Individueller Fotokurs - Besser fotografieren lernen

Das Lanzarote von César Manrique

Das Lanzarote von César Manrique? Wer war César Manrique? Warum war und ist er für Lanzarote so wichtig? Und was hat César Manrique mit Fotografie zu tun?

Der 1919 in der Hauptstadt Arrecife geborene Künstler war ein Visionär. Als er nach langen Auslandaufenthalt 1968 wieder auf seine Heimatinsel Lanzarote zurückkehrte, hatte er eine Idee vor Augen und setzte diese, dank guter Kontakte zur Inselregierung, in den folgenden Jahren um. Bis zu seinem tragischen Unfalltod im Jahre 1992 prägte er das Bild der Vulkaninsel und gab ihr ein unverwechselbares Aussehen.

Sein Ziel war es, die Schönheit der kargen Vulkaninsel in Szene zu setzen ohne jedoch die Natur zu zerstören. Kein Haus sollte höher als zwei Stockwerke gebaut werden und der inseltypische Baustil in Würfelform in weiß sollte beibehalten werden. Zusammen mit dem damaligen Inselpräsidenten Pepin Ramírez entwarf er einen Plan, um Lanzarote vor den Bausünden, die auf anderen Kanaren- und Baleareninseln mit dem boomenden Tourismus einhergingen, zu vermeiden. Tatsächlich ist ihm dies über Jahrzehnte gelungen und somit hat er Lanzarote nicht nur seinen Stempel aufgedrückt, sondern so ganz nebenbei noch ein wunderschöne Gesamtkunstwerke hinterlassen. Sein größter Erfolg ist wohl, das Lanazarote 1993, als erste Insel überhaupt, von der Unesco zum Biosphärenreservat ernannt wurde.

Nun stellt sich die Frage, was hat César Manrique mit Fotografie zu tun? Die Frage ist recht einfach beantwortet: Er hat die größten fotografischen Herausforderungen auf Lanzarote geschaffen. Seine Kunstwerke lassen sich nicht so einfach auf ein Bild bannen, denn neben der großartigen Architektur, sind es auch die vielen Kleinigkeiten, die sie so außergewöhnlich machen.

Mir persönlich fällt es schwer ein Highlight zu benennen. Der Jardín de Cactus, den ich ja bereits schon ausführlich vorgestellt habe, ist sicherlich ein Highlight, doch auch der Mirador del Río bietet eine außergewöhnliche Architektur und eine wunderschöne Aussicht. Viele Kreisverkehre auf Lanzarote werden von Windspielen verschönert, die ganz eindeutig seine Handschrift tragen.

Die nun vorgestellten Kunstwerke stellen nur einen Bruchteil der Arbeiten von César Manrique dar. Die Reihenfolge entspricht unseren Besuchen und hat keinen Wertungscharakter. Entscheidet selbst, was Euch am besten gefällt.

 

Das Lanzarote von César Manrique – Mirador del Río

Das Lanzarote von César Manrique

Das Mirador del Río wurde auf 475 Meter über dem Meeresspiegel in den Felsen des Famaramassivs integriert. 1973 wurde es, unter Mithilfe des Künstlers Jesús Soto und des Architekten Eduardo Caceres, von César Manrique entworfen.

Der Aussichtspunkt besteht aus einem Café mit einer riesigen Panoramascheibe, einem Souvenirladen und einer zweiten, kleineren Aussichtsplattform. Im ganzen Gebäude konnten wir keinen rechten Winkel finden, was zusammen mit den schroffen Felsen einen reizvollen Kontrast bildet.

Von der großen Aussichtsplattform hat man einen traumhaften Ausblick auf die Insel La Graciosa. Es lohnt sich, in meinen Augen, auch einmal von einem weitwinkligen Objektiv auf ein Tele zu wechseln.

Die Wolken ziehen hier schnell und schon bald stehen wir in den dunklen Regenwolken, die dann auch ihren Inhalt auf unsere Köpfe entladen.

Die besondere fotografische Herausforderung ist die große Panoramascheibe im Café. Doch auch die Aussicht ist nicht so einfach einzufangen, wenn man auch nur ansatzweise die Weite ablichten möchte.

Uns hat es am Mirador del Río sehr gut gefallen. Auch wenn wir im ersten Moment enttäuscht waren, als die Regenwolken uns erreichten, so ist es doch ein beeindruckendes Naturschauspiel gewesen.

 

Das Lanzarote von César Manrique – Jameos del Agua

Das Lanzarote von César Manrique

1966 erbaute César Manrique die Kunst- und Kulturstätte und nutze dafür die bereits vorhandenen Gegebenheiten. Eine Lavaröhre, im Lavafeld des Vulkans Monte Corona, wurde dafür genutzt und mit einem Restaurant, einem Pool und einem Veranstaltungssaal ausgebaut. Kleinstes Highlight sind die weißen Krebse, die in dem unterirdischen See leben. Sie gehören zu einer Art, die sonst nur in einer Tiefe von 2000 Metern vorkommt und sind blind. Durch einen Tunnel zum Meer unterliegt auch dieser See den Gezeiten.

Etwas weiter liegt der Pool, dessen blaues Wasser und weiße Umrandung einen sehr interessanten Kontrast zu dem dunklen Vulkangestein bildet.

Hinter dem Pool versteckt sich, recht unscheinbar in einer Grotte, ein Konzertsaal mit ca. 600 Sitzplätzen.

Gekrönt wird der große Komplex mit dem Haus der Vulkane. Hier erfährt man alles, was es über Vulkane zu wissen gibt. (Leider befinden sich derzeit einige der Displays in einem, mal mehr, mal weniger, funktionslosen Status.)

Neben den winzig kleinen Krebsen, die man durch das Wasser hindurch fotografieren muss, sind vor allem die Kontraste eine fotografische Herausforderung im Jameos del Agua. Die dunkle Höhle, mit dem Licht am Ende des Tunnels, der weiß umrandete Pool mit dem blauen Wasser vor dem schwarzen Lavagestein.

Gefallen hat es uns trotzdem sehr gut, denn von außen lässt sich einfach nicht erahnen, welch ein verzaubertes Anwesen hinter den Toren liegt. Fast schon ein wenig verwunschen!

 

Das Lanzarote von César Manrique – Fundación César Manrique

Das Lanzarote von César Manrique

Die Fundación César Manrique ist sicherlich das Herzstück seiner Werke auf Lanzarote. Zusammen mit Freunden gründete César Manrique 1982 diese Stiftung und stellte dafür sein ehemaliges Wohnhaus zur Verfügung, das von ihm zu einem Museum umgebaut wurde. Bereits 1970 entdeckte und erwarb er das Grundstück, angeblich weil die Spitze eines Feigenbaumes aus einer Lavablase hervorschaute.

Beim Bau entdeckte er fünf Lavablasen, die er nun harmonischen miteinander verband und zu Wohnzwecken umbaute. Heute kann man all diese Blasen und natürlich auch das darüber errichtete inseltypische Haus besichtigen.

Die oberen Stockwerke beherbergen nun eine großartige Kunstsammlung, das eigentliche Highlight war jedoch für uns die Architektur der Lavablasen. Die räumliche Enge und die wieder sehr starken Kontraste, sorgten auch hier für fotografische Herausforderungen. Unübertroffen ist jedoch das Fenster, das aus der Lava zu wachsen scheint und auf das trostlose Lavafeld schaut, mit den Vulkanen im Hintergrund und einer einzelnen Palme. Ernsthaft, hier vergisst man den touristischen Trubel um sich herum und kann sich einfach von dieser faszinierenden Landschaft in den Bann schlagen lassen.

Sinn und Zweck der Stiftung ist übrigens die Förderung lokaler Künstler, indem man ihnen Ausstellungsflächen zur Verfügung stellt und natürlich die Erhaltung von César Manriques künstlerischem Erbe.

Für uns war der Besuch einfach überwältigend. Die Vielzahl der Motive und das doch recht wechselhafte Wetter und die damit einhergeheneden ständig wechselnden Lichtverhältnisse, eine echte Herausfoderung.

 

Das Lanzarote von César Manrique – LagOmar

Das Lanzarote von César Manrique

César Manriques, schuf das Wohnhaus in einem aufgelassenen Steinbruch zu Beginn der 1970er Jahre. Die Legende sagt, der Schauspieler Omar Sharif soll sich direkt in das Anwesen verliebt haben und hat es gekauft. Am gleichen Tag jedoch verlor er es bei einer Partie Bridge wieder, verließ Lanzarote und kehrte nie wieder zurück. Ob diese Legende sich nun so zugetragen hat oder nicht, die Handschrift von César Manrique  ist überall deutlich zu erkennen.

Inzwischen ist das Anwesen in ein Museum umgewandelt worden und kann besichtigt werden. Interessant ist vor allem die offene Architektur, die uns an diesem regnerischen Nachmittag doch etwas verwundert. Die offenen Gänge, höhlenartigen Räume und immer wieder die fantastische Aussicht sind schwierig auf ein Bild zu bannen.

Ganz zum Ende unseres Besuchs zeigt sich dann doch einmal die Sonne und plötzlich strahlt das Weiß so intensiv, dass man fast die Augen schließen möchte.

Wie alle von César Manrique gestalteten Gebäude, verbindet sich auch hier die Architektur mit der Natur und schafft ungewöhnliche Räume. Uns hat es sehr gut gefallen, wenn es auch ein wenig zu nass war.

 

Das Lanzarote von César Manrique – El Diablo (Nationalpark Timanfaya)

Das Lanzarote von César Manrique

1970 wurde das Restaurant El Diablo mitten im Nationalpark Timanfaya (der tatsächlich erst vier Jahre später zum Nationalpark wurde) von César Manrique eröffnet. Das Restaurant befindet sich genau über den heißesten Punkt des Nationalparks. Bereits wenige Meter unter der Erdoberfläche herrscht eine Hitze von mehreren hundert Grad Celsius. César Manrique nutzte diese Tatsache aus, und baut über einem ca. sechs Meter tiefen Loch einen Vulkangrill. Das dort zubereitete Essen gilt als Spezialität des nebenliegenden Restaurants. Auch hier hat César Manrique auf die Verknüpfung von Architektur und Vulkan/Natur viel Wert gelegt, indem er zum Beispiel Lavagestein als Baumaterial benutzte. Durch die großen Panoramafenster wirkt das Restaurant nicht grau und trist, sondern eröffnet auf ganz besondere Weise den Blick in die bizarre Landschaft des Nationalparks.

Das Restaurant befindet sich genau über den heißesten Punkt des Nationalparks. Bereits wenige Meter unter der Erdoberfläche herrscht eine Hitze von mehreren hundert Grad Celsius. César Manrique nutzte diese Tatsache aus, und baut über einem ca. sechs Meter tiefen Loch einen Vulkangrill. Das dort zubereitete Essen gilt als Spezialität des nebenliegenden Restaurants. Auch hier hat César Manrique auf die Verknüpfung von Architektur und Vulkan/Natur viel Wert gelegt, indem er zum Beispiel Lavagestein als Baumaterial benutzte. Durch die großen Panoramafenster wirkt das Restaurant nicht grau und trist, sondern eröffnet auf ganz besondere Weise den Blick in die bizarre Landschaft des Nationalparks.

Über den Nationalpark werde ich gesondert berichten, denn er ist ganz besondere fotografische Herausforderung gewesen.

 

César Manrique hat noch einige andere Kunstwerke auf Lanzarote und auch auf den Nachbarinseln geschaffen, doch leider ist auch der schönste Urlaub einmal zu Ende, so dass wir keine Gelegenheit hatten alles zu sehen. Der Jardin de Cactus, den ich Euch hier vorgestellt habe, gehört ebenfalls zu diesen Kunstwerken.

Wer Lanzarote besucht, sollte sich auf das Abenteuer César Manrique einlassen. Seine Vision einer Symbiose vom Leben mit und in der Natur ist so wunderschön, das man sie einfach nicht verpassen sollte. Ich hoffe, dass ich mit meinen Bildern ein klein wenig dazu beitragen konnte, dieses Gefühl zu vermitteln.

 

Wie immer würde ich mich über Kommentare, Anregungen und/oder Kritik sehr freuen. Danke!

© Britta Dicken schreibt zum Thema: Das Lanzarote von César Manrique

Britta Dicken

Autor: Britta Dicken

Als leidenschaftliche Amateurfotografin ist seit Sommer 2013 kaum etwas vor meiner DSLR sicher. Ob im Urlaub, auf Veranstaltungen und natürlich auch gerne im heimischen Garten, fast immer ist meine Kamera dabei. Gerne experimentiere ich auch mit speziellen Objektiven und Aufnahmetechniken. Ich möchte weiterhin meinen Horizont erweitern und freue mich daher über jede Anregung!Eine Auswahl meiner Bilder ist auch hier zu finden: www.d-photography.de/

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8 Kommentare

  1. SusanneB

    Hallo Britta,

    das sind so viele Motive und eins fast schöner als das andere!!!

    Ich hab durch die Bilder so viele Erinnerungen auffrischen können, war in 98 glaube ich auf Lanzarote. Und ja,

    es ist ein so schönes Fleckchen Erde. Das erste große Bild würde ich mir an die Wand hängen 🙂

    Bis ganz bald:-)

    LG

    Susanne

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    • Britta Dicken

      Hallo Susanne,

      schön, das ich Deine Erinnerungen auffrischen konnte 🙂 Tja, gerne würde ich mir das erste Bild an die Wand hängen, aber ich befürchte, dafür müssten wir noch ein paar neue Wände setzen lassen.

      LG
      Britta

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  2. Peter Roskothen

    Ich kannte Lanzarote überhaupt nicht. Jetzt bin ich sogar sehr interessiert. Die Mischung aus Asche, Landschaft und Design ist ja der Hammer. Ich finde, Du hast alles toll eingefangen. Klasse und wieder tolle Fotos, Britta!

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    • Britta Dicken

      Lanzarote ist ein Traum zum Fotografieren! Hätte ich vorher auch nicht so gedacht und musste mich eines besseren belehren lassen. Wir waren sehr angenehm überrascht.

      Danke 🙂

      LG
      Britta

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  3. Liebe Britta,
    durch deinen zweiten Reisebericht und die tollen Fotos über die Insel bin ich jetzt noch mehr informiert und inspiriert, die Insel näher kennenzulernen. Bin gerade hier und werde werde bestimmt viele deiner Bilder in Wirklichkeit wiedererkennen. Ich freue mich darauf und hoffe, auch so tolle Eindrücke und Motive zu fotografieren wie du.
    LG Gabi

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    • Britta Dicken

      Hallo Gabi,

      viel Spaß wünsche ich Dir auf Lanzarote! Es lohnt sich 🙂
      Ich bin mir sicher, dass Du das ein oder andere erkennen wirst. An César Manrique kommt man auf Lanzarote nicht vorbei – im positiven Sinne!
      Genieße die Zeit und viele Grüße an Insel mit den herrlichen Fotomotiven.

      LG
      Britta

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  4. Ich habe noch eine Frage, gibt es eine Möglichkeit von einem Foto zu anderen zu gehen oder muss ich sie einzeln anklicken?

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    • Britta Dicken

      Eigentlich sollte sich die Gallerie öffnen, die Du dann wie gewohnt durchklicken kannst. Ab und an klappt das derzeit leider nicht (auch an meinem Rechner) und wir suchen den Fehler. Keine Ahnung warum es manchmal nicht funktioniert. Ansonsten einfach später nochmal versuchen.

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