Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Adobe verarscht Kunden total – Software Miete – *Meinung

Meine Meinung zur Software-Miete: Adobe verarscht seine Kunden total und versucht massiv Kontrolle zu bekommen über den Software Markt. Es geht dabei nur um eins: Gier, Macht und Geld. Im Detail:

Adobe verarscht uns alle mit Software-Miete

Alles begann vor langer Zeit einmal mit der Programmierung von Postscript, später folgte Photoshop. Irgendwann programmierte Adobe zusätzlicher Software für den DTP-Bereich wie InDesign. Hinzu kam Software für die Videobearbeitung wie Premiere. Zwischendurch wurden Unternehmen wie Macromedia und damit Programme wie Freehand und Dreamweaver aufgekauft, um möglichst keine Mitbewerber mehr zu dulden. Korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liegen sollte. Inzwischen kann man als Beobachter des Unternehmens sicher von einer Monopolstellung in Sachen Software ausgehen.

Die Entwicklung von Adobe

Schon zu Zeiten von Adobe CS (Creative Suite) war nicht alles Gold, was glänzte. Adobe verlangte für die Versionen und für Upgrades horrende Summen. Es gab Photoshop für reichlich Geld zu kaufen (die Kaufversion ist im Grunde eine lebenslange Lizenz der Software, die Ihnen nicht gehört, aber die Sie nutzen dürfen).

Später wurde Lightroom eingeführt, welches für einen Apfel und ein Ei „verkauft“ wurde, um immer mächtiger zu werden und uns in die Creative Cloud zu überführen.

Plötzlich gab es die CS / Creative Suite für Photoshop, Premiere, InDesign und Dreamweaver nicht mehr. Man musste die Creative Cloud mieten oder sich Alternativen überlegen, nachdem uns der Hersteller intensiv an die Software gewöhnt hatte.

Schlimmer noch waren die Mietkosten: Anfangs gab es unter etwa EUR 24,- (der genaue Betrag ist mir nicht mehr bekannt) monatlich gar kein Photoshop zu mieten. Die komplette Miete aller Adobe Software Produkte sollte EUR 61,- monatlich kosten, wenn man sich für ein Jahresabo entschied. Natürlich gab es irgend einen Einführungspreis, der uns alle an den Haken nehmen sollte.

Als Adobe mit diesem Mondpreisen keinen Erfolg hatte, weil sich die meisten Privatanwender weigerten, für so viel Geld Photoshop zu abonnieren, machte man Fotoamateuren und Fotografen erste Zugeständnisse. Heraus kam wesentlich später ein Angebot von etwa EUR 12,- pro Monat für Lightroom und Photoshop als Mietversionen, welches man in einem Rutsch im Voraus für ein Jahr bezahlen muss.

Die Software-Miete

Unternehmen wie Agenturen, die mit der lizenzierten Software viel Geld verdienen, fürchten die Miete vielleicht nicht. Wohl aber fürchten sich Fotoamateure, die damit kein oder wenig Geld verdienen. Immerhin werden Sie diese Mietkosten lebenslang zahlen, denn Sie wollen Lightroom, Photoshop oder andere Software doch weiter nutzen?

Gerade erst, im Oktober 2017 hat Adobe der Kaufversion von Lightroom den Stecker gezogen. Es gibt keine LR Kaufversion mehr. Stattdessen werden ein paar undurchschaubare Versionen angeboten, die ich mich weigere, hier im Detail zu beschreiben. Mit allen Versionen versucht der Hersteller den Verbraucher in meinen Augen nur noch mehr zu verwirren und noch abhängiger zu machen. Wer weiß denn eigentlich noch, was in der Adobe Cloud passiert und warum ich Fotos unbedingt auf eine Adobe Cloud legen sollte, die zudem noch in der Größe beschränkt ist?

Schon zuvor hatte Adobe versucht, uns alle in die CC, das heißt, in die Miete zu überführen. Im Internet war die Adobe Kaufversion namens Lightroom 6 schwer aufzufinden. Der Hersteller ließ Features wie „Dunst entfernen“ in Updates der Kaufversion weg. Adobe versuchte in meinen Augen alles, um uns Fotografen immer mehr in Richtung Miete zu drängen und die Kaufversion im Internet unsichtbar zu machen.

Dabei hat Adobe im Jahr 2016 1.168,78 Millionen Dollar nach Steuer verdient. Wenn ich das richtig sehe, dann sind das etwa 1,16 Milliarden Gewinn. Das Mietkonzept der Creative Cloud scheint sich also durchaus auszuzahlen.

Adobe Aktienkurs bis 2017

Das Konzept ist sehr schlau, geht aber wie ich finde, an den Bedürfnissen einzelner Nutzer, Designer, Fotografen und Fotoamateure vorbei. Ich erkenne bei dem Aktienunternehmen Gier nach Dividende, Gewinn und Macht als Ziele.

Für jegliche Software von Adobe gilt: Gerne mieten Unternehmen die Software, aber Privatanwender und Fotoamateure hätten sich Kaufversionen gewünscht.

Kaufversionen werden von Adobe bis auf Photoshop Elements meines Wissens nicht mehr angeboten. Wir haben demnach am Beispiel von Lightroom den gesamte Lernprozess hinter uns, haben unsere tausenden Fotos mit Lightroom bearbeitet und verschlagwortet. Das sind hunderte bis zehntausende Stunden von Arbeit pro Person, die wir unter Umständen einbüßen, falls wir jetzt zu einer alternativen Kaufversion eines anderen Anbieters wechseln möchten. Und auch dort ist nicht klar, wann der Anbieter ähnlich gierig wird, wie Adobe.

Positives der Software-Miete

Sicher ist es positiv, dass es Unternehmen gibt, die Software weiter entwickeln und uns nicht plötzlich im Regen stehen lassen. Softwareentwicklung muss sich für ein Unternehmen lohnen. Das Letzte was sich Fotoamateure und Fotografen wünschen, sind Desaster wie die von Apples Aperture, welches einfach vom einen auf den anderen Tag eingestellt wurde.

So genannte Freeware und Donationware ist schon so oft aus dem Boden gestampft worden und verschwand wieder von der Bildfläche. Auch das hat niemals jemandem geholfen.

Die monatliche Miete ist damit für den Verbraucher und das Unternehmen eine sichere Art auf das richtige Unternehmen, und damit auf die richtige Software zu setzen.

Negatives der Software-Miete

Wenn Sie für Software keine Miete mehr zahlen, dann können Sie Ihre Software nicht mehr nutzen. Im Falle von Lightroom heißt es, dass Sie Ihren Fotokatalog, Ihre Schlagworte und Bildbearbeitungsschritte verlieren. Falls Sie sich im Alter, in der Rente, in der Pension die Software nicht mehr leisten können, dann stehen Sie mit einem wunderschönen Hobby, aber ohne Bildbearbeitungssoftware da.

Die Kosten für die Mietversion können leicht auch angehoben werden. Das wird sicher irgendwann bei Adobe passieren, denn das Unternehmen ist aktionorientiert. Übersetzt heißt das so viel wie „gierig“.

Möchten Sie EUR 24,- pro Monat für Lightroom zahlen? Das ist die Frage, die Sie sich stellen können. Denn das hatte Adobe ja schon zu kassieren versucht, für die Nutzung von Photoshop, als man vor Jahren von der CS auf CC wechselte.

Die Indizien zeigen, dass es nicht wirklich um die Software geht, nicht um den Verbraucher, den Fotografen, sondern nur um den Aktienkurs.

Und vermutlich deshalb sind viele Verbraucher so skeptisch gegenüber Software-Miete und gegenüber Adobe als Urheber der Software.

Sicher ist in einem aktiennotierten Unternehmen wie Adobe nur, dass es um Gewinnsteigerungen geht. Damit ist auch sicher, dass wir alle in Zukunft immer mehr für die Software zahlen werden.

Adobe verarscht uns alle richtig

Die folgende Frage wurde im Lightroom Journal am 6. Mai 2013 gestellt:

„Q. Will I still be able to purchase Lightroom 5 outside of the Creative Cloud“

Adobe antwortete:

„A. Yes. Lightroom 5 will continue to be available as a standalone product, available for purchase as an Electronic Software Download(ESD) or as a boxed product with a traditional perpetual license.“

Zu Deutsch, frei übersetzt:

„Lightroom wird auch nach der Verison 5 als eigenständige Version verfügbar sein, als Download oder Boxversion, als traditionelle unbefristete Lizenz.“

Adobe bietet Lightroom ab Oktober 2017 nicht mehr als Kaufversion an.

Adobe Forum Frage und Antwort. Eine Lüge von Adobe

Alternativen zu Adobe

Es gibt Alternativen zu Adobe. Das Unternehmen Serif hat die Bildbearbeitungs-Software Affinity Photo entwickelt und eine DTP Software namens Affinity Designer. Man munkelt, dass das Unternehmen auch eine ähnlich funktionierende Bildverwaltungs-Software wie Lightroom programmiert. Bei diesem Unternehmen gibt es übrigens ausschließlich Kaufversionen der Software. Wohl deshalb hat die Software so einen großen Zugewinn erfahren.

Affinity Photo von Serif - kein Abo sondern Kauf

Affinity Photo von Serif – kein Abo sondern Kauf

Abwarten und Aussitzen

Die Software-Miete ist für viele Menschen eine reine Abzocke. Man sollte warten und sich die Alternativen überlegen. Immerhin gibt es hervorragende andere Software auf dem Markt wie OnOne, CaptureOne & Media Pro und viele weitere.

Eventuell haben wir mit dem Unternehmen Serif bald auch eine Rettung unserer fotografischen Bildverwaltung in Sicht. Die komplette Adobe Software ist für viele Anwender eine Sackgasse, ein totes Ende. Und wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Selbst wenn Adobe auf Grund der massiven Kritik von Nutzern jetzt noch eine Kaufversion anbieten sollte, darf man sicher sein, dass es nur gierig nach vorne blickt und es nicht anbietet, um uns Anwendern einen Gefallen zu tun. Es geht nur um… – Sie erraten, was ich sagen möchte.

Mir ist persönlich schleierhaft, wie die Europäische Union das Unternehmen duldet und ich wäre glücklich, wenn man Adobe zu einer milliardenschweren Strafe für die Ausnutzung des Monopols und zur zukünftigen Publikation von Kaufversionen verdonnern würde. Gab es nicht schon ähnliche Strafzahlungen gegen Microsoft und Google wegen wesentlich leichterer Vergehen?

Was halten Sie von Adobe und der neuesten Entwicklung der Lightroom Software? Schreiben Sie mir bitte Ihren Kommentar unter dem Artikel. Ich freue mich über Ihre Meinungen!

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Fototrainer, Fotojournalist – Adobe verarscht Kunden total – Software Miete – *Meinung

Peter Roskothen

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fotojournalist sowie Fototrainer und schreibe auf *fotowissen für andere Foto-Amateure und ambitionierte Fotografen. Die digitale Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Fotogenre und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe.


Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu Ihren besseren Fotos beitragen. Dabei beschäftigen wir uns nicht mit Pixelzählen, sondern mit Technik für Menschen und den Bildern im Speziellen (Fotoblog). Im Fotoblog helfen wir Fotos zu analysieren und konstruktiv nach vorne zu bringen. Übrigens stellen dort viele meiner Fotokursteilnehmer ihre Bilder aus.


Meine ganz eigene Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign finden Sie unter Peter Roskothen Fotokunst & Design. Bei Google Plus finden Sie mich unter Google+

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6 Kommentare

  1. Hallo Peter, dein Artikel trifft es genau ins Schwarze. Als Profi würde ich mich extrem nerven, dass mir eine Mietversion aufgezwungen wird, und ein Wechsel mit grossen Umtrieben verbunden ist. Als Amateur ist es noch schlimmer, da das Programm nicht ständig gebraucht wird. Ich persönlich benütze für meine Nikon die internen Programme Capture NX-D und View NX. Damit kann ich mit meinen RAW-Dateien eigentlich fast alles machen, was das Herz begehrt. Aber leider unterstützt das Nikonprogramm natürlich nur die Objektivkorrekturen der eigenen Objektive, die Fremdobjektive gehen leer aus. Deshalb ist ein externes Bildbearbeitungsprogramm sinnvoll, aber es soll preislich einigermassen im Rahmen sein. Wie du erwähnt hast, gibt es zum Glück Alternativen, so Affinity oder auch die neuen Programme von Corel, die als Kaufversion erhältlich sind. Ich habe mich auch in anderen Foren umgesehen und der Trend ist eindeutig: 80 % finden, dass Adobe zu weit gegangen ist und wollen wechseln. Ob sie es dann auch tatsächlich tun, ist natürlich eine andere Sache.
    Gruss Rolf

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  2. Ich halte es für stark übertrieben, Gewinnsstrebigkeit mit Gier gleichzusetzen. Gewinn brauchen Unternehmen, um u.a. Innovation und Investitionen zu finanzieren. Das Ergebnis gibt Adobe für das Mietmodell in einem gewissen Sinne Recht, auch wenn es aus einer starken, im Profisegment wohl marktbeherrschenden Stellung heraus zustande gekommen ist. Und USD 9.99 bzw. CHF 11.90/Monat für das Foto-Abo sind auch zu verkraften, wenn es denn dabei bleibt. Aber ich gehöre auch zu denen, die das Mietmodell vermeiden und nicht abhängig werden wollen. Ich schaue mir deshalb die Entwicklung im Markt mit on1 Raw, Affinity, Luminar etc. genau an. Ich verwende zZ LR5.7 und CS5, für die RAW-Entwicklung nun vermehrt CNX-D, weil LR nach meinem Geschmack die Hautfarben nach wie vor unnatürlich und nicht Nikon-like wiedergibt. Aber vielleicht mache ich es auch nur falsch.

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  3. Aufgrund Ihres Artikels habe ich mir heute online die Vollversion von Adobe Lightroom 6 bestellt (solange diese noch lieferbar ist). Ich bin bereits Abonnent des Adobe Photoshop & Lightroom CC Angebots und habe dieses nun versucht zu kündigen. Jetzt soll ich eine Kündigungsgebühr von 50% der Jahresmiete bezahlen… Also eine weitere Massnahme die Kunden an das Mietmodell zu binden. Deshalb kann ich Ihre Meinung nur unterschreiben, das ist wirklich reine Abzocke…
    Es bleibt mir nun nichts anderes übrig, als das Abo nun weiterhin zu benutzen (denn eine Kündigungsgebühr zahle ich sicher nicht und habe gleichzeitig keinen Zugriff mehr) und die Kaufversion in der Hinterhand zu halten bis die Mindestabodauer erfüllt ist und ich korrekt kündigen kann…

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    • Peter Roskothen

      Mario, Sie werden lachen, was als nächster Artikel zum Thema Lightroom von Adobe folgt… danke für den Kommentar!

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  4. Die Kündigungsgebühr ärgert mich auch, steht aber in den AGB. Ist sowas wie die Vorfälligkeitsentschädigung bei Banken.

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  5. Ich hatte mir Lightroom 6 gekauft und eine Abo-Version kommt füt mich nicht in Frage.
    Da ich ein ambizionierter Hobby-Fotograf bin und bleibe ist ein das Abo eine Kostenfalle.
    So etwas lehne ich ab. Ich habe lightroom deinstalliert und werde eine Alternative wählen.
    Zum Glück stehen einige Programme zumindest in Zukunft zur Verfügung. Tschau Adobe!
    Gruß Manfred

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