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Bridgekamera – Vorteile und Nachteile

Was ist eine Bridgekamera (deutsch „Brückenkamera“) und welche Vorteile bzw. Nachteile hat die Bridgekamera vor einem Smarpthone, einer digitalen Kompaktkamera, einer Systemkamera und Spiegelreflexkamera? Welches sind die besten Bridgekameras? Antworten und Tipps:

Digitale Kameras Übersicht, Fotoschule Roskothen

von links nach rechts: Spiegelrefelexkamera, Kompaktkamera, Bridgekamera, iPhone (Smartphone)

Digitale Bridgekamera

Was ist eine Bridgekamera?

Bridgekamera - Panasonic Lumix DMC-FZ200EG9 DigitalkameraModerne digitale Bridgekameras (zu deutsch Brückenkameras) schlagen die Brücke von einer Kompaktkamera zur Spiegelreflexkamera. Eine Bridgekamera vereint Vorteile und Nachteile in sich, die man durchaus einmal beschreiben sollte:

Vorteile und Nachteile der Bridgekameras

Zunächst ist bei diesem Kameratyp das Objektiv nicht wechselbar. Der Umstand des fixen Objetkivs beschreibt einen erheblichen Unterschied zur Spiegelreflexkamera. Ein Nachteil muss dies aber je nach Anwendungsgebiet nicht unbedingt sein. Weiter hat eine „Brückenkamera“ einen größeren Sensor, als eine Kompaktkamera. Aber der Sensor ist meist kleiner als der einer Vollformat-Spiegelreflexkamera.

Oft greifen dieser Typ „Brückenkamera“ auf ein anderes Autofokussystem (Kontrastautofokus statt Phasenautofokus) zurück als eine Spiegelreflex. Es galt bislang als langsamer, holt aber in Sachen Geschwindigkeit in den letzten Jahren sehr auf. Hier die Vorteile und Nachteile der Bridgekamera:

Vorteile Bridgekamera

Das Zoomobjektiv einer Bridgekamera ist meist sehr mächtig und reicht von Weitwinkel bis Teleobjektiv. Bei einer Panasonic Lumix FZ 200 (und FZ300) hat das Objektive einen (auf das Kleinbildformat umgerechneten) optischen Brennweitenumfang von 25-600mm bei durchgehender Offenblende f2.8.

Unterschiede Spiegelreflexkameras zu Bridgekameras

Als Spiegelreflexbesitzer fragt man sich sofort, warum man also mehrere Objektive benötigt und die im Vergleich teuer sind. Selbstverständlich ist eine einzige Optik mit großem Leistungsumfang immer auch ein Kompromiss aus Umfang und Qualität. Vergleicht man die Abbildungsleistung eines hochwertigen SLR-Objektivs, dann wird man sofort Qualitätsunterschiede finden. Dennoch ist eine Megazoom mit großem Umfang an optischer Brennweite eine sehr praktische Sache (zumal mit einer solchen Offenblende).

Im Vergleich zur Kompaktkamera und Smartphone kann eine Bridgekamera sehr viel mehr und ist zum Beispiel oft mit einer manuellen Fokusmöglichkeit, einem manuellen Zoom und anderen Einstellungen überlegen.

Schaut man sich die Bedienung an, ist bei den meisten Kompaktkameras erstens nicht so viel möglich, zweitens sind die Einstellungen oftmals im Menü verborgen, da am kleinen Gehäuse nicht so viel Platz für Knöpfe und Schalter vorhanden ist.

Gewicht

Eine Brückenkamera ist wesentlich leichter als eine SLR. Sie ist aber auch wesentlich schlechter in die Hosentasche oder Jackentasche zu stecken als eine Kompaktkamera oder ein Smartphone. Also eignet auch sie sich nur bedingt zur Überallkamera. Wenn man sie aber mitnimmt, ist das Gewicht leicht zu handhaben. Auch auf Wanderungen oder bei sportlichen Aktivitäten fällt eine Bridgekamera nicht ins Gewicht.

Sensor

Der Bildsensor verschmutzt kaum oder gar nicht. Da das Objektiv nicht gewechselt wird, legt sich nicht annähernd so schnell Staub oder Schmutz auf dem Sensor ab, wie bei einer Spiegelreflexkamera.

Die Kamera ist fast geräuschlos, weil kein Spiegel hochgeklappt werden muss, bevor das Bild auf dem Sensor eintrifft. Ein großer Vorteil wenn man in geräuschsensitiven Umgebungen fotografieren möchte.

Sucher und Display

Die meist elektronischen Sucher der Bridgekameras haben den Vorteil, vor dem Auslösen die Helligkeit der Aufnahme beurteilen und korrigieren zu können.

Bei den allermeisten Kompaktkameras wird ausschließlich mit dem Display fotografiert. Das Fotografieren mit dem Display hat den Nachteil, dass die Kamera nicht an den Kopf gehalten wird, also längst nicht so verwacklungsfrei gehalten werden kann.
Außerdem stört alles, was das menschliche Auge um das Display herum wahrnimmt, beim Fotografieren. Als Fotografen können wir mit einer Bridgekamera also bessere Fotos einfangen als mit einer Kompakten oder einem Smartphone / iPhone.

Sucher im Vergleich zur Spiegelreflex

Im Vergleich zur Spiegelreflex kann ich im elektronischen Sucher einer Bridgekamera sogar schon das schwarzweiß Foto sehen, wenn ich gerne Schwarzweiß fotografiere. Dies ist überdies ein ganz erheblicher Vorteil, weil das Fotografieren in Schwarzweiß auch ein Denken in Schwarzweiß voraussetzt, welches dann sehr unterstützt wird. Das gleiche gilt für andere mögliche Bildformate wie das Quadratische. Auch hier kann ich das Ergebnis bereits im Sucher während der Aufnahme betrachten.

Klappdisplay

Für alle Fälle haben die meisten Bridegkameras ein Klappdisplay, welches man gut für die Froschperspektive und die Vogelperspektive einsetzen kann. Ein Vorteil vor mancher Kopaktkamera und auch vielen Spiegelreflexkameras!

Das Autofokussystem kann zu den bekannten Autofokus-Punkteinstellungen auch eine Gesichtserkennung. Das ist ein Vorteil vor mancher Spiegelreflexkamera und führt zu einer höheren Anzahl schärferer  Portraitfotos.

Preise

Der Preis ist oft sehr viel niedriger als der eine Spiegelreflex mit verschiedenen Objektiven. Daher eignet sich die Bridgekamera vor allem für Fotoanfänger und Einsteiger in die Fotografie.

Eine wichtige Entscheidung beim Kauf einer Kamera ist meist, ob sie sich gut in die Hand legt. Die Haltung einer Bridgekamera ist überaus einfacher als die eines Smartphones oder einer Kompaktkamera. Dazu trägt der Sucher bei, den man vor das Auge halten kann und natürlich auch die Größe der Kamera, die je nach Marke und Modell oft gut in der Hand liegt.

Nachteile Bridgekamera

Dieser Typ Kamera hat nicht die Möglichkeit mit einer hochwertigen Festbrennweite zu fotografieren (eine einzige Brennweite). Der Vorteil von Festbrennweiten ist meist die größere Offenblende und die bessere Abbildungsqualität.

Ein extremes Weitwinkel (10-20mm) zu nutzen ist meist ebenfalls nicht möglich, da der Fotograf das Objektiv nicht wechseln kann.

Profis möchten oft wechselbare und höherwertige Objektive und fotografieren daher selten mit Bridgekameras. Ich persönlich (Fotograf Peter Roskothen) habe mir für private Fotos die FZ1000 (unten) zugelegt, wenn ich in den Bergen wandere und keine schwere Kamera mitnehmen möchte.

Sensorgröße

Die eingeschränkte Sensorgröße einer Brückenkamera hat nicht die Auflösung und Rauscharmut einer Vollformatkamera. Bei dunklen Lichtverhältnissen ist eine Bridgekamera einer guten SLR-Vollformatkamera unterlegen. Durch den kleineren Sensor sind keine so schönen Tiefenunschärfen wie bei einem größeren Sensor möglich. Das Bokeh (die Unschärfe im Hintergrund) fehlt in vielen Fällen den Fotos mit dieser Kamera im Vergleich zur Spiegelreflex. Allerdings hat die Bridgekamera im Vergleich zu einer Kompaktkamera oder zu einem Smartphone wie dem iPhone eine wesentlich größere Möglichkeit zur Tiefenunschärfe (Vorteil zu diesen Kameratypen).

Blende

Oftmals ist die kleinste Blendenöffnung eine f8. Das hat den erheblichen Nachteil, dass nicht die längeren Verschlusszeiten erreicht werden, die man für manche verwischte Kameraaufnahme erreichen möchte. So sind bei viel Sonne keine Verschlusszeiten von 1/30s möglich, ohne einen ND-Filter / Graufilter vor das Objektiv zu schrauben. Abhilfe schaffen bei mancher Kameramarke die eingebauten ND-Filter, die wahlweise verwendet werden können.

Autofokus

Man kann den Autofokus nicht mit dem einer Profi-Spiegelrefelexkamera vergleichen. Reden wir über den Autofokus einer EOS 7D Mark II, dann ist der viel schneller und präziser für Sportfotografie oder Actionfotografie.

Elektronischer Sucher

Der elektronische Sucher der Brückenkamera ist zu Anfang gewöhnungsbedürftig. Wer zuvor nie mit einem optischen Sucher einer SLR gearbeitet hat, dem wird der Umstand nicht auffallen und sich leicht daran gewöhnen. Allerdings ist ein optischer Sucher zum manuellen Scharfstellen oft einfacher und schlicht natürlicher. Elektronische Sucher versuchen den Nachteil auszugleichen, indem sie Vergrößerungsmittelfelder anbieten, die beim manuellen Scharfstellen einen vergrößerten Ausschnitt anzeigen. Das kann wiederum sehr präzise sein im Vergleich. Optisch oder elektronisch ist sicher auch Geschmackssache.

Stromverbrauch

Bedingt durch den elektronischen Sucher und die ständige Nutzung des Sensors, ist der Stromverbrauch von Systemkameras und Bridgekameras sehr hoch. Das bedeutet, sie sollten zum ausführlichen Fotografieren mindestens drei Akkus mitnehmen. Beim Filmen kann das auch schon mal vier oder fünf Akkus benötigen, darin ähnelt sich dann die Bridgekamera aber der SLR, weil diese dann auch im Livebild bedient wird.

Fazit Bridgekamera

Eine Bridgekamera kann einfach gehalten und gut mitgenommen werden. Sie ist oft sehr viel preiswerter als eine Spiegelreflexkamera oder Systemkamera. Die Bildergebnisse können gut mithalten mit den meisten SLRs.

Die Vorteile und Nachteile einer Bridgekamera im Vergleich zu einer Spiegelreflexkamera, einer Kompaktkamera oder eines Smartphones wie dem iPhone könnte man endlos fortsetzen. Ich erwähnte noch keine Systemkameras, weil es einfach zu viel Info geworden wäre. Systemkameras haben meist ebenfalls einen elektronischen Sucher, aber die Möglichkeit die Objektive zu wechseln. Wir werden auch dazu schreiben.

Kauftipp

Für Einsteiger sind zum Beispiel zwei Kameras von Panasonic empfehlenswert. Die eine kostet rund EUR 320,- (Stand Oktober 2015), die andere etwa EUR 660,-. Beide schneiden bei Tests hervorragend ab. Aber natürlich gibt es zudem andere gute Marken wie Canon, Nikon, Sony, Fujifilm, …. Diese beiden Brückenkameras möchte ich empfehlen:

Die besten Bridgekameras

Wie definieren sich die besten Bridgekameras? Ich würde sagen, Bildqualität, Handlichkeit, Objektiv, Bedienbarkeit und wie die Kamera in der Hand liegt. Hier meine persönliche Auswahl:

Panasonic DMC FZ-200

Die Panasonic FZ-200 ist eine Bridgekamera mit 12 Megapixeln, hat außerdem ein hervorragendes Objektiv von 25-600mm (!) bei gleichbleibend guter Öffnung von f2.8. Allein dieser Umstand wäre schon ein hervorragender Wert. Aber es kommen ein klapp- und drehbares Display hinzu, die Kamera bietet Makroaufnahmen und HD-Video mit sehr guten Mikrofonen und einer Möglichkeit für ein externes Mikrofon. Sie hat einen guten elektronischen Sucher, mit dem Sie die Belichtung bereits vor der Aufnahme kontrollieren können.

Die Bridgekamera lohnt sich auch als Geschenk für Kinder und Jugendliche, wenn die Eltern noch nicht genau wissen, ob diese den Spaß an der Fotografie behalten. Diese Bridgekamera ist eine fast eierlegende Wollmichsau zum Fotografieren. Ihre 12 Megapixel reichen für die allermeisten Gelegenheiten völlig aus. Vor allem ist die Kamera sehr preiswert. Eine absolute Empfehlung als Alternative.

Info: Der Nachfolger, die DMC-FZ300 ist gerade heraus und lockt mit vielen tollen Funktionen, ist enorm schnell (Autofokus) hat aber im Moment einen Straßenpreis von etwa EUR 580,-.

Panasonic DMC FZ-200

Panasonic Lumix DMC-FZ200EG9 Digitalkamera

Panasonic Lumix DMC-FZ1000EG

Panasonic DMC FZ-1000

Diese Bridgekamera von Panasonic hat mehr Megapixel (20 Megapixel) und 4K-Video! Dafür verfügt sie „nur“ über ein 16-faches optisches Zoom. Die Digitale ist der Nachfolger der FZ200, allerdings natürlich teurer und für fortgeschrittene Anfänger, die eine leichte und kompakte Kamera suchen, an der das Objektiv nicht gewechselt werden kann. Daher ist dies eine hervorragende Alternative mit allen modernen Möglichkeiten zu einer Spiegelreflexkamera.

DMC FZ-1000

Nachtrag März 2016:

Zu den besten Bridgekameras zählen obendrein noch die neue Panasonic FZ300, Sony Cyber-shot DSC-RX10M2 und Nikon Coolpix P900. Diese Kameras haben alle sehr gute Objektive. Die Coolpix schießt mit einem kleinbildäquivalenten, optischen 24-2000mm den Vogel ab. Wer gerne wilde Tiere fotografieren möchte oder auf Fotosafari geht, der hat die Qual der Wahl aus diesen besten Bridgekameras.

© Peter Roskothen ist Profi-Fotograf, Jounalist für Fotografie und Fototrainer – Vorteile und Nachteile der Bridgekamera

Peter Roskothen

Autor: Peter Roskothen

Ich, Peter Roskothen bin Profi-Fotograf, Fotojournalist sowie Fototrainer und schreibe auf *fotowissen für andere Foto-Amateure und ambitionierte Fotografen. Die digitale Fotografie ist meine Passion. Ich liebe alle Facetten und fotografiere genauso begeistert, wie ich Fotokurse gebe. Jeder kann fotografieren und mit *fotowissen möchten alle Autoren zu besseren Fotos beitragen. Meine Homepage mit Fotografien, Fotokursen und Webdesign lautet Peter Roskothen Fotokunst & Design. Bei Google Plus finden Sie mich unter Google+

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