

Wofür braucht man so ein Objektv? Natürlich gehen die ersten Gedanken in Richtung Innenarchitektur, vielleicht auch in Richtung Industriefotografie mit wenig Platz, aber auch Landschaftsfotografie mit beispielsweise extremer Wolkenbildung und eben Actionfotografie, bei der man richtig nah an den Emotionen sein möchte, sind die richtigen Einsatzgebiete.

In China kam für mich noch ein wichtiger Faktor hinzu: Die Nutzung im Videobereich. Während man bei statischen Fotoaufnahmen auch manuell ein Panorama zusammensetzen kann, ist es bei sich bewegenden Motiven schon wieder um einiges anspruchsvoller, weitreichende Aufnahmen in kleinen Räumen zu filmen. Sowas ist zwar mittlerweile auch mit mehreren Kameras gleichzeitig möglich, aber aufwändig und nur mit (teurer) Software zur bewältigen.

Für meinen Job habe ich in einem Indoor-Freizeitpark diverse Fahrgeschäfte in extrem engen Räumlichkeiten gefilmt, die in ständiger Bewegung waren. An dieser Stelle war das 11-24mm Objektiv wirklich die beste und einzige Möglichkeit, um das gewünschte Motiv in einer Totalen einzufangen.

Beispielfotos Canon EF 11-24 L

Alle mit dem Objektiv erstellt:

Fazit

Mich hat das Objektiv Canon EF 11-24 L auf jeden Fall begeistert. Die Brennweite ist absolut umwerfend und die Qualität ebenso. Es gibt in meinen Augen in diesem Bereich nichts vergleichbares. Negativ zu erwähnen ist auf jeden Fall das Gewicht und die Größe, was aber der Bauart bedingt vermutlich bereits bestmöglich optimiert wurde. Auch die Lichtstärke wäre mit einer Blende von F2.8 sicherlich nochmal lobenswerter, allerdings mag ich mir die Ausmaße der zwei zuvor genannten Punkte nicht mehr vorstellen. Ein Weitwinkelobjektiv verzeiht sowieso recht gut lange Belichtungszeiten und damit ist auch Blende F4 mehr als in Ordnung für solch eine Brennweite.

Der Preis von gut 3200€ ist für den meist sehr speziellen Anwendungsbereich natürlich happig und sicherlich für viele Hobbyfotografen als Objektiv einfach nicht die erste Wahl. Fotografen, die eben diese Brennweite beruflich benötigen, werden die Kosten aber alleine durch das Alleinstellungsmerkmal schnell wieder eingespielt haben. Auf meiner Liste steht es ziemlich weit oben. Gerade zusätzlich mit dem 16-35mm f2.8 L ist es eine tolle Kombination, um dann sowohl für extremen Weitwinkel oder etwas mehr Lichtstärke gerüstet zu sein.

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