Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Projekt Fotobuch erstellen: Eight Days in HonKonG

Ein Fotobuch: Erfahrungsbericht über die Vorbereitung und Erstellung eines Fotobuches

Nachdem fest stand, dass die diesjährige Urlaubsreise nach Hongkong ging kamen alsbald, neben den üblichen Vorbereitungen, die Fragen zum Fotografieren auf. Da diesmal eine Städtereise auf dem Plan stand, war die fotografische Theorie eigentlich ganz einfach, oder auch nicht. Viele Fragen wollten bedacht werden: Welches Objektiv nimmt man (oder Frau) mit? Muss das gesamte Equipment mit? Brauche ich Blitze? Wie kann ich meine Fotos zeitnah in einem Fotobuch festhalten?

Vorbereitung und Ausrüstung

Letztendlich auf die Reise mitgenommen haben wir:

  • Kameras: jeweils eine Nikon D610 und D750
  • Objektive: Nikkor 18-35mm 1:3,5-4,5G, Nikkor 28-300mm 1:3,5-5,6G, Sigma 24-105mm 1:4DG, Nikkor 85mm 1.8
  • Dreibeinstativ
  • diverse Kleinigkeiten (Fernauslöser, Filter, …)

Neben der Ausrüstung stellte sich mir noch die Frage der Datensicherung. Ebenso hatte ich die klare Vorstellung, dass diesmal ein Fotobuch über die Reisen nach Hongkong erstellt werden sollte. Bei der Datensicherung stand schnell fest, dass die gemachten Aufnahmen nicht nur auf den SD-Karten gespeichert werden sollten. Dieses Vorgehen erschien uns zu unsicher. Da ein Laptop auch zum Reisegepäck gehörte, war die Sicherung der Fotos auf einer externen Festplatte naheliegend.
Also wurde eine externe Festplatte vom Typ WD-My Passport 4TB auch im Reisgepäck verstaut. Ebenso war als weitere Sicherung das Hochladen in eine Cloud vorgesehen. Sicher ist sicher! Da ich Amazon Prime Mitglied bin, lag nahe die Fotografien täglich in AmazonDrive via WIFI zu sichern. Für mich ein Test, um ggf. auf einen externe Festplatte bei späteren Reisen verzichten zu können.
Da zum ersten Mal die Erstellung eines Fotobuches zeitnah nach der Reise das Ziel sein sollte, musste ich zielgerichteter vorgehen als sonst. Die letzten Versuche einen Fotobuch zu erstellen waren immer sehr zeitintensiv und selten von Erfolg gekrönt. Also war mein Plan, mit System an die Sache heranzugehen! Um eine Strategie zu entwickeln, wurden jede Menge YouTube Videos geschaut und Testberichte über die Anbieter von Software für Fotobüchern gelesen. Z.B. das Magazin der Fotocommunity 1/2017.
Aber die Grundidee sollte für mich etwas Revolutionäres sein, denn das Fotobuch sollte bereits während der Reise entstehen! Der Plan war, jeden Tag schon das Fotobuch zu gestalten und die Fotos täglich auszusuchen. Dadurch sollten die frischen Eindrücke direkt verarbeitet werden und die Auswahl der Aufnahmen leichter sein. Natürlich sollten auch täglich Keywords den Fotos zugeordnet werden.
Als Software habe ich mich für die Version von Pixum entschieden. Diese war für mich am besten bedienbar und Maike hatte schon einige Erfahrung mit dem Programm. Es gibt aber noch jede Menge anderer Anbieter wie CEWE, Blurb, Saal, WhiteWall usw. Da sollte jeder das Programm nutzen, welches er am praktikabelsten findet.
Also alles bestens vorbereitet und los ging es via Frankfurt nach Hongkong.

In HongKong

Am Ankunftstag machten wir abends  einen ersten Stadtspaziergang und schon die ersten Fotos. Also nun wie geplant vorgegangen, die Fotos mit Keywords versehen und auf der Festplatte gesichert.
Maike hatte wunderbare Stadtspaziergänge ausgearbeitet und natürlich waren unzählige Eindrücke dabei, welche fotografisch festgehalten werden mussten. Und schon war ich beim ersten Problem, die Menge der entstandenen Fotos war einfach enorm. Zumindest bei mir, Maike sieht das etwas anders 🙂 Durch die Anzahl der Fotos wurde mein Plan, das Fotobuch während der Reise zu erstellen, schon nach dem ersten Tag über Bord geschmissen. Ca. 300 bis 400 Fotos täglich warteten darauf betrachtet und dann auch noch ausgewählt zu werden. An diesem Punkt bin ich an die Grenzen meiner Entscheidungsfreudigkeit gekommen. Dieses Vorgehen mag auf einer Kreuzfahrt oder einem Strandurlaub funktionieren (das war das Beispiel aus den Videos), ist aber in einer Stadt wie Hongkong einfach zu aufwändig und arbeitsintensiv. Vielleicht lag es dann aber auch an meiner fehlenden Disziplin dies konsequent durchzuziehen, aber schließlich war ich ja auch im Urlaub! Ich zolle jedem Respekt, der es während einer Urlaubsreise schafft ein Fotobuch direkt zu erstellen.
Diesbezüglich bin ich gespannt auf eure Kommentare und Erfahrungen…
Was aber weiterhin Pflichtaufgabe war, war die Bilder mit Keywords zu versehen. Diese waren zum Beispiel der Stadtteil, Tempel oder die Straße in der wir unterwegs waren. Als weitere Orientierung habe ich immer parallel mit dem Handy Fotos gemacht um GPS Daten zu erhalten. Die Nikon D750 oder D610 bieten das nicht serienmäßig an, dafür benötig man einen externen GPS Adapter.
Das zweite Problem mit der Datenmenge war das Hochladen in AmazonDrive. Das Wifi im Hotel hatte nicht gerade die größte Bandbreite, so dass nach dem zweiten Tag dieses Vorhaben leider auch gestrichen wurde. Aber die Datensicherung auf der externen Festplatte war weiterhin eine Pflicht, auf die ich täglich nicht verzichtet habe.

Zurück Zuhause

Zuhause angekommen war erstmal das Sichten der Fotos angesagt. Die schlechtesten Aufnahmen hatte ich schon während der Sichtung und Sicherung im Hotel ausgesondert.
Als nächstes machte ich mir Gedanken, was ich mit dem Bildband zeigen will. Dadurch entstand eine Struktur, nach der ich die Bilder ausgewählt habe. Für mich standen meine persönlichen Eindrücke und Emotionen im Vordergrund. Die Stadt hat mich voll eingefangen und gefesselt. Vor allem die Menschen, die dort leben haben mich beeindruckt. Dazu die Vielfalt und Freundlichkeit der gesamten Stadt und der Bewohner.
Dies war mein Inhalt, den ich in diesem Bildband zeigen und vermitteln wollte. Die bekannten Postkartenmotive der Stadt kann man besser in professionellen Reiseführern sehen, aber sie ganz zu vermeiden war mir am Ende dann auch nicht möglich.
Die Aufgabe der nächsten Wochen bestand aus konsequentem Bearbeiten der Bilder und disziplinierter Arbeit an den Feierabenden. Dabei mussten Fragen beantwortet werden wie, welche Papiersorte wird ausgewählt, matt oder glänzend, wie positioniere ich die Fotos auf den einzelnen Seiten, welcher Hintergrund wird gewählt usw.

Für eine große Stadt musste meines Erachtens ein großes Format her.  Somit habe ich mich für das „Pixum Fotobuch XL“ quadratisch, 30 x 30cm, Hardcover, Fotopapier matt mit „Layflat-Bindung“ entschieden. Beim Zusammenfügen des Buches werden die Seiten in der Mitte dann flach gefalzt. Das Fotobuch lässt sich so komplett eben öffnen. Durch die Auswahl der Farbfotografien bin ich zu der die Erkenntnis gelangt, dass ich noch ein zweites Fotobuch in schwarz-weiss erstellen werde. Dieses ist gerade in Arbeit.
Intensiv habe ich etwa 4 Wochen am Fotobuch gearbeitet, bevor ich die Bestellung online übermittelt habe. Kurz darauf war der Tag endlich da und ich konnte das Ergebnis in den Händen halten.

Mein persönliches Fazit

Das Fotobuch erfüllt meine Erwartungen an Aussehen und Papierqualität voll und ganz. Wichtig war hier auch die Wahl der Version mit der Layflat-Bindung, dadurch kommen die Fotos über zwei Seiten erst richtig zur Geltung. Ebenso bin ich mit meiner getroffenen Auswahl und Anordnung sehr zufrieden. Wobei ich nach zwei Wochen doch ein paar Fotos anders anordnen würde. Ich bin sehr zufrieden mit der Pixum-Fotosoftware und deren Handhabung. Das Einzige was mich am Ergebnis etwas stört, ist das große Pixum-Logo auf dem Rücken des Fotobuches. Dieses war meines Wissens nach nicht zu entfernen. Bei anderen Anbietern (Saal) ist das möglich, allerdings nur gegen Aufpreis. Das gesamte Fotobuch fühlt sich, auch vom Einband her, richtig gut an.
Den Ansatz, ein Fotobuch während der Reise zu erstellen, werde ich erstmal nicht weiter verfolgen. Die notwendige Zeit und Ruhe war einfach während des Städtetrips nicht vorhanden. Die Datensicherung via Festplatte und SD-Karten hat einwandfrei funktioniert, die Version via WIFI könnte, wenn es die Verbindungsqualität zulässt, ein zusätzlicher Backup sein. Als einen der wichtigsten Schritte möchte ich Zuordnung von Keywords vor Ort nennen. Dies erleichterte die Orientierung in der Nachbearbeitung erheblich. In Lightroom ist dieser Arbeitsschritt auf dem Laptop problemlos möglich.
Hier noch einige Eindrücke der Reise.

Ich würde mich über Eure Kommentare und Erfahrungen zu diesem Thema sehr freuen. Natürlich ist auch Kritik jederzeit willkommen.

 

Michael Scheelen

Autor: Michael Scheelen

Im Jahre 2011 bekam ich eine Nikon D5000 geschenkt. Seit dem bin ich vom Virus der digitalen Fotografie infiziert. Die Basic`s und mehr habe ich in der Fotoschule Roskothen gelernt. Mittlerweile wurde die Nikon D610 gegen eine Nikon D750 ausgetauscht. Schwerpunkte meiner Fotografie sind Menschen aber auch Landschaften und Architektur. Weitere Fotos von mir sind auf Instagram/departure99 zu finden.

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2 Kommentare

  1. Britta Dicken

    Hallo Michael,

    eine interessante Idee, die Du da verfolgt hast 🙂 Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie viel Arbeit ein Fotobuch macht und wie lange sich das hinziehen kann.
    Seit unserem ersten gemeinsamen Urlaub mache ich von allen unseren Reisen, teilweise auch von Kurztrips, Fotobücher. Das sind immerhin jetzt schon 13 Jahre und das Regal läuft schon über. Allerdings sind es bei mir keine reinen Fotobücher, sondern Foto-Reisetagebücher. D.h. ich schreibe jeden (!) Abend Stichpunkte (oder auch mehr – je nach Tagesform und Erschöpfungsgrad) in mein kleines Tagebuch. Das Notebook ist zu diesem Zeitpunkt mit der Sicherung der diversen Speicherkarten ausgelastet und belegt. Wir haben also, wenn wir zu Hause ankommen, pro Tag die Notizen und einen Tages-Foto-Ordner. Tatsächlich haben wir diese Struktur schon aus Vor-LR-Zeiten, so dass es ein riesiger Aufwand gewesen wäre die alten Bilder in LR zu katalogisieren. Wir haben unsere Technik einfach beibehalten.
    Den Tagesordner unterteilen wir in Unterordner, ja nach besuchtem Ort/Museum etc. das hat für mich den Vorteil, das ich keine 500 Bilder in LR laden muss, sondern Ordner mit mal und mal weniger Bildern bearbeiten kann.
    Wenn die Bilder dann alle bearbeitet sind, was auch schon mal ein paar Wochen oder Monate heißen kann, formuliere ich das Tagebuch aus und suche die passenden Bilder zu dem Text. Den Text erstelle ich in Word und in separaten Ordnern, in denen die ausgewählten Bilder ebenfalls wieder sortiere. Danach erfolgt „einfach nur noch“ das Setzen des Textes und der Bilder in der Fotobuchsoftware per copy and paste. Von einem 10 tägigen Urlaub kommen so schon mal schnell ein/zwei Fotobücher á mehr als 200 Seiten zusammen.
    Ja, es ist sehr viel Arbeit, aber es hat zwei entscheidende Vorteile:
    1. Der Urlaub dauert gefühlt viel länger, weil man sich auch Wochen später beinah täglich mit dem Erlebten beschäftigt, ob nun beim Schreiben der Texte oder der Bearbeitung/Auswahl der Bilder = höherer Erholungsfaktor!
    2. Wenn man nach einiger Zeit die Fotobücher wieder zur Hand nimmt (dauert bei mir auch schon mal Monate – je nachdem wie aufwändig und langfristig die Erstellung war), ist man direkt wieder im Urlaub, wenn man die Bilder sieht und die Texte liest.

    Ich arbeite seit Anfang an mit Fotobuch.de und konnte für meine Belange bisher noch keine (für mich) bessere Software finden. Dadurch, dass ich viel mit (langen) Texten arbeite, kommt die ein oder andere Software gar nicht in Frage oder lässt sich nur suboptimal bedienen. Hinzukommt, das ich bei Fotobuch.de nur ein winziges Logo aus der letzten Seite habe (nicht auf dem Cover!) und ich von der Druckqualität recht angetan bin. Reklamationen, das darf man nicht verschweigen, hat es auch gegeben und wurden sehr kulant abgewickelt. Ich denke, der ein oder andere Fehler ging eher zu meinen Lasten. Die Hotline ist immer gut zu erreichen und kann kompetent alle Fragen beantworten. Zudem gibt es immer wieder Rabattaktionen, so dass die Bestellung der Fotobücher nicht ganz so arg ins Geld geht.

    Fotobücher, egal wie man sie gestaltet, sind eine tolle Idee und für Mitreisende übrigens auch immer ein tolles und sehr persönliches Geschenk 🙂

    LG
    Britta

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    • Michael Scheelen

      Hallo Britta, lieben Dank für deinen Kommentar.
      Dabei sind interessante Anregungen und Tipps welche ich mir mal durch den Kopf gehen lassen und ggf. übernehmen werde. Deine Erfahrungen zeigen aber auch wie arbeitsintensiv das Thema ist. Ich persönlich mag mehr die Bilder sprechen lassen und reduziere es darauf.
      Den Tip mit Fotobuch.de werde ich, nach deinen positiven Erfahrungen,weiterverfolgen.
      Liebe Grüße
      Michael

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