Analog oder Digital?
Viele Amateure und gar Profi-Fotografen fragen sich, ob sie bei ihrer alten Kamera mit Film bleiben, oder zur digitalen Fotografie wechseln sollen. Die Antwort darauf ist nicht einfach und sollte nicht ohne Beratung gegeben werden. Viele Menschen sind mit der analogen Fotografie auch heute noch besser bedient als mit der Digitalen.
Frage:
Wer sollte vielleicht besser weiterhin analog fotografieren?
Antwort #1:
Wer keinen schnellen Computer zu Hause hat und sich keine teure Software kaufen möchte, oder einfach gar nicht seine Zeit damit verbringen möchte Fotos zu archivieren, zu korrigieren und sich stundenlang vor den Rechner zu setzen, der ist mit der analogen Fotografie immer noch besser bedient.
Antwort #2:
Wer enorm viele Dias hat und auch den entsprechenden Projektor, der kann auch weiterhin mit dem analogen Dia weiter arbeiten. Solche Ergebnisse sind am Monitor, Fernseher (Hochformat wie geht das?) und sogar Beamer momentan nicht ohne erheblichen Aufwand zu erreichen.
Antwort #3:
Wer im Mittelformat fotografiert und dort keinen Zeitdruck hat, der wird nur mit großem finanziellem Aufwand ins digitale Zeitalter eintauchen. Die Qualität setzt eine hochwertige digitale Kamera mit mindestens 16Mio. Pixeln oder eine digitale Rückwand für die Mittelformatkamera voraus, die zwischen EUR 5000,- und 25.000,- kostet. Oder einen hervorragenden Scanner, der viel Geld und Zeit bedarf und immer noch keine Farbverbindlichkeit liefert. Hier muss viel nachträgliche Arbeit geleistet werden und erfordert viel Know-how. Früher gab es dafür den Beruf Scanneroperator und dieser Beruf war berechtigt.
Antwort #4:
Viele hochempfindliche Analogfilme haben ein sehr schönes Korn, welches keine digitale Kamera liefern kann. Auch ist es schwierig bis unmöglich dieses sehr schöne Korn in einer digitalen Aufnahme hinzuzufügen. Wer gerne s/w fotografiert liebt das analoge Material wegen seiner nicht zu vergleichenden Charakteristika und kann mit gutem Grund weiter analog fotografieren. Und auch analog abziehen in toller Qualität z.B. auf Baryt.
Antwort #5:
Die digitale Fotografie benötigt für ähnliche Ergebnisse wie der herkömmliche Film immer noch einen höheren finanziellen Aufwand. Besonders die Objektive müssen besser gerechnet sein und sind teurer als die, die man in der analogen Fotografie einsetzen kann. Die analoge Fotografie kann sehr viel preiswerter sein als die digitale. Entscheidend ist die Art der Nutzung. Eine einfache Frage: wie viele Filme und Abzüge kann man für eine kleine digitale Kamera kaufen?
Antwort #6:
Die Qualität der Fotos von Amateuren ist nicht besser geworden mit der digitalen Fotografie. Was da in Fotolaboren digital abgegeben wird, ist oft eher schlechter als das analoge Pendant, oft weil es nicht qualifiziert nachbearbeitet wurde.
Frage:
Für wen lohnt die digitale Fotografie?
Antwort #1:
Generell nur für denjenigen, der keine Berührungsängste vor Computern hat. Auch nur für denjenigen, der genügend Zeit für die Bearbeitung der Fotos hat. Die digitale Fotografie setzt ein Mindestmaß an Computerwissen und Wissen der Bildbearbeitung voraus. Dazu gibt es viele gute Bücher, Lehrgänge, Seminare etc.. Aber man muss viel Arbeit mit dem Aussortieren der Fotos, der eigenen Korrektur (analoge Korrektur machte das Fachlabor), der Archivierung, dem Umbrennen auf neue Medien alle 10 Jahre, verbringen.
Antwort #2:
Der engagierte Amateur, der Profi und Vielfotografierer hat deutliche Vorteile im Kostenbereich. Die Fotografie mit Filmen ist immer dann teuer, wenn es über den normalen Urlaubsbereich hinausgeht.
Antwort #3:
Wer für Printmedien fotografiert, kommt heute nicht um die Digitalisierung herum. Viele Dias oder Negative in guter Auflösung zu digitalisieren ist viel mehr Arbeit als von Vornherein digital zu fotografieren. Auch ist der Scan immer eine Herausforderung an Farbechtheit und Staub oder Kratzer. Viele Scans müssen trotz automatischer Staub- oder Kratzerentfernung noch ausgefleckt werden.
Antwort #4:
Wer seine Fotos im Internet veröffentlichen möchte, der ist mit der digitalen Fotografie deutlich im Vorteil. Egal ob Sie Ihre Fotos in einer privaten Homepage, einem Blog, einer Online Galerie wie fotografieren.com, oder einfach nur für den Verkauf von Objekten bei einer Online-Auktion veröffentlichen möchten: die digitale Fotografie ist schneller im Netz.
Vorteile analoger Fotografie:
- Fotoretusche wird durch das Fachlabor erledigt
- Filme sind unkritischer für Farben und Fehlbelichtungen
- Hochempfindliche s/w Filme haben schönes Korn und gute Schärfe
- Dias sind immer noch schöner als Monitor- oder Fernsehbilder
- Das Negativ oder Dia ist immer noch das zeitbeständigste Medium. Keine CD oder DVD hat eine solche Beständigkeit
- Analoge Kameras sind deutlich weniger anfällig für Staub
- Analoge Fotografie dreht sich mehr um die Fotografie als um die Technik. Es bleibt mehr Kunst, mehr Zeit fürs Fotografieren. Noch nie wurde so viel technisch gefachsimpelt, wie seit Anbeginn der digitalen Technik
- Der Kontrastumfang des analogen Materials (besonders Diafilm) ist immer noch besser, als der guter Digitalkameras. Nur Highend-Digitaltechnik hat sehr gute Dichte. Man kann den Kontrastumfang von Digitalfotos nur durch RAW besser ausnutzen und kann zusätzlich zwei oder mehr Fotos mit verschiedenen Belichtungszeiten übereinander montieren (Stills)
Vorteile digitaler Fotografie:
- Jeder kann in der digitalen Fotografie sofort kontrollieren und korrigieren. Es wird einfacher die Fotografie zu erlernen.
- Die Ergebnisse sind meist farbverbindlicher als gescannte Fotos. Vorausgesetzt man benötigt digitale Daten
- Wer digital arbeiten muss (Presse, Druckerzeugnisse, Agenturen) ist mit der Digitalkamera schneller
- Portraits können besser werden, denn man kann viel schöner Serien fotografieren und sich den besten Gesichtsausdruck heraussuchen. In der analogen Fotografie ging vieles durch, was nicht ganz so optimal war, nicht weil der Film so teuer ist, sondern vielmehr war man oft auf wenige Bilder pro Film (12-16 Mittelformat, oft 36 Fotos im Kleinbildformat) beschränkt
- Die Kosten sind niedriger, wenn viel fotografiert wird. Allerdings darf man nicht die Abnutzung der Kameras vergessen. Eine Canon 20D hat etwa 70.000 Auslösungen, eine Canon 5D ungefähr 100.000 Auslösungen. Danach ist zumindest eine Reparatur des Verschlusses fällig
- Die Weiterverarbeitung in der digitalen Technik ist staubfrei. Kein Abzug wird unfreiwillige Staubflecken haben, wenn die Kamera (CMOS, CCD) sauber war. Allerdings ist dies in der hybriden Fotografie (analoges Foto, digitaler Scan/Ausdruck) auch gut möglich. Und man muss die digitalen SLRs in aller Regel sehr oft säubern, wenn man nicht viel Zeit beim Ausflecken der digitalen Ergebnisse verwenden möchte
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Bin zum ersten mal in Deinem Blog….gefällt mir sehr gut was Du hier zusammengetragen hast. Kompliment!
Meine Entscheidung ist im Moment klar….die D200 liegt seit 5 Wochen unbenutzt herum und ich geniesse wieder jeden Moment in der Duka….:)
Warum sind Tigitalkameras so teuer?
Gute Frage Robin, daß sollte man mal die Hersteller fragen. Aber keiner wird gezwungen eine digitale Kamera zu kaufen. Die analogen sind preiswert und gut und man kann damit hervorragende Fotos machen. Die digitale Technik wird natürlich jetzt noch als teures Spielzeug verkauft. “Warum sind Handies so teuer?” könnte eine weitere Frage lauten.
Zur Diskussion: “Analog oder digital”
Prima Beitrag, habe alles mit Interesse gelesen.
Ich komme gerade von einem zweitägigen Besuch auf der Fotokina 2006 in Köln zurück.
Als Profifotografin (hauptsächlich Heimtiere) und Buchautorin beschäftige ich mich nun seit einigen Jahren damit, ob und wann ich gänzlich auf digital umstellen soll und versuche mir in all dem Wirrwarr an Informationen einen sachlichen Überblick zu verschaffen, auch jetzt wieder auf der Fotokina.
Übrigens- im Gegensatz zu all den Infos, die hier im Internet publiziert werden- meine Verlage und Agenturen (frage sie immer wieder) sind mit meinen Dias noch und zum Teil sogar erst recht sehr glücklich.
Schon mal probiert aus Bilddatenbanken etwa 300 Motive für ein Fachbuch heraus zu suchen? Dann noch zu wissen, was auf Seite 6, auf S. 104 oder 85 war? Mit Dias auf großen Leuchttischen hier bei mir geht das prima, da ich alles sofort nach Wunsch präsentieren kann. Damit kein Missverständniss entsteht – bei den Zeitschriften und den Fixen im Markt, die vorgestern das Foto haben wollen- die wollen natürlich nicht warten! Da geht Zeit immer vor Qualität. Also digi vor analog. Die kommen ja zumeist auch mit Ausdrucken bis höchstens DINA 4 aus. (Übrigens 2/3 des gesamten Fotomarktes)
Meine Bildagentur scannt natürlich ebenfalls alle meine Originale ein und ich bei mir hier auf Wunsch auch.
Zu meiner Person und Arbeitsweise:
Zur Zeit arbeite ich noch mit der geliebten Hasselblad im Studio und dem Kodak VS, der mir als Diafilm in meinem Bereich die brilliantesten Farben, beste Schärfe und feinstes Korn liefert. (Allerdings nicht für Hauttöne geeignet, da verwende ich andere Diafilme)
Bei Aussenaufnahmen verwende ich die analoge Nikon F5.
Weiterhin besitze ich – mal zum Einarbeiten- aber nur für#s Internet und so -eine Nikon D 70, allerdings mit dem tollen neuen digitalen Weitwinkelzoom 17-55mm und dem neuen schnellen Zoom 80-200mm.
In meinem Büro steht ein Mac G4 und zum Feinscan der Imacon Flextight. Also- ganz von gestern bin ich nicht, da wir hier bei mir auch schon filmen auf HD digital.
Zu meinen Beobachtungen von der Fotokina:
Da ich beste Bildergebnisse benötige (große Kalender, Flyer und verschiedenste Ausschnitte bis zu DINA 3 und größer) habe ich mir folgendes angeschaut:
1.) Nikon D2xs mit 12,4 Megapixel
2.) Canon 1Ds Mark 2 mit 16,7 Megapixeln
3.) verschiedene digitale Rückteile für die Hasselblad, einschließlich der neuen digitalen Hasselbald.
Weiterhin habe ich verschiedenste Profiberatungen (gibts nur in den Extrakabinen, dafür sehr ausführlich) bekommen, Vorführungen angeschaut, Ausdrucke vor Ort geprüft, Fotoaktionen, sowie die diversen Fotoschauen.
Nur gleich vorweg- kaum zu glauben- auch ich war sehr erstaunt- Kodak hat auf der Messe einen neuen Farbnegativfilm präsentiert! Man höre und staune, wo doch in allen Foren der analoge Film schon beerdigt wurde.Und dazu auch noch riesige Fotos gezeigt, die ausschließlich auf diesem neuen Porträtfilm gemacht worden sind. Kodak hatte eine ganze Messehalle für sich allein!
Weiterhin sehr überrascht hat mich die wirklich überwältigende Fotoausstellung eines Unterwasserfotografen- alle gezeigten Fotos in der Größe ab circa 100x100cm! Und- ich habe es interessehalber überprüft- dieser fotografiert noch mit der Nikon- Unterwasserkamera und Kodak- Diafilm VS!! Da war ich doch von den Socken, zumal die gezeigten Vergrösserungen vom Feinsten waren!! (Farbe, Brillianz, Schärfe, fast kein Korn und natürlich absolut einzigartig von den Motiven her)
Ansonsten, Besuche mit meinem Fotolehrling bei Appel, Adobe photoshop, Broncolor und, und….
Nun mein eigenes Resumee:
Digitale Fotografie ist in allen Bereichen unaufhaltsam im Vormarsch und wird begleitet von einem unendlichen Anhang an immer neuer Software, Druckern, Printpapieren, Speichermedien und und…
Hier und da kam es mir fast so vor, als wäre ich auf einer Computermesse und nicht auf der Fotokina.
Für mich selbst bin ich jetzt so weit, dass ich fast nichts mehr ungeprüft glaube, was man mir so erzählt und natürlich verkaufen will- weil angeblich unbedingt erforderlich- sonst grufti und out!
Ich selbst muss- und dies kann ich hier nur jedem empfehlen- die Dinge selbst überprüfen und für mich vergleichen, dann entscheide ich mich.
Es ist wohl wie beim Autokauf: Der eine bevorzugt seinen Volvo, der andere will einen Porsche und der nächste benötigt einen Sprinter.
Demnächst (nach Abgabe meiner letzten Produktion, also gegen Ende des Jahres) werde ich im Studio und dann auch draußen im Praxistest vergleichen:
.
Nikon D2xs im Vergleich zu EOS 1Ds Mark 2-
Halten die digitalen Aufnahmen in Schärfe, Farbraum und Brillianz, sowie Feinzeichnung dem Vergleich zu meinen 6×6 Analog- Dias stand? (Ich beleuchte und belichte bis auf 1/3 Blende genau, habe nie abgesoffene Schatten oder gar ausgefressene Lichter. Meine Dias können ohne jegliche Nachbearbeitung in die Litho)
Oder muss ein digitales Mittelformatteil her? Dies beginnt bei 25.000 € und da steige auch ich nicht mehr aufs Pferd.(Davon habe ich mich jetzt schon verabschiedet, zumal auch so die Investitionen alltogether bei circa 14.000 € liegen, falls Canon her muss mit Blitz, 2x Zoom Objektiven, Macroobjektiv, Ringblitz, bei Nikon habe ich ja schon das Meiste, da wären es nur in etwa noch 4000.- €
Weitere Festplatten (sehr wichtig, falls mal etwas kaputt geht) habe ich schon, ebenso auf dem Mac Adobe Photoshop – die neuste Version, Kalibrierung (eye-one) auch sehr wichtig, Epson 1290 Drucker etc.
Doch auch hier – immer wieder neue Einarbeitung und Expertenhilfe- frisst Zeit und Geld- geht von der Fotoproduktion weg! Vom Privatleben ganz zu schweigen.
Weitere Frage: Die Zeitersparniss
Meine Laborfahrt- jeweils 1/2 Std. geht die dann bei der Nachbearbeitung im Mac drauf?
Zu meinem E6 Labor in München: Klein, aber sehr fein und immer top! keine versiffte Chemie und Entwicklungskorrekturen ab 1/4 Blende bis 1 Blende mit farbkorrigierender Filmentwicklung! (Nur am Rande)
Wielange hier noch gearbeitet wird? Das weiß ich natürlich nicht, da viele Labors in München schon dicht gemacht haben. Aber einige Profis- man staune- arbeiten auch auf Kundenwunsch hin- bewusst noch auf Mittelformat-, oder Grossbilddiafilm.
Noch etwas- das ist mir jetzt schon klar:
So einfach ist alles nicht. Bis Du ein gutes Workflow hast in deinem Studio und zu deinen Kunden, muss man investieren und lernen, bis einem der Kopf raucht und die Augen tränen. Denn fix- fix ist da garnix! Und bei hohen Ansprüchen kostet das Ganze Geld ohne Ende und bei dem momentanen Entwicklungstempo ist eine Art Kaufleasing anzuraten, da- ihr wisst- 2 jahre alt- dann schon funktioniert manche Software nicht mehr auf dem “Alten”.
Ja, damals…. da wurde ein Fotograf wie ich noch damit gross, dass deine Kamera mit dir wachsen durfte und dich begleitete und nicht gleich alle zwei jahre
ein Wegwerfartikel wurde! Dies alles nervt mich schon gewaltig, aber ist ebenso-leider.
Ich liebe meine Dias, ich liebe mich überraschen zu lassen, aber bin auch besseren Möglichkeiten gegenüber aufgeschlossen. Ich werde- wenn es euch interessiert- berichten. Aber erst im Winter- habe jetzt keine Zeit- brauche dazu Ruhe.
Falls jemand noch Infos für mich hat und selber fit ist- freue mich über praktische Erfahrungen, vor allem von Profis.
Ganz toll fand ich übrigens zwei Neuentdeckungen:
Von Jobo die mobile Datenbox mit 120 Megapixel, grossem Display und einer Qualität- auch für Videofilme- einfach bestechend.
Weiterhin bei Kaisers entdeckt: Ein in alle Richtungen verstellbares Display, aufsetzbar auf den Sucher der Kamera.(Großes,sehr brilliantes Display). So kann man um die Ecke, von oben, unten etc. fotografieren und auch getrennt von der Kamera, ohne sich zu verrenken und trotzdem alles super erkennen!
Leider nicht gefunden: Ein für meine Zwecke passendes Archivierungssystem, da die vorhandenen wohl eine Verschlagwortung zulassen, aber nicht die Textinfo, die ich in meinem Spezialgebiet häufig benötige.
Also etwas mehr als :” München, Oktoberfest 2006, Leute im Käferzelt” (Zum Beispiel)
Weiss jemand ein ausbaufähiges profimässiges Archivierungssystem für digitale Fotos mit flexibler Betextungsmöglichkeit und übersichtlichen Ordungssystem? (Das von Appel Z. B. lässt dies nicht zu!)
Weiss jemand von Euch jetzt schon, ob man mit den oben genannten digitalen Kameras im Studio auch mit der Broncolorstudioblitzanlage ( bis 1/6000 Sek. eingestellte Blitzzeit)
auch arbeiten kann? Diese Zeiten benötige ich für z.B. für Insektenflüge, 2000- 4000 Sek für Vögel durch die Lichtschranke.
Weitere Frage: meine Dias- das weiß ich- weil ich diese noch habe- halten 30 Jahre.
Daten auf Festplatte ? Daten auf DVD/ CD ? Wie lange?
Meine Aufnahmen sind keine Einmalverwerter, sonder lange und vielfach veröffentlicht und zwar von Minibriefmarke bis hin zum Banner auf LKW.
Was mache ich- wenn ich jetzt dann ein Quer- oder Hochformat habe? (Bei allen Digitalkameras zur Zeit so festgelegt?)
Meine Kunden verwenden aber ein Motiv von leicht quer, leicht hoch (3:4 Seitenverhältniss) bis hin zu Seitenverhältnissen von 1:2 und dies Hoch und quer.
Also muss ich dem jeweilgen Layoutvorgaben entsprechend bei meine Mittelformatdias genügend Fleisch drumherum lassen, damit im Druck nicht angespiegelt werden muss. Und dies ist leider bei dem KB_ Format immer mal wieder der Fall. Tolles Motiv- aber Schei…- passt nicht in das vorgegebene Format.
(Leider richten sich meine Kunden nicht immer nach meinen Wünschen, sondern nach – so ist das eben häufig der Fall- gemäss den Entwürfen ihrer Artdirektoren. Und diese haben leider gelegentlich völlig schwachsinnige Vorstellungen, ebenso die Grafiker!
Hoppla, habe jetzt aber viel erzählt.
Freue mich, wenn ihr auch dazu eure Erfahrungen und Komentare abgibt.
Danke im Voraus, Schau Monika
Liebe Monika, danke für den ausführlichen Kommentar, der sehr interessant ist.
Deine Suche nach digitalem Workflow hängt ja von sehr vielen Faktoren ab. Zum einen finde ich auch das quadratische Mittelformat sehr viel angenehmer als das 3:2 Format. Zum anderen fotografierst Du von oben in den Sucher – vermutlich. Dann verbringst Du ja jetzt schon Zeit mit der digitalen Weiterverarbeitung und hast viel Geld in den Imacon und den Workflow investiert. Ich denke so weit bist Du nicht von einem digitalen Rückteil entfernt, zumal wenn es die Auftragslage zulässt. Ich persönlich vermute, Du könntest Zeit sparen, denn das Scannen ist doch sehr aufwändig, oder? Zumal der Weißabgleich relativ schwierig ist?
Ich glaube kaum, daß Du mit der 1Ds Mark II so gut zurecht kommen wirst, zumal ja “nur” etwa 12 Megapixel bleiben, wenn Du es quadratisch beschneidest. Da scheint mir ein 20 Megapixel Digitalrückteil doch interessanter, auch wenn es langsamer sein mag (Du brauchst vielleicht eine gute Frequenz für Tierfotos?).
Fragen über Fragen, aber ich kann Dir jemanden nennen, der Dich ehrlich gut beraten wird, wenn Du möchtest. Ruf doch bei Interesse mal an.
sehr sehr informativ
Lieber Herr Roskothen
Ich habe mit grossem interesse die sehr sachlich gehaltene
Darstellung verschiedener Aspekte der beiden Modi gelesen. Die
digitale Welle wird vermutlich viel Gutes wegspülen, was bisher an
analoger Erfahrung erarbeitet wurde. Schade auch um das wertvolle
gerät, das jetzt auf dem Flohmarkt verscherbelt werden
wird… wenige
werden das Angebot zu schätzen wissen. Bis heute hat die digitale CD
frühere Vinylqualität nie überboten, hingegen viele Bequemlichkeiten
ermöglicht, die im Wettbewerb entscheidend wurden. So vermute ich,
wird analoges Fotografieren bald eine Spezialität für einzelne
künstlerische Profi’s werdn, die anderen Professionellen werden die
Schnelligkeit und die Web-Konformität der digitalen Welt
nicht missen
können und auch umsteigen müssen. Jammern muss man an dieser
Zeitenwende kaum. Ich frage mich allerdings wie lange noch
Filmmaterial erschwinglich zu haben sein wird… Nochmals herzlichen
Dank für die gute Arbeit und die wertvollen Hinweise.
Gruss, Stefan Martig
Bin grade eben über diese Site gestolpert. Kompliment, sehr gut recherchiert und zusammengetragen. Zum Beitrag von Monika Wengler kann ich nur sagen: wenn sie die Ausrüstung hat, braucht sie sich keine Gedanken über Analog oder Digital zu machen. Sie hat das Beste aus beiden Welten. Natürlich ist digital ‘schneller’, aber nur unter Vorbehalt. Ich setze seit letztem Jahr 6×9 MF professionell ein und habe häufig überlegt, ob die Investition richtig war. Inzwischen weiss ich, dass ich damit qualitativ keinen Fehler gemacht habe, wenn ich auch keinen Imacon Scanner habe. Dafür hat das Labor einen Kodak Creo, der gleichwertig ist, und für 2,50 Euro pro 6×9 Scan brauche ich mir keine Sorgen zu machen, spare viel Zeit etc.
Ein Digitalrückteil kann ich an meinen Kameras nicht verwenden. Auch wenn es ginge – ich würde den Wertverlust dieser unausgereiften Teile nicht finanzieren wollen/können.
Bestechend sind die 6×9 Dias auf dem Leuchttisch. Ich habe **Originale**, die ich jederzeit – auch in 20 Jahren – wieder scannen kann, unabhängig von den dann im Markt befindlichen Bilddatenformaten (wer weiss denn heute, ob es in 20 Jahren noch TIFF gibt?)
Da ich überwiegend grosse Formate printen lasse (kein CMYK, ‘nur’ RGB), ist MF für mich bisher ungeschlagen, auch wenn es digitalisiert wurde. 150 Megapixel lassen viel Spielraum. Ein Umstieg kommt für mich erst in Betracht, wenn die digitale Technik in diesen Regionen bezahlbar und ökonomisch sein wird.
Der Zeitfaktor ist für mich unerheblich. Die eine Stunde für die Filmentwicklung ist immer drin. Oder auch 3 Tage – in meinem Gebiet herrscht kein Zeitdruck, und wir sind bekannt für Qualität. Gut Ding will immer noch Weile haben.
Lieber Herr Roskothen,
mit viel Interesse habe ich Ihre Asuführungen über den Vergleich digitaler und analoger Fotografie gelesen. Selten habe ich so fundierte und nicht durch Vorurteile der einen oder anderen Fraktion getrübte Kommentare gelesen. Ich kann auch Ihre Bemerkungen zur SW-Fotografie voll unterstützen. Ein ganz wichtiger Punkt ist m.E. der “Zeitvorteil” bei der Verwendung von analogen Manualfokussystemen. Die besten Fotos entstehen immer dann, wenn man sich Zeit für die Gestaltung nimmt bzw. nehmen muss und nicht einfach darauf losschiesst, weil man ja sowieso wieder löschen kann. Je aufwändiger die Bedienung der Kamera desto mehr muss man bewusst an die Sache herangehen. Das ist allerdings natürlich nichts für Motive, bei denen man die Geschwindikeit nun einmal braucht.
Ich selber bin vor einigen Jahren zur (hoffentlich ein wenig) anspruchsvollen Digitalfotografie gekommen, nachdem ich einige Jahrzehnte recht ambitioniert analog fotografiert habe (KB und Mittelformat), inkl. Vergrößerung von hauptsächlich SW-Fotos in der eigenen Dunkelkammer. Beide Systeme haben ihre eigenen, von Ihnen gut dargestellten Vorteile und Reize. Manchmal bin ich eher in der Stimmung mit meiner alten Analog-Kamera Dias aufzunehmen, an anderen Tagen übwerwiegt einfach die Bequemlichkeit und der Preisvorteil (wenn sie denn angeschafft ist) der digitalen SLR. Ich bin auch wieder in die analoge SW-Fotografie eingestiegen. Da glaube ich, allerdings habe ich noch keine eigenen direkten Vergleiche, dass die konventionelle Kette vom silberhaltigen Film zum Handabzug auf edlem Barytpapier durch digitale und Printmedien nicht zu übertreffen ist. Wie sehen Sie das?
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Wohlfeil
Lieber Herr Wohlfeil,
ich denke, daß man mit einer analogen Kamera besser sw fotografieren kann, weil man weiß, daß man sw fotografiert. Mit einer derzeitigen Digitalen kann man keine reinen s/w Fotos machen, außer man arbeitet im JPG-Modus und das ist nur suboptimal. Immerhin gibt es digitale SLRs, welche neben dem s/w-JPG auch ein RAW ablegen. Damit ist es wieder gut möglich sw zu fotografieren. Allerdings fehlt mir einfach das Gefühl des Orange/Rot-Filters vor dem Objektiv. Erst damit kann ich richtig “sw-sehen”!
Nun gibt es inzwischen Möglichkeiten digitale Daten auf Baryt entwickeln zu lassen. Leider kenne ich die Resultate nicht. Aber die Imperfektion der alten Baryts ist in nichts zu übertreffen. Genauso wie das Korn und die Steilheit der Filme.
Alternativen kann man mit einigen Filtern und den Tips der Videopodcasts erhalten. Dort habe ich zumindest beschrieben, wie Sie ein Korn erzeugen können. Übrigens auch sehr empfehlenswert: Silverefex Pro von Nik Software. Schauen Sie sich das mal an und drucken Sie die Ergebnisse mal auf gutem Papier. Ich kann nicht umhin beiden Systemen Vorteile zu gönnen. Ich würde mich mal sehr diplomatisch verhalten wollen, aber Ihnen in dem Punkt der Aufnahme Recht geben: es ist was anderes, sich mit einem 12 Aufnahmen-Rollfilm genau die Aufnahme überlegen zu müssen. Das sind andere Ergebnisse. Nicht so sehr technisch als psychologisch.