Digitalkamera – Kaufberatung
Wer noch nicht weiß, ob eine digitale Kamera überhaupt für seine Zwecke geeignet ist, der sollte sich vorher einige wichtige Fragen stellen:
- Ist meine analoge Kamera noch in Ordnung? Dann kann ich damit wunderschöne Fotos machen. Oft sind diese wegen der höheren Dynamik des analogen Films besser. Auch werden analoge Fotos für Sie beim Labor korrigiert und es ist mehr Substanz vorhanden als beim digitalen Amateurfoto. Auch digitale Abzugservices bieten schon eine Korrektur Ihrer Fotos an, aber die Dynamik der meisten Digitalkameras ist immer noch nicht so gut, wie die Dynamik des Films.
- Wenn Sie mit der digitalen Kamera einfach mehr Lust auf Fotografieren haben und Sie den Vorteil sehen, daß Sie Ihre Fotografie sofort korrigieren können, dann sollten Sie sich vorher überlegen:
- Sind Sie der Typ für die Fotosortierung, -sichtung und Archivierung am Computer?
- Müssen Sie die Anschaffung eines Computers in Betracht ziehen oder steht ein leistungsfähiges Gerät zur Verfügung?
- Wenn Sie einen Laptop haben: sind Sie bereit in einen größeren und besseren Bildschirm zu investieren? An den meisten Laptops/Notebooks lässt sich die Qualität der Fotos gar nicht oder nur sehr mangelhaft beurteilen.
- Wenn Sie hochwertige Fotos machen möchten: Sind Sie bereit in die Hardwarekalibrierung Ihres Monitors zu investieren (verbindliche Farben, Kontraste und Helligkeiten)?
- Sind Sie bereit in Software zu investieren? Die mitgelieferte Software der Digitalkamera reicht zwar für die einfachen Korrekturen aus, ist aber meist nicht für die Archivierung bzw. das Wiederauffinden Ihrer Fotos geeignet.
- Wenn Sie Anfänger sind, sollten Sie sich auch wegen des Workflows und der Archivierung das ein oder andere Buch zur Fotografie gönnen.
- Möchten Sie hochwertige Fotos machen und Abzüge von 30*45cm erstellen, so benötigen Sie eine digitale Kamera mit mindestens 7 Megapixeln. Bei gewissen Ansprüchen sollten Sie überlegen ob nicht eine digitale Spiegelreflex besser zu Ihnen passt (ab etwa EUR 800,-).
- Achten Sie bei höherem Anspruch ans Foto bitte unbedingt darauf, ob die Digitalkamera das RAW-Aufnahmeformat beherrscht. Dann allerdings müssen Sie jedes Foto einzeln bearbeiten. Sind Sie dazu bereit?
- Möchten Sie Familienfotos machen, so stellt sich oft die Anforderung an einen externen Blitz, da die eingebauten nur über wenig Leistung verfügen. Haben Sie den Blitz ins Budget eingerechnet und hat die Kamera einen Blitzschuh?
- Ist die gewählte Digitalkamera in der Lage meine Ansprüche an die Fotografie zu erfüllen? Kann ich das mal irgendwo ausprobieren?
Fragen über Fragen, die man nicht generell für jeden Digitalkamera-Interessenten beantworten kann. Viele professionelle Fotografen sind wegen der enormen Hürden, des wichtigen Computer-Know-hows und/oder auch wegen der Dynamik der analogen Kameras immer noch analog unterwegs. Diese Kollegen machen oft hervorragende Fotos, die denen aus digitalen Kameras in nichts nachstehen. Profis wissen, daß die Kamera nur ein Werkzeug ist und es auf das Auge ankommt. Dennoch sind gewissen technische Voraussetzungen der Kamera wichtig für die Möglichkeiten der Fotografie.
Schaut man sich die Anforderungsliste an eine digitale Kamera an, so kann man eine schier endlose Wunschliste notieren:
- RAW Aufnahmeformat
- großer Dynamikumfang der Kamera (auch möglichst 14 BIT Verarbeitung)
- externer Blitzschuh für externen Blitz
- guter Sucher
- gutes Display mit scharfer Wiedergabe zur besseren Beurteilung des Fotos
- gutes Objektiv mit guten Blendenwerten
- Automatiken, aber auch manuelle Einstellmöglichkeiten der Belichtung, Autofokus, Messmethode
- mögliche Über- und Unterbelichtungskorrektur im Automatikbereich
- Profis bevorzugen manuelle Zooms und die Möglichkeit die Schärfe auch manuell am Objektiv einstellen zu können
- wenig Bildrauschen bei höheren ISO-Werten
- gute Bildfrequenz (wie schnell kann die Kamera mehrere Fotos nacheinander machen)
- u.v.m.
Fakt ist: Digitalkameras der preiswerteren Baureihen sind oft nicht den Ansprüchen der Menschen gewachsen, die analoges Filmmaterial gewöhnt waren. Hier hilft nur Nachhilfe in Sachen Software, Hardware, Bedienung und RAW-Fotografie. Diese erhält man z.B. von Volkshochschulen oder privaten Lehrern. Auch Fotoworkshops oder -Exkursionen können eine sehr nützliche Sache sein.
Ergänzende und weiterführende Artikel:
Kameraberatung digital vs. analog
Kleinbild oder Spiegelreflex – was ist die richtige Wahl?
Fotobücher zum Thema
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Besonders der Archivierung sollte man von Anfang an große Aufmekrsamkeit widmen. Das Sortieren in verschiedene Ordner reicht schon bei 5000 Fotos nicht mehr für eine effektive Verwaltung aus. Und weil ich mich nicht gleich um die Verwaltung gekümmert habe, sitze ich jetzt vor ca. 7500 Fotos, die verschlagwortet werden müssen.