Digitale Kompakte oder Spiegelreflex – was ist die richtige Wahl?
Immer wieder fragen uns Bekannte und Freunde, welche Digitalkamera für sie die richtige sein mag. Das ist in jedem Falle immer anders zu beantworten, weil jeder Mensch andere Vorstellungen und Anwendungen hat. Meist fragen wir erst einmal welches Budget zur Verfügung steht. Wenn das im Rahmen von bis zu EUR 500,- ist, dann läßt sich eine digitale SLR (Spiegelreflex) schon einmal ausschließen, denn damit kommt man immer noch nicht sehr weit in diesem Segment. Mittelformat wollen wir hier einmal außen vor lassen, da diese Kameras meist zu schwer sind für den täglichen Urlaubseinsatz.
Vorteile digitale Kompaktkamera:
- leichter und handlicher als SLR
- kann leichter überall mit hingenommen werden
- macht nicht so viel Aufsehen und ist damit eher mal für verborgene Schnappschüsse geeignet
- geringere Anschaffungskosten
- fürs (amitionierte) Knipsen ausreichend, je nach Anwendung auch für Profiaufnahmen
- besserer Staubschutz durch geschlossenes Gehäuse/Optik
- Videos oft möglich
- Oft haben diese Kameras klappbare Displays, mit denen Fotos vom Boden oder über Kopf möglich sind
Nachteile digitale Kompaktkamera:
- schlechtere Bildqualität
- meist größeres digitales Rauschen, durch kleineren Chip
- keine wechselbaren Optiken
- keine Unschärfemöglichkeiten wie bei SLR (Portrait etc.), da die Optiken meist sehr viel mehr Tiefenschärfe haben
- oft kein optionaler externer Blitz möglich (kleinere Kompakte)
- oft kein guter Makrobereich
- oft kein guter Zoombereich (3-5fach Zoom)
- oft keine RAW-Speicherung, sondern nur JPG
- oft keine so guten Einstellmöglichkeiten wie bei SLR (Schärfe manuell nicht möglich)
- oft keine genaue Zoomeinstellung möglich
- oft keine Sucher, sondern nur Display (Kamera am Auge verwackelt ein Bild weniger)
- Auslöseverzögerung
- manchmal digitaler Sucher (das ist Geschmacksache, aber ich mag das gar nicht)
Vorteile digitale Spiegelreflex:
- optischer Sucher mit exakter Wiedergabe des späteren Fotos
- Wechseloptiken guter Qualität möglich
- größte Bandbreite von Zoombereichen
- alle Makromöglichkeiten
- manuelle Einstellmöglichkeiten der Zeiten/Blenden, Schärfe
- Kontrolle der Tiefenschärfe oft über Knopf möglich
- externer Blitz (auch Makroblitz) möglich
- Studioblitzen mit Sender möglich
- keine Auslöseverzögerung
- schneller Bildfolge (Portrait, Sport, Reportage)
- gößeres Zubehör
- Tiefenschärfe frei wählbar, je nach Optik
- Möglichkeit von Filtern für Optiken (nur wenige Kompakte haben diese Möglichkeit)
- meist verschiedene Aufnahmeformate (JPG/TIF/RAW)
- bessere Dynamik
- weniger Rauschen (größere Chips)
- insgesamt bessere Bildqualität
Nachteile digitale Spiegelreflex:
- relativ teuer, schwer und unhandlich
- keine Displayanzeige des Fotos vor dem Auslösen möglich, sondern nur danach
- keine Klappdisplays
- oftmals keine Videos möglich
- Staubanfälligkeit durch Wechsel der Objetive
- für Anfänger kompliziertere Einstellungen, die aber schnell erlernt werden können
Wenn man über digitale Fotografie allgemein nachdenkt, ist immer noch viel Zubehör und der nötige PC im Hinterkopf, der bedient werden muß. Die Korrektur und sorgfältige Speicherung der digitalen Fotos, sowie die bessere analoge Bildqualität für Amateure (Korrektur der Fachlabore) macht die digitale Fotografie nicht immer zur besseren Wahl als die analoge Kamera.
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Ich halte die Digitalkamera für den durchschnittlichen Amateur für die beste Wahl. Man sieht das Bild sofort und kann notfalls noch ein paar Aufnahmen machen bis ein brauchbares Bild dabei ist.
Hallo Peter,
dein Blog gefällt mir. Es gibt eine DSLR mit kippbarem TTL-Sucher und uneingeschränktem Live-LCD, die Olympus E330. Ich denke darüber nach, sie mir anzuschaffen, eben wegen des kippbaren Suchers – für Makrofotografie. Dann braucht man nicht auf dem Boden zu liegen oder sich die Hüfte zu verdrehen. Drehbar wäre natürlich noch schöner, is aber noch nich, gegenwärtig jedenfalls. Kann mich einfach nicht entscheiden, was für mich (immer noch Laien) die beste Kamera wäre, da jede Vor- und Nachteile hat. *rrr* Spätestens, wenn das Frühjahr kommt, werde ich eine Wahl treffen müssen, denn meine jetzige finde ich für meine Zwecke enttäuschend.
Für das kommende Jahr wünsche ich dir immer die passenden Worte und den richtigen Augen-Blick.
Einen lieben Gruß aus Viersen,
Barbara
Danke Barbara, das ist sehr nett von Dir. Ich kenne die Kamera im Speziellen nicht, mag aber Olympus gut leiden. Schon wegen der Sensorreinigung durch Infrarot und die sehr gute Optiken ist es sicherlich eine der besten Kameras. Schau mal in die Foren. Es gibt sicher auch ein eigenes Olympus-Forum? Wenn Du eines findest, lege ich gerne einen Link darauf. Bin also dankbar für Feedback.
LG, Peter
Hallo
Ich dachte Kleinbild ist 36x24mm. Im Zusammenhang mit Digialkameras finde ich die Bezeichnungen Klein- oder Mittelformat etwas verwirrend. In Katalogen findet man stattdessen die Klassifizierungen “Digitale SLR” und “Digitale Kameras”. Ansonsten gefällt mir der Blog durchaus.
Gerade für Hobbyfotografen werden vor allem 2 der aufgezählten Kriterien überwiegen: Qualität der Bilder vs. Handlichkeit der Kamera. Es ist schon mühsam seine SLR überall dabei zu haben. Andererseits überzeut das Ergebnis der Bilder durchaus!
Digital ist natürlich unschlagbar praktisch wenn es schnell gehen soll, dafür benutze ich die drei, die ich habe. Wenn ich ‘Bilder’ brauche, nutze ich lieber meine alten Kleinbildkameras. Die Ergebnisse sind um Klassen besser und wer nicht nur die ‘Emotion’ des Augenblicks haben will kommt um die Qualität einer guten Kleinbild Spiegelreflex mit passenden Markenobjektiven leider auch heute nicht herum, wie ich denke und im Lauf vieler Jahre lernen musste.
Schärfe, Zeichnung und Reproduzierbarkeit sind bei dieser ‘altmodischen’ Technik immer noch unschlagbar, schnell und einfach.
Beides hat eine Berechtigung, Analog und Digital, seine eigenen Qualitätsanforderungen muss man eben erst definieren, nicht die Entscheidung was ‘in’ ist hilft bei der Wahl!
Leider wollen Heute alle nur DigiKnipsen.
Selbst ein Kollege der absoluter Computerverweigerer ist mein er muß jetzt auch eine digitale haben und seine gute analoge Kompakte ging in den Müll (war leider nicht schnell genung um sie zu retten)
Wenn die Leute verstehen würden das digital nicht gleich billiger heißt und besser schon garnicht, würde der analog Markt wieder aufblühen – aber da seinen die Werbegötter der Presseabteilungen vor das so etwas passiert.
Du hast sicher recht, Michael, daß da viel Geld verdient wird. Mit der analogen Kamera haben die Menschen teils bessere Fotos gemacht – sie haben sich auch mehr Zeit gelassen. Heute hat keiner mehr 10 Sekunden Zeit für irgend etwas, schon gar nicht für eine Fotoausstellung. Fastfood, Fastphoto, Fasteverything….