Der Frühling ist gerade erst ein paar Tage alt, da kommt aus dem Franzis Verlag eine schöne Überraschung auf den Buchmarkt geflattert. Auf 227 Seiten wird uns Dirk Mann die „Garten Fotografie … mal ganz anders“ näher bringen:
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Inhaltsverzeichnis
Garten Fotografie
Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich habe noch nie ein Buch über Garten-Fotografie gelesen, geschweige denn eines gesehen. Es ist also in vielfacher Hinsicht eine Premiere für mich, aber eine, die gerade jetzt sehr neugierig macht. Denn auch ich habe ich die ersten schöne Tage im Frühling genutzt und bin mit der Kamera auf die Jagd gegangen. Der heimische Garten macht die Lokationsuche einfach, daher bin ich umso gespannter, welche Tipps und Tricks Dirk Mann bereit hält.
Schon in der Einleitung spricht mich Dirk Mann ganz persönlich an:
Mit dem Buch möchte ich Sie in die wunderbare Welt der Garten-Fotografie mitnehmen und einladen, Ihren eigenen Garten aus anderen Perspektiven neu zu entdecken.
Fotomotive im heimischen Garten
Direkt im ersten Kapitel zeigt der Autor eindrucksvoll, welche schönen Motive sich im heimischen Garten verstecken können und auf was man achten sollte. In der Garten-Fotografie geht es in erster Linie um Ästhetik, ob man dazu zwingend den lateinischen Namen einer jeden Pflanze kennen muss, nun, dass mag jeder für sich selbst entscheiden. Aber auch hier bringt es der Autor auf den Punkt „schön ist was gefällt“ und das hat in meinen Augen nichts mit dem Namen zu tun. Positiv, neben den wunderschönen Pflanzenportraits, sind zu jedem Foto die wichtigsten Einstellungen (Brennweite, Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert) angegeben.
Ausgezeichnetes Buch – Gold Award fotowissen.eu
Digitalkamera für Gartenfotos
Ob für die Gartenfotografie wirklich eine Digitale Spiegelreflexkamera von Nöten ist, erfährt der Leser im nächsten Kapitel. Nach einer knappen Vorstellung der unterschiedlichen Kameratypen, folgt der Einstieg in das benötigte und sinnvolle Zubehör. Spätestens jetzt merkt man, dass es sich um ein besonderes Fotobuch handelt. Denn neben dem notwendigen Equipment für die Kamera bzw. die Aufnahme, benötigt man auch noch ein wenig Werkzeug um die Objekte der Begierde, die Pflanzen und Blumen, ins rechte Licht zu rücken. Ausnahmsweise meine ich damit nicht den Reflektor oder einen Blitz, sondern ganz „unfotografisch“ das Equipment, das jeder Gärtner zur Hand haben sollte. Denn die Pflanzen/Blumen sollen hübsch aussehen, also ist, ähnlich wie bei Portraits von Menschen, auch ein wenig Kosmetik nötig!
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Gartenplanung
Bis jetzt bin ich sehr angetan von dem Buch und seinem Inhalt. Doch das nächste Kapitel erscheint mir nicht ganz passend, denn es behandelt die Anlage eines neuen Gartens. Doch das Thema wird zu grob behandelt, als das man als fotografierender Gärtner oder gärtnernder Fotograf seinen Nutzen daraus ziehen könnte. Dafür gibt es allerdings auch mehr als genug Literatur auf dem Markt, so dass man dies verschmerzen kann. Der Titel des Buches wird wohl niemanden dazu bewegen es zu kaufen, wenn man einen neuen Garten anlegen möchte. Für die Umgestaltung in einen Fotografie-Garten erhält man jedoch erste Anregungen.
Der Gartenfotograf
Vom fotografierenden Gärtner leitet Dirk Mann nun zum gärtnernden Fotografen über. Neben den Grundlagen der Fotografie und den immer gleiche Fragen, wie z.B. JPG oder RAW, erklärt er zudem die Besonderheiten der Gartenfotografie gekonnt an den wunderschön bebilderten Beispielen. Kaum ein Thema und/oder Einstellung bleibt unberücksichtigt und auch viele kleine Tipps gibt er weiter. „Erfahrene Gartenfotografen nutzen im Sommer die Zeit zwischen 10 und etwa 16 Uhr zum Baden oder Eisessen.“
Jahreszeiten
Zurück geht es zum fotografierenden Gärtner der uns einmal durch das Jahr begleitet. Das Kapitel „Im Wandel der Jahreszeiten“ hält was der Name verspricht und gibt zu jeder Jahreszeit die besten Tipps rund um Motive und vor allen Dingen der natürlichen Lichtquelle, der Sonne. Die richtige Lichtstimmung ist für gute Fotos unerlässlich, so dass die Tipps und Tricks sehr hilfreich sind.
Makrofotografie
Das folgende Kapitel handelt von der Makrofotografie. Es kann nur als Einführung in das Thema angesehen werden und erhebt sicherlich nicht den Anspruch dieses komplexe Thema auf etwas mehr als 10 Seiten zu behandeln. Dennoch bin ich von der Oberflächlichkeit etwas enttäuscht, denn ein wenig mehr hätte ich schon erwartet. Zudem ist die ein oder andere Aussage auch nicht ganz korrekt. So erklärt Dirk Mann, dass man besser den Bildstabilisator aktiviert und das beim Einsatz eines Statives. Selbst in den Handbüchern der Kameras/Objektive wird davon abgeraten. Aus gutem Grund! Schade, auch in der Kürze hätte man als Einführung weit mehr erklären können und dieses überaus interessante Thema näher beleuchten können. Für mich gehört Pflanzenfotografie und Makrofotografie irgendwie zusammen, so dass ich deutlich mehr erwartet habe.
Der Rest des Buches versöhnt mich mit dem eher mauen Kapitel über die Makrofotografie. Neben der Vorstellung unterschiedlicher Gartentypen, lässt mich vor allen Dingen der „Arbeitskalender für Gartenfotografen“ schmunzeln. Dirk Mann bringt die Arbeiten im Garten, an der Kamera und dem Computer perfekt auf den Punkt, manchmal auch mit einem Augenzwinkern. Sehr sympathisch! Auch die Vorstellung vieler – teils außergewöhnlicher – Gartenmodels lässt das Herz eines jeden fotografierenden Gärtners oder gärtnernden Fotografen höher schlagen. Hier verliert Dirk Mann nicht mehr viele Worte und lässt seine Bilder größtenteils für sich sprechen. Einfach nur schön!
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Schnellkochkurs in der Fotoküche
Hat mich die Überschrift des letzten Kapitels „Schnellkochkurs in der Fotoküche“ böses ahnen lassen, so werde ich ein weiteres Mal positiv überrascht. Exemplarisch für eine „Küchenzeile“ nimmt Lightroom den Platz des Herdes ein. Dirk Mann erklärt auf diesen letzten Seiten nicht die Funktion von Lightroom, dafür gibt es genügend andere Bücher, aber er gibt dem Leser den ein oder anderen Tipp, um seine Fotos zu verbessern. Das werde ich dann in den nächsten Tagen mit meinen eigenen Gartenfotos ebenfalls einmal probieren.
Fazit Garten Fotografie
Ein spezielles Buch für fotografierende Gärtner oder gärtnernde Fotografen die einen Einstieg in das Thema suchen und hier auch finden. Wunderschöne Pflanzenportraits, die einen großzügig darüber hinweg sehen lassen, das es äußerst schwierig ist, die beiden Themenbereiche miteinander zu verquicken. Mir persönlich haben die Fotos sehr gut gefallen, aber ich habe einige außergewöhnliche Aufnahmen, zum Beispiel aus dem Makrobereich, vermisst. Jedoch werde ich viele Tipps und Tricks in den nächsten Tagen ausprobieren und bin sicher, das dieses Buch mir dabei sehr gut helfen wird!
Gelungen: Passend zum Frühlingsbeginn erscheint das Buch übrigens am 30.03.2015 :-)
In meiner Version des E-Books erscheint übrigens nach Seite 219 erneut die Doppelseite 215 + 216 … so als kleiner Tipp an den Verlag!
Ein eigener Sache:
Tipp Fotokurs Gartenfotografie, Naturfotografie, Makrofotografie
Peter Roskothen ist Profi Fotograf und Fototrainer von exklusiven Fotokursen für Fotoanfänger, Fotoenthusiasten und Fotoamateuren. Der Fotokurs ist ein Individualkurs und kann ganz einfach auch als Fotokurs Gartenfotografie gebucht werden. Dabei lernen Sie als Anfänger genau Ihre Digitalkamera kennen und als fortgeschrittener Fotoamateur zum Beispiel die HDR-Fotografie, Makrofotografie, Fotografieren vom Stativ, Blitzen, das Focusstacking oder ganz neue Perspektiven für die Naturfotografie:
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Hallo Britta! Dein Beitrag macht neugierig und ich habe noch zwei Fragen: Was denkst du, für wen ist das Buch konzipiert? Zielgruppe reine Naturfotografie oder eher Makro? UND, welche Tipps gibt er, worauf man achten sollte? Kannst du das kurz erläutern oder wird das zu umfangreich? Abgesehen von dem Bereich der Gartenplanung, kannst du das Buch empfehlen? Liebe Grüße,
Maike
Hi Maike,
ich versuche mich kurz zu fassen :-) Definitiv nicht Makro, dafür wird das Thema einfach zu kurz angerissen und bleibt zu sehr an der Oberfläche. Da gibt es andere und bessere Bücher!
Die, ich nenne sie jetzt mal Blumen-Bilder, sind sehr schön und bewegen sich eher im Bereich der Reportage. Also nicht künstlerisch in Szene gesetzt, sondern wirklich in ihrem natürlichen Umfeld (dem Garten) abgelichtet. Dirk Mann ist an die Blumen herangegangen wie an Menschen. Es gibt also zahlreiche Parallelen zur Portraitfotografie. Vielleicht hilft es Dir weiter, wenn ich sage das eine Vielzahl der Bilder mit den „typischen“ Portraitbrennweiten zw. 30 und 60mm gemacht wurden.
Ja, die Tipps, es sind wirklich viele kleine. Angefangen vom Werkzeuggürtel für die Pflanzenkosmetik mit Schere, Pinsel, Handschuhen. Über Knieschoner, weil man doch fast nur auf der Erde hockt um sich auf Augenhöhe begeben. Wie man sich Diffusor aus einem alten Bilderrahmen mit einer Milchglasplatte aus dem Baumarkt baut (keine Bauanleitung, nur die Idee). Den Einsatz von Reflektoren um Licht gezielt zu steuern. Abends die Blüten/Blätter mit Wasser bestäuben um am nächsten Morgen schöne Frostbilder zu erzeugen. Und noch viele mehr. Das sind jetzt die, die mir spontan eingefallen sind :-)
Wenn Du eine Passion für den Garten hast, ja, dann würde ich Dir das Buch empfehlen. Bist Du kein Gartenliebhaber, dann wird Dir beim lesen wahrscheinlich irgendwann die Puste ausgehen, denn es ist nur zu einer Hälfte ein Buch über Fotografie, die andere Hälfte befasst sich mit der Kultivierung des Gartens. Daher, definitiv nur für fotografierende Gärtner oder gärtnernde Fotografen geeignet :-)
Ich bin kein passionierter Gartenliebhaber, aber mir gefällt die Ästhetik von Pflanzen/Blumen und daher muss unser kleiner Garten auch immer öfter herhalten. Wobei ich dann allerdings eher im Makrobereich unterwegs bin. Aber gerade die Empfehlungen in Sachen „Lichtsteuerung“ werde ich demnächst mal in Angriff nehmen, wenn es denn irgendwann mal wieder aufhört zu regnen.
LG
Britta
Liebe Britta, vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Den Vergleich zur Portraitfotografie finde ich sehr spannend. Ich bin zwar Gartenliebhaber, treibe mich aber überwiegend in den Gärten der Nachbarn herum, da unserer sehr puristisch ist und über sehr viel Bambus aber keine Blumen verfügt. Vielen Dank für deine Weitergabe seiner Tipps! LG Maike
Hallo Maike,
aber auch Bambus kann so toll sein. Gerade nach Regen, wenn die Tropfen noch auf den Blättern liegen. Schön! Übrigens, Du kannst diesen „Regen“ auch super selber simulieren. Habe ich schon oft gemacht und sieht immer klasse aus. Einfach eine leere Sprühflasche (z.B. von einem Deo) nehmen, ausspülen und mit Leitungswasser befüllen. Das hat vor allen Dingen den Vorteil, Du kannst es auf Kommando regnen lassen und es ist ein ganz feiner Sprühregen. Einige meiner Krokus-Tropfen-Bilder sind auf diese Weise entstanden. Steht so auch als Tipp in dem Buch. Aber noch ganz viele mehr :-)
LG
Britta