Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Brennweitenverlängerung – Crop Faktor – Verlängerungsfaktor – Formatfaktor

BrennweitenverlängerungCrop FaktorVerlängerungsfaktorFormatfaktor sind jede Menge Begrifflichkeiten, die immer wieder Verwirrung stiften. *fotowissen hilft weiter:

Der Sensor einer digitalen Spiegelreflex Kamera - Vollformatsensor - Crop Faktor

Objektiv und Blende

Bei vielen digitalen Kompaktkameras lesen wir verwirrende Werte an den Objektiven. Einerseits steht da die offenste Blende am Objektiv, welche z.B. f2.8 oder f4, f5.6 oder ähnliche Werte haben kann. Dann gibt es die Zoomobjektive, bei denen meist (nicht immer) ein Blenden-Bereich „von – bis“ angeben wird. Nehmen wir als Beispiel eine ganz kleine Kompakte, die Panasonic DMC-LX1: 1:2.8-4.9. Gemeint ist die offenste Blende von f2.8 bei Weitwinkel und f4.9 bei Tele. So hat man im Telebereich mit einer offensten Blende von f4.9 zu tun. Die Kamera kann übrigens eine kleinste Blendenöffnung von 8.0 (oder F 8.0) einstellen. Diese kleinste Blende ist sowohl bei Weitwinkel als auch Tele möglich, nimmt dann mehr Licht weg und hat längere Belichtungszeiten zur Folge.

digitale Kompaktkamera

Objektiv einer digitalen Kompaktkamera

Bei Digitale Spielreflexkameras können Fotografen an verschiedenen Objektiven kleinste Blenden von 22 oder sogar 32 einstellen. Bei kleinen digitalen Kompaktkameras sind ganz andere Objektiv Brennweiten (und Abstände vom Objektiv bis zum Sensor) verbaut. Hier ist die Blende f8.0 schon super knackig scharf von Vordergrund bis Hintergrund. Als Resultat hat eine offenste Blende von 2.8 bei einer Kompaktkamera keine wirklich geringe Tiefenschärfe. Das Foto mit f2.8 ist im Hintergrund eines Portraits nicht so unscharf wie bei einer Kamera mit größerem Sensor (zum Beispiel Spiegelrefelexkamera).

Fotografen sagen: das Motiv ist nicht gut freistellt. Die Kompakten Digitalkameras sind in anderen Worten fast immer knackig scharf (siehe Smartphones). Das ist nicht immer erwünscht, denn im Portraitbereich zum Beispiel, möchte man den Menschen scharf und den Hintergrund möglichst unscharf fotografieren. Dabei „lenkt“ der Fotograf den Blick des Betrachters auf den Menschen. Der Hintergrund liegt in einer Tiefenunschärfe, ist in anderen Worten unscharf und lenkt damit nicht ab vom Portrait.

Fazit: je größer der Sensor, desto kleiner wird die Schärfentiefe der Kamera. Smartphones oder Kompaktkameras sind für Portraits mit unscharfem Hintergrund nicht so gut geeignet wie eine digitale Spiegelreflexkamera mit gleicher Blendenöffnung.

Brennweitenverlängerung – Verlängerungsfaktor – Crop Faktor

Zurück zum „Verlängerungsfaktor“, „Brennweitenverlängerung“ und „Formatfaktor“ oder „Crop Faktor„. Gleich vorab: die Begriffe Verlängerungsfaktor sowie Brennweitenverlängerung sind verwirrend, falsch und werden oft ebenso falsch angewandt.

Ein Crop-Sensor ist ein im Vergleich zum Vollformat-Sensor kleinerer Sensor, an dem also „beschnitten“ wurde. Crop-Sensoren sind in der Regel preiswerter in der Produktion als Vollformatsensoren oder gar Mittelformatsensoren.

Bei digitalen SLRs / Spiegelreflexkameras, werden 24 x 36mm (so genanntes Kleinbildformat) als Standardformat bzw. Vergleichsformat definiert.

Das Kleinbildformat rührt vom analogen Film (in anderen Worten: analoges Material). Daher kennen wir die alten Brennweiten der Objektive auf 24 x 36mm Film. Heute nutzen viele digitale Vollformatkameras diese 24 x 36mm als Sensor und nennen sich ebenso „Kleinbildformat“.

Als „Normalobjektiv“ auf einer SLR (Spiegelreflexkamera) bezeichnet man ein 50mm Objektiv. Dass dies nicht ganz stimmt, wissen nur wenige, denn 50mm Brennweite sind im Grunde ein bisschen Weitwinkel. Bei etwa 55 mm ist ein Objektiv im Verhalten ähnlich wie das menschliche Auge. Es vergrößert nicht und verkleinert nicht. Wir reden nicht über den Blickwinkel, der beim menschlichen Auge breiter / weiter ist als bei einem Normalobjektiv, sonder über die Vergrößerung.

Beispiel: Nehmen wir also an, Sie schauen durch Ihr 50mm-Objektiv in der Vollformatkamera, auf eine Vase (scharfstellen bitte). Sie ändern nicht die Entfernung zum Objekt und gucken jetzt über den Sucher auf die Vase, also ohne durch die Kamera zu schauen. Dann ist das was Sie sehen ähnlich weit weg, wie durch den Sucher. Sie haben weder eine Verkleinerung noch Vergrößerung der Vase beim Schauen durch den Sucher. Allerdings ist der Blickwinkel durch den Sucher kleiner. Sie sehen weniger links, rechts, oben und unten durch die Kamera als mit dem menschlichen Auge.

Kauft man heute eine preiswertere digitale SLR, dann hört man immer wieder vom Begriff Brennweitenverlängerung, Crop Faktor oder Verlängerungsfaktor. Crop ist noch der treffendste Ausdruck, denn die Objektive bleiben dieselben, sie verlängern sich nicht wirklich. Man kann zu Deutsch auch Formatfaktor sagen. Auch das trifft es gut.

Der Crop-Faktor ist der Umrechnungsfaktor zwischen den Aufnahmeformaten mit kleinerem Chip im Vergleich zum Vollformatchip.

Mit dem Crop-Faktor (in der Regel 1.5 bis 1.6) hat man in der digitalen Kamera einen kleineren Sensor (im Vergleich zum Kleinbild 24 x 36mm) und dieser sieht nur einen Ausschnitt des Motivs, welches das Kleinbild / Vollformatkamera sieht. Die Brennweite des Objektivs ändert sich nicht!

Allerdings „wirken“ die gleichen Objektive auf einer Cropkamera wie eine Brennweitenverlängerung, denn durch den kleineren Ausschnitt des Sensors, den kleineren Blickwinkel und große Megapixelzahlen kommen im Grunde Ausschnittvergrößerungen zustande.

Crop Faktor Sensorgröße Brennweite – Vergleich Vollformat APS-C

Um das noch genauer zu erläutern, dürfen wir nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Wenn Ihnen diese Erläuterungen zu komplex werden sollten, dann bitte einfach im Kapitel „APS-C Sensoren“ weiterlesen.

Vergleichen wir einen Vollformatchip mit einem Cropchip, dann haben wir ein großes Problem: die Megapixel der Kameras. Nehmen wir zum Vergleich zwei Canon Digitalkameras, die fast alle Fotoamateure kennen:

  • EOS 7D – Sensorgröße APS-C, 22,3 x 14,9 mm, 5184 x 3456 Pixel = 17,92 Megapixel
  • EOS 5D Mark II – Sensorgröße Vollformat, 36 x 24mm, 5616 x 3744 Pixel = 21,03 Megapixel

Vergleichen wir die beiden Fotos mit gleichem Abstand zum Objekt und gleicher Brennweite von 50mm:

Vergleichen wir die beiden Fotos, sehen wir bestätigt, dass die 7D mit 50mm Objektiv nur einen Ausschnitt der 5D II „sieht“ / aufnimmt. Außerdem sieht es so aus, als wäre das Motiv vergrößert. Man kann also schnell zu dem Schluss kommen, dass die 7D eigentlich mit einem im Kleinbild vergleichbaren 80mm Objektiv (50mm mal Crop Faktor) belichtet. In der Tat erhalten wir mit einem 85mm Objektiv auf der 5D Mark II ein sehr ähnliches Foto:

Anmerkung: alle Fotos aus RAW ohne Veränderung in JPG gewandelt. Leider hatte ich kein reines 80mm Objektiv zur Verfügung, daher das 85mm von Canon.

Das bedeutet, es sieht mit einer Cropkamera leicht so aus, als ob die Brennweite verlängert wird. Das das nicht richtig ist, haben wir jetzt schon mehrfach gelesen, denn das Objektiv bleibt doch dasselbe. Daher „wirkt“ das Foto wie mit einer verlängerten Brennweite fotografiert. Der Gedankenfehler ist: beide Kameras haben ähnlich viele Megapixel. Würden wir den Sensor der 7D auf adäquate Megapixel herunterrechnen, wie sich die Größe der Sensoren verhält, dann hätte die Cropkamera nur noch 3482 x 2321 Pixel = 8 Megapixel. WOW, was ist das denn nun?

Wenn wir nicht Äpfel mit Birnen vergleichen möchten, dann müssen wir den sehr viel größeren Sensor der Vollformatkamera mit dem der Cropkamera vergleichen. Heraus kommt ein Faktor von 0,62 (7D zu 5D). Legen wir diesen Faktor zu Grunde, dann dürfte das Foto von der 7D nur noch 3482 x 2321 Pixel haben um auf die gleiche Pixeldichte (Pixel pro Quadratmillimeter) zu kommen. Beide hätten etwa 24336 Pixel pro Quadratmillimeter (wenn Sie Fehler finden bitte melden, danke!).

Jetzt sehen Sie, dass die Digitale Cropkamera nur noch einen exakten Aussschnitt von der Vollformatkamera festhält:

Vergleich Vollformat - APS-C bei angepassenten Pixeln

Vergleich Vollformat – APS-C bei angepassenten Pixeln

Aber da ist doch noch die Sache mit der Schärfentiefe?

Als Beispiel für die unterschiedliche Schärfentiefe von Cropsensor zu Vollformatsensor haben wir bei diesem Foto die Möglichkeit mal zu vergleichen. Für dieses Motiv war eine Blende f4 völlig ausreichend, um es auf der Oberfläche der Kiste scharf abzubilden. Hier hätte vermutlich bei sauberer Ausrichtung der Kamera sogar eine f2.o ausgereicht:

  • Vollformat 91.9cm bis 100.3cm = 8.4 cm Schärfentiefe
  • Cropkamera 93.4cm bis 98.7cm = 5.31 cm Schärfentiefe

Jetzt fragen wir uns natürlich, was erzählt uns da der Autor? Am Anfang des Artikel steht doch, je kleiner der Sensor, desto größer die Schärfentiefe? Ja stimmt. Um denselben Bildausschnitt mit der EOS 7D zu fotografieren wie mit der EOS 5D II, müssen wir ja auf der Cropkamera ein 31mm Weitwinkelobjektiv verwenden. Das sind dann für die Cropkamera bei gleicher Distanz:

  • Cropkamera 89.4cm bis 103.6cm = 14.18 cm Schärfentiefe

Von wegen Äpfel mit Birnen vergleichen, lach. Hinweis: Bei diesen Fotos betrug der Abstand von den Sensoren zum Objekt etwa 96cm.

APS-C Sensoren

Was passiert denn da? Die meisten heutigen Volks-SLRs wie die Canon 600D, 700D, 60D, 70D, 80D, 1D (Mark II) oder Nikon D3300, D3200, D5500, D5300, D7100, etc. haben kleinere Chips hinten im Kameragehäuse verbaut, als der Kleinbildfilm oder Vollformatsensor groß ist. Der Sensor (APS-C genannt) ist kleiner als 24*36mm (Vollformat im Kleinbildbereich).

Beispiel:

  • Nikon verwendet in der neuesten D5500 den bei Nikon so geanannten DX-Format-Sensor (23,5 mm x 15,6 mm). Vollformatsensoren heißen bei Nikon FX-Format-Sensoren. In der Nikon D5 heißt er CMOS-Sensor, 35,9 mm x 23,9 mm (FX-Format).
  • Canon verbaut in der 80D den CMOS-Sensor (22,3 x 14,9 mm). Bei Canon heißen Vollformatsensoren und Cropsensoren beide gleich. der in der EOS -1D X Mark II verbaute Sensor ist der CMOS-Sensor (35,9 x 23,9 mm).
Sensorgrößen im Vergleich

Innen/Hellgrau: Kompaktkamera 1/2.4“, Mitte/Mittelgrau: APS-C Sensor, Außen/Dunkelgrau: Vollformat-Sensor

Vollformatsensoren

Vollformatchips sind (Stand Feburar 2016) z.B. in der Canon 5D, 5D II, 5D III, 5DS R, 6D oder 1D X,  oder Nikon D5, D810A, D750, D810, D610, Df verbaut. Diese letztgenannten sind annähernd 24*36mm groß und entsprechen dem analogen Filmmaterial, also z.B. der Diagröße. Damit sind letztgenannte Kameras mit den Originalangaben auf den Objektiven korrekt angegeben. Ein 50mm Objektiv auf einer 5D entspricht genau 50mm wie mit einer analogen SLR.

Sensor Vollformatkamera, hier kein Crop Faktor

Sensor Vollformatkamera

Tipp Objektivnamen und Brennweiten an der Kompakt-, Kleinbild-, SLR-Kamera (am Standard der des Kleinbilds 24x36mm orientiert):

  • Fisheye Objektiv (rundes Foto): 8-15mm
  • Weitwinkelobjektiv: 11-50mm
  • Normalobjektiv: 50-60mm (es gibt Fotografen, die bezeichnen ein 80mm-Objektiv als Normalobjektiv)
  • Teleobjektiv: ab 60mm bis zum Beispiel 1.000mm oder höher
  • Zoomobjektive sind Objektive, die man in der Brennweite verändern kann (z.B. 70-200mm oder 18-55mm)
  • Shiftobjektive sind seltene Objektive, mit deren Hilfe man stürzende Linien in der Produkt- oder Architekturfotografie ausgleichen kann, aber auch die Schärfeebene verändern kann
  • Makroobjektive dienen z.B. der Tierfotografie (Insekten) oder auch Blumen, Produkte etc.. Diese Objektive sehen kleine Dinge ganz groß, wie eine Lupe und haben kleinere Naheinstellgrenzen

Die Sensorgröße kann man bei einer Reinigung des CMOS (der Sensor) der Kamera prima sehen. Der Sensor der Canon EOS 70D z.B. ist gerade mal 15*22.5mm (im Vergleich zum Kleinbildfilm von 24*36mm) klein. Rechnet man das Verhältnis um, so ergibt sich der Crop Faktor 1.6 (24mm/15mm=1.6 genauso wie 36m/22.5m=1.6).

Der APS-C Sensor der Kamera erfasst folgerichtig nur einen Teil des Bildes was hinten in die Kamera fallen würde, wenn es sich um eine analoge Kamera oder einen Vollformatsensor handeln würde. Der Sensor hat einen CROP (englisch), einen Beschnitt (deutsch) der technisch möglichen Aufnahmefläche, die durch das Objektiv für Vollformatkameras möglich wäre.

Warum man den Beschnitt durch den Sucher nicht sieht, also kein größeres Bild sieht, als der Sensor festhält, liegt daran, dass auch der Spiegel und der Sucher auf den kleineren Ausschnitt begrenzt sind. Man sieht durch die Vollformatkameras einen größeren Ausschnitt, ein größeres Bild im Vergleich zu einer APS-C-Sensor-Kamera.

Der Crop Faktor

Durch den Crop Faktor, den Beschnitt, erhält man nur einen Teil des Bildes, den das Objektiv (einer Vollformatkamera) mit seinem Bildkreis eigentlich aufnehmen könnte. Somit hat man einen Crop Faktor, der bei den meisten digitalen SLRs 1.6 beträgt.

Bei SLRs mit einem kleineren Sensor wird es schwierig, ein echtes Weitwinkelfoto zu machen. Selbst ein echtes 10mm Objektiv entspricht dann „nur“ noch 16mm Weitwinkel.

Digitales Rauschen

Es gibt aber noch einen weiteren Unterschied. Hätten wir einen Sensor in APS-C Größe und einen Sensor im Vollformat, und hätten beide die 8 Millionen Pixel, dann würde der Vollformatchip weniger Rauschen produzieren. Vor allem bei höheren ISO Werten wie 800 ASA oder 1.600 ASA oder mehr. Mit der Erhöhung der Empfindlichkeit der Aufnahme, produziert ein Sensor immer mehr Rauschen. Das wird schlimmer je enger die Pixel beieinander liegen oder je kleiner die Pixel sein müssen. Auf einem Vollformatchip ist mehr Platz, die Kamera produziert weniger Rauschen. Ein Vorteil der teureren Vollformatsensoren (bei vergleichbaren Megapixeln).

Tipp: Unter Rauschen versteht man bei der digitalen Kamera ein „digitales Korn“, ähnlich dem Filmkorn bei empfindlichen analogen Filmen. Das Rauschen, welches vorwiegend im Blaukanal auftritt, erhält man oft bei Nachtaufnahmen oder Aufnahmen mit hoher Empfindlichkeit (ab 400 ASA geht das los, bei 3.200 ASA wird es schlimmer). Wen das mehr interessiert, dem rate ich mal die Pixel pro Fläche zu vergleichen. Vielleicht sind Sie überrascht zu rechnen, dass eine Nikon D810 nur 44.000 Pixel pro qmm unterbringt und eine Canon 7D II 63.000/qmm. Wer rauscht also mehr? Wie viele Megapixel muss meine Digitalkamera haben?

Ein Vergleich:
Eine Vollformat-SLR hat

  • i.d.R. weniger Rauschen
  • höhere Kosten der Kamera
  • bessere Tiefenunschärfe bei großer Blendenöffnung als bei Sensoren mit Crop
  • bessere Weitwinkelwirkung und einen größeren Bildausschnitt im Sucher

Eine SLR mit kleinerem Sensor mit „Crop“ hat

  • weniger Gewicht bei Teleobjektiven und vergleichbaren Megapixeln
  • kleineren Preis und
  • weniger Probleme mit Randunschärfe

Sensorvergleich Vollformat mit Crop

Größenvergleich APS-C Sensor (Crop Faktor 1.6 innen Dunkelgrau) mit Vollformatsensor (außen, helleres Grau)

Tipp: die meisten SLRs haben ein Seiten-Verhältnis des Fotos von 2:3 (der Sensor hat z.B. wie bei der 80D 14.9*22.3mm = 2:3). Die digitalen Kompakten haben meist ein Seiten-Verhältnis von 3:4, sind demnach quadratischer anmutend. Das ist auch wichtig bei der Bestellung von Abzügen zu beachten, sonst wird ständig etwas vom einen oder anderen Foto abgeschnitten. Es gibt auch bei einigen Kompakten (z.B. bei der DMC-LX1) ein echtes 16:9 Panoramaformat. Das verlangt auch andere Abzüge, die aber in der Regel ohne Aufpreis erstellt werden.

Tipp: Bei der DMC-LX1 ist die genaue Angabe auf dem Objektiv folgende: „Leica, DC Vario=Elmarit 1:2.8-4.9/6.3-25.2 ASPH“. Das heißt das Objektiv hat eine Brennweite von 6.3-25.2mm, das entspricht bei dieser Kamera beim Format 16:9 (dem Originalseitenverhältnis des Sensors) einer analogen Brennweite von 28-112mm (wie man im Handbuch nachlesen kann).

FAZIT:

Was bedeutet all das jetzt für Ihren Kamerakauf? Sollen Sie eine Canon 80D oder 5D III kaufen? Sollen Sie eine Nikon D5500 oder D750 bezahlen?

Man kann als Antwort mal den Preis zu Rate ziehen. Die Cropkameras benötigen einen kleineren Bildkreis (Durchmesser der Linsen), weil ein kleinerer Cropsensor verbaut ist. Hierfür bieten beide Hersteller Objektive für beide Kameraarten an, von denen die Cropobjektive (heißen bei Nikon „DX“, bei Canon „-S“) preiswerter sind. Die Cropkamera ist auf Grund des geringeren Preises (kleiner Sensor, kleinere Objektivdurchmesser) meist die Einsteigerkamera für viele Fotoamateure. Erst wenn es um möglichst gute Bildqualität geht, was vor allem das Fotografieren in dunklen Umgebungen angeht (Rauschen, aber auch Verzeichnung, Weitwinkel), rate ich zur Vollformatigen Kamera. Denn die ist immer teurer, erst recht was die Objektive angeht.
Kurz: Einsteiger – Crop / Qualitätssuchende – Vollformat.

Thema Megapixel bei verschiedenen Sensoren als Ergänzung zum Thema >>

Dieser Artikel wurde am 22.02.2016 zum letzten Mal von Autor Peter Roskothen überarbeitet.

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Brennweitenverlängerung – Crop Faktor – Verlängerungsfaktor – Formatfaktor

Peter Roskothen

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fotojournalist sowie Fototrainer und schreibe auf *fotowissen für andere Foto-Amateure und ambitionierte Fotografen. Die digitale Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design. Bei Google Plus finden Sie mich unter Google+

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12 Kommentare

  1. Das durch das Dunkelstromverhalten und Grundrauschen der Kamera verursachte Gesamtrauschen kann wesentlich vermindert werden, wenn der Chip bzw. die Kamera gekühlt werden. Hochauflösende Kameras, etwa für die Astrofotografie werden durch flüssigen Stickstoff auf bis zu 35 Grac unter Umgebungstemperatur herabgkühlt, damit das Rauschen so gering wie möglich ist.
    Besonders bei den derzeitigen Temperaturen kann ein in mehrere Lagen Küchenpapier eingewickelter Kühlakku in der Fototasche wahre Wunder wirken.
    Auch der Akku wird das mit längerer Laufzeit danken.

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  2. Die Sensorgrößen werden immer kleiner. Um die angestrebten >= 10 Mio. Auflösungen zu erhalten müssen also die Pixelgrößen kleiner werden. Leider hängt die Beugungsunschärfe von der Blende ab. Die Beugungsunschärfe wird wirksam, wenn das resultierende abgebildete Beugungsscheibchen die Pixelgröße übersteigt.
    In einem Artikel waren vor kurzen die sogenannten Grenzblenden dazu veröffentlicht. Interessanterweise hat sich m.W.bislang niemand dazu ausgelassen, dass bei vielen modernen hochauflösenden, digitalen Kompaktkameras und Setobjektiven die größte Anfangsblende bereits bei der o.g. Grenzblende liegt. D.h.wenn man abblended wird bereits die Beugungsunschärfe wirksam. Aber wie man mir bei einer Beratung kürzlich sagte, sei Lichtstärke heute kein Thema mehr. Leider gings es bei dem Gespräch nicht um eine Vollformatsensorkamera.

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  3. Mich würde noch interessieren, ob die Lichtstärke durch den Formatfaktor auch verringert wird? Habe ein 1:2,8 70-200er das bei 1,6 ca. ein 112-320er ergeben würde mit 4,5 Lichtstärke?

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  4. Der Format-Faktor wurde zunächst richtig erklärt, aber die späteren Ausführungen zeigen, dass der Autor (und auch Andreas Rahofer, der einen Nachfrage stellte) das Prinzip doch nicht ganz verstanden hat.

    So schreibt er „Dafür hat der Crop den Vorteil, daß man mit einem 300mm Objektiv (einem Teleobjektiv) dann schon 480mm Brennweite zur Verfügung hat.“

    Das ist nicht ganz richtig. Man hat „dank“ des Format-Faktors den selben Bildwinkel wie ein 480 mm Objektiv, aber es liegt natürlich keine Brennweitenverlängerung vor! Das Ergebnis entspricht nur dem Bild des 300 mm Objektives, dessen Ränder abgeschnitten wurden. Und das ist natürlich ein ganz erheblicher Unterschied – da der Effekt des „Näher heranholens“ nicht gegeben ist.

    Man kann sich also nicht – so wie hier vorgerechnet wurde – die Anschaffung teurer Tele-Objektive sparen. Es muss einem also klar sein, dass die schönen und teils sehr teuren Objektive dank des Format-Faktors gar nicht richtig genutzt werden können. Es ist nicht möglich die selben Bild-Ergebnisse zu erzielen wie mit einer Vollformatkamera!

    Der Format-Faktor ist also ein erhebliches Handicap, der gerne im Fotogeschäft heruntergespielt wird!

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  5. Peter Roskothen

    Chriss, was Du sagst ist technisch richtig. Ich kann von einem Vollformatfoto mit gleichem Objektiv die Ränder abschneiden und habe damit das selbe Ergebnis (oder sagen wir ein ähnliches).

    Aber in der Praxis ist es für einen Sportfotografen oder einen Tierfotografen wohl so, daß er sich wenn´s schnell gehen und leichter sein soll, keine Canon 1Ds Mark II mit 500mm Objektiv kaufen wird, sondern eine 1D Mark II mit 400mm Objektiv. Das ist hinterher tatsächlich so, daß die 1Ds das Foto nicht hätte machen können, weil sie dank zu großer Daten zu langsam ist. Und dann unterhalten wir uns nicht mehr über den maginalen Qualitätsunterschied zwischen diesen beiden Möglichkeiten, sondern über ein Foto, welches mit Vollformat nach heutigem Stand der Übertagungszeiten nicht zustande gekommen wäre. Oder?

    Tatsächlich hast Du technisch recht: das Objektiv wächst nicht physikalisch mit dem Cropfaktor des Bodies.

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  6. Was ich nur nicht verstehe ist, dass nicht jede D – SLR einfach ein Vollformatsensor hat. Das ganze Umrechnen hätte endlich ein Ende und mein 18mm Superweiwinkel könnte ich auch als Superweitwinkel benutzen. Der Preis des Vollformatsensors sollte hier eine untergeordnete Rolle spielen, da es sich ja in der Praxis erwiesen hat dass die Produktionsmenge den Preis verfallen lässt und wenn jeder Kamerahersteller Vollformatchips einbauen würde, der Preis sich bestimmt in kurzer Zeit in einem normalen Rahmen ansiedeln würde.

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  7. Für mich kommt zuwenig heraus, dass sich die Brennweite das Objektives auf keine Art und Weise ändert. Das kann man schön sehen wenn man noch tiefer in die Materie eindringt. Wenn ich ein 85 mm für Objektiv für ein 6×6 cm Mittelformatkamera nehme ist das dort eine Normalobjektiv. Sollte ich es fertig bringen dieses Objektive an eine Kleinbildkammera zu montieren, hat das Objektiv immer noch eine Brennweite von 85mm ist dort aber eine leichtes Tele. (Wenn man als Normalbrennweite die Formatdiagonale nimmt). Wenn wir das Spiel noch weiter Treiben und für unser Ojektiv eine Kamera mit Minoxfilm (8 x 11 mm) basteln ist es ein Supertele, aber immer noch ein 85 mm. Den Gleichen efekt ereicht mann wenn man einefach eine Teil des Bildes einfach herausvergrössert. (Zu sehen häufig bei Paparazibilder)

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  8. Hallo Michael,
    die Brennweite ändert sich nicht aber je nach Aufnahmeformat wird ein Tele oder Weitwinkel draus. Das mit dem Teil des Bildes einfach herausvergrössern ist genauso wenn du deinen Standort nicht wechselst, und verschiedene Brennweiten auf deine Kamera schraubst.
    Mit dem Standpunkt wird die Perspektive entschieden und mit der Brennweite der Ausschnitt.
    Und die ist bei einem kleineren Chip genau das gleiche.

    VG Dirk

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  9. Nochmal zum Thema am „Objektiv Sparen durch Crop“…

    Ich finde hier wird aus dem sonst sehr guten Artikel irgendwie der falsche Schluss gezogen. Tatsächlich wäre das eine Möglichkeit hätten beide Sensoren die selbe Auflösung. Es ist aber wesentlich eher davon auszugehen dass der kleinere Sensor und der Vollformat gleicher Generation die gleiche Pixeldichte haben und daher der Vollformatsensor im selben Vehältnis mehr Pixel ingesamt.
    Der Crop schneidet also schon beim Fotografieren Pixel weg die man auch gleich „wegzoomen“ oder später am PC selber wegschneiden könnte.

    Kommt natürlich immer darauf an welche Modelle man vergleicht, ein aktuelles Beispiel das zwischen beiden „Extremfällen“ liegt wäre zB der Vergleich der aktuellen Canon Sensoren mit 15MP (500D, 50D) und 21MP (5d, 1Ds MkIII). Fotografiert man hier mit 15MP, 1,6er Crop und 300mm ist das lange nicht das selbe wie 480mm und 21MP. Da kombinieren sich sogar noch die Vorteile des Vollformatchips, zum einen die geringere Pixeldichte (weniger Rauschen) und dann noch zusätzlich 6MP mehr für den selben Bildausschnitt.

    Der einzige Vorteil den man den kleinen Sensoren zugestehen kann wenn man ganz davon absieht zwanghaft irgendwelche Vorteile zu erfinden ist der wesentlich geringere Preis (der Kameras, die ja noch andere Unterschiede außer dem Sensor aufweisen).

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  10. „Somit hat man einen Verlängerungsfaktor, der bei den meisten digitalen SLRs 1.6 beträgt“

    Wieso bei den meisten Digitalkameras? Das ist ausschließlich bei Canon der Fall. Alle anderen Hersteller haben andere Faktoren. Sonst ein guter Beitrag, Lob für die Mühe!

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  11. Eine Sony A77 liegt momentan einfach nicht drin. Ich Tendiere zu einer Sony a 6000, auch wegen der Grösse. Jetzt bin ich aber etwas verunsichert:

    Nun eine kurze Frage:

    Das Zoom-Objektiv das mich interessiert ist z.B. das Sony FE 24-240mm F3.5-6.3 OSS. Dieses Objektiv hat einen E-mount für die A77 passt aber auch auf die a 6000, dadurch entsteht aber ein Crop-Faktor von 1.5, die Brennweite ist somit (gemäss den Erklärungen im Internet) grösser etc… Was ich aber nicht herausgefunden habe:

    Der Bildausschnitt wird auf der a 6000 somit kleiner – was mich nun verunsichert: Verschlechtert sich mit dem Sony FE 24-240mm somit die Bildqualität (bzw. die tatsächlich ausgeschöpften Megapixel)? Das originale Sony SEL 18-200 240 ist sicherlich schlechter als das Sony FE 24-240mm Objektiv, besitzt aber diesen Crop-Faktor nicht. Ist es somit eher sinnvoller ein originales SEL 18-200 Objektiv zu kaufen?

    Ich bin auf die Bildgrössen (Anzahl Pixel) angewiesen, da ich mit den Fotos später Poster machen werde.

    Die Überlegung ist später einen besseren Kamera-Body zu kaufen und somit schon im Besitz eines guten Zooms zu sein.

    Auf diesen Kommentar antworten

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