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HDR-Fotografie – Fotowissen für den Spaß am HDR-Fotografieren

Peter Roskothen | 29. Oktober 2009

HDR-Fotografie wird immer bekannter und ist in aller Munde. Die HDR-Fotografie  (High Dynamic Range Imaging) kommt dem menschlichen Auge entgegen, welches viele Vorzüge im Vergleich zu einer Kameratechnik hat. Zum einen kann das menschliche Auge helle Bereiche sowie dunkle Bereiche des Motivs sehr viel besser erfassen als die durchschnittliche Kamera (analoger Film kann etwa 8 LW-Stufen, das menschliche Auge 14 LW-Stufen differenziert aufnehmen. Eine Ausgabe auf Fotopapier differenziert nur noch etwa 6 LW-Stufen.). Zum anderen sieht das Auge (und Hirn) anders als die Optik und erfasst viele Dinge, welche aber auf einem Foto nicht mit drauf sind (z. B. die Umgebung in der wir uns beim Fotografieren befinden, oder was wir gerade in einem anderen Blickwinkel gesehen haben – ganz abgesehen vom räumlichen Sehen).

Foto aus HDR erstellt - Meran im Herbst © Peter Roskothen

Foto aus HDR erstellt – Ialiens Meraner Gegend im Herbst © Peter Roskothen

Die HDR-Fotografie hilft die Hell-Dunkel-Bereiche gut darzustellen. Gerade auch im Herbst sind viele Hell- und Dunkeltöne in Motiven zu finden. Die großen Helligkeitsunterschiede sind für eine herkömmliche Kamera kaum zu erfassen. Ein Ausweg aus dem Dilemma ist es den Dynamikbereich der Kamera “künstlich” zu erhöhen, indem wir ein HDR-Foto (genannt auch “HDRI-Foto”)  erstellen.

Beim High Dynamic Range Imaging (HDR) werden beim Fotoshooting mehrere Fotos des gleichen Motives mit verschiedenen Belichtungen erstellt. In der Regel sind es drei Fotos, die erstellt werden. Das eine Foto mit der Belichtung, wie sie normaler Weise mit der Messung der Kamera gemacht würde, einer Belichtung die überbelichtet ist (+2 LW um die dunklen Partien/”Tiefen” des Motivs besser herauszuholen) und einer Belichtung die unterbelichtet wird (-2LW um die hellen Partien/”Lichter” wie den Himmel besser zu erfassen). Die drei (oder mehr) Fotos werden mit einer Software wie Photoshop oder Photomatix Pro ineinander gerechnet und dann zu einem Foto vereinigt (HDRI-Foto). Danach wird das Foto auf ein LDR-Format (Low Dynamik Range) zurückberechnet, welches wir uns mit den “normalen Monitoren” ansehen können (der Vorgang an sich nennt sich “Tonemapping“). Ein HDR-Bild ist nämlich auf den heutigen bezahlbaren Monitoren nicht darstellbar und wird deshalb auf ein darstellbares Format (hierzu dient das Tonemapping, welches den Dynamikbereich wieder beschneidet) zurückberechnet. So geanannte “BrightSide-Monitore” werden aber sicherlich auch irgendwann in bezahlbarer Form kommen (im Moment noch sehr teuer).

Die HDR-Fotografie beschränkt sich auf Kameras, bei welchen eine feste Blende mit verschiedenen Verschlusszeiten einstellbar ist. Also auf SLR- (Spiegelreflex) und so genannte Bridge-Kameras. Bridge-Kameras sind digitale Fotoapparate, die eine Technik wie eine Spiegelreflex-Kamera haben, bei denen aber das Objektiv (meist Zoom) nicht tauschbar ist. Bridge-Kameras liegen technisch um preislich meist zwischen Spiegelreflex und Kompaktkameras. Erwähnt sei auch, daß es inzwischen Spiegelreflexkameras gibt, die HDR-Fotos schon in der Kamera fertig stellen. Nach meinem Wissen ist die Pentax K20D und die K200D die erste Kamera mit eingebauter HDR-Technik. Auch diese Kameras erstellen drei Aufnahmen, rechnen diese aber bereits kameraintern zusammen.

Die feste Blende über die drei oder mehr Aufnahmen dient dazu, die Schärfentiefe bei allen drei Fotos zu erhalten. Auch die Fokussierung sollte man vorher einstellen und auf Manuell statt Autofokus wechseln, damit sich diese nicht bei allen drei Fotos ändert. Ein Stativ ist eine gute Idee, aber man kann die Fotos auch aus der Hand machen, vorausgesetzt es ist hell genug und ich habe entsprechend kurze, verwacklungsfreie Belichtungszeiten/Verschlusszeiten. Viele Spiegelreflexkameras haben bereits die Funktion “Auto Exposure Bracketing (AEB)“, bei der die Blende gleich bleibt und die Kamera drei Fotos in Folge macht, die mit gemessener oder frei eingestellter Belichtung und +2LW und -2LW (auch andere, kleinere Werte sind einstellbar) aufgenommen werden. Wer HDR-Fotos macht ist auch gut beraten, das RAW-Format der Kamera zu nutzen (statt JPG). Ich möchte auf den technischen Hintergrund an dieser Stelle nicht eingehen, aber RAW ist in jedem Falle von Vorteil für diese Art der Fotografie).
Noch ein Tip: in den so genannten Custom-Programmen (C1/C2/C3) der modernen Spiegelreflexkameras, ist es möglich eine HDR-Aufnahme vorzubereiten. Speichern Sie z. B. Manuelle Fokussierung, das Prgramm Zeitautomatik (Blendenvorwahl, Verschluß-Zeit wird automatisch von der Kamera eingestellt) und das Auto Exporsure Bracketing, einen guten ASA-Wert und einen 2 Sekunden Selbstauslöser Wert, macht so manche Kamera die Fotos genau wie gewünscht auf Knopfdruck und gleich in Serie.

Die wohl bekannteste HDR-Bearbeitungssoftware heißt im Moment (Stand Oktober 2009) Photomatix (erhältlich für MAC und Windows). Es gibt noch sehr viele andere Programme wie Photoshop CS4, Picturenaut, FDRTools etc. die erwähnenswert sind. Aber ich persönlich nutze momentan Photomatix Pro in der neuesten Version, da sie für mich am einfachsten zu bedienen ist und zeitlich akzeptable Resultate bietet.

Manchmal haben HDR-Fotoergebnisse den Effekt sehr künstlich auf den Betrachter zu wirken. Das war vor allem in Photomatix immer so, bevor die neueste Version V3.x auf den Markt kam. In der neuen Softwareversion ist es möglich den Effekt des Tonemappings (des Zurückberechnens auf darstellbares Format) von “Standard” über “Natürlich”, “Malerisch” oder “Grunge” einzustellen. Dazu kann man in Photomatix Pro noch alle Einstellungen des Tonemappings korrigieren oder gleich von Hand einstellen. Heraus kommt ein Ergebnis, das die Vorzüge aller drei oder mehr Belichtungen vereint: Gute Tiefen und Lichter.

Auch den Weißabgleich kann man in Photomatix einstellen. Das ist sehr nützlich, denn bei drei Aufnahmen wird die Kamera in der Regel auch drei verschiedene Weißabgleiche gemacht haben (merkwürdig oder?). Wenn man Photomatix Pro nicht als Standalone Software nutzt, sondern die Fotos z. B. aus Lightroom an Photomatix übergibt (Datei – Zusatzmoduloptionen – Export to Photomatix Pro), dann kann man vorher den Weißabgleich und andere Einstellungen vornehmen. Diese Werte werden an Photomatix übergeben.

Gegen das so genannte “Ghosting” hat Photomatix einige Einstellungen parat. Im Herbst wie auch sonst sind HDR-Fotos meist nicht so ganz einfach, wenn Blätter an den Bäumen sich bewegen und hinterher zu seltsamen Überblendungen (”Ghosting”) neigen. Anders als bei Bewegungsunschärfe sieht es dann so aus, als würde ein Blatt an drei Stellen im Bild gestanden haben, ist aber dabei leicht durchsichtig. Auch die Wolken, Menschen und Autos bewegen sich. Die HDR-Fotografie ist z. B. für Sportfotos nicht geeignet.

Ein Vergleich des normal erstellten Fotos mit dem Ergebnis nach der HDR-LDR Wandlung
Normal belichtetes Foto (Foto #1/3 für die Berechnung)
Das zweite Foto (-2LW), welches für die Berechnung verwandt wurde
Das dritteFoto (+2LW), welches für die Berechnung verwandt wurde
Ergebnisfoto aus drei Belichtungen erstellt mit Photomatix Pro, nach dem Tonemapping
 

Alle genannten Marken sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Besitzer.

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Kategorien:
Alle Beiträge, Bildbearbeitungssoftware, Digitale Fotografie, HDR-Foto
Tags
ASA, Auto Exposure Bracketing AEB, Autofokus, Belichtungszeiten, Blende, Bridge-Kameras, Dynamikbereich, Fokussierung, Ghosting, HDR-Foto, HDR-Fotografie, Helligkeitsunterschiede, Kamera, Kompaktkameras, Lichter, Objektiv, RAW-Format, Schärfentiefe, Spiegelreflex, Spiegelreflexkameras, Tiefen, Tonemapping, Verschlusszeiten, Weißabgleich, Zeitautomatik, Zoom
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1 Antwort

Ich finde HDR-Fotos meistens sehr unnatürlich, weshalb ich es auch

c0heed | 18. November 2009

Ich finde HDR-Fotos meistens sehr unnatürlich, weshalb ich es auch selten brauche… Entweder liegt es an den Programmen oder ich kann es einfach nicht :D

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