Straßenfotografie

Best-Of-Tipps für die Street-Photography – Street Photography Projekt 2022 Teil 6

Best-Of-Tipps für die Street-Photography – Street Photography Projekt 2022 Teil 6 - *fotowissen

Best-Of-Tipps für die Street-Photography – In diesem Artikel 6 zur Street-Photography möchte ich mit Ihnen meine Erfahrungen teilen dazu, was man bei der Ausübung von Street-Photography gerne zu tun pflegt. Dazu stelle ich Ihnen meine Begründungen gegenüber, warum man es auch lassen könnte. Im Artikel zeige ich weiterhin Fotos meiner Street-Photography der letzten Wochen, die u.a. auch kürzlich während meiner Reise durch Luxemburg entstanden sind. Im Zuge meines Projekts Street-Photography 2022 schaue und lese ich viel, was Dritte dazu veröffentlichen. Dazu habe ich folgendes Buch gelesen: „Streetfotografie – Die Kunst, einzigartige Augenblicke einzufangen“ Geschrieben hat es Jochen Müller, und erschienen ist das Werk im BILDNER-Verlag. Die Rezension finden Sie am Ende des Beitrags.

Ultimative Tipps Street Photography

Entgegen den Tutorials, Blogs, Videos und Büchern, die zum Beispiel die ultimativen 10 Top-Tipps zur Street-Photography vermitteln, möchte ich gerne einmal den Spieß umdrehen. In diesem Artikel zeige ich daher die Dinge auf, zu denen wir uns gerne verleiten lassen, doch ohne die unsere Street-Photography bestens auskommen, ja, profitieren kann. Zugegeben, mir gelingt das auch nicht immer, obwohl man die meisten der Punkte ohne großen Aufwand einfach lassen könnte.

Dinge zu wissen, und sich bei Gelegenheit bewusst zu machen, ist in meiner Street-Photography zum zielführenden Werkzeug geworden. Ich mag es, zuerst immer das eher Negative bewusst wegzulassen. Das gibt gefühlt „Platz“, und Positives bleibt automatisch übrig. Diese Liste ist keine ultimative Wahrheit, ist nicht alternativlos, und verpflichtet zu nichts. Die Punkte sind viel mehr Erkenntnisse meiner eigenen Arbeit. Als Beispiel, oder Anregung zum unverkrampften Umgang, möchte ich sie ihnen daher gerne zur Verfügung stellen.

Positives bleibt automatisch übrig.

Ein Tag ohne Ergebnisse kann ein guter Tag sein.

Tipps für die Street-Photography – Bilderstress machen

Wir ziehen erwartungsgeschwängert los, und wollen natürlich fotografieren! Dass das nicht generell und pauschal gelingen mag, haben wir zwar im Hinterkopf, aber so wirklich akzeptiert und für gut befunden ist diese Option eher nicht. Doch es passiert, und das nicht gerade selten. So zumindest ist meine Erfahrung. Also, hoffe das Beste, und rechne mit dem Schlimmsten! Mit dieser kleinen Faustformel vor Augen, egal, wie umfangreich denn wohl die Tagesausbeute ausfallen mag, sind wir recht gut aufgestellt. Ohne umfangreiche Ergebnisse nachhause zu kommen, weil wir viele halbherzige, schlechte Aufnahmen nicht gemacht haben, bedeutet in erster Linie nur eins: Wir haben kein schlechtes Material auf der Speicherkarte! Das erspart ein unnötiges Beschäftigen, Sortieren und ggf. Bearbeiten von etwas, das es nicht wert ist. Schlussendlich ist so ein Tag ohne Ergebnis also eher ein guter Tag.

Tipps für die Street-Photography – Wechselobjektive und lange Brennweiten

Es ist gerade bei der Street-Photography keine gute Vorgehensweise, für jedes Motiv die entsprechende Brennweite auszuwählen, und diese dann vor Ort jeweils zu montieren. Zeit, Flow, Rhythmus und die Gewöhnung an den Blick durch eine einzige Brennweite gehen verloren. Sinnvoller ist, alle noch so unterschiedlichen Motive durch kreative Bildgestaltung, mit dem immergleichen Objektiv abzulichten. Die Wahl dessen empfehle ich in jedem Fall schon vorab festzulegen, und sich vor Ort überhaupt nicht mehr damit zu beschäftigen.

Wir sind Fotografen*innen, aber keine Jäger, und nicht außen vor, sondern optimalerweise Teil der Situation. Das alles schließt lange Brennweiten aus. Wenn wir räumlich weiter weg bleiben von dem, was von Interesse ist, zeigt sich der Abstand auch in der distanzierten Aussage der Fotos.  Für mein Projekt benutze ich ausschließlich ein 35 mm Objektiv. Gedanken dazu habe ich mir im Januar gemacht. Das darf reichen bis Oktober. Insbesondere für meine Street-Photography kann ich das bekannte Zitat von Robert Cappa vollumfänglich bestätigen: „Sind deine Fotos nicht gut genug, warst du nicht nah genug dran“.

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Das Bedienen der eigenen Kamera sollte reduziert, und intuitiv möglich sein.

Tipps für die Street-Photography – Verweilen in der Kamera

Wenn es notwendig sein sollte, für neue Situationen und Motive ständig die Einstellung der Kamera (manuell) anzupassen, ist das suboptimal, und vermeidbar. Wir sollten im Abgleich mit den vorgefundenen Bedingungen die intelligenten Modi unserer Kamera nutzen. Ständiges Verweilen über Maß im Viereck aus ISO, Belichtung, Blende und Fokussieren ist ein vermeidbares Manko. Es führt leider dazu, wertvolle Zeit zu vergeuden, Unruhe zu verbreiten, und die möglicherweise besten Situationen des Tages zu verpassen. Lassen wir die Kamera das tun, was sie kann, und wir konzentrieren uns lieber auf die Street-Photography.

Best-Of-Tipps – Street Photography Projekt 2022 Teil 6-007
Szene am Bahnhof

Fotografieren sie nicht das Erwartbare, sondern ihre Träume!

Tipps für die Street-Photography – Klischees

Personen vor Reklame & Graffiti, der ewig Kaffee trinkende Gast hinter der Scheibe im Café, die belanglose Person, die ebenso belanglos einfach nur irgendwo herläuft …. Wir kennen alle diese Motive. Auch, wenn wir diesen Klassikern immer wieder gerne verfallen, und auch, wenn hervorragende Aufnahmen dabei entstehen können, ist Street-Photography viel mehr. Wir sollten keine Zeit und Energie verschwenden mit dem beiläufigen Knipsen von „Irgendwas“. Fantasie, Inspiration und die große Vielfalt des Lebens in den Straßen darf aus unseren Fotos sprechen.

Best-Of-Tipps – Street Photography Projekt 2022 Teil 6-009
Pause am Wochenmarkt

 

Tipps für die Street-Photography – Hast & Eile

So wie wir uns zeigen, reagiert auch das Umfeld auf uns. Das zumindest ist meine Erfahrung. Wer sich hektisch und schnell bewegt, die Kamera ständig hochreißt, und immerzu am Sprung ist, fällt maximal auf, macht sein Umfeld nervös, unsicher, und skeptisch. Die Voraussetzungen für gute Street-Photography könnten kaum schlechter sein. Wer sich einmal damit beschäftigt hat, ein gutes Portrait zu erstellen, wird wissen, was für gutes oder schlechtes Potenzial die eigene Ausstrahlung auf das Motiv haben kann. In der Ruhe liegt die Kraft, und ebenso die kompletten Möglichkeiten für tolle Ergebnisse in der Street-Photography. Hilfreich kann sein, sich immer mal wieder einfach nur in der Stadt hinzusetzen, und uns beim Sehen selber zuzuschauen.

Tipps für die Street-Photography – Fotos anschauen

Mit jedem noch so kurzen Kontrollblick auf das Display unserer Kamera, zu dem wir uns gerne nach den Aufnahmen verleiten lassen, verabschieden wir uns aus dem, was gerade um uns herum geschieht. Der Flow ist unterbrochen, die Konzentration ebenso, und die vielleicht beste Gelegenheit für das einzig wirklich gute Foto des Tages haben wir verpasst. Es bringt einfach nichts. Schlauer ist, unterwegs nur zu fotografieren. So wie wir teilweise in den Straßen auf Situationen und Ereignisse warten müssen, sollten wir auch auf die Fotos warten lernen. Das hatten gerade wir Ü-50er doch zu analogen Zeiten auch schon drauf! Also besser, Fotografieren unterwegs, und alles Weitere zu Hause machen. Wer seine Street-Photography überwiegend durch den Sucher tätigt, könnte sich selbst austricksen und das Display einfach ausschalten.

Wenn wir fotografieren, sollten wir auch nur das tun.

Tipps für die Street-Photography – Eigene Ablenkung

Die nachhaltigste und erfolgreichste Street-Photography wird kein Teil von Multitasking sein. Ohne Musik auf den Ohren, und ohne die Ablenkung durch ein Mobiltelefon, sind wir wirklich bei der Sache, und ausschließlich in der Street-Photography präsent. Selbst, nur zu wissen, das eingeschaltete Handy in der Tasche zu haben, macht schon was mit uns. Nach einigen Stunden Street-Photography setzt auch ohne zusätzliche Reize eine deftige Ermüdung ein. Zusätzliche Belastung der Sinne ist demnach sinnfrei. Ich empfehle den Selbsttest. Lassen Sie das tragbare Kleinhirn gelegentlich zu Hause, und genießen Sie für einen Tag die wiederentdeckte Freiheit.

Tipps für die Street-Photography – Unsicherheit & Angst

Lassen Sie sich ruhig mal entdecken, erwischen, oder setzen Sie sich dem aus, aufgeflogen zu sein! Das Einzige, was Sie riskieren, sind ein paar spannende Momente, zu 99 % einen netten Kontakt, und ganz selten vielleicht auch ein zunächst anstrengendes Gespräch. Das fühlt sich wahrscheinlich unkomfortabel, und daher unter Umständen schlecht an. Ist es aber nicht. Denn, was Sie dabei niemals machen werden, sind schlechte Erfahrungen. Die nur allzu natürliche Scheu, die zu Beginn herrscht, wird sich mit jeder solcher Gelegenheit verringern. Für Angst besteht zu keiner Zeit Anlass. Stattdessen ziehen Routine und Selbstsicherheit ein, und damit einhergehend, mehr Lässigkeit und Souveränität. Ist es gelungen, diese Beklemmungen abzulegen, werden Sie völlig neu fotografieren.

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf die eine Wahrheit. Es ist mein Ansatz, mich mit meiner eigenen Street-Photography auseinanderzusetzen, und eine Einladung an Sie, zu schauen, ob es Sie anspricht oder nicht.

 

Buchtipp und Rezension Streetfotografie

Vorstellen und empfehlen möchte ich Ihnen gerne zum Ende dieses Buch:

„Streetfotografie – Die Kunst, einzigartige Augenblicke einzufangen“

Geschrieben hat es Jochen Müller und erschienen ist das Werk im BILDNER-Verlag.

Der Autor und Fotograf Jochen Müller lebt im Raum Düsseldorf, und ist seit längerer Zeit schon recht aktiv im Thema Streetfotografie unterwegs. Auf ihn gestoßen bin ich schon vor längerer Zeit, da er einen Videokanal betreibt, und sich auch dort intensiv mit der Street-Photography auseinandersetzt. Nun hat er dieses Buch veröffentlicht.

Das Buch „Streetfotografie – Die Kunst, einzigartige Augenblicke einzufangen“, ist im Hardcover gebunden, und liegt im Format bei etwa 24 x 16 cm. Das Papier ist in Stärke gut gewählt, fühlt sich wertig und griffig an.

Auf seinen gut 300 Seiten Inhalt verbindet Jochen Müller recht geschickt viele nützliche, allgemeingültige Kenntnisse mit seinen ganz persönlichen Erfahrungen und Ansichten zur Street-Photography. Herausgekommen ist dieses starke Werk, das sich vorrangig der Streetfotografie widmet, aber eben nicht nur. Aufgeteilt in Rubriken und Unterthemen finden sich dort u.a. die Arten der Street Fotografie, Ausrüstung, Herangehens-+ Vorgehensweisen, sowie Umsetzung. Außerdem geht er umfangreich ein auf die Themen der Motivwahl, der Nachbereitung & Bearbeitung, wie auch z.B. Inspirationsquellen. Einige Vorbilder, wie z.B. Saul Leiter oder Thomas Leuthard, werden ausführlich vorgestellt.

Beim Lesen erfahren wir auch einiges über die Foto-Vita von Jochen Müller und über seine eigene Definition der Streetfotografie. Was mir ausgesprochen gut gefällt, ist die nette und leidenschaftliche Art der Ansprache, die er gewählt hat. Lesen fällt leicht, es finden sich keine stilistischen Hürden. Die facettenreichen Informationen sind ansprechend und verständlich formuliert, und die jeweils gewählten Fotografien ergänzen die Texte entsprechend gut. Man weiß einfach sofort, was gemeint ist.

In etlichen, gut dosierten Unterabschnitten geht Jochen Müller auf alles Erdenkliche ein, das im Zusammenhang mit Streetfotografie genannt werden kann und sollte. Als sehr angenehm empfinde ich, dass nichts im Stil eines einspurigen Lehrbuchs formuliert ist, sondern die Inhalte mehrgleisig und motivierend als Angebot zum Ausprobieren und eigenem Entwickeln vorzufinden sind. Seine eigenen, im Buch abgebildeten Fotos beschreiben eindrücklich den großen Bogen der Möglichkeiten, die Streetfotografie grundsätzlich ausmacht.

Aus meiner Sicht ist dieses Buch mit dem Anspruch entstanden, eben auch diejenigen gut anzusprechen und zu versorgen, die als Anfänger in die Fotografie, zumindest aber in die Streetfotografie starten. In Konsequenz daraus finden Fortgeschrittene auch einige Passagen, die nicht mehr zwingend nötig zu lesen wären.

Alles in allem ist „Streetfotografie – Die Kunst, einzigartige Augenblicke einzufangen“ ein Buch, das sowohl zeitgemäß als auch dauerhaft gültig auftritt. Durch die gute, sinnvolle Gliederung fällt es leicht, Einzelthemen immer mal wieder aufzugreifen und ohne großen Aufwand nachzuhalten. Wer sich zum Thema Streetfotografie inspirieren lassen möchte, tut gut daran, dieses wirklich gelungene Buch in die Hand zu nehmen, zu lesen, sich begeistern zu lassen. Von meiner Seite möchte ich daher eine große Empfehlung aussprechen, sich dieses tolle Buch anzuschauen und bestenfalls über den hier platzierten Link zu erstehen.

Das Rezensionsexemplar wurde mir nach Absprache mit dem Autor vom BILDNER-Verlag kostenlos und ohne Vorbehalte zur Verfügung gestellt. Meinen herzlichen Dank dafür!

Ihnen allen danke ich für ihre Aufmerksamkeit und das Interesse!

Herzlich, ihr Dirk Trampedach

Best-Of-Tipps für die Street-Photography – Street Photography Projekt 2022 Teil 6 - *fotowissen

© Dirk Trampedach, Journalist für Fotografie – Best-Of-Tipps für die Street-Photography – Street Photography Projekt 2022 Teil 6

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Dirk Trampedach

Eine Geschichte, ein Bild, eine Stimmung. Erlebnisse, Schreiben und Fotografieren, das hängt für mich unmittelbar zusammen. Große Bereiche, denen ich mich widme, sind Reise, Natur, Landschaften, Street Photography, sowie Stories um klassische Automobile und deren Besitzer. Wenn Sei mehr über mich erfahren möchten: dt-classics.de.

15 Kommentare

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  • Lieber Dirk,

    ich hoffe es werden so viele Folgen wie bei Raumschiff Enterprise. Ich kann nicht genug von Deinen wunderschönen Ansichten in Wort und Foto bekommen. Manche Serien dürfen nicht enden. Du verewigst Dich damit im Fotografen Zenit. Ich bin überzeugt, dass Du einer der ganz Großen der Straßenfotografie bist. Danke für Deine Zeit, Deine Erfahrungen, Deine Mühe.

    Herzlich, Dein Peter

    • Hallo Peter,

      einen ganz lieben Dank dafür!
      Im Grunde ist die Serie jetzt schon umfangreicher geworden, als ich es zum Jahresanfang gedacht hätte. Und die Wahrscheinlichkeit, vorerst dranzubleiben, ist ziemlich hoch. Für den Jahresausklang 2022, und für ins neue Jahr hinein, habe ich tatsächlich schon ein paar weiterführende Ideen, wir werden sehen… ;-)

      Einen schönen Sonntag & herzliche Grüße,

      Dirk Trampedach

  • Lieber Herr Trampedach,
    ich kann mich Peter nur anschließen, es ist eine wirklich schöne Serie mit vielen tollen Eindrücken und Tipps zur Streetfotografie.
    Bisher habe ich davor zurück geschreckt, weil mich besonders die datenschutzrechtlichen Spielregeln bzgl. Personen auf den Bildern abschrecken und ich befürchte, dass ich ohne Menschen nur langweilige, seelenlose Bilder bekomme.
    Aber Sie haben so viele interessante Aspekte in Ihren Artikeln aufgebracht, dass ich es vielleicht doch mal versuchen werde. Zumal in meinem Kopf noch der Wunsch herumspukt, irgendwann nicht nur Afrikas Tierwelt sondern auch die Menschen und das tägliche Leben zu fotografieren.
    Sie liefern sehr viele schöne Anregungen.
    Vielen Dank dafür!
    Viele Grüße und ein schönes Wochenende, Silke

    • Liebe Frau Hullmann,

      danke Ihnen für die Gedanken und Zeilen zum Artikel!
      Alles, was Sie bzgl. der Bedenken schildern, deckt sich mit dem, was sicherlich Jeder abwägen wird, der sich diesem Genre nähert. Ich möchte Sie ermuntern-probieren Sie es! Gute Erfahrung habe ich damit gemacht, mich in den Distanzen und Sicherheitsarealen zu bewegen, in denen man sich immer jeweils wohlfühlt. Mit der Zeit verschiebt sich das. Und bzgl. der Fotos mit Menschen bin ich eben dazu übergegangen, alles zu fotografieren, was ethisch und moralisch vertretbar ist. Ich möchte meine Fotografie nicht danach aufstellen, was ich NICHT darf.
      Ein Recht, nicht fotografiert zu werden, gibt es so unmittelbar ja nicht. Die Nutzung ist der springende Punkt. Meine nicht-DSGVO-konformen Fotos werden daher einen Bildband füllen, der nur die Wege gehen wird, die er darf, und die nutzbaren Fotos verwende ich eben u.a. hier. Das ist der Kompromiss, den ich für mich gefunden habe, und wo ich gut mit leben kann.

      Herzliche Grüße, Dirk Trampedach

      • Ganz herzlichen Dank für‘s motivieren, Herr Trampedach. Ich werde es sicher mal probieren.
        Andere Frage: Haben Sie schon mal Menschen dafür bezahlt, dass Sie sie fotografieren durften? Ich meine keine Profi-Modells, sondern Menschen auf der Straße, in Geschäften o.ä. – ich habe die Erfahrung schon im Ausland gemacht, dass man dort speziell als wohlhabender Weißer aufgefordert wird zu zahlen. Ich verstehe das unter dem Aspekt, dass diese Menschen oft froh um jede Einnahmequelle sind und ich gerne auch was zurückgebe. Aber ich habe auch von Profis schon gehört, dass sie das kategorisch ablehnen und maximal Fotoabzüge aus einem mobilen Drucker oder ein Polaroid-Bild als Dank verschenken. Was denken Sie darüber?
        Viele Grüße und einen schönen Tag,
        Silke Hullmann

      • Hallo Frau Hullmann,

        von diversen Bezahlungspraktiken habe ich zwar schon gehört/gelesen, aber keine eigene Erfahrung oder Motivation dazu. Ganz spontan würde ich mich fragen, wo genau das beginnt, und wo aufhört. Ausland reicht mir da als Anlass nicht. Und sollten die Menschen vor Ort dermaßen arm sein, dass jeder Reisende angebettelt wird, würde ich ggf. nicht fotografieren.

        Grundsätzlich ist es m.E. von Bedeutung, was die Intention ist. Wenn klar ist, mit Fotos maximalen Gewinn zu erreichen, würde ich das nicht verschweigen. Es gibt einige Situationen, in denen Gespräche entstanden sind. Da ging es aber immer um die Fragen, warum ich ihn/sie fotografieren möchte oder habe, und was ich damit mache. Bei der Frage nach Entlohnung ist das nie gelandet.

        Unterwegs habe ich allerdings ein Mini-Taschenalbum dabei, um zu zeigen, wie sowas aussehen kann, und ein paar Visitenkarten. Wer mag, kann mich gerne kontaktieren, und ich sende per Mail die Fotos zu. Mobiler Drucker, oder paar Polaroids verschenken kann eine Idee sein. Ich finde es nicht so überzeugend, käme mir da arrogant bei vor.

        LG, Dirk Trampedach

      • Hallo Herr Trampedach,
        Vielen Dank für Ihre Einschätzung des Themas „Bezahlung“ beim Fotografieren auf der Straße. Ihre Lösung, auf Wunsch den Fotografierten per E-Mail Bilder zu schicken, finde ich sehr gut. Und klar, wenn ein nettes Gespräch entsteht ist das immer eine tolle Sache und enorme Bereicherung.
        Ich halte mich öfters in afrikanischen Ländern auf, dort sind die Menschen nicht wohlhabend, oft sogar sehr arm. Ich fotografiere bewusst nicht das Elend in dem manche leben, ich habe
        schon abgelehnt Fotos in einer sehr armseligen Lehmhütte in Lesotho zu machen. Ich habe mich damals gefragt wie ich mich fühlen würde, wenn reiche Menschen aus einem anderen Teil der Welt meine „All-in-One Wohn-/Schlafzimmer/Küche“ voyeuristisch ablichten wollten.
        Gleichzeitig bin ich aber oft überrascht wie viel Spaß gerade die Kinder an einer kleinen Foto-Session auf der Straße haben und wie begeistert sie sich selbst auf dem Kamera-Display sehen. Ein Bild per e-Mail kann ich da den wenigsten zukommen lassen, weil sie oft gar keine technische Möglichkeit des Empfangs haben. Da wünsche ich mir dann die Polaroid oder den mobilen Drucker herbei.
        Häufig sind es dann die Eltern, die um „Support“ in Form von ein paar Dollars bitten. Verständlich, aber auch hier bin ich nicht sicher, ob gönnerhaftes „Bezahlen“ nicht das falsche Signal ist. Es fördert eine Bettelkultur, lieber spende ich etwas Geld für eine örtliche Schule o.ä..
        Habe noch keine Antwort für mich gefunden, daher bin ich meist sehr zurückhaltend mit Streetfotografie in diesen Ländern, obwohl es unzählige wunderschöne Motive gibt.
        Ihnen eine schönes Wochenende und viele Grüße,
        Silke Hullmann

  • Hallo Herr Trampedach,

    ich habe Ihre Serie zur Streetfotografie von Beginn an verfolgt und finde sie bereits jetzt – selbst wenn sie mit Artikel Nr. 6 ihr Ende finden würde, eine sehr gelungene und runde Sache. Sie selbst haben sich als Anfänger bzw. Neu-Einsteiger in dieses Sujet augenscheinlich und für alle Leser sehr gut nachvollziehbar innerhalb dieser sechs Serienteile prima “reingefuchst” und wunderbar entwickelt und schreiben inzwischen mit sehr viel Wissen und Kenntnis von den Dingen, die mit Street zu tun haben.
    Sehr beeindruckend ist für mich, mit welcher Klarheit Sie Ihre Eindrücke schildern, zusammenfassen und die entsprechenden Schlüsse ziehen. In vielem stimme ich Ihnen zu, hätte das selbst aber nicht so gut strukturiert und treffend auf den Punkt bringen können.
    Ich denke, dass jeder Streetfotograf seine eigene Herangehensweise an dieses spannende und vielseitige Genre finden muss. Viele scheint es aus unterschiedlichen Gründen abzuschrecken, aber Sie haben hier einen konkreten Weg aufgezeigt, der mir – nicht nur für Anfänger – sehr gangbar scheint. Das wird dem ein oder anderen eine tolle Hilfe sein.

    Ich bin jetzt schon gespannt, ob und welche Ergänzungen sie dieser schönen Serie noch hinzufügen werden?!

    Herzliche Grüße,
    Bettina Arens-Kardell

    • Hallo Frau Arens-Kardell,

      es ist immer wieder spannend, wie die Dinge, die man tut & veröffentlicht, aufgefasst und wahrgenommen werden. Für ihre wohlwollenden und wirklich motivierenden Zeilen
      danke ich ihnen sehr!

      Was mir durch meine Beiträge u.a. wirklich wichtig zu vermitteln wäre, ist, dass diese abschreckenden Bedenken ja nahezu immer auf denselben 2 Schienen reisen. Das eine sind die Bedenken, schon beim Fotografieren selbst Unangenehmes zu erleben, und das andere dreht sich um den Zoff, der aus DSGVO etc resultieren könnte. Beide Umstände steuert aber niemand, außer uns selbst. Ethisch und moralisch vertretbar positive Fotografie zu betreiben, und bisschen zu schauen, welche Fotos wo landen, “mehr” ist es nicht.

      Auf Street-Photography und die nächste Zeit bin ich selbst auch ziemlich gespannt. Ein paar Ideen gibt es längst, ich werde das mal für mich aufdröseln. Für das Projekt als solches denke ich, werde ich noch etwa 2 Artikel anfertigen. Eine gute Suppe wird eben auch nicht besser, wenn man sie ständig verlängert… ;-)

      Herzliche Grüße, Dirk Trampedach

  • Lieber Dirk,

    ich glaube, es wurde schon alles hinreichend gesagt. Eine fantastische Serie, welche auch mich geprägt und bei meiner Fototour in Cornwall begleitet hat. Zu “Unsicherheit und Angst” möchte ich vielleicht lediglich beitragen, dass sich ein wundervolles Gefühl einstellt, wenn die eigene rote Linie erfolgreich überschritten wurde. Hierbei ist mir dann besonders wichtig, zum “Wiederholungstäter” zu werden, um mich nicht immer wieder aufs Neue überzeugen zu müssen.

    Noch einmal vielen lieben Dank für dein Engagement und die Zeit, die du für uns aufgebracht hast.

    Liebe Grüße,
    Bernhard

    • Hallo lieber Bernhard,

      wirklich sehr geschmeichelt fühle ich mich, ganz herzlichen Dank! Ich kann das mit dem Wiederholungstäter nur bestätigen, auch wenn ich denke, dass das bei zig anderen Gelegenheiten und Themen genauso ist. In Komfortecken hat einfach noch niemand was hinzugelernt. Ca. Ende September/Mitte Oktober wird es noch einen thematischen Beitrag geben, und dann zum Jahresende einen “Abschluß-Beitrag”. Der wird sich aber “nur” auf das Projekt beziehen. Street bleibt… ;-)

      Herzlichst, Dirk

  • Ich finde die Artikel über die Streetfotografie derart gut, dass ich mir wünschen würde diese auch in einem PDF zur Verfügung zu haben, damit ich diese mitnehmen kann und mir auch Notizen machen kann. Ich beschäftige mich sehr intensiv mit der Stereofotografie.

    • Hallo Frau Stucki,

      freundlichen Dank für ihre positive Kommentierung meiner Artikel-Serie! Über ihre Anregung zur weiteren Nutzung der Inhalte mache ich mir mal ein paar Gedanken, danke auch hier für die Initialisierung.
      Wenn Sie mögen, berichten Sie doch mal von ihrer intensiven Beschäftigung mit Street-Photography.

      Herzliche Grüße, Dirk Trampedach

  • Lieber Herr Trampedach,

    ich freue mich jedes Mal unglaublich, wenn Sie einen Ihrer Street-Artikel veröffentlichen. Und wieder stelle ich fest: Ihre Fotos, die Geschichten, die Ihre Aufnahmen erzählen, beeindrucken mich sehr. Ich betrachte Ihre Fotos und bin im Bann jeder einzelnen Geschichte.
    Vielen herzlichen Dank für die Zusammenfassung Ihrer wertvollen Tipps. Da ich auch selbst sehr sehr gerne auf der Straße fotografiere, kann ich Ihnen in allen Punkten nur beipflichten. Ich werde sie wieder für mich mitnehmen und zu beherzigen versuchen.
    Danke, dass Sie uns in Ihren Artikeln so sehr motivieren, es Ihnen gleich zu tun. Ich lese Ihre Zeilen, sehe Ihre Fotos und bekomme sofort Lust, hinauszugehen und “loszulegen”.
    Ich wünsche mir sehr, dass Ihre Reihe nicht so schnell enden möge. Alles Liebe und Gute für Sie!

    Herzliche Grüße

    Ingrid Röhrner

    • Guten Morgen Frau Röhrner,

      mit großer Freude habe ich ihren Kommentar gelesen, lieben Dank dafür!

      Bzgl. Fortführung der Artikelserie werde ich sicher immer mal wieder etwas veröffentlichen, allerdings braucht (m)ein Projekt auch seinen entsprechenden Abschluß. Den werde ich in den übernächsten Artikel einbinden, offizielle 2 Projektbeiträge kommen also noch in jedem Fall… ;-)

      Herzlichen Dank für ihr Interesse, und einen freundlichen Gruß aus Siegen,

      Dirk Trampedach

Journalist, Fotograf, Fototrainer Peter Roskothen

Willkommen bei *fotowissen sagt Peter Roskothen im Namen aller Autoren.

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