Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Affinity Photo Version 1.5 – Der Photoshop Lightroom Killer?

Wer nach einer Alternative zu Adobe Produkten wie Photoshop oder Lightroom sucht, der stolpert neuerdings über die Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo Version 1.5 aus Großbritannien. Die Firma Serif programmiert die Software mit Namen Affinity Photo, die ich immer für eine Apple Software hielt. Mittlerweile ist AP v1.5 nicht nur auf MAC und Windows erwachsen geworden, sondern kann auch Adobe Lightroom und Photoshop das Fürchten lehren. Ist diese Bildbearbeitungssoftware also der neue Photoshop Lightroom Killer?

Die Affinity Photo Webseite mit dem aktuellen Angebot (Dezember 2016)

Die Affinity Photo Webseite mit dem aktuellen Angebot (Dezember 2016)

Das neue Affinity Photo Version 1.5 für MAC und Windows

Die große Frage für Einsteiger lautet: Welche Bildbearbeitung soll ich nutzen? Adobe Lightroom? Adobe Photoshop? Oder ein anderes Produkt eines anderen Softwareanbieters? Was muss eine Bildverarbeitung können und was ist das beste Bildbearbeitungsprogramm?

Wenn wir die Antworten auf alle diese Fragen drastisch abkürzen, dann gibt es auf dem Markt sehr viele sehr gute Bildbearbeitungsprogramme für die unterschiedlichsten Betriebssysteme (Windows und Mac). Alle diese Versionen haben Vorteile und Nachteile. Fast alle Versionen kann man testen, bevor man sich zum Kauf (Lizenzierung) entschließt:

Adobes „Vergewaltigung“ der Fotografen

Seit einiger Zeit drangsaliert Adobe die Fotografen mit einem Mietsystem, weshalb immer wieder viele Nutzer auf andere Bildbearbeitungsprogramme ausweichen möchten. Nicht jedes Programm ist aber so beliebt und umfangreich wie Lightroom. Als Fotograf freut man sich also, wenn verschiedene Anbieter dem Platzhirsch Adobe Paroli bieten und wirklich gute Software anbieten, die zudem noch kaufbar anstatt mietbar ist.

Bildbearbeitung und Foto-Verwaltung

Abgesehen von den verschiedenen Betriebssystemen und Kaufoptionen muss man noch einmal unterscheiden zwischen Bildbearbeitungsprogrammen, die auch ihre Fotos verwalten können. Über Fotoverwaltungen habe ich vor langer Zeit einen Artikel geschrieben und bin selbst in der Auswahl meiner eigenen Bildbearbeitung bei Lightroom hängen geblieben. Aber es gibt eben viele Anwender, die gar keine Fotoverwaltung nutzen möchten. Hier kommt unter anderen Affinity Photo ins Spiel:

HDR-Bearbeitung mit Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo Version 1.5

HDR-Bearbeitung mit Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo Version 1.5

Jetzt gibt es neue Hoffnung für Adobe-CC-Gegner in Form von Affinity Photo

Wer dachte Affinity Photo würde Mac-Nutzern vorbehalten sein, der irrte. Jetzt ist die neue Version 1.5 für beide Plattformen, Mac und Windows, verfügbar. Die Version ist im Vergleich zum Vorgänger erheblich aufgebohrt worden und kann Lightroom und Photoshop schon das Fürchten lehren. Zumal es eine Kaufversion für normaler Weise rund EUR 50,- ist. Zur Zeit bietet die Softwareschmiede Serif die Bildbearbeitungssoftware für einen Angebotspreis von EUR 39,95 an. Für kurze Zeit so sagt Serif (Hersteller).

Warum also die Bildbearbeitung nicht ausprobieren? Weil Sie zu komplex und mächtig ist, um sie mal eben im Vorbeigehen zu probieren. Es ist eine echtes Adobe Konkurrenzsoftware, die man in der Regel nicht beim Ausprobieren erlernt.

Was der Fotograf aber auf Anhieb beim Starten der Bildbearbeitungssoftware fühlt, ist die Seriosität, mit der sie programmiert wurde. Forscht man im Detail, so findet der Fotograf Möglichkeiten, die noch weiter gehen als bei Lightroom und sich sogar auszeichnen gegenüber Photoshop. Außerdem kann die Bildbearbeitung auch Photoshop-Dateien mit der .psd-Endung öffnen und die Ebenen darstellen. Für Profis im DPT-Business wichtig: die Software liefert und bearbeitet auch im CMYK-Modus!

Affinity Photo erlaubt die einfache Auslagerung der Bedienfelder (links) auf einem weiteren Monitor

Affinity Photo erlaubt die einfache Auslagerung der Bedienfelder (links) auf einem weiteren Monitor

Ist die Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo Version 1.5 der Lightroom Killer?

Klare Antwort: Ja, das ist es und Nein, dass ist es noch nicht. Im Vergleich von Affinity Photo zu Adobe Lightroom fehlt zunächst die mächtige Bildverwaltung. Wer diese jedoch nicht nutzen möchte, der ist mit Affinity noch einen ganzen Schritt weiter als mit Lightroom. Hier sind zunächst die Ebenen zu erwähnen, die es in Lightroom nicht gibt. Auch das Herausziehen der Paletten ist eine sehr angenehme Funktion, die das Arbeiten erleichtert.

Der Vergleich von Affinity Photo mit Photoshop offenbart schon sehr mächtige Funktionen des neueren Programms. Aber möchte man lieber AP oder Photoshop nutzen? Der Photoshop Experte wird aber wohl sowieso nicht umsteigen, sondern sich Affinity höchsten mal vergleichend ansehen. Wer hingegen eine neue, sehr mächtige und moderne Bildbearbeitungssoftware sucht und bislang noch nicht das Richtige fand, der wird Affinity Photo sicher eine Chance geben wollen.

Interessant wird Affinity Photo v1.5 immer dann, wenn Sie Lightroom schon nutzen, aber auch aufwändige Bearbeitungen und Ebenen oder Freistellen in Ihren Fotografien vornehmen möchten. Dann passt die neue Software von Serif genau in den Arbeitsablauf und Sie müssen keine CC mieten. Denn beides – Lightroom 6 und Affinity Photo v1.5 – sind Kaufversionen und somit sparen Sie sich ab sofort die Mietkosten für die Jahre!

Ich habe die Software von Serif erworben und bin sehr begeistert vom Leistungsumfang. Was auch immer die Zukunft bringt, so hoffe ich, dass die Firma Serif bei den Kaufversionen bleibt und somit Adobe das Fürchten lehrt. Für Gestalter ist somit auch das Affinty Designer interessant, weil es eine Alternative zu Adobe Illustrator liefert.

Video von Affinty Photo Version 1.5

Fazit

Die Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo v1.5 ist kein Lightroom Ersatz, sondern eine Photoshop Alternative. Mit Lightroom und Affinity Photo können Sie als Fotograf eine wunderbare Arbeit erstellen und haben keine Mietkosten an der Backe. Dabei ist Affinity am Anfang sicher gewöhnungsbedürftig, wenn Sie Photoshop gewöhnt waren. Aber es ist so erfrischend anders, mietfrei und man hat den Eindruck, es ist eine echte Alternative zu Photoshop.

Ist es für den Normaluser geeignet, der nur gelegentlich mal ein Foto gerade rückt, seinen Astralkörper dünner machen möchte, die Augenfarbe ändern, Pickel wegmachen, Personen ausschneiden und mehrere Bilder einfügen möchte? Ja, ist es, aber es ist nicht kostenlos, sondern sehr preiswert. Und man kann mit der Software wachsen, sprich, hat man höhere Ansprüche, so ist man schon mit der richtigen Bildbearbeitungssoftware vertraut.

Ist die Software für Profis geeignet. Unbedingt, ja. Ich selbst nutze Photoshop immer nur zu etwa 30 Prozent. Das kann ich mit Affinity Photos v1.5 auch haben!

Software >>

Serif >>

Was lerne ich im Fotokurs von Peter Roskothen?

Ihr Fotokurs ist individuell, damit Sie genau das lernen, was Sie möchten (Fotografieren oder Bildbearbeitung). Als Einsteiger können Sie folgende Inhalte lernen:

Fototrainer Peter RoskothenEs ist gleich welches Lieblingsthema Sie haben: Familienfotos, Portraits, Tierfotos, Sportfotos, Naturfotos, Landschaftsfotos, Makrofotos, Stillleben, Architekturfotografie oder andere Themen der Fotografie. Ich gehe genau auf Ihre Interessen und Ihr Know-how ein. Immer gehört eine Fotoexkursion oder gemeinsames Fotografieren zum Fotokurs dazu. Weitere Infos finden Sie hier >>

Nachtrag 20.05.2017

Jetzt kostet die Bildbearbeitungssoftware EUR 54,99 und ist damit immer noch sehr günstig. Damit zu arbeiten, macht nach wie vor großen Spaß.

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Bildbearbeitungssoftware Affinity Photo v1.5 – Der Photoshop Lightroom Killer?

Peter Roskothen

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fotojournalist sowie Fototrainer und schreibe auf *fotowissen für andere Foto-Amateure und ambitionierte Fotografen. Die digitale Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.

Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.

Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design. Bei Google Plus finden Sie mich unter Google+

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5 Kommentare

  1. Bis auf ganz wenige Ausnahmen mache ich den Abo-Terror nirgendwo mit.
    Eine solche Ausnahme ist Elma-Studios, die wunderschöne WordPress-Themes erstellen. Da zahle ich gerne die jährliche Gebühr. Aber die ist erstens erträglich und als Stammkunde gibt es zu Weihnachten immer eine 50%-Rabatt-Aktion.

    Aber jeden Monat für die Nutzung von PS zu bezahlen? Nein! Ich habe eine ältere PS-Version, die ich bezahlt habe und die mir gehört. Die setze ich ein, so lange es geht. Ein Abo für irgendeine Suite benötige ich nicht. Ich hätte dann zwar auch Zugriff auf andere Programme von Adobe, aber die will ich gar nicht.

    Daher besorge ich mir im Laufe der Zeit Alternativen. Um PDFs zu bearbeiten setze ich auf ein Drittprodukt und Filme bearbeite ich sowieso mit einem Apple-Programm (FCP). Für die Bildbearbeitung habe ich auch Affinity.
    Aber es ist so wie mit GIMP und anderen PS-Ersatzprogrammen, 100%ig stimmt der Workflow eben doch nicht mit dem Original überein. Und oft sitze ich da und überlege, wie denn was wohl funktionieren mag. Dann wird mir das zu doof, und ich fange an, wieder mit PS zu arbeiten.

    Der richtige Weg wäre, Adobe komplett die kalte Schulter zu zeigen und total auf Drittsoftware umzusteigen. In die arbeitet man sich dann richtig ein und gut ist’s.

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    • Peter Roskothen

      Vielen Dank, Peter, für den schönen Bericht und die Tipps! Ich denke mit einem kleinen Kurs für Affinity wäre sicher alles für die Zukunft abgedeckt. Dann sitzen auch die wichtigsten Handgriffe. Ich zeige meinen Kunden in meinen Kursen immer die besten Arbeitsabläufe und sie bekommen sogar ein Handout, damit das auch bei Pausen in der Nutzung nachlesbar ist. Aber ich merke, dass es nach der Schulung sofort sitzt und somit ist auch die Bildbearbeitung einfach erlernbar.

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  2. Habe ich das richtig verstanden, es gibt keinerlei Handbuch oder ähnliches um sich den work-flow anzueignen ? Bei PS Und LR gibt es eben schon x Videos und Lehrbücher.
    Als relativer Anfänger in Bildbearbeitung ist man ohne solche Unterstützung verloren…

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    • Peter Roskothen

      Das ist ein Missverständnis Ulrike. Es gibt Video Tutorials in Englisch (Vimeo) und auch Bücher in Verlagen. Wir werden sicher in Kürze ein Buch aus einem Verlag vorstellen, welches sich mit Affinity Photo in Version 1.5 beschäftigt.

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  3. Chris Kl

    Hallo Peter,

    ein guter Artikel und bestimmt eine spannende Software, gerade als Konkurenz zu Photoshop. Ich werde es ausprobieren und gerne mein Feedback geben.
    LG Chris

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