Was man sieht, ist was man bekommt – quadratische Fotos

Ich bin ein Verfechter der Theorie: Was man sieht, ist das, was man bekommt. Was ich damit meine ist, daß ich ein s/w Foto nur erhalte, wenn ich auch s/w denke und gucke. Wenn ich einen Orange-/Gelb-/Rotfilter vor der Kamera habe oder zumindest im Digitalzeitalter im Display ein s/w-Foto angezeigt bekomme, dann sehe ich ein schwarz-weißes Foto eher als solches und kann es auch fotografieren. Ein s/w Foto mit einer Farbkamera, sprich mit einem Farbdisplay zu machen, halte ich für sehr schwierig. Immerhin haben manche neueren digitalen Kleinbild-Spiegelreflexkameras auch einen s/w-Anzeigemodus im Display, mit dem die s/w-Fotografie leichter fällt.

Ich erhalte ein quadratisches Foto aus einer Rollei Mittelformat oder Hasselblad-Kamera (es gibt noch andere Hersteller). Wenn ich ein Foto mit einer Kleinbildkamera mache, dann erhalte ich meist 2:3 oder 3:4 Formate. Das ergibt zwar nachträglich manchmal auch softwaretechnisch ein quadratisches Foto, aber da ich es nicht quadratisch aufgenommen habe, sondern im Quer- oder Hochformat, ist es meist auch nicht als quadratisches Foto geeignet, denn ich habe bei der Aufnahme nicht als solches gemeint und angelegt. So habe ich zum Thema quadratische Fotografie gerade bei Calumet eine Anfrage gestartet, welches die preiswerteste Methode ist, digital quadratisch zu fotografieren. Und ich habe ein sehr gutes Angebot über 7.500 EUR netto für ein Digitalback erhalten. Dazu müsste man aber noch eine Hasselblad haben. Insgesamt ist man also mit ca. EUR 11.000,- inklusive Mehrwertsteuer dabei.

Im Hinblick auf so gute Kameras wie die Panasonic DMC-LX1, die drei Formate (3:2, 4:3, 16:9) fotografieren kann, wundere ich mich, daß es bislang keinen Hersteller gibt, der ein quadratisches Format zuläßt. Auch in Spiegelreflexkameras müsste es doch möglich sein, eine Blende einzubauen, die die Sicht beschränkt und gleichzeitig den Chip auf 1:1 reduziert. Natürlich hat man so nicht mehr die gesamte Fläche des herkömmlichen Chips genutzt und hat eine kleinere Datenmenge, sprich ein kleineres Foto, welches mich aber bei 10-12 Mio. Pixeln brutto nicht stark stören würde. Es blieben immer noch 7-8 Mio. Pixel netto übrig. Damit hat man meist genügend Pixel im engagierten Amateurformat. Ich weiß nicht, ob es vielleicht eine so einfache Möglichkeit wie einen Filter für quadratische Fotos gibt, den man vor das Objektiv setzen kann? Vielleicht hat jemand eine Idee?

Nun hat Ricoh die erste Kamera vorgestellt, die quadratische Fotos erzeugt: die Caplio GX100. Diese Kamera kann man auf ein 1:1 Aufnahmeformat reduzieren. Ich werde diese Kamera in Kürze testen und hier vorstellen. Ich freue mich, daß ein Anbieter mal mitdenkt und diese für eine kompakte Kleinbildkamera einfache Option anbietet.

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